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Das Verhältnis zwischen Qualitäts- und Kostenmanagement in der Automobilindustrie

Das Verhältnis zwischen Qualitäts- und Kostenmanagement in der Automobilindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Önder Hotaman
  • Abgabedatum: Februar 2006
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 815,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9779-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9779-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9779-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hotaman, Önder Februar 2006: Das Verhältnis zwischen Qualitäts- und Kostenmanagement in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: QFD, TQM, Lean Management, Outsourcing, Target Costing

Diplomarbeit von Önder Hotaman

Einleitung:

Die Automobilhersteller, die sog. Original Equipment Manufacturer OEM unterliegen weltweit gravierenden Veränderungen und der Notwendigkeit der Einbeziehung von Kundenbedürfnissen als erste Priorität in allen Aspekten der Produktentstehung. Was die Qualität eines Produktes ausmacht, entscheidet allein der Kunde. Wie diese Qualitätsanforderungen umgesetzt werden, muss durch jeden Hersteller einzeln beantwortet werden. Qualitätsmanagement bedeutet hier gezielte Umsetzung von Qualitätsanforderungen in die technische Sprache des Herstellers. Das bedeutet eine Abkehr von der Massenfertigung hin zu einer flexiblen, kundenorientierten Fertigungsstruktur. Dabei müssen die Hersteller veränderte Ansprüche innerhalb kürzester Zeit auf den Markt bringen, um sowohl stetig den Kundenwünschen zu entsprechen als auch Pioniervorsprünge gegenüber der Konkurrenz zu erzielen. Die zahlreichen Innovationen und die Geschwindigkeit, mit der sie eingeführt werden, bringen die Hersteller unter enormen Kostendruck. Eine Herausforderung, die von den Herstellern aufgrund der fortschreitenden Produktkomplexität nur noch in Zusammenarbeit mit den Zulieferern zu bewältigen ist – durch Integration bereits im Stadium der F&E.

Der Grund für die frühzeitige Einbindung der Zulieferer leitet sich aus der Tendenz der Verringerung der betrieblichen Fertigungstiefe der Hersteller ab und der damit einhergehenden Notwendigkeit, Know-how durch externe Outsourcing-Partner zu beschaffen. Das wiederum führt zu einer Erhöhung der Logistikkomplexität. Gleichzeitig nimmt der Einfluss der Zulieferer auf die Wettbewerbsfähigkeit des Herstellers durch Outsourcing stetig zu.

Im Rahmen des Lean Managements wurden in den letzten Jahren zahlreiche Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt, wie zum Beispiel eine Verringerung der Lieferantenzahl, die Einführung von Just-In-Time Strategien und Outsourcing. Das Streben nach den niedrigsten Kosten stand dabei ganz im Zeichen der weltweiten Globalisierung.

Die vorliegende Arbeit stellt unterschiedliche Konzepte des Qualitäts- und Kostenmanagements vor und entwickelt daraus Gestaltungsansätze. Angesichts der hohen Komplexität des Untersuchungsgegenstandes wird weitestgehend auf die Vertiefung eines einzelnen Elementes verzichtet und vielmehr die Ganzheitlichkeit der Problemstellung in den Vordergrund gestellt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Veränderungen in der Automobilindustrie 2
1.2 Vom Verkäufer- zum Käufermarkt 7
2. Produktorientiertes Qualitätsmanagement 9
2.1 Der Qualitätsbegriff 9
2.1.1 Definition Qualitätsmanagement 9
2.1.2 Qualitätsnormen in der Automobilindustrie 11
2.2 Kundenbindung durch Qualität 13
2.3 QFD als Instrument zur Planung und Entwicklung von Qualitätsfunktionen 17
2.4 Zulieferer als Entwicklungspartner bei der Qualitätssicherung 22
2.5 Künftige Erfolgspotentiale – neue Technologien und Trends 24
3. Prozessorientiertes Qualitätsmanagement 28
3.1 SPC zur Überwachung von Fertigungs- und Prozessabläufen 28
3.2 Der kontinuierliche Verbesserungsprozess im Rahmen des TQM 29
3.2.1 Total Quality Management (TQM) 29
3.2.2 Lean Management 32
3.2.3 Kaizen (kontinuierliche Verbesserung) 33
4. Kostenmanagement 35
4.1 Der Kostenbegriff 35
4.1.1 Definition Kostenmanagement 35
4.1.2 Kostenfaktoren in der Automobilindustrie 36
4.2 Kostensenkende Effekte der Kundenorientierung und -bindung 37
4.3 Make or Buy Entscheidung – Outsourcing 38
4.4 Ermittlung der Zielkosten auf Basis des Target Costing Verfahrens 43
4.5 Kostenvorteile durch die Globalisierung 47
4.6 JIT-Fertigung zur Senkung der Logistikkosten 51
4.6.1 Produktionssynchrone Beschaffung 53
4.6.2 Teileauswahl 53
4.6.2.1 ABC – Analyse 53
4.6.2.2 XYZ – Analyse 54
4.6.3 Beurteilung aus Sicht der Hersteller 55
4.6.4 Beurteilung aus Sicht der Zulieferer 55
4.7 Umwälzung des Kostendrucks auf die Zulieferer 56
5. Integriertes Qualitäts- und Kostenmanagement im Produktentstehungsprozess 59
5.1 Schnittstelle von Target Costing und QFD zur Optimierung einer integrierten Qualitäts- und Kostenplanung 59
5.1.1 Definition 60
5.1.2 Methodik der integrierten Qualitäts- und Kostenplanung 61
5.1.3 Zulieferintegration in das Target Costing 62
5.2 Simultaneous Engineering 63
5.2.1 Parallele Produkt- und Produktionsmittelplanung mittels SE 63
5.2.2 Verkürzung der Time-to-Market mittels SE 65
5.3 Supply Chain Management 66
5.4 Fallbeispiel: Dacia Logan von Renault – das 5.000-EUR-Familienauto 68
6. Fazit 71
Literaturverzeichnis 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Durch die Kundenbindung werden zwei wirtschaftliche Ziele verfolgt. Zum einen sind die Kosten für die Erhaltung einer Kundenbeziehung deutlich niedriger als für die Kundenakquisition. Eine wissenschaftliche Faustregel besagt, dass es fünfmal teurer ist, einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen loyalen Stammkunden zu halten und zu pflegen. Kostensenkende Effekte der Kundenbindung resultieren außerdem aus sinkenden Transaktionskosten einer dauerhaften Kundenbeziehung. 111 Zum anderen bringen dauerhafte Kundenbeziehungen auch Wachstums- und Rentabilitätsziele mit sich, die in steigenden Gewinnen des Unternehmens münden. Im Rahmen einer breit angelegten Untersuchung konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Dauer der Kundenbeziehung und dem Unternehmensgewinn bestimmt werden. Nach anfänglichen Kosten der Kundenakquisition steigen die jährlichen Gewinne kontinuierlich an. 112 Im Laufe der Geschäftsbeziehung nimmt auch das Lebensalter der Kunden zu, was in der Regel mit einem höheren Einkommen verbunden ist. SCHWARZE beschreibt es mit einem Aufstieg vom Kleinwagensegment ins Mittel- oder Oberklassensegment. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation bietet die Erhöhung der Kundenbindungsrate enorme Gewinnpotentiale. Eine Reduzierung der Abwanderungsquote um nur 5 Prozent von beispielsweise 15 auf 10 Prozent pro Jahr, würde den Gewinn einiger Unternehmen verdoppeln. 113 [...]

