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Vergleichende Werbung

Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher

Vergleichende Werbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Danijela Saponjic
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 149 Seiten
  • Dateigröße: 2,0 MB
  • Note: 1,9
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8040-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8040-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8040-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Saponjic, Danijela Oktober 2003: Vergleichende Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Richtlinie 97/55/EG, Werbewirkung, Werbekampagnen, Konsumgütermarketing, Marktforschung

Diplomarbeit von Danijela Saponjic

Einleitung:

In der deutschen Rechtsprechung war vergleichende Werbung lange Zeit grundsätzlich unzulässig. Am 23. Oktober 1997 trat nach langem zwischenstaatlichem Ringen die EU-Richtlinie 97/55/EG in Kraft. Damit wurde ein großer Schritt zur Harmonisierung des Werberechts innerhalb der EU zurückgelegt. Die Umsetzungsfrist wurde durch die Richtlinie auf 30 Monate, folglich bis April 2000 festgelegt. Aber der BGH hat bereits vor der Umsetzung durch den Gesetzgeber die Initiative ergriffen und bezog sich in den Urteilen „Testpreisangebot“ und „Preisvergleichsliste“ im Februar und April 1998 auf die neue Regelung. Somit verabschiedete sich der BGH von seiner bisherigen Rechtsprechung, wonach vergleichende Werbung als wettbewerbs- und sittenwidrig im Sinne des § 1 UWG galt.

Fach- und Publikumszeitschriften kündigten diese Revolution im Werberecht euphorisch mit „Ringfrei für den Werbekampf“ oder „Jetzt wird die Werbung richtig spannend“ an. Diese Euphorie ist mittlerweile zurückgegangen. Einerseits wegen der undeutlichen Rechtslage und andererseits wegen der teilweise noch unklaren Wirkung des Instruments auf den Verbraucher.

Kapitel 2 beschäftigt sich mit den Grundlagen vergleichender Werbung. Ziel ist es dem Leser den Begriff „vergleichende Werbung“ näher zu bringen und die Rechtsprechung des RG und des BGH vor dem Erlass der Richtlinie zu erörtern um einen vorher - nachher Vergleich zu ermöglichen. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt dieses Kapitels ist, die Erscheinungsformen vergleichender Werbung anhand von aktuellen Beispielen zu behandeln.

Auf die EU-Richtlinie 97/55/EG wird im Detail in Kapitel 3 eingegangen. Neben der Auflistung und Erklärung der einzelnen Paragrafen wird auch der Weg der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht dargestellt und mit Beispielen und Urteilen untermauert.

Welchen Einfluss die Richtlinie auf die Aktivitäten werbetreibender Unternehmen hat, wird in Kapitel 4 aufgeführt. Über die Werbewirkung im Allgemeinen bis hin zur Werbewirkung insbesondere vergleichender Werbung wird in Kapitel 5 geschrieben.

Aktuelle Werbekampagnen, die sich des Instrumentes der vergleichenden Werbung bedienen, werden in Kapitel 6 vorgestellt, diskutiert und z.T. von den Werbe- bzw. Kampagnenverantwortlichen erklärt.

Abschließend wird über die Chancen und Risiken des Einsatzes von vergleichender Werbung gesprochen und ein Ausblick in die Zukunft gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlagen vergleichender Werbung 3
2.1 Definition 3
2.2 Rechtsprechungen bis zum Erlass der Richtlinie 97/55/EG 4
2.2.1 Rechtsprechung des Reichsgerichts 4
2.2.2 Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs 7
2.3 Erscheinungsformen vergleichender Werbung 10
2.3.1 Mit Bezugnahme auf den Mitbewerber 11
2.3.1.1 Indirekte Vergleiche 11
2.3.1.2 Direkte Vergleiche 15
2.3.2 Keine Bezugnahme auf den Mitbewerber 18
3. Die EU Richtlinie 97/55/EG 19
3.1 Erörterungen zur Richtlinie 19
3.1.1 Ziele und Argumente der Richtlinie 19
3.1.2 Kriterien für die Zulässigkeit vergleichender Werbung 21
3.2 Umsetzungen der Richtlinie in Deutschland 26
3.2.1 Richtungweisende Urteile des Bundesgerichthofs 26
3.2.2 Das Gesetz zur vergleichenden Werbung 28
4. Einfluss der Richtlinie auf die Aktivitäten der Werbetreibenden 30
4.1 Erwartungen nach dem Erlass der EU-Richtlinie 1998 30
4.2 Nutzung vergleichender Werbung durch Werbetreibende 34
4.3 Einsatz vergleichender Werbung in den Medien 37
5. Wirkung Werbung auf den Verbraucher 41
5.1 Werbewirkung und Werbeerfolg 41
5.2 Kommunikationspsychologische Kriterien der Werbewirkung 45
5.2.1 Kategorien der Werbewirkungskriterien 45
5.2.2 Einzelne Werbewirkungskriterien 48
5.3 Bedeutungen des Involvements für die Werbewirkung 50
5.4 Wirkung vergleichender Werbung auf die Verbraucher 52
5.4.1 Wirkungsunterschiede zwischen vergleichender und nicht vergleichender Werbung 52
5.4.2 Effizienz vergleichender Werbung 55
5.5 Zusammenfassende Betrachtung 59
6. Aktuelle Kampagnen die vergleichende Werbung einsetzen 61
6.1 Burger King greift McDonald´s an 61
6.2 Toyota will sich mit Hilfe der Marktführer profilieren 66
6.3 VOX wirbt mit E.ON Anzeigenmotiv 69
6.4 Postbank macht auf das „Kleingedruckte“ aufmerksam 71
6.5 Kare übt Kritik an IKEA 74
7. Schlussbetrachtung 78
7.1 Newcomer haben die besseren Chancen 78
7.2 Vorteile vergleichender Werbung 80
8. Fazit 81
Literaturverzeichnis 82
Anhang I: Weitere vergleichende Werbeanzeigen 91
Anhang II: Richtlinie und Gesetz zur vergleichenden Werbung 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

