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Vergleich christlicher und nichtreligiöser Partnerschaften - eine Fragebogenstudie

Vergleich christlicher und nichtreligiöser Partnerschaften - eine Fragebogenstudie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Klaus Westhäuser-Rüttinger
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 795,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 90
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0252-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0252-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0252-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Westhäuser-Rüttinger, Klaus Dezember 2004: Vergleich christlicher und nichtreligiöser Partnerschaften - eine Fragebogenstudie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Partnerschaft, Religion, Soziologie, Sozialpsychologie, Religiösität

Diplomarbeit von Klaus Westhäuser-Rüttinger

Einleitung:

Die gesellschaftliche Einstellung zu Partnerschaft und Ehe hat sich in den letzten 30 Jahren stark geändert. Das derzeitig bestehende Modell für die Ehe, in welche die meisten subjektiv glücklichen Partnerschaften auch heute noch münden, setzte das Christentum in unserer westlichen Welt im 12. Jh. durch.

Die zu damaliger Zeit damit verknüpften Gebote von Unauflöslichkeit und Monogamie verlieren allerdings jüngst immer mehr an Bedeutung. Dieser Trend setzt sich fort, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen die negativen Auswirkungen von Scheidungen auf die psychische und körperliche Gesundheit für die Betreffenden und ihrem nahen verwandtschaftlichen Umfeld belegen und zur Lösung von Partnerschafts- bzw. Eheproblemen zahlreiche Ratgeber und Hilfen theoretischer und praktischer Art zur Verfügung stehen (z.B. hatte amazon.de am 07.12.04 allein 1495 Partnerschaftsratgeber im Verkaufangebot).

Diese Entwicklung ist nicht nur für Einzelpersonen von Interesse, sie hat ebenso höchste gesellschaftspolitische Bedeutung. Die Leistungen, die im Rahmen familiärer Beziehungen erbracht werden, sind ebenso unverzichtbar für alle anderen Gesellschaftsbereiche. Begründen die einen die Ursachen dieser Entwicklung z.B. durch die Individualisierungsthese, sehen andere eine Überlastung der Institution Ehe bzw. Überforderung der Paarbeziehung u.a. durch die strukturelle Rücksichtslosigkeit anderer Gesellschaftsbereiche, wie z.B. Wirtschaft und Staat. Auf die Gefahr von Stress und seine Auswirkungen auf Partnerschaften verweisen auch psychologische Studien.

Betont werden vom Bundesministerium außerdem die Bedeutung kultureller Identität von Familien und die Vermittlung bestimmter Wertvorstellungen durch die Gesellschaft, die die Verhaltensweisen zwischen Mann und Frau bestimmen. Hier wird u.a. auch auf die Verantwortung der Kirche hingewiesen. Dabei bleibt offen, ob diese dem Trend wirklich etwas entgegenzusetzen hat. Dass Konfessionszugehörigkeit tatsächlich scheidungshemmend wirkt ist nachgewiesen. Aber sind die Menschen deswegen auch zufriedener in ihren Ehen bzw. Partnerschaften?

Problemstellung:

Die vorliegende Arbeit basiert darauf, dass in jeder Ehe und Partnerschaft Belastungen, Konflikte und Spannungen auftreten. Diese werden jedoch je nach Erfahrung, Überzeugungen und Werten sowie mit Hilfe sozialer Unterstützung verschieden gelöst und beeinflussen die Partnerschaftszufriedenheit dadurch in unterschiedlich starkem Maße.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit bekennenden christlich bzw. nichtreligiös orientierten Menschen und ihren Partnerschaften, mit dem Ziel, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in verschiedenen Aspekten von Partnerschaft aufzuzeigen.

Es wird den Fragen nachgegangen, wie die Partnerschaftszufriedenheit verteilt ist, welche Auswirkung dabei die Unterstützung durch das nahe soziale Umfeld auf die Partnerschaftszufriedenheit haben kann und welche Vorstellungen in den einzelnen Gruppen in Partnerschaftsfragen vertreten werden.

Aufgrund bereits existierender Forschungsarbeiten ist anzunehmen, dass es Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen und auch innerhalb der christlichen Gruppe je nach Stärke der Bindung an christliche Glaubensgemeinschaften bzw. nach Ausmaß der christlichen Orientierung gibt.

