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Vergleichende elektromyographische Messungen bei Patienten mit einer Nervus Plexus Läsion

Vergleichende elektromyographische Messungen bei Patienten mit einer Nervus Plexus Läsion
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Quirin Zieglmeier
  • Abgabedatum: Oktober 2009
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 139
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1374-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zieglmeier, Quirin Oktober 2009: Vergleichende elektromyographische Messungen bei Patienten mit einer Nervus Plexus Läsion, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Elektromyographie, Nervus Plexus Läsion, Muskel-Sehnen-Transplantation, M. biceps brachii, Oberflächen-EMG

Bachelorarbeit von Quirin Zieglmeier

Einleitung:

Das Vorhandensein von elektrischen Strömen in menschlichen und tierischen Körpern wurde schon relativ früh erkannt. Doch erst 1912 gelang es PIPER als Erstem auf diesem Gebiet, die Willküraktivitäten von verschiedenen Muskeln verzerrungsfrei abzuleiten. Dies galt als die Geburtsstunde der Elektromyographie, welche von nun an v.a. in der wissenschaftlichen Forschung Beachtung fand. Bis zur Veröffentlichung bedeutsamer klinischer Publikationen verging eine überschaubare Zeit. In den darauf folgenden Jahren etablierte sie sich allmählich als Diagnoseverfahren neurogener und muskulärer Erkrankungen. Heutzutage werden zu diesem Zweck größtenteils Nadelelektroden verwendet. Dabei kann durch das invasive Einführen der Nadelelektrode in die Muskulatur die jeweilige elektrische Reizung mit verschiedenen Parametern aufgezeichnet werden. Neben dieser Art von Elektroden existieren Oberflächenelektroden, die über der Muskulatur auf der Haut platziert werden. Durch sie ist es möglich, die algebraische Summe der Aktionspotenziale zu erfassen. Der Genauigkeit und hohen Differenzierungsmöglichkeit der Nadel – EMG steht der geringe Kostenaufwand und die einfache Handhabung der Oberflächen – EMG gegenüber. Deswegen wird Letztere v.a. im Hochleistungstrainings- und vereinzelt im Rehabilitationsbereich genutzt. Dennoch hat sie sich noch nicht vollständig etablieren können.

Eine neurogene Erkrankung, die mit Hilfe der EMG diagnostiziert werden kann, ist die Läsion des Nervus Plexus brachialis. Im 20. Jahrhundert galten Schusswunden im 1. und 2. Weltkrieg als der häufigste Auslöser dieser Erkrankung. Heutzutage sind es hauptsächlich Traumata bei motorisierten Unfällen mit dem Zweirad. Jährlich wird von insgesamt ca. 1000 - 1500 Plexus - Läsionen in Deutschland ausgegangen. Die Behandlung dieser Erkrankung gestaltet sich oft als langwierig und komplex, da erschwerte anatomische Gegebenheiten vorliegen und sie häufig Bestandteil eines Polytraumas mit schweren Begleitverletzungen ist. Aus diesem Grund und dem individuell unterschiedlichen klinischen Bild existiert kein einheitliches Behandlungskonzept. Dementsprechend existieren zahlreiche Diskussionen über die optimale Therapieart, da zudem die Effektivität eines jeden Verfahrens schlecht prognostizierbar ist.

In der hier vorliegenden Arbeit soll die Auswirkung eines solchen operativen Verfahrens mittels Oberflächen - EMG - Messungen herausgestellt werden. Dazu werden zwei Probanden mit einer Nervus Plexus Läsion untersucht und verglichen, wobei an einem Probanden bereits eine Muskel – Sehnen – Transplantation zur Verbesserung der Symptomatik erfolgte. Es existiert zwar eine größere Anzahl von Studien über die Interventionsresultate von Muskel – Sehnen – Transplantationen bei Nervus Plexus Läsionen, jedoch beschränken sich diese zumeist auf eine postoperative Diagnose der motorischen und sensiblen Gegebenheiten ohne den EMG – Werten nähere Beachtung zu schenken. Diese Lücke soll durch die vorliegende Arbeit geschlossen werden. Zudem wird der praktische Nutzen der Oberflächen – EMG bei der Beurteilung von Interventionsmaßnahmen herausgestellt.

Die zentrale Fragestellung, die mittels dieser Untersuchung geklärt werden soll, lautet:

Inwieweit verbessert die Muskel – Sehnen – Transplantation die neuromuskuläre Ansteuerung des M. biceps brachii?

Daraus lässt sich folgende Hypothese herausstellen: H1: Die Muskel – Sehnen – Transplantation führt zu einer signifikant höheren neuromusklären Ansteuerung.

Aufgrund einer besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit ausschließlich die grammatische Form des generischen Maskulinums verwendet. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass stets beide Geschlechter gemeint sind.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Theorie 3
2.1 Nervus Plexus Läsion 3
2.1.1 Pathogenese 3
2.1.2 Klinisches Bild 4
2.1.2.1 Symptome 4
2.1.2.2 Klassifikation 4
2.1.2.3 Verteilung 5
2.1.3 Therapie 5
2.1.3.1 Allgemein 5
2.1.3.2 Konservative Therapie 6
2.1.3.3 Operative Therapie 7
2.2 Elektromyographie 10
2.2.1 Definition 10
2.2.2 Natur von SEMG - Signalen 11
2.2.3 Einflussfaktoren auf das SEMG - Signal 12
2.3 Bedeutung der EMG bei der Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen 14
3 Methodik 18
3.1 Probandengut 18
3.2 Untersuchungsgang 19
3.3 Apparaturbesprechung 23
3.4 Statistik 26
3.4.1 Signalverarbeitung 26
3.4.2 Deskriptive Statistik 28
3.4.3 Interferenzstatistik 28
4 Ergebnisse 30
5 Diskussion 36
5.1 Ergebnisinterpretation 36
5.2 Methodenkritik 43
5.3 Ausblick 45
6 Zusammenfassung 47
7 Literaturverzeichnis 49
Anhang 63