Die Hersteller orientieren sich immer mehr an den Wünschen der Kunden, um am Markt bestehen zu können. Daraus resultieren Produktoffensiven, infolge dessen die Komplexitätskosten stetig steigen. BOHNE unterscheidet dabei zwischen unternehmensextern und unternehmensintern determinierter Komplexität. Zu der unternehmensextern determinierten Komplexität zählt er die Angebots- und Komponentenvielfalt als Folge der Produktdifferenzierung und globalen Marktbearbeitung. Und zu der unternehmensinternen gehört die Komplexität auf der Produkt- und Prozessebene sowie die Komplexität als Folge von technischfunktionalen Änderungen. 109 Die Personalkosten in Form von Lohn- und Lohnnebenkosen sind in der Triade vergleichsweise hoch. Hier weisen einige Länder komparative Kostenvorteile auf, wodurch die Inlandsproduktion durch Auslandsaktivitäten unter Umständen gesichert werden kann. Relativ hohe Kosten entstehen in der Automobilindustrie für F&E. Hier kann man durch Kooperationen mit auserlesenen Zulieferern die Kosten im Griff halten durch Integration des Zulieferers bereits in der Produktentwicklung eines Fahrzeugs oder man übergibt einen Geschäftsbereich komplett an einen Outsourcing-Partner und konzentriert sich auf seine [...]

Lohnkosten oder ähnliches in Frage kommen, aber der Hauptgrund wurde durch mehrere Studien in der Lean Production gefunden. Diese Produktionsweise erzielt signifikant bessere Ergebnisse als herkömmliche Produktionsweisen. Charakterisiert ist diese Produktionsweise durch hochqualifizierte Teams, flexible Automation, Kundenorientierung, stabile Outputvolumina, Disziplin durch JustIn-Time und Bewertungen und Aktivitäten am „Flow of Work“. Außerdem erfordert diese Produktionsweise einen starken Informationsaustausch zwischen den Hierarchieebenen und die Delegation von Verantwortung bis auf die niedrigste Ebene. Gewählt wird ferner eine optimale vertikale Integration, während die Massenproduktion im Vergleich nur eine hohe vertikale Integration zulässt. Das Ziel Output in der Lean Production ist somit gekennzeichnet durch niedrige Kosten verbunden mit einer hohen Variabilität. Beispiele für diese Produktionsfirmen sind Toyota und Honda. Die Massenproduktion hat ebenso niedrige Kosten, aber dafür fehlt die Variabilität. Die japanischen Autos werden nicht nur in einer kürzeren Entwicklungszeit wirtschaftlicher produziert, sondern weisen mit einem schnelleren Entwicklungsaufwand eine bessere Qualität als amerikanische oder europäische Autos dar. Die Ursache hierfür liegt in der von Toyota erfundenen neuen Produktionsweise, bei der das System, das in der Massenproduktion angewandt wurde, schrittweise den damaligen japanischen Verhältnissen angepasst, verbessert und in das System von Lean Production transformiert wurde. [...]

Arbeit zitieren:
Hotaman, Önder Februar 2006: Das Verhältnis zwischen Qualitäts- und Kostenmanagement in der Automobilindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
QFD, TQM, Lean Management, Outsourcing, Target Costing

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