Allerdings dürften diese nicht zu stark ausfallen bzw. sollte es auch viele Gemeinsamkeiten geben, da christlich orientierten Menschen der heutigen Zeit keine komplett von den allgemeingesellschaftlichen Einflüssen isolierte Gruppe darstellen und zum anderen nichtreligiös orientierte Menschen unserer Gesellschaft noch maßgeblich durch das christliche Kulturerbe mitgeprägt sind.

Im theoretischen Teil werde ich die Entwicklung heutiger Partnerschaften bzw. Ehen und deren Interpretationen genauer analysieren, im Folgenden die psychologischen Befunde zur Gestaltung gelungener Partnerschaften vorstellen, um dann näher auf die Gruppen der Nichtreligiösen und Christen einzugehen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Partnerschaft heute 6
2.1 Der Scheidungstrend - Erklärungsansätze 6
2.2 Theoretische und empirische Ansätze zur Partnerschaft 9
2.2.1 Sternbergs trianguläres Modell der Liebe 10
2.2.2 Die gelungene Gestaltung von Partnerschaften 13
2.2.3 Zusammenfassung 21
2.3 Soziale Unterstützung 22
3. Die an der Untersuchung beteiligten Gruppen 27
3.1 Die Nichtreligiösen 28
3.1.1 Allgemeines 28
3.1.2 Ehe und Partnerschaft 31
3.2 Die Christen 32
3.2.1 Allgemeines 32
3.2.2 Ehe und Partnerschaft 34
3.3 Das Unterstützungsnetzwerk der beiden Gruppen 37
4. Hypothesen und Fragestellungen 40
5. Methode der Untersuchung 43
5.1 Vorüberlegungen zur Wahl der Forschungsmethode 43
5.2 Die Rekrutierung der Versuchspersonen 44
5.3 Der Fragebogen 44
6. Auswertung 49
7. Ergebnisse 53
7.1 Soziodemographische Angaben 53
7.2 Hypothesenkomplex 1 (abhängige Variable: „Partnerschaftszufriedenheit“ 55
7.3 Hypothesenkomplex 2 (abhängige Variable: „Soziale Unterstützung“) 61
7.4 Hypothesenkomplex 3 (abhängige Variable: „Einstellungsskala“) 72
8. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse 79
9. Zusammenfassung 89
10. Literaturliste 91
11. Anhang 97

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Partnerschaft heute 6
2.1 Der Scheidungstrend - Erklärungsansätze 6
2.2 Theoretische und empirische Ansätze zur Partnerschaft 9
2.2.1 Sternbergs trianguläres Modell der Liebe 10
2.2.2 Die gelungene Gestaltung von Partnerschaften 13
2.2.3 Zusammenfassung 21
2.3 Soziale Unterstützung 22
3. Die an der Untersuchung beteiligten Gruppen 27
3.1 Die Nichtreligiösen 28
3.1.1 Allgemeines 28
3.1.2 Ehe und Partnerschaft 31
3.2 Die Christen 32
3.2.1 Allgemeines 32
3.2.2 Ehe und Partnerschaft 34
3.3 Das Unterstützungsnetzwerk der beiden Gruppen 37
4. Hypothesen und Fragestellungen 40
5. Methode der Untersuchung 43
5.1 Vorüberlegungen zur Wahl der Forschungsmethode 43
5.2 Die Rekrutierung der Versuchspersonen 44
5.3 Der Fragebogen 44
6. Auswertung 49
7. Ergebnisse 53
7.1 Soziodemographische Angaben 53
7.2 Hypothesenkomplex 1 (abhängige Variable: „Partnerschaftszufriedenheit“ 55
7.3 Hypothesenkomplex 2 (abhängige Variable: „Soziale Unterstützung“) 61
7.4 Hypothesenkomplex 3 (abhängige Variable: „Einstellungsskala“) 72
8. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse 79
9. Zusammenfassung 89
10. Literaturliste 91
11. Anhang 97

Textprobe:

Kapitel 2.3, Soziale Unterstützung: Bisher wurden nur Komponenten der Interaktion des Paares miteinander und deren Auswirkungen auf die Partnerschaft aufgezeigt. Weiterhin hat auch das soziale Netzwerk des Paares Einfluss auf deren Partnerschaft. Obwohl den sozialen Beziehungen sowie dem sozio-normativen Umfeld besonders im Bereich der Sozialwissenschaften eine große Bedeutung beigemessen wird und deren allgemeine gesellschaftliche sowie im Speziellen deren familiäre Ausgestaltung sich in den letzten Jahrzehnten verändert haben, wurde ihnen in der Partnerschaftsforschung bisher eine untergeordnete Rolle zugeschrieben.

