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Vergleichende Analyse von Methoden der Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion

Vergleichende Analyse von Methoden der Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Valenthon
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9367-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9367-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9367-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Valenthon, Jan Mai 2005: Vergleichende Analyse von Methoden der Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Qualitätsmanagement, ServQual, Mystery Shopping, Critcal Incident Technique, Statistical Process Control

Diplomarbeit von Jan Valenthon

Einleitung:

Die Messung von Qualität in der Dienstleistungsproduktion hat in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen der letzten zwei Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts bereits eine große Aufmerksamkeit erfahren. Ein Grund für diese Aufmerksamkeit ist sicherlich in der zunehmenden Bedeutung des tertiären Sektors zu sehen. Bereits FOURASTIÉ beschrieb 1954 den Wandel einer Volkswirtschaft vom primären über den sekundären zum tertiären Sektor. Da Dienstleistungen kaum vom technischen Fortschritt profitierten, trete keine Verbrauchssättigung ein und die damit verbundene stetig steigende Nachfrage sorge für eine Verschiebung der Arbeitskräfte in den tertiären Bereich.

Das lässt sich auch anhand statistischer Daten für den Arbeitsmarkt in Deutschland nachvollziehen. Im Jahre 2004 betrug der Anteil der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor bereits über 71 % an den gesamten Erwerbstätigen in der Bundesrepublik. Im Vergleich zum Jahr 1996 entsprach dies einer Erhöhung um 13 %. Der Anteil des Dienstleistungsbereichs an der Bruttowertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland im vierten Quartal 2004 betrug über 70 % und bestätigt diesen Trend.

Dienstleistungsunternehmen sehen sich stark umkämpften und gesättigten Käufermarktsituationen gegenüber, in denen die Qualität einen entscheidenden Erfolgsfaktor für den Bestand und die Ertragssteigerung darstellt. Beispielsweise stellten BUZZELL/GALE im Rahmen einer Analyse der aus der PIMS-Studie gewonnenen Daten fest, dass zwischen der Qualität von Produkten und dem Return on Investment (ROI) eine positive Korrelation besteht.

Somit seien strategische Geschäftseinheiten mit einem hohen Marktanteil und qualitativ hochwertigen Produkten in der Regel rentabel. Vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung der Dienstleistungsbranche in den Industriestaaten erscheint hier die hohe Qualität angebotener Leistungen noch bedeutender als in anderen Branchen.

Auch für ehemals reine Investitions- und Konsumgüteranbieter spielen kundenorientierte Dienstleistungen eine immer größere Rolle. Die zunehmende Komplexität von Produkten macht es oft notwendig zusätzliche Dienstleistungen anzubieten. Weiterhin führen der Wettbewerbsdruck und die aufgrund hoher technologischer Standards zunehmende Homogenisierung des Marktes dazu, dass sich viele Anbieter von ihrer Konkurrenz durch produktbegleitende Dienstleistungen abzugrenzen versuchen.

Sieht man die Notwendigkeit einer hohen Qualität von Dienstleistungen zum erfolgreichen Bestehen im Wettbewerb somit als bestätigt an, stellt sich die Frage, wie diese Qualität gemessen werden kann. Die noch zu erläuternden Spezifika von Dienstleistungen erschweren im Vergleich zu Sachgütern eine objektive Messung von Eigenschaften. Klassische Kontrollkonzepte und eine primär auf den Produktionsprozess bezogene Qualitätsdefinition des Deutschen Instituts für Normung (DIN) erschweren eine Berücksichtigung von externen Veränderungen, insbesondere von Kundenwünschen. Eben diese können jedoch im Dienstleistungssektor ausschlaggebend sein.

Ziel dieser Arbeit ist es, eine Auswahl von Methoden zur Messung von Qualität in der Dienstleistungsproduktion vorzustellen, zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuzeigen und eine Analyse ihrer Aussagekraft bezüglich der Qualität zu liefern. Eine Beschränkung auf eine repräsentative Auswahl von Methoden ist sowohl aufgrund des Umfanges dieser Arbeit notwendig als auch aufgrund der Tatsache, dass einige Methoden nur einen unwesentlichen Beitrag an neuen Erkenntnissen zu dem systematischen Vergleich liefern, hinreichend.

