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Vergleichende Darstellung familienfreundlicher Konzepte im Unternehmen zur Erhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze von Eltern

Vergleichende Darstellung familienfreundlicher Konzepte im Unternehmen zur Erhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze von Eltern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Astrid Lehtert
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 8,7 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 54
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9912-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9912-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9912-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lehtert, Astrid Dezember 2002: Vergleichende Darstellung familienfreundlicher Konzepte im Unternehmen zur Erhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze von Eltern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Beruf und Familie, Work-Life-Balance, Kinderbetreuung, Arbeitszeit, Telearbeit

Diplomarbeit von Astrid Lehtert

Einleitung:

Eines der großen gesellschaftlichen Themen ist die Frage, wie Familie und Arbeitswelt besser in Einklang gebracht werden können. Die moderne Arbeitswelt fordert von den Mitarbeitern Flexibilität und die Bereitschaft zu kurzfristigen Veränderungen. Diese Anforderungen sind oft nur schwer mit einer Familie zu vereinbaren. Jedoch stellt die Familie die nach wie vor meist geschätzte und gelebte Lebensform dar, so dass der Anspruch nach der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben immer größer wird. Die strikte Aufteilung, in der der Mann für die Versorgung der Familie und die Frau für die Haushaltsführung und Kindeserziehung zuständig gewesen ist, hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Es nehmen immer mehr Frauen am Erwerbsleben teil und tragen somit zum Lebensunterhalt der Familie bei. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit für familienfreundliche Arbeitskonzepte. Eltern soll mit Hilfe dieser die gemeinsame Bewältigung von Haushalt und Kindeserziehung neben ihrem Beruf ermöglicht werden.

In der Wirtschaft gibt es bereits eine Reihe positiver Beispiele zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Betriebe aller Größenordnungen und Branchen haben erkannt, dass sich familienfreundliche Arbeitsplätze auszahlen, da sie qualifizierte Arbeitskräfte an den Betrieb binden und die Motivation der Mitarbeiter erhöhen. Dies wiederum führt zu einer Verbesserung des Betriebsergebnisses.

Die Maßnahmenpalette zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist weit gefächert und reicht von personalstrategischen Überlegungen von familienbezogenen Arbeitszeitvarianten bis hin zur Schaffung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur. Kein Unternehmen kann jedoch alle diese Maßnahmen gleichzeitig realisieren. Es liegt an dem Unternehmen, die geeigneten Maßnahmen auszuwählen und mit Sorgfalt umzusetzen. Da es im Rahmen dieser Diplomarbeit jedoch nicht möglich ist auf jede dieser Varianten näher einzugehen, kann hier nur ein Überblick über die bekanntesten Maßnahmen gegeben werden.

Eine Aufteilung der Erziehungsaufgaben zwischen beiden Elternteilen ist bisher im deutschen Recht ziemlich schwierig gewesen. Beiden Elternteilen ist es nicht möglich gewesen, gemeinsam Erziehungsurlaub zu beanspruchen. Ein Wechsel ist grundsätzlich nur möglich gewesen, wenn er schon vor dem Beginn des Erziehungsurlaubes beantragt worden ist.

Der Gesetzgeber hat mit dem im Jahr 2001 in Kraft getretenen Teilzeitarbeitsgesetz einen Anfang gemacht, die Frauenerwerbsquote (Mai 2000: 43,5%) zu erhöhen. Werdende Eltern haben seit dem einen Rechtsanspruch auf Arbeitszeitverkürzung, sofern der Betrieb mehr als 15 Angestellte beschäftigt. Zudem haben sowohl verheiratete als auch unverheiratete Paare ein Anrecht auf gleichzeitige Inanspruchnahme der Elternzeit. Diese Entwicklung ist für Deutschland von hoher Bedeutung, denn im europäischen Vergleich zeichnet sich Deutschland durch einen extrem niedrigen Anteil von Familien mit zwei in Vollzeit beschäftigten Partnern aus. Beansprucht einer von beiden die Möglichkeit der Teilzeitarbeit, so ist es in der Regel die Frau.

