Vergleichende Analyse des deutschen und japanischen Fernsehmarktes und dessen prognostizierte Entwicklung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexandra Ott
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 71 Seiten
- Dateigröße: 552,2 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Wiesbaden Deutschland
- Bibliografie: ca. 112
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9882-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9882-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9882-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ott, Alexandra Januar 2005: Vergleichende Analyse des deutschen und japanischen Fernsehmarktes und dessen prognostizierte Entwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kabelfernsehen, Privatfernsehen, Digitalisierung, TV, öffentlich-rechtlich Fernsehen
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Diplomarbeit von Alexandra Ott
Problemstellung:
Der Fernsehmarkt unterlag in den vergangenen Jahrzehnten gravierenden Veränderungen. Gerade Japan verfügt über ein außergewöhnlich komplexes Mediensystem, das sich mit Blick auf seine Gesamtheit nur in Umrissen darstellen lässt. Besonders für das Rundfunkwesen gilt, dass es sich derzeit aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens sowie zahlreicher neuer Anbieter in einer Umbruchphase befindet, deren Auswirkungen und Ausmaße noch nicht absehbar sind. In Deutschland sorgten die Zulassung privater Rundfunkanbieter sowie neue Übertragungstechniken durch Kabel und Satellit für einen Umbruch in der Medienlandschaft, bevor nun weitere nachhaltige Veränderungen, bedingt vor allem durch die Digitalisierung der TV-Signale, anstehen.
Sowohl für den deutschen als auch den japanischen Fernsehmarkt gilt, dass die kommenden Jahre geprägt sein werden vom Einsatz digitaler Technik. Kein Bereich der Wertschöpfungskette eines TV-Senders wird unverändert bleiben. Diese gravierenden Neuerungen werden sich nicht nur auf das derzeit bestehende Angebot auswirken, sondern auch zu einem wesentlich stärkeren Konkurrenzaufkommen führen. Zum einen werden zunehmend internationale Medienkonzerne auf die Fernsehmärkte drängen, zum anderen eröffnet die starke technische Entwicklung auch branchenfremden Anbietern Möglichkeiten, auf dem Fernsehmarkt tätig zu werden.
Wie schnell und deutlich sich die Fernsehmärkte wandeln, wird in beiden Ländern in nicht unerheblichen Maß von Seite der Rezipienten mit bestimmt. Dass Digitaltechnik im Produktionsbereich eingesetzt wird, ist längst gängig. Eine größere Herausforderung liegt für die Akteure auf den Fernsehmärkten darin, bei den Rezipienten eine breite Akzeptanz hinsichtlich neuer Distributionsmöglichkeiten von Inhalten zu schaffen. Wie stark und in welche Richtung hier die Entwicklung geht, wird maßgeblich von den Möglichkeiten abhängen, die neue Endgeräte für Empfang und Nutzung digitaler Angebote bieten.
Weder auf dem deutschen noch auf dem japanischen Fernsehmarkt werden sich die technischen Veränderungen und die daraus resultierenden Folgen aufhalten lassen. Die Unterschiede zwischen beiden Märkten liegen vor allem in der Akzeptanz und Offenheit für Neuerungen seitens der Rezipienten. Das täglich zur Verfügung stehende Zeitbudget lässt sich nicht verlängern, wenn weiterhin die strikte Trennung von Fernsehen und Mobilität oder Fernsehen und PC beibehalten bleibt.
Im Vergleich zu Japan wird sich in Deutschland die Fernsehlandschaft deutlich langsamer verändern. Auch ein revolutionäres Marktwachstum ist nicht zu erwarten, da dies in großem Maß abhängig ist von regulatorischen Freiräumen und vor allem einem attraktiven Content-Angebot. Beiden Fernsehmärkten ist gemein, dass die rechtlichen Grundlagen den künftigen Entwicklungen angepasst werden müssen.
Im Mittelpunkt steht die große Frage der Finanzierbarkeit. Die Erfordernis neuer Erlösmodelle wurde bereits detailliert dargelegt. Wie mit Blick auf neue Endgeräte und der Akzeptanz technischer Veränderungen festgestellt wurde, so liegt auch hier das deutlich größere Realisierungs-Potential auf dem japanischen Fernsehmarkt.
Zum einen ist das darauf zurückzuführen, dass bei Japanern grundsätzlich eine Zahlungsbereitschaft für besondere Leistungen besteht. Auch sind japanische Rezipienten es gewohnt, dass für Fernsehprogramm zu bezahlen ist, denn eine umfangreiche freie Versorgung wie auf dem deutschen Markt ist dort unbekannt. Beiden Fernsehmärkten ist das Problem gemein, dass Alternativen zu Werbeerlösen erforderlich sind. Anders als in Deutschland sind Japaner jedoch eher bereit einen Mehrwert in Innovationen zu erkennen und in diesen auch zu finanziell zu investieren, so dass hier durchaus eine zusätzliche Erlösquelle liegt.