Dem eigentlichen Thema der Arbeit vorgeschaltet findet sich in den Kapiteln 2 bis 5 ein allgemeiner Grundlagenteil. Zunächst gilt es, die Begriffe Qualität und Dienstleistung näher zu beleuchten und insbesondere die Eigenschaften von Dienstleistungen darzulegen. In einem nächsten Schritt (Kapitel 4) werden Modelle zur Beurteilung von Dienstleistungsqualität erläutert. Diese dienen als Basis für die Vorstellung der Methoden zur Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion (Kapitel 5). Nachdem diese Methoden vorbereitend erläutert wurden, werden sie in Kapitel 6 gegenübergestellt und in Bezug auf ihre Aussagekraft zur Messung von Qualität vergleichend analysiert. Das siebte Kapitel fasst die erzielten Ergebnisse in einer Schlussfolgerung kurz zusammen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Einführung in die Thematik 1
1.2 Problemstellung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3
2. Grundlagen der Qualität 4
2.1 Definition des Qualitätsbegriffs 4
2.2 Qualitätsansätze nach Garvin 5
2.2.1 Der transzendente Ansatz 5
2.2.2 Der produktorientierte Ansatz 6
2.2.3 Der kundenorientierte Ansatz 6
2.2.4 Der herstellungsorientierte Ansatz 7
2.2.5 Der wertorientierte Ansatz 8
3. Grundlagen der Dienstleistungsproduktion 9
3.1 Definition des Dienstleistungsbegriffs 9
3.2 Definition des Produktionsbegriffs 10
3.3 Konstitutive Merkmale der Dienstleistung 11
3.4 Die Phasen der Dienstleistungsproduktion 13
3.4.1 Die Phase der Potenzialorientierung 13
3.4.2 Die Phase der Prozessorientierung 14
3.4.3 Die Phase der Ergebnisorientierung 14
3.5 Abgrenzung zur Sachgüterproduktion 15
3.6 Probleme der Qualitätsmessung im Dienstleistungsbereich 17
4. Modelle zur Beurteilung von Dienstleistungsqualität 19
4.1 Das Modell von Donabedian 19
4.2 Das Modell von Grönroos 20
4.3 Das Modell von Meyer/Mattmüller 22
4.4 Das Modell von Parasuraman et al. (GAP-Modell) 24
5. Vorstellung der Methoden zur Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion 28
5.1 Übersicht über Klassifikationssystematiken der Methoden 28
5.2 Kundenorientierte Methoden zur Messung von Qualität 31
5.2.1 Attributorientierte Methoden 31
5.2.1.1 Der SERVQUAL-Ansatz 32
5.2.1.2 Der Penalty-Reward-Faktoren-Ansatz 34
5.2.1.3 Die Vignette-Methode 35
5.2.2 Ereignisorientierte Methoden 37
5.2.2.1 Die Critical-Incident-Technique 37
5.2.2.2 Das Mystery-Shopping-Verfahren 38
5.2.2.3 Die Beschwerdeanalyse 40
5.3 Herstellungsorientierte Methoden zur Messung von Qualität: Statistical Process Control 41
5.4 Wertorientierte Methoden zur Messung von Qualität: Willingness-to-Pay-Ansatz 43
6. Analyse der Methodenergebnisse 45
6.1 Vorstellung der Kriterienauswahl 45
6.2 Analyse attributorientierter Methoden . 48
6.3 Analyse ereignisorientierter Methoden . 51
6.4 Analyse herstellungsorientierter Methoden. 55
6.5 Zusammenfassende Gegenüberstellung der Methoden . 56
7. Schlussfolgerung 58
Anhang 1: Klassifikationsmodelle der Messmethoden 60
Anhang 2: Der SERVQUAL-Fragenkatalog 63
Anhang 3: Beurteilungskriterien für das Mystery Shopping 66
Literaturverzeichnis 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bevor die einzelnen Methoden im Detail vorgestellt werden, ist es sinnvoll, einen Überblick über einige Klassifikationsmodelle ausgewählter Autoren zu geben, um im Anschluss die Klassifikationswahl dieser Arbeit zu begründen. Bei wenigen Methoden herrscht Uneinigkeit über deren tatsächliche Zugehörigkeit zu den unten beschriebenen Gruppen. Eine Unterscheidung, die bei den meisten Autoren getroffen wird, ist die zwischen anbieterorientierten1 und kundenorientierten Methoden. So findet sich diese Differenzierung beispielsweise bei MEFFERT/BRUHN, BEZOLD und auch bei WORATSCHEK.2 Eine Unterteilung in Anbieter- und Kundensicht bildet bei diesen Autoren die erste Ebene der Systematik (siehe Anhang 1). In Erweiterung dieser Sichtweise orientiert sich HALLER an den bereits erläuterten Qualitätsansätzen nach GARVIN und untergliedert zusätzlich in Methoden, die den wertorientierten Qualitätsbegriff als Basis haben.3 Auf der zweiten Ebene gehen die Unterscheidungen auseinander. Während BEZOLD und MEFFERT/BRUHN die kundenorientierte Sichtweise in objektive und subjektive Messmethoden unterteilen, wählt WORATSCHEK die Begriffe „simulierte“ und „originäre“ Kundensicht4, bei HALLER unterbleibt diese Unterteilung ganz. Eine objektive Perspektive zur Messung der Dienstleistungsqualität kann dabei aufgrund von zwei Sachverhalten zulässig sein. Erstens ist es möglich bestimmte Merkmale anhand objektiver Qualitätsindikatoren zu bewerten.5 Zu solchen Merkmalen zählen beispielsweise die Wartezeit an einem Kartenschalter oder die Verfügbarkeit von Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern in einer Bank. Zweitens kann auch für Dienstleistungen durch lang- [...]

