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Über das Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession

Am Beispiel einer nach DIN EN ISO 9001 zertifizierten gynäkologischen, geburtshilflichen und onkologischen Arztpraxis

Über das Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Lisa Fänder
  • Abgabedatum: September 2010
  • Umfang: 39 Seiten
  • Dateigröße: 509,3 KB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0648-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fänder, Lisa September 2010: Über das Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arztpraxis, Medizinische Soziologie, Gynäkologie, Qualitätsmanagement, Geburtshilfe

Bachelorarbeit von Lisa Fänder

Einleitung:

1, Problemaufriss und Motivation:

Seit 2005 schreibt das SGB V in § 135 medizinischen Leistungserbringern die Teilnahme an Maßnahmen der Qualitätssicherung und die Einführung und Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement vor. Am Beispiel einer nach DIN EN ISO 9001 zertifizierten Arztpraxis, möchte ich das Verhältnis von diesem Qualitätsmanagementsystem und der ärztlichen Profession, ‘seismographisches Spiegelbild der kulturellen, sozialen und technologischen Veränderungen der Gesamtgesellschaft und ihrer Teilbereiche’1, ermitteln. Kann die ärztliche Profession von den bestehenden Gesetzen und Regelungen, welche die Standardisierung der Arbeitsabläufe zum Ziel haben, profitieren? Wenn nicht, welche Probleme sind es, die die Anpassung an die gesetzlichen Vorschriften erschweren und wie können diese bewältigt werden? Oder aber – findet hier eine Deprofessionalisierung des Ärztestandes statt? Da ich im Rahmen meines Studiums ein sechswöchiges Praktikum im März und April 2009 in einer Arztpraxis absolviert habe, werde ich einige Aspekte meiner Beobachtungen einbringen. Die Praxisinhaberin ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, onkologisch verantwortliche Ärztin und führt die Zusatzbezeichnung ‚medikamentöse Tumortherapie’ (Prüfung erfolgte an der Ärztekammer). Das Dienstleistungsspektrum dieser Praxis reicht von einem ganzheitlichen Beratungs- und Behandlungskonzept im Bereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe, über Vorsorgeleistungen, umfassende individuelle Beratungen zur Schwangerschaftsverhütung, Teenager- und Sexualberatungen, Behandlungen von Wechseljahresbeschwerden, individuelle Schwangerschaftsbetreuungen, psychosomatische Beratungen und Behandlungen, Chemotherapien gynäkologischer Tumoren, Hormontherapien bösartiger Erkrankungen, Behandlungen von Tumorschmerzen, knochenstabilisierende Infusionen, Komplementärtherapien bis hin zu kostenpflichtigen individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL-Leistungen). Diese Arztpraxis hat seit ihrer Entstehung 2004 ein Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 aufgebaut und ist seit April 2007 nach den aktuellsten Qualitätsmanagementrichtlinien zertifiziert.Um sich dem Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession widmen zu können, werden zunächst die Begrifflichkeiten ‘ärztliche Profession’ und ‘Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001’ definiert. Innerhalb des zweiten Punktes, der Darstellung der ärztlichen Profession, werden erstens der ‘Weg’ zur ärztlichen Profession aufgezeigt, zweitens ihr Aufgabenbereich und drittens ihr Status in der Gesellschaft. Der dritte Punkt, welcher einen Überblick über das Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 bereithält, beschreibt zu allererst den ‘Weg’ zum Qualitätsmanagement, danach die Inhalte dessen und zuletzt die Anwendung am Beispiel der gynäkologischen, geburtshilflichen und onkologischen Arztpraxis. Nach der Darstellung des Verhältnisses des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001 und der ärztlichen Profession im vierten Punkt, erfolgt im fünften ein zusammenfassendes Fazit. Nicht nur der leichteren Lesbarkeit halber, sondern auch um folgende Kategorien festzulegen, werden in diesem Text folgende Formen verwendet: Wenn von der ‘Ärztin’ und der ‘Patientin’ gesprochen wird, befinden wir uns im Kontext unserer Beispielarztpraxis. Wenn hingegen die männliche Form verwendet wird, ist der Bereich des Allgemeinen angesprochen, in dem selbstverständlich die weibliche Form immer mitgemeint ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemaufriss und Motivation 2
2. Überblick: ärztliche profession 4
2.1 Der Weg zur ärztlichen Profession 5
2.2 Der Aufgabenbereich der ärztlichen Profession 7
2.3 Der Status der ärztlichen Profession in der Gesellschaft 10
3. Überblick: Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 11
3.1 Der Weg zum Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 12
3.2 Der Inhalt des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001 14
3.3 Die Anwendung des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001 in der Arztpraxis 16
4. Über das Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession 25
5. Zusammenfassung und Fazit 33
6. Literatur- und Abbildungsverzeichnis 35