Rechtsvorschriften kann den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr behindern und Wettbewerbsverzerrungen hervorrufen. Insbesondere können sich Unternehmen von Konkurrenten entwickelten Arten der Werbung gegenübersehen, denen sie nicht mit gleichen Mitteln begegnen können. Der freie Dienstleistungsverkehr im Bereich der vergleichenden Werbung sollte sichergestellt werden. Es ist Aufgabe der Gemeinschaft, in einer solchen Situation Abhilfe zu schaffen. (4) In der Richtlinie 84/450/EWG des Rates vom 10. September 1984 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über irreführende Werbung (4) heißt es im sechsten Erwägungsgrund, dass nach der Angleichung der einzelstaatlichen Bestimmungen zum Schutz gegen irreführende Werbung „in einer zweiten Phase anhand entsprechender Vorschläge der Kommission (...), soweit erforderlich, auch die vergleichende Werbung zu behandeln“ ist. (5) Nummer 3 Buchstabe d) des Anhangs der Entschließung des Rates vom 14. April 1975 betreffend ein erstes Programm der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft für eine Politik zum Schutz und zur Unterrichtung der Verbraucher (5) zählt das Recht auf Unterrichtung zu den fundamentalen Rechten des Verbrauchers. Dieses Recht wird in der Entschließung des Rates vom 19. Mai 1981 betreffend ein zweites Programm der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft für eine Politik zum Schutz und zur Unterrichtung der Verbraucher (6) bekräftigt, in dessen Anhang unter Nummer 40 ausdrücklich von der Unterrichtung der Verbraucher die Rede ist. [...]

DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION – gestützt auf den Vertrag zur Gründung der europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 100a, auf Vorschlag der Kommission (1), nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (2), gemäß dem Verfahren des Artikels 189b des Vertrags (3), in Kenntnis des vom Vermittlungsausschuss am 25. Juni 1997 gebilligten gemeinsamen Entwurfs, in Erwägung nachstehender Gründe: (1) Eines der Hauptziele der Gemeinschaft ist die Vollendung des Binnenmarktes. Es sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sein reibungsloses Funktionieren sicherzustellen. Der Binnenmarkt umfasst einen Raum ohne Binnengrenzen, in dem der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital gewährleistet ist. (2) Mit der Vollendung des Binnenmarktes wird das Angebot immer vielfältiger. Da die Verbraucher aus dem Binnenmarkt größtmöglichen Vorteil ziehen können und sollen und die Werbung ein sehr wichtiges Instrument ist, mit dem überall in der Gemeinschaft wirksam Märkte für Erzeugnisse und Dienstleistungen erschlossen werden können, sollten die wesentlichen Vorschriften für Form und Inhalt der Werbung einheitlich sein und die Bedingungen für vergleichende Werbung in den Mitgliedstaaten harmonisiert werden. Unter diesen Umständen wird dies dazu beitragen, die Vorteile der verschiedenen vergleichbaren Erzeugnisse objektiv herauszustellen. Vergleichende Werbung kann ferner den Wettbewerb zwischen den [...]

Vergleichende Werbung ist auf dem besten Weg sich als Werbeinstrument auch in Deutschland zu etablieren. Es werden jedoch hier zulande keine USamerikanischen Verhältnisse zu erwarten sein, da die rechtlichen Rahmenbedingungen durch die Gesetzgebung und die EU-Richtlinie eng gesetzt sind. Allerdings bleibt abzuwarten, welche Handlungsspielräume den Werbetreibenden seitens der Rechtsprechung gewährt werden. Hierbei ist aufgrund der europäischen Vorgabe das Leitbild des „mündigen Verbrauchers" zurunde zu legen, aufgrund dessen mit einer großzügigen Interpretation der EU-Richtlinie zu rechnen ist. Den Einsatz vergleichender Werbung werden die Werbetreibenden auch selbst beschränken, indem der Nutzen – der zu erwartenden Verbraucherwirkung – und das Risiko – mögliche Folgen der Konkurrentenreaktion – sorgfältig abgewogen werden. Es wird jedoch ein taktisches Instrument bleiben, das die Werbung eines Unternehmens nur punktuell unterstützt. Die Liberalisierung der vergleichenden Werbung ist aus wirtschaftspolitischer Sicht zu begrüßen123 und wird in Zukunft für innovative und kreative Spielräume in der Werbung sorgen. [...]

Arbeit zitieren:
Saponjic, Danijela Oktober 2003: Vergleichende Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Richtlinie 97/55/EG, Werbewirkung, Werbekampagnen, Konsumgütermarketing, Marktforschung

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