Die Verknüpfung von Target Costing und Wertanalyse im Produktinnovationsprozess
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Torsten Pritzel
- Abgabedatum: August 2002
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 735,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6121-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6121-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6121-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pritzel, Torsten August 2002: Die Verknüpfung von Target Costing und Wertanalyse im Produktinnovationsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zielkostenmanagement, Methodisches Konstruieren, Marktorientierte Produktentwicklung, Funktionsanalyse, Marktforschung
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Diplomarbeit von Torsten Pritzel
Problemstellung:
Welche Eigenschaften soll das neu zu konzipierende Produkt haben? Welcher Preis kann dafür am Markt erzielt werden? Wie kann sichergestellt werden, daß die Herstellkosten nicht den Erlös eines Produktes übersteigen?
Dies sind Fragen, die für Unternehmen im produzierenden Gewerbe angesichts gestiegenem Konkurrenzdruck zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um den Erfolg eines Produktes sicherzustellen ist es angezeigt, die Produkteigenschaften und die Kosten in der Phase günstig zu beeinflussen, in der dies noch am besten möglich ist. Diese Phase ist der Innovationsprozess.
Nach einschlägigen Studien ist bekannt, daß etwa 70-90 % der Produktkosten bereits in der Innovationsphase festgelegt werden. Demgegenüber entstehen nur etwa 10 % der kosten durch den Innovationsprozess selbst. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, daß hier ein erhebliches Einsparungspotential besteht, das mit verhältnismäßig geringem Aufwand ausgeschöpft werden kann. Daneben können in dieser Phase die Produkteigenschaften noch am meisten positiv beeinflußt werden.
Um eine Kostenkontrolle in dieser frühen Phase zu ermöglichen, wurde in der japanischen Automobilindustrie als Weiterentwicklung der klassischen Wertanalyse das Target Costing eingeführt. Dabei werden Zielkosten für das Produkt ermittelt, die dann auf die Produktfunktionen und schließlich auf die Produktkomponenten heruntergebrochen werden. Damit bestehen dann klare Zielvorgaben für die Kosten. Das Target Costing beschäftigt sich aber ausschließlich mit diesen Kosten und gibt dem Konstrukteur keine weitere Hilfestellung im Innovationsprozess.
Demgegenüber wurde die Wertanalyse in Deutschland weiterentwickelt als methodische Vorgehensweise die die gesamte Produktentwicklung begleitet. Das Kernstück ist dabei der Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN EN 12973 bzw. VDI 2801.
Als Schwachpunkte beider Methoden wird aber eine mangelhafte Orientierung an den Vorgaben der Kunden genannt. Daher werden auch einige Verfahren der Marktforschung behandelt.
Die Arbeit stellt zunächst alle angesprochenen Verfahren und Elemente dar und stellt dann einen neuen Arbeitsplan auf, der den gesamten Innovationsprozess begleitet und sich gleichzeitig an Zielkosten und Kundenwünschen orientiert. Dabei soll ein Optimum zwischen den Produktkosten für den Hersteller und dem Nutzwert für den Kunden erreicht werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Instrumente des Innovationsprozesses | 3 |
| 2.1 | Marktforschung | 3 |
| 2.1.1 | Das Kundeninterview | 3 |
| 2.1.2 | Die Produktpositionierungsanalyse | 6 |
| 2.1.3 | Der Produktlebenszyklus | 7 |
| 2.1.4 | Das Benchmarking | 9 |