Textprobe:

Kapitel 3.3, Der Inhalt des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001:

Die Grundanforderungen an ein funktionierendes Qualitätsmanagement, die die Organisation erfüllen muss, bestehen aus folgenden acht Prozessgruppen:

1. Anwendungsbereich.

2. Normative Verweisungen.

3. Begriffe.

4. Anforderungen an das QM-System.

5. Verantwortung der Leitung.

6. Management von Ressourcen.

7. Produktrealisierung.

8. Messung, Analyse und Verbesserung.

Eine Anforderung an das Qualitätsmanagementsystem ist die Erstellung und Aufrechterhaltung eines Qualitätsmanagementhandbuches, in dem diese Hauptkategorien dokumentiert werden. Im Punkt fünf werden die Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die die Führung des Unternehmens erfüllen muss, festgelegt. Um diese Aufgaben qualitativ hochwertig und mit möglichst geringem Aufwand zu erfüllen, bedarf es entsprechender Ausbildung und Qualifikation der Mitarbeiter und dem Management der gesamten apparativen Ausstattung, welche im sechsten Punkt festgehalten werden. Die Produktrealisierung im siebten Punkt beschreibt alle Kernprozesse, das heißt alle direkten Leistungen am Patienten. Hier werden nicht nur die Leistungen definiert, sondern auch welches Leistungsniveau angestrebt wird, wie diese Anforderungen bewertet und mit dem Patienten kommuniziert werden. Hinzu gibt sie Auskunft über den gesamten Beschaffungsprozess und über das Bereitstellen der notwendigen Materialien und Ressourcen. Der achte Punkt kontrolliert das Erreichte, also die Wirksamkeit der Prozesse, durch interne Audits und Messungen. Alle Daten werden analysiert, Abweichungen und Verbesserungspotenziale ermittelt und Vorbeuge- und Korrekturmaßnahmen abgeleitet. Diese Ergebnisse müssen jährlich in einem Managementreview zusammengetragen werden.Die ISO 9000er-Familie basiert auf den folgenden acht Grundsätzen:

Erstens die Kundenorientierung: Hier geht es um das Verstehen von gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernissen der Kunden. Denn Ziel ist es, ihre Anforderungen zu erfüllen, bestenfalls ihre Erwartungen zu übertreffen. Zweitens die Führung: Die Führung der Organisation soll ein internes Umfeld schaffen und erhalten, in dem sich die Mitarbeiter voll und ganz für die Erreichung der Ziele einsetzen können. Drittens die Einbeziehung der Personen: Alle Mitarbeiter sollen vollständig einbezogen werden, um ihre Fähigkeiten zum Nutzen der Organisation einsetzten zu können. Viertens der prozessorientierte Ansatz: Angestrebte Ziele lassen sich leichter realisieren, wenn die dazu gehörigen Tätigkeiten und Ressourcen als Prozess geleitet und gelenkt sind. Fünftens der systemorientierte Managementansatz: Zur Wirksamkeit und Effizienz der Organisation tragen das Erkennen, Verstehen, Leiten und Lenken von miteinander in Wechselwirkung stehenden Prozessen als System bei. Sechstens die ständige Verbesserung, welches als permanentes Ziel der Organisation gilt. Siebtens der sachbezogene Ansatz zur Entscheidungsfindung: Wirksame Entscheidungen bedürfen der intensiven Analyse von Daten und Informationen. Achtens die Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen: Eine Beziehung zu ebenfalls nach Qualitätsmanagementrichtlinien zertifizierten Lieferanten erhöht die Wertschöpfungsfähigkeit beider Organisationen. Wie bereits erwähnt ist der erste Arbeitsschritt zu einer Qualitätsmanagementarztpraxis die Installation des Qualitätsmanagements, dessen Charakter eben aufgezeichnet wurde. Um im zweiten Schritt ein Zertifikat zu erhalten, wird ein externer, unabhängiger Auditor beziehungsweise eine Zertifizierungsgesellschaft hinzugezogen. Wichtig ist, dass vor einer Zertifizierung das Unternehmen immer selbst interne Audits durchführen sollte. Die Erneuerung des Zertifikats erfolgt alle drei Jahre, wobei jährlich so genannte externe Überwachungsaudits, Stichproben, stattfinden.

Arbeit zitieren:
Fänder, Lisa September 2010: Über das Verhältnis von Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 und ärztlicher Profession, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arztpraxis, Medizinische Soziologie, Gynäkologie, Qualitätsmanagement, Geburtshilfe

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