Beispielsweise kann die Werbung eines Dienstleisters etwas versprechen, was die anschließende Ausführung nicht einhält. Je größer die Summe der Abweichung aus GAP 1 – 4 ist, desto stärker weicht der perzipierte Service vom erwarteten Service ab, desto größer ist also, wie oben gezeigt, GAP 5. Dabei ist zu beachten, dass sowohl die Größe als auch die Richtung dieser Abweichungen die Dienstleistungsqualität beeinflussen. Hervorzuheben an diesem Ansatz ist, dass er sowohl unternehmensinterne als auch unternehmensexterne Sachverhalte miteinander verknüpft, wodurch die Trennung zwischen kunden- und herstellungsorientierter Qualitätsphilosophie aufgehoben wird.1 Zu kritisieren ist hingegen die externe Kommunikation (GAP 4). PARASURAMAN et al. gehen davon aus, dass die Werbeversprechen des Anbieters die Erwartungen des Kunden tendenziell erhöhten, wodurch die Kluft zwischen Erwartungen und Wahrnehmung vergrößert werde.2 Dies ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall. Empirische Untersuchungen weisen darauf hin, dass höhere Erwartungen unter bestimmten Voraussetzungen auch zu verbesserter Wahrnehmung der Qualität führen könnten.3 Wie auch die Modelle von MEYER/MATTMÜLLER und DONABEDIAN berücksichtigt das GAP-Modell nicht das Image. Die Bedeutung dieses Faktors für die Qualitätsbeurteilung lässt sich jedoch nicht ausschließen.4 [...]

GAP 1 stellt die Lücke zwischen den Kundenerwartungen und deren Wahrnehmung durch das Management dar.1 Diese Diskrepanz kann sowohl die Anzahl und Zusammensetzung der beurteilten Kriterien als auch das Ausmaß der erwarteten Leistung betreffen. Ursachen für diese Lücke können unzureichende Orientierung an Marktforschungsergebnissen, unzulängliche Kommunikation zwischen Kundendienstpersonal und Management oder zu viele Managementebenen sein.2 In der zweiten Lücke (GAP 2) wird die Diskrepanz zwischen den Vorstellungen des Managements über Kundenerwartungen und der Umsetzung dieser in Normen der Dienstleistungsqualität dargestellt.3 Die Erkenntnisse, die das Management über Kundenerwartungen hat, müssen an alle Mitarbeiter des Unternehmens kommuniziert und deshalb in Normen niedergelegt werden. Gründe für diese Diskrepanz liegen unter anderem in der mangelnden Entschlossenheit des Managements zur Servicequalität, in unzureichenden Zieldefinitionen und in der fehlenden Überzeugung, Kundenwünsche auch erfüllen zu können.4 GAP 3 beschreibt die Lücke zwischen den vom Management gesetzten Normen und deren Umsetzung und Beachtung während des Dienstleistungserstellungsprozesses.5 Die Ursachen für dieses Auseinanderfallen von Soll und Ist können unter anderem die ungenügende Qualifizierung der Mitarbeiter, ungeeignete Kontroll- und Anreizsysteme, mangelnde Teamarbeit oder Rollenkonflikte der Mitarbeiter sein.6 Die Diskrepanz zwischen erbrachter Leistung und der vom Unternehmen nach außen kommunizierten Leistung, also dem versprochenen Service, wird als GAP 4 bezeichnet.7 Als Ursachen dafür sehen die Verfasser zum einen eine unzureichende horizontale Kommunikation zwischen beteiligten Unternehmensbereichen oder die Tendenz zu einer übertriebenen Werbung an.8 [...]

Arbeit zitieren:
Valenthon, Jan Mai 2005: Vergleichende Analyse von Methoden der Qualitätsmessung in der Dienstleistungsproduktion, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Qualitätsmanagement, ServQual, Mystery Shopping, Critcal Incident Technique, Statistical Process Control

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