| 2.1.5 | Die Bedeutung des Markennamens | 9 |
| 2.1.6 | Die Bedeutung von Produkt-Tests | 10 |
| 2.2 | Target Costing | 11 |
| 2.2.1 | Festlegen der Produktzielkosten | 13 |
| 2.2.2 | Bestimmen des Zielgewinns | 15 |
| 2.2.3 | Zielkostenspaltung | 16 |
| 2.2.3.1 | Aufspalten der Zielkosten in Funktionszielkosten | 17 |
| 2.2.3.2 | Aufspalten in Komponentenzielkosten | 17 |
| 2.3 | Wertanalyse | 18 |
| 2.3.1 | Abgrenzung der Wertverbesserung von der Wertgestaltung | 19 |
| 2.3.2 | Definition des Wertbegriffs | 20 |
| 2.3.3 | Die Systemelemente der Wertanalyse | 21 |
| 2.3.3.1 | Methodik | 21 |
| 2.3.3.2 | Verhaltensweisen | 23 |
| 2.3.3.3 | Management | 24 |
| 2.3.4 | Der Wertanalyse-Arbeitsplan | 24 |
| 2.3.4.1 | Phase 1 – Projekt vorbereiten | 25 |
| 2.3.4.2 | Phase 2 – Objektsituation analysieren | 25 |
| 2.3.4.3 | Phase 3 – Soll-Zustand beschreiben | 28 |
| 2.3.4.4 | Phase 4 – Lösungsideen entwickeln | 30 |
| 2.3.4.5 | Phase 5 – Lösungen festlegen | 32 |
| 2.3.4.6 | Phase 6 – Lösungen verwirklichen | 36 |
| 3. | Die Verknüpfung von Target Costing und Wertanalyse | 38 |
| 3.1 | Der integrierte Arbeitsplan | 39 |
| 3.1.1 | Phase 1: Projekt vorbereiten, Produktzielkosten bestimmen | 41 |
| 3.1.2 | Phase 2: Analyse des Ist-Zustands | 44 |
| 3.1.3 | Phase 3: Soll-Zustand beschreiben, Funktionszielkosten bestimmen | 49 |
| 3.1.4 | Phase 4: Lösungsideen sammeln | 55 |
| 3.1.5 | Phase 5: Lösungen festlegen | 56 |
| 3.1.6 | Phase 6: Lösungen realisieren | 65 |
| 3.2 | Beurteilung des integrierten Arbeitsplans | 66 |
| 4. | Zusammenfassung | 68 |
| 5. | Literaturverzeichnis | 70 |
angezeigt sein, um erst einmal die Kriterien in eine Reihenfolge zu bringen. Die Gewichtung kann also entweder direkt vorgenommen werden, indem die Teammitglieder Punkte für die Wichtigkeit der Kriterien vergeben oder anhand der Ergebnisse aus dem Dualvergleich. Am Ende muß aber auf jeden Fall eine Normierung vorgenommen werden, so daß die Summe aller Gewichtungen 1 ergibt. Ermitteln der Erfüllungsgrade Das Team muß nun bewerten wie gut die Lösungen die Bewertungskriterien erfüllen. Dazu kann beispielsweise eine Punkteskala von 1 bis 10 benutzt werden. Auch hier sollte die Bewertung wieder von jedem Teammitglied einzeln vorgenommen werden, um später einen Mittelwert zu bilden. Bilden der Teil- und Gesamtnutzwerte Die Teilnutzwerte für die Bewertungskriterien ergeben sich aus dem Punktwert multipliziert mit der Gewichtung. Nach Addition der Teilnutzwerte einer Lösung steht der Gesamtnutzwert fest. Plausibilitätsprüfung und darstellen der Ergebnisse Zum Schluß sollte nochmals geprüft werden, ob die richtigen Bewertungskriterien gewählt wurden, ob die Gewichtung der Kriterien plausibel ist und ob auch die Erfüllungsgrade richtig bewertet wurden. Bei manchen Kriterien können auch Mindestwerte für die Erfüllungsgrade gesetzt werden, die in jedem Fall erreicht werden müssen. Das Nicht-Erreichen eines solchen KO-Kriteriums würde dann zum Ausscheiden bzw. zum Nachbearbeiten des Lösungsvorschlags führen. Die Ergebnisse können dann in einem Nutzwertprofil40 auch grafisch dargestellt werden. Am Ende ist die Lösung auszuwählen die den höchsten Nutzwert aufweist. Da aber nicht unbedingt das Wertanalyse-Team selbst die Entscheidung fällt welches Produkt am Ende umgesetzt wird, müssen unter Umständen alle Lösungen den entsprechenden Entscheidungsträgern präsentiert werden. Der eigentliche Innovationsprozeß ist damit abgeschlossen. Die noch folgenden Phasen haben auf diesen Prozeß nur noch Einfluß, falls die Lösungen von den Entschei- [...]
aufwendig, da die verbleibenden Ansätze nun bis zu einem endgültigen Vorschlag weiterbearbeitet werden. 5. Lösungen ausarbeiten In dieser Phase werden die verbleibenden Lösungsansätze bis hin zum fertigen Produkt weiter konkretisiert. Dazu gehören sowohl Konstruktionszeichnungen als auch eine Betrachtung über die geplanten Kosten des Produkts. Am Ende des Prozesses stehen die fertigen Lösungen, aus denen die beste auszuwählen ist. 6. Lösungen bewerten Aus den Lösungsvorschlägen muß nun diejenige ausgewählt werden, die am vorteilhaftesten ist. Diese wird dann auch in der Folge in ein reales Erzeugnis umgesetzt. Als effektives Werkzeug zur Feinbewertung gilt beispielsweise die Nutzwertanalyse. Die Nutzwert-Analyse Die Nutzwertanalyse läuft in folgenden 5 Schritten ab: 1. Festlegen der Bewertungskriterien 2. Gewichten der Bewertungskriterien 3. Ermitteln der Erfüllungsgrade 4. Bilden der Teil- und der Gesamtnutzwerte 5. Plausibilitätsprüfung und darstellen der Ergebnisse Festlegen der Bewertungskriterien Die Auswahl von Bewertungskriterien wurde bereits unter Punkt 1. behandelt und soll nicht nochmals beschrieben werden. Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten sollten aber nicht zu viele Kriterien benutzt werden. Gewichten der Bewertungskriterien Die Gewichtung der Bewertungskriterien sollte durch das gesamte Team vorgenommen werden, wobei aber jedes Teammitglied die Wichtigkeit der Kriterien alleine für sich selbst festlegen sollte. Nach der Einzelbewertung kann dann ein Mittelwert gebildet werden. Unter Umständen kann auch ein Dual-Vergleich39 [...]
ideen ist als iterativer Prozeß aufzufassen und wird in Grob-, Mittel-, und Feinbewertung unterteilt. Zwischen den Bewertungsphasen müssen die Einzellösungen zu Teilund Gesamtlösungen zusammengefaßt werden. 1. Bewertungskriterien festlegen Die Bewertungskriterien sind so festzulegen, daß die einzelnen Funktionen hinsichtlich ihrer Funktionserfüllung daran gemessen werden können. Als Kriterien kommen dabei technische-, ökonomische-, ökologische-, ergonomische- und noch einige andere Kriterien in Frage. Da das Hauptziel der Wertanalyse die Steigerung des Produktwerts ist, sollte bei guter Erfüllung der Kriterien der Produktwert erhöht werden. 2. Lösungsideen bewerten Die erste Bewertungsphase ist eine Grobbewertung. Hier wird nur unterschieden, ob die Lösung sofort realisierbar, vielleicht bzw. später realisierbar oder nicht realisierbar ist. Im Anschluß daran werden die nicht realisierbaren Lösungen aussortiert. 3. Ideen zu Lösungsansätzen verdichten und darstellen Die realisierbaren Lösungsansätze sollen nun zu Gesamtlösungen für das Produkt zusammengefaßt werden. Dabei können Probleme auftreten, da nicht alle Einzellösungen untereinander kombinierbar sind. Eine Möglichkeit zu realisierbaren Lösungsansätzen zu kommen ist, die umzusetzenden Funktionen in einem morphologischen Kasten den Lösungsideen gegenüberzustellen. Danach muß jede mögliche Kombination auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft werden. Aus dieser Phase heraus können auch wieder neue Lösungsideen entstehen, die dann natürlich auch zu berücksichtigen sind. 4. Lösungsansätze bewerten Die Anzahl der Lösungen muß nach der vorhergehenden Phase noch weiter reduziert werden. Dazu werden in der Mittelbewertung die Vor- und Nachteile der Lösungsansätze aufgeführt und die voraussichtlichen Kosten bestimmt. Danach sind weitere Lösungsansätze auszusortieren, so daß noch maximal 3 bis 5 Lösungsansätze übrig bleiben. Noch mehr Ansätze weiter auszuarbeiten wäre zu [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832461218
Arbeit zitieren:
Pritzel, Torsten August 2002: Die Verknüpfung von Target Costing und Wertanalyse im Produktinnovationsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Zielkostenmanagement, Methodisches Konstruieren, Marktorientierte Produktentwicklung, Funktionsanalyse, Marktforschung