Die vergleichende Analyse hat gezeigt, dass sich die Herausforderungen nicht gravierend unterscheidet. Deutlich differenziert sind jedoch die Prognosen zur weiteren Entwicklung. Ein wesentlich größeres Entwicklungspotential liegt eindeutig auf dem japanischen Markt. In Deutschland wird es in den nächsten Jahren keine revolutionären Veränderungen geben. Für den deutschen Fernsehmarkt ist eine langsame Weiterentwicklung zu erwarten, die im Vergleich zu Japan viele Jahre dauern wird. Ob sich hier alles durchsetzen wird, was technisch machbar ist, bleibt zweifelhaft.
Gang der Untersuchung:
Inhaltlich setzt sich die Arbeit zunächst in Kapitel 2 mit den rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen auseinander, bevor in Kapitel 3 auf die unterschiedlichen Erlösmodelle in den Fernsehmärkten eingegangen wird.
Der wirtschaftliche Wettbewerb und die relevanten Teilmärkte stehen in Kapitel 4 im Vordergrund, das sich außerdem mit der Rolle der Kabelnetzbetreiber befasst.
Die technischen Rahmenbedingungen finden in Kapitel 5 Berücksichtigung. Vor diesem Hintergrund werden in Kapitel 6 die neuen Herausforderungen betrachtet, denen sich beide Fernsehmärkte stellen müssen, bevor in Kapitel 7 eine Zwischenbilanz gezogen und Entwicklungsprognosen abgegeben werden.
Die Arbeit endet mit einem Fazit in Kapitel 8.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | |
| II. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV |
| III. | TABELLENVERZEICHNIS | V |
| IV. | ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | RECHTLICHE UND POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN IN DEN FERNSEHMÄRKTEN | 3 |
| 2.1 | Öffentlich-rechtliches Fernsehen | 5 |
| 2.1.1 | Deutschland | 5 |
| 2.1.2 | Japan | 6 |
| 2.2 | Privatfernsehen | 7 |
| 2.2.1 | Deutschland | 7 |
| 2.2.2 | Japan | 9 |
| 3. | ERLÖSMODELLE IN DEN FERNSEHMÄRKTEN | 11 |
| 3.1 | Öffentlich-rechtliches Fernsehen | 12 |
| 3.1.1 | Deutschland | 13 |
| 3.1.2 | Japan | 14 |
| 3.2 | Privatfernsehen | 16 |
| 3.2.1 | Deutschland | 17 |
| 3.2.2 | Japan | 18 |
| 4. | WETTBEWERBSBEDINGUNGEN IN DEN FERNSEHMÄRKTEN | 18 |
| 4.1 | Relevante Teilmärkte | 18 |
| 4.2 | Wirtschaftlicher Wettbewerb | 20 |
| 4.2.1 | Deutschland | 22 |
| 4.2.2 | Japan | 24 |
| 4.3 | Neue Geschäftsmodelle durch Kabelnetzbetreiber | 26 |
| 4.3.1 | Deutschland | 26 |
| 4.3.2 | Japan | 29 |
| 5. | TECHNISCHE RAHMENBEDINGUNGEN IN DEN FERNSEHMÄRKTEN | 30 |
| 5.1 | Digitalisierung | 30 |
| 5.1.1 | Deutschland | 31 |
| 5.1.2 | Japan | 32 |
| 5.2 | Distributionswege | 32 |
| 5.2.1 | Kabel | 32 |
| 5.2.1.1 | Deutschland | 33 |
| 5.2.1.2 | Japan | 33 |
| 5.2.2 | Satellit | 34 |
| 5.2.2.1 | Deutschland | 35 |
| 5.2.2.2 | Japan | 36 |
| 5.2.3 | Terrestrik | 37 |
| 5.2.3.1 | Deutschland | 37 |
| 5.2.3.2 | Japan | 38 |
| 6. | NEUE HERAUSFORDERUNGEN IN DEN FERNSEHMÄRKTEN | 39 |
| 6.1 | Rechtlich und politisch | 40 |
| 6.1.1 | Deutschland | 40 |
| 6.1.2 | Japan | 41 |
| 6.2 | Erlösmodelle und Wettbewerb | 42 |
| 6.2.1 | Deutschland | 43 |
| 6.2.2 | Japan | 43 |
| 6.3 | Technisch | 44 |
| 6.3.1 | Deutschland | 45 |
| 6.3.2 | Japan | 46 |
| 7. | ZWISCHENBILANZ UND PROGNOSTIZIERTE ENTWICKLUNG | 47 |
| 7.1 | Deutschland | 47 |
| 7.2 | Japan | 51 |
| 8. | FAZIT | 53 |
| V. | LITERATURVERZEICHNIS | 59 |