Weiterhin besteht in Deutschland ein Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Versorgungsquote für Kleinkinder beträgt in Westdeutschland 3% und in Ostdeutschland 36%. Nur 6% der Schulkinder zwischen sechs und vierzehn Jahren können auf einen Hortplatz für den Nachmittag hoffen. Weniger als 5% der allgemein bildenden Schulen sind Ganztagsschulen. Allein für ausreichend Kindergartenplätze ist gesorgt, wobei hier die Betreuungszeiten meist nur bis zum Mittag gehen.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes hat die Versorgungsquote der Drei- bis Sechsjährigen mit Kindergartenplätzen Ende des Jahres 1998 rund 90% betragen. In den westlichen Bundesländern werden derzeit nur 16,3% der Kindergartenplätze als Ganztagesplätze bereitgestellt. Trotz dieser statistischen (Mittel-) Werte muss beachtet werden, dass das Angebot in den westlichen Bundesländern nicht den Bedürfnissen der Familien hinsichtlich der Forderung nach der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, entspricht.

Weitere Aspekte, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen, sind die finanzielle Belastung der Betreuungsstätten, als auch die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen, die oft nicht mit den beruflichen Erfordernissen korrespondieren.

Werden Unternehmen nach ihrer Motivation befragt, warum sie sich für familienfreundliche Maßnahmen engagieren, so werden als Gründe vor allem eine höhere Motivation und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten, der Abbau von Stress sowie eine niedrigere Fluktuations- und Krankheitsquote genannt. Daneben versprechen sich die Unternehmen eine leichtere Personalrekrutierung und eine höhere Produktivität. Zudem soll das Engagement des Unternehmens in familienbewusste Maßnahmen das Personalmarketing und das Image des Unternehmens verbessern sowie die Wettbewerbsfähigkeit stärken, die in hohem Maße von der Leistungsfähigkeit und der Leistungsbereitschaft der Beschäftigten abhängt. Demnach erfordert Wettbewerbsfähigkeit eine Personalpolitik, die zwischen den Rahmenbedingungen des Marktes und der Gesellschaft, den betrieblichen Anforderungen sowie den Bedürfnissen und Wertvorstellungen der Belegschaft vermittelt. Ziel von familienfreundlichen Maßnahmen im Unternehmen soll also sein, die Produktivität der Human Ressources zu erhalten und zu erhöhen.

Nicht nur hohe Investitionen in die Infrastruktur und in das Sozialbudget seitens der Regierung tragen entscheidend zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei, sondern eine familienbewusste Führung und Unternehmenskultur sowie eine möglichst flexible Gestaltung der Arbeitsorganisation bringen die größten Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter.

Ziel dieser Arbeit ist es, die bereits oben angesprochenen Konzepte darzustellen, um sowohl Unternehmen als auch Beschäftigten einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten sowie Anreize zur Umsetzung dieser zu verschaffen. Darüber hinaus soll ein Vergleich und eine Bewertung der Maßnahmen vorgenommen werden.

Gang der Untersuchung:

Nachdem in Kapitel zwei die grundlegenden Aspekte des Themas beleuchtet werden, die für das Gesamtverständnis der Arbeit nützlich sind, lässt sich Arbeit in drei weitere Schwerpunktthemen unterteilen.

Der erste Themenbereich umfasst Kapitel drei und beinhaltet die theoretische Darstellung der flexiblen Arbeitszeitmodelle. Hierbei wird das jeweilige Modell vorgestellt und anschließend einer Bewertung unterzogen. Diese erfolgt sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte und unterteilt sich in Vor- und Nachteile und mögliche Risiken. Die Kenntnis dieser Modelle stellt die theoretische Basis dieser Arbeit dar.

Der zweite Themenbereich umfasst Kapitel vier, in dem ein Überblick über die verschiedenen Formen der Kinderbetreuung gegeben wird. Diese umfasst sowohl die institutionelle als auch die individuelle Kinderbetreuung. Es werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie Unternehmen diese Maßnahme theoretisch umsetzen können. Auch hier erfolgt eine abschließende Betrachtung des Themenschwerpunktes mittels einer Bewertung.