Textprobe:

Kapitel 2.1.3, Therapie:

2.1.3.1, Allgemein:

Die Therapie und Heilung einer Plexus brachialis – Läsion gestaltet sich oft als langwierig und komplex, da erschwerte anatomische Gegebenheiten vorliegen und sie häufig Bestandteil eines Polytraumas mit schweren Begleitverletzungen ist. Deswegen muss nach einem schweren Trauma zuerst die Versorgung primärer Verletzungen und die Stabilisation der Vitalfunktion gewährleistet werden. Laut MUMENTHALER und HIERNER & BERGER sollte zu diesem Zeitpunkt bei einem operativen Eingriff von einer chirurgischen Rekonstruktion der Nerven abgesehen werden, da ungünstige Bedingungen herrschen. Erst in der darauf folgenden Phase mit stabilisierten Körperfunktionen entscheidet sich nach eingehender Diagnostik das weitere Therapieverfahren. Dieses wird in der Literatur unterschiedlich angegeben.

Grundsätzlich unterscheidet man die operative und die konservative Therapie. Die Hauptziele der Therapien sind die Verringerung der Deafferenzierungsschmerzen, die Wiederherstellung der Funktion der betroffenen Extremität, v.a. der aktiven Beweglichkeit, die Vermeidung von sekundären Kontrakturen, die optimale Versorgung von Begleitverletzungen, die Verbesserung ästhetischer Aspekte und die erfolgreiche Wiedereingliederung in den Alltag.

2.1.3.2, Konservative Therapie:

In der konservativen Therapie kommen meist folgende Methoden kombiniert zur Anwendung: (1) Lagerung, (2) physikalische Therapie, (3) Bewegungs- und Sporttherapie.

(1) Lagerung:

Vor allem zu Beginn der Rehabilitation ist eine passende Lagerung des betroffenen Armes mit Schlingen und Schienen zu gewährleisten. Dadurch werden eine Luxation des Humeruskopfes und eine Überdehnung der paretischen Muskulatur verhindert. Erst nach dem Erreichen einer physiologischen Stabilisation im Gelenk kann auf die geschiente Lagerung verzichtet werden.

(2) Physikalische Therapie:

Die Elektrotherapie mit Schwell- und Reizströmen ist ein grundlegender Bestandteil der Therapie und sollte möglichst früh initialisiert werden. BERGER et al. weisen zwar darauf hin, dass der Einfluss der Reizstrombehandlung unterschiedlich beurteilt wird, jedoch wird er von der eindeutigen Mehrzahl an Autoren empfohlen. PSHENISNOV und PULIN stellten 1994 etwa in einer Studie den Nutzen von Elektrotherapie nach einer Muskeltransplantation dar. Die Ziele sind generell sowohl die Verlangsamung der Muskelatrophie im betroffenen Gebiet als auch die Verbesserung der Reinnervierung. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass vorhandene Bewegungsbilder nicht aus dem motorischen Gedächtnis gelöscht werden. Um dies sicher zu stellen, wird geraten, die Behandlung einmal täglich durchzuführen, wobei die Muskulatur immer bis zum Auftreten einer sichtbaren Kontraktion gereizt werden sollte.

(3) Bewegungs- und Sporttherapie:

Zu Beginn steht die passive und aktive Mobilisation im Vordergrund. Damit soll die Regeneration der motorischen Nervenfasern angeregt und mögliche Gelenkkontrakturen vermieden werden. Zu den Maßnahmen, die hierzu ergriffen werden, zählen die Koaktivierung der paretischen Muskulatur durch das gezielte Training intakter Synergisten, die Innervation der Antagonisten, die Aktivierung der symmetrischen Muskeln der Gegenseite durch bilaterales Training und die Reintegration in die Bewegungsschablonen mit leichter Dehnreizung. Dafür haben sich spezielle Methoden, wie die Bewegungstherapie unter Wasser oder die Vojta - Therapie besonders bewährt. Es erweist sich als sinnvoll, die Maßnahmen bis zur Remission der Willkürinnervation regelmäßig durchzuführen.

Wenn von dem Patienten eine gewisse Muskelkontrolle erreicht wird, kann mit der klassischen Sporttherapie im Rahmen der medizinischen Trainingstherapie begonnen werden. Ziele sind vor allem die Vergrößerung des Bewegungsausmaßes und eine Verbesserung der Kraftausdauer. Bei Letzterem gilt es zu beachten, dass mit wenig Gewicht, einer hohen Wiederholungsanzahl und einer langsamen Ausführungsgeschwindigkeit trainiert werden soll. Hierdurch wird bei einem geringen Verletzungsrisiko v.a. die Aktivierung der ST – Fasern sowie der tonischen Muskulatur gewährleistet. Diese sichern eine Stabilisation in den Gelenken.

Arbeit zitieren:
Zieglmeier, Quirin Oktober 2009: Vergleichende elektromyographische Messungen bei Patienten mit einer Nervus Plexus Läsion, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Elektromyographie, Nervus Plexus Läsion, Muskel-Sehnen-Transplantation, M. biceps brachii, Oberflächen-EMG

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