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Verhaltens- und Beziehungsmuster im Kontext von Organisationen

Versuch einer sozialwissenschaftlichen Annäherung und Entwicklung eines Handlungskonzeptes für Führungskräfte und Organisationsberater

Verhaltens- und Beziehungsmuster im Kontext von Organisationen
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Rita Selle

Einleitung:

Grundthese und Ausgangspunkt der Arbeit ist, dass sich Verhaltens- und Beziehungsmuster in Form von Spielen wie ein „roter Faden“ durch individuelles wie kollektives Sein ziehen. Die Arbeitswelt ist als Ausschnitt der Gesamtwirklichkeit gleichsam davon durchzogen.

Besondere Brisanz erhalten diese für Organisationen nun deswegen, weil sie v.a. aufgrund ihrer Psychodynamik eng mit der Arbeitszufriedenheit aller ihrer Mitarbeiter und dadurch mit der Qualität der Arbeitsleistung korrelieren. Und davon wiederum wird in maßgeblicher Weise die ökonomische (Erfolgs-)Bilanz bestimmt.

Aufgrund des organisationsexternen wie -internen Veränderungsdruckes nehmen diese Beziehungs“spiele“ in Ausmaß und Dynamik zu. Nicht von ungefähr ist das Thema Mobbing synchron in den letzten Jahren so brisant geworden.

Organisationen lassen sich durch verschiedene Metaphern und von unterschiedlichen theoretischen Konzepten her erklären. Diese reichen aber nur bedingt aus, um der veränderten Situation von Organisationen mit ihren spezifisch ökonomischen und personalen Herausforderungen umfassend und konstruktiv zu begegnen. Das Konzept der Spielmetapher will ergänzend eine neue Sichtweise vermitteln, um so die pluralen Phänomene besser fassen zu können.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Arbeit werden drei Ebenen focussiert:

Auf der praktischen Ebene wird neben der Begriffsbestimmung die Vielfältigkeit, unterschiedliche Typologien sowie die Merkmale dieser Spiele aufgezeigt.

Auf der theoretischen Ebene werden diese Beziehungs“spiele“ in einem multi-dimensionalen Ansatz theoretisch begründet und Verbindungsstränge der Erkenntnisse aus den unterschiedlichen (Teil-)Disziplinen aufgezeigt. Durch die Darstellung der Funktionen von Spiel bezogen auf das Individuum, die Organisation und die Gesellschaft wird dies unterstrichen.

Auf der instrumentellen Ebene wird ein Handlungskonzept entwickelt, bei dem anhand der strukturellen Elemente von Spiel die Spielmetapher als Diagnoseinstrument wie als Interventionsmöglichkeit vorgestellt wird. Insbesondere Führungskräfte und Organisationsberater stehen für das Erreichen einer (je spezifischen) ökonomischen Bilanz in der Verantwortung. Sie sind es aber auch, die durch ihre Interventionen auf struktureller wie personaler Ebene das Miteinander, die Organisationskultur bestimmen.

Inhaltsverzeichnis:

Kapitel A
Einleitung 1
1. Problemstellung 2
2. Ziele der Arbeit 5
3. Wissenschaftstheoretische Verankerung der Arbeit 6
4. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 9
Kapitel B
Verhaltens- und Beziehungsmuster in Organisationen 10
1. Begriffsbestimmung "Spiele" 10
2. Praktische Ebene 12
2.1 Ein multilateraler Ansatz 12
2.1.1 Organisationsspiele vs. Individualspiele 13
2.1.2 Spiele als soziale Verhaltensweise vs Spiele als psychische Verhaltensweise 15
2.1.3 Spiele als unbewusstes Verhaltensmuster vs. Spiele als schöpferisches Prinzip 16
2.1.4 Destruktive Spiele vs. Konstruktive Spiele 16
2.1.5 Hierarchieabhängige Spiele vs. Berufsfeldbezogene Spiele 17
2.1.6 Geschlechtsabhängige Spiele vs. geschlechtsunabhängige Spiele 18
2.2 Die Typologie der Spiele nach Caillois 20
2.3 Organisationale Spiele nach Mintzberg 27
2.4 Merkmale der Spiele 29
2.5 Zusammenfassung 31
3. Theoretische Ebene 32
3.1 Ein multidimensionaler Ansatz 32
3.1.1 Psychologische Perspektive 32
3.1.1.1 Kognitionspsychologische Sichtweise 32
3.1.1.1.1 Subjektive Wirklichkeitskonstruktion 33
3.1.1.1.2 Selbstbild 35
3.1.1.1.3 Menschenbilder 37
3.1.1.2 Das kollektive Unbewußte (C. G.Jung) 39
3.1.1.3 Die Computation (Morin) 41
3.1.1.4 Psychoanalytische Sichtweise 42
3.1.1.5 Transaktionsanalytische Sichtweise 45
3.1.2 Soziologische Perspektive 51
3.1.2.1 Rollentheorie 51
3.1.2.1.1 Konflikttheorie 53
3.1.2.1.2 Symbolischer Interaktionismus 56
3.1.2.2 Systemtheoretische Sichtweise 58
3.1.3 Gesellschaftspolitische Perspektive 61
3.1.4 Skizze eines eigenen Ansatzes 63
3.2 Funktion der Spiele 64
3.2.1 Bezogen auf das Individuum 65
3.2.2 Bezogen auf die Organisation 66
3.2.3 Bezogen auf die Gesellschaft 67
3.3 Zusammenfassung 67
4. Das Konzept der Spielmetapher 67
4.1 Begriffsbestimmung Spielmetapher 68
4.2 Wirkung der Dynamik von Sprachbildern 68
4.3 Spielmetapher und Organisationsführung 70
4.3.1 Bedeutung der Spielmetapher für Führungskräfte und Organisationsberater 72
4.3.1.1 Erweiterung des Organisationsverständnisses 73
4.3.1.2 Erweiterung des Diagnoseinstrumentariums 75
4.3.1.3 Erweiterung des Interventionsspektrums 75
4.3.2 Instrumentelle Ebene der Spielmetapher 76
4.3.2.1 Die Spielmetapher als Diagnoseinstrument 76
4.3.2.1.1 Anamnese 76
4.3.2.1.2 Inspektion anhand der strukturellen Elemente von Spiel 77
4.3.2.1.3 Führungskräfte und Organisationsberater im Blickpunktder Diagnose 93
4.3.2.2 Die Spielmetapher als Interventionsmöglichkeit 94
4.3.2.2.1 Interventionsarten und Interventionsmöglichkeiten 94
4.3.2.2.2 Die Spielmetapher als Möglichkeit zur »Kreationkollektiver Wirklichkeiten« 95
4.3.2.2.3 Interventionen bezogen auf die strukturellen Elemente von Spiel 95
4.3.2.2.4 Führungskräfte und Organisationsberater im Blickpunkt von Interventionsmaßnahmen 99
Kapitel C
Der Einsatz der Spielmetapher erläutert am konkreten Beispiel 100
Kapitel D
Zusammenfassung und kritisch-konstruktive Überlegungen 115
Kapitel E
Ausblick 120
Anlage 121
Literaturverzeichnis 131

Arbeit zitieren:
Selle, Rita April 1997: Verhaltens- und Beziehungsmuster im Kontext von Organisationen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Diagnoseinstrument, Interventionsmöglichkeit, Konzept Spielmetapher, multidimensionaler Erklärungsansatz, Organisationsentwicklung

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