Das letzte Schwerpunktthema wird durch das fünfte Kapitel repräsentiert, in dem es um die vergleichende Darstellung dieser Konzepte geht. Zu diesem Zweck sind fünf verschiedene Unternehmen als Beispiele herangezogen worden, die einige, der in Kapitel drei und vier vorgestellten Maßnahmen umgesetzt haben. Es erfolgt eine kurze Vorstellung des Unternehmens und eine Beschreibung der Umsetzung in die Praxis. Daran schließt eine weitere Bewertung die, im Bedarfsfall, durch eine Handlungsempfehlung ergänzt wird.

Die gesamte Arbeit wird durch das achte Kapitel mit einer zusammenfassenden Darstellung wesentlicher Erkenntnisse, die aus den Untersuchungen der aktuellen Situation, der anschließenden theoretischen Zusammentragung und dem praktischen Vergleich resultieren, abgeschlossen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problembeschreibung und Aktualität 1
1.2 Vorgehensweise 5
2. Grundlegende Aspekte des Themas 7
2.1 Der Familienbegriff im Wandel 7
2.2 Die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft 10
2.3 Motivationstheorie 12
2.3.1 Definition Motivation 12
2.3.2 Extrinsische und intrinsische Arbeitsmotivation 13
2.3.3 Die Bedürfnispyramide nach Maslow 17
2.4 Gründe für familienfreundliche Maßnahmen 19
2.5 Das neue Teilzeit- und Befristungsgesetz 21
3. Flexible Arbeitszeit 23
3.1 Definition 24
3.2 Ziele flexibler Arbeitszeitmodelle 25
3.3 Sabbatical 26
3.3.1 Begriffserläuterung 26
3.3.2 Vorteile 28
3.3.3 Nachteile 29
3.4 Telearbeit 30
3.4.1 Annäherung an den Begriff Telearbeit 30
3.4.2 Historischer Rückblick 31
3.4.3 Entwicklung der Telearbeit in Deutschland 32
3.4.4 Formen der Telearbeit 34
3.4.4.1 Isolierte Telearbeit 35
3.4.4.2 Alternierende Telearbeit 36
3.4.4.3 Satelliten- und Nachbarschaftsbüro 37
3.4.4.4 Mobile Telearbeit 37
3.4.5 Bewertung von Telearbeit 38
3.4.5.1 Vorteile für Unternehmen 38
3.4.5.2 Vorteile für Arbeitnehmer 41
3.4.5.3 Mögliche Risiken durch Telearbeit 42
3.5 Teilzeitarbeit 44
3.5.1 Annäherung an den Begriff Teilzeitarbeit 44
3.5.2 Teilzeit classic 46
3.5.3 Teilzeit classic (vario) 47
3.5.4 Teilzeit jobsharing 48
3.5.5 Teilzeit invest 49
3.5.6 Teilzeit team 50
3.5.7 Teilzeit saison 52
3.5.8 Teilzeit home 53
3.5.9 Beurteilung der Modelle der Teilzeitarbeit 54
3.5.9.1 Teilzeit auch für Führungskräfte 54
3.5.9.2 Motive für Arbeitnehmer 57
3.5.9.3 Vorteile für den Arbeitgeber 58
3.5.9.4 Mögliche Risiken der Teilzeitarbeit 59
3.6 Gleitzeit 60
3.6.1 Annäherung an den Begriff Gleitzeit 60
3.6.2 Einfache Gleitzeit 62
3.6.3 Variable Gleitzeit 62
3.6.4 Vorteile von Gleitzeitarbeit 63
3.6.5 Nachteile von Gleitzeitarbeit 63
4. Kinderbetreuung 64
4.1 Notwendigkeit institutioneller Kinderbetreuung 64
4.2 Institutionelle Kinderbetreuung 66
4.2.1 Kinderkrippe 66
4.2.2 Kindergarten 66
4.2.3 Hort 68
4.3 Individuelle Kinderbetreuung 69
4.4 Betriebliche Kinderbetreuung 70
4.4.1 In Kooperation mit anderen Betrieben 70
4.4.2 Betriebseigene Kinderbetreuungseinrichtung 71
4.4.2.1 Vorteile für die Unternehmen 73
4.4.2.2 Vorteile für die Eltern 74
4.4.2.3 Kinder im Betrieb 74
5. Vergleichende Darstellung 76
5.1 Die Gerda-Henkel-Kindertagesstätte in Düsseldorf 76
5.1.1 Bewertung der Maßnahme 78
5.2 GETOQ mbH Bremen 79
5.2.1 Bewertung der Maßnahmen 84
5.3 Comet Computer mbH 85
5.3.1 Bewertung der Maßnahmen 91
5.4 Audi AG 92
5.4.1 Bewertung der Maßnahme 94
5.5 Commerzbank AG 95
5.5.1 Bewertung der Maßnahmen 102
6. Fazit 103
Anhangverzeichnis 106
Anhang 107
Literaturverzeichnis 116

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Arbeitsplätze in den Unternehmen unterliegen strengen Auflagen bezüglich des Arbeitsschutzes und der Ergonomie. Alleine die EU – Bildschirmverordnung definiert diverse Anforderungen an einen Bildschirmarbeitsplatz, aber auch verschiedene DIN-Normen oder Gesetze versuchen, den Arbeitsplatz für den Beschäftigten optimal zu gestalten. Zudem stehen an den Arbeitsplätzen im Unternehmen meist geeignete Arbeitsmittel zu Verfügung, wie Bildschirme, Rechnersysteme und Kommunikationsmittel wie Telefon und Fax. Bei häuslichen Arbeitsplätzen besteht häufig die Gefahr, dass einzelne Arbeitsmittel nicht vorhanden oder geeignet sind, um die gestellten Aufgaben zu erledigen. Weiterhin stehen nicht immer die räumlichen Gegebenheiten zur Verfügung, um alle ergonomischen Anforderungen zu erfüllen.90 Deshalb sollte das Unternehmen, auch im eigenen Interesse, die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten des Beschäftigten besuchen und die notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen sowie den Arbeitsplatz ergonomisch mitgestalten. [...]

Die Diskussion um Telearbeit verzeichnet in Deutschland drei Höhepunkte. Mitte der 70er Jahre, zur Zeit der Ölkrise, hat man sich durch diese Arbeitsform versprochen, das Pendeln zum Arbeitsplatz überflüssig zu machen. In den 80er Jahren wurde die Telearbeit umfangreich untersucht und bewertet, obwohl sie quantitativ nicht sehr ausgeprägt gewesen ist. Schließlich haben sich Mitte der 90er Jahre verschiedene tragbare Modelle entwickelt, die eine gewisse Akzeptanz erfahren haben. Vorreiter in Deutschland ist in den 90er Jahren die Firma IBM gewesen, nach deren Beispiel auch andere Unternehmen Telearbeit für größere Teile der Belegschaft mit einer längerfristigen Perspektive eingeführt haben. Zu Beginn des Jahres 2000 sind die technischen Voraussetzungen soweit entwickelt gewesen, dass einer weiteren Realisierung von Telearbeit nichts mehr entgegenzusetzen wäre. [...]

In der Praxis wird das Arbeitszeitmodell umgesetzt, indem der Arbeitnehmer zunächst außer seiner vertraglich festgelegten Arbeit zusätzliche Arbeit leistet (sog. Ansparphase). Er wird als Teilzeitbeschäftigter geführt, erbringt seine Arbeit aber tatsächlich im Umfang der im Betrieb üblichen vollen Wochenstundenzahl. Die über die Teilzeitbeschäftigung hinaus geleistete Arbeit wird nicht in dem laufendem Abrechnungszeitraum entlohnt, sondern für die Zukunft gutgeschrieben. Nach der Ansparphase kann der Arbeitnehmer das Zeitguthaben in der Freistellungsphase verbrauchen. Die vorgeleistete Arbeit wird nun vergütet. Eine Alternative zu dieser Art des Sabbaticals ist es, das während der Freistellung zu zahlende Arbeitsentgelt nachträglich zu erarbeiten. (§ 47 Abs. 2 Satz 4 SGB V): “Wenn mit einer Arbeitsleistung Arbeitsentgelt erzielt wird, das für Zeiten einer Freistellung vor oder nach dieser Arbeitsleistung fällig wird (Wertgut- [...]

Arbeit zitieren:
Lehtert, Astrid Dezember 2002: Vergleichende Darstellung familienfreundlicher Konzepte im Unternehmen zur Erhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze von Eltern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Beruf und Familie, Work-Life-Balance, Kinderbetreuung, Arbeitszeit, Telearbeit

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