Ursprünglich aufgebaut wurde das Kabelnetz von der Deutschen Telekom, die jedoch Ende der neunziger Jahre von der EU-Wettbewerbskommission zum Verkauf bzw. der Ausgliederung in rechtlich unabhängige Unternehmen aufgefordert wurde.141 Seit 2001 wurden Teile des TV-Kabelnetzes u.a. an ausländische Investoren verkauft. Die neuen Wettbewerber in Ebene 3 – darunter die ausländischen Investoren – müssen mit den Grundstücken, also den Akteuren der Ebene 4, kooperieren um mit ihren Angeboten Erfolg zu haben. In der Vergangenheit wurden Kabelanlagen i.d.R. von regionalen, mittelständischen Unternehmen auf den Grundstücken installiert und betrieben. Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten für die terrestrische Übertragung innerhalb der Kabelnetze werden von den LMA auf Grundlage der von ihnen erteilten Lizenzen, verteilt.142 Zu einem Interessenkonflikt kam es zwangsläufig an der Schnittstelle zwischen NE 1 und den übrigen NE, als es galt, hinsichtlich der Einspeisungsgebühren und Urheberrechte eine Einigung zu erzielen. Ein Ende 2003 abgeschlossener Rahmenvertrag regelt nun das sog. Transportentgelt, das seitens der Kabelnetzbetreiber von den Sendern für die Weiterleitung ihrer Programme gefordert werden darf. Eine weitere Regelung enthält den Prozentsatz an Kabelgebühren, der an die Inhaber der Urheberrechte von den Netzbetreibern zu zahlen ist.143 [...]
Die Netzinfrastruktur ist in vier verschiedene Ebenen gegliedert, die sich in ihrer Versorgungsfunktion unterscheiden. In der ersten Ebene befindet sich die Programmproduktion, zu der öffentlich-rechtliche und private Sender genauso gehören wie z.B. auch Premiere. In der zweiten Ebene werden durch sog. Kopfstationen, die u.a. die Signale von Satelliten für den Kabelempfang umwandeln, Fernseh- und Radiosignale empfangen und weitergeleitet. Ebene drei umfasst Kabelbereiche, die von den Kopfstationen aus in die Wohngebiete verlegt wurden (Straßenverteiler). Der Kabelkunde selbst wird erst in der vierten Netzebene (NE) erreicht, in der mehrere tausend kleine Kabel-Betreiber ausschließlich aktiv sind. Die Schwierigkeiten dieser besonderen Netzstruktur liegen darin, dass auf fast allen Ebenen verschiedene Besitzer aktiv sind. Um jedoch neue Dienste oder Produkte anbieten zu können, muss der jeweilige Betreiber diese Angebote auch in das Kabelnetz einspeisen können, was bei unterschiedlichen Besitzern jedoch kompliziert ist.138 Eine schnelle Aufrüstung des Kabelnetzes wird durch seine eigene Infrastruktur verhindert, die eine Koordination aller vier NE kaum zulässt.139 Nachfolgende Abbildung zeigt die Struktur der unterschiedlichen NE und die daraus resultierenden Probleme. [...]
Auch hier ist ein Einbruch der Werbeeinnahmen im Jahr 2001 zu erkennen. Nach einem weiteren Rückgang im Jahr darauf, erholt sich der Markt seit 2003 jedoch allmählich. Die Einbußen waren spürbar, jedoch nicht so massiv wie es in Deutschland der Fall gewesen ist. Nachdem die Verbreitung von Kabelnetzen in den letzten Jahren genauso immer mehr zugenommen hat wie das Auftreten des Satellitenrundfunks, ist der Markt der empfangbaren Programme und der entsprechenden Rundfunkveranstalter immer größer geworden. Besonders unübersichtlich wird der Markt aufgrund der zahlreichen neuen TV-Spartenprogramme und deren starker Fluktuation.132 Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Vielzahl der Fernsehveranstalter und die ausgeprägte Konkurrenzsituation auf dem japanischen Fernsehmarkt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498825
Arbeit zitieren:
Ott, Alexandra Januar 2005: Vergleichende Analyse des deutschen und japanischen Fernsehmarktes und dessen prognostizierte Entwicklung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kabelfernsehen, Privatfernsehen, Digitalisierung, TV, öffentlich-rechtlich Fernsehen