Bis heute gibt es weder zum sozialen Netzwerk noch zur sozialen Unterstützung allgemein akzeptierte Begriffsstrukturen. Eine grobe Beschreibung für das soziale Netzwerk liefert z.B. Laireiter. Danach ist es ein komplexes soziales System, das sich aus unterschiedlichen Formen sozialer Beziehungen und sozialer Kontakte zusammensetzt. Ein Teil davon bildet das Unterstützungsnetzwerk. Nach Geser beschreibt dieses die Menge an Personen, die einem Individuum bei Alltagsproblemen oder größeren Belastungen als Unterstützer zur Verfügung stehen würde bzw. steht oder gestanden hat. Studien von Laireiter & Baumann haben gezeigt, dass dabei vor allem die nahestehendsten Personen (wie Partner, enge Freunde, Verwandte) von zentraler Bedeutung sind.

Die Frage der sozialen Unterstützung ist besonders im Kontext stressreicher und krisenhafter Zeiten von großer Wichtigkeit. Nach Reicherts hat sie dabei eine problem- und situationszentrierte Funktion, indem sie hilft, Stress aufzuheben oder zu mindern. Andererseits hat sie ebenso eine emotionszentrierte Funktion durch bereitgestellte Möglichkeit persönlichen Kontakts sowie von Zuspruch oder Wertschätzung. In diesem Sinne wird in der Unterstützungsforschung zwischen instrumenteller und psychologischer Unterstützung unterschieden, die sich aufgrund der Ergebnisse mehrerer Studien in folgende Komponenten systematisieren lassen:

- Emotionale Unterstützung, gekennzeichnet durch emphatisches Verstehen und Einfühlung, Ermöglichen von Gefühlsausdruck.

- Selbstwertstützung, die Validierung von Gefühlen, Stärkung des Selbstwerts und Vermittlung von Verständnis beinhaltet.

- Kognitive und evaluative Unterstützung mit Informationen zum Umgang mit Belastung, Aufklärung, Sinngebung und Sinnerklärung.

- Problemlösungsbezogene Unterstützung durch Ermunterung zu und Verstärkung von Selbsthilfe und eigenständigen Problemlöseversuchen.

- Merkmale der Beziehung und Haltung mit bestenfalls offener, nicht fordernder, anteilnehmender Haltung und warmer Beziehungsgestaltung.

Tritt also eine Belastung auf, die nach Perkonigg dann vorliegt, „wenn das Ereignis als bedrohlich, schädigend oder beeinträchtigend erlebt wird und eine Störung der Homöostase darstellt.“, beeinflusst die wahrgenommene verfügbare Unterstützung bei der Situationseinschätzung die emotionalen Reaktionen und die Entwicklung von Zielen zur Wiederherstellung der gestörten Homöostase. Dabei können die betroffenen Personen sich bewusst um Unterstützung bemühen, oder die Unterstützungspersonen greifen ohne Aufforderung in die Belastungsverarbeitung ein, wenn sie das Ereignis, die emotionalen Reaktionen oder das Bewältigungsverhalten der Person wahrnehmen. Das Bewältigungsverhalten und die möglicherweise erhaltene Unterstützung können dann die gestörte Homöostase wiederherstellen.

Das soziale Netzwerk stellt somit ein Potential an Unterstützung zur Verfügung, abhängig von der jeweiligen sozialen Integration der Person, welche als wichtige Voraussetzung für soziale Unterstützung angesehen werden kann. Allerdings kann es neben den entlastenden Faktoren (s.o.) auch belastende Komponenten beinhalten wie z.B. durch soziale Konflikte. „Hohe Belastungen aus dem Netzwerk schwächen langfristig das wahrgenommene Potential an sozialer Unterstützung.“, so Strehmel. In ihrer Untersuchung konnte sie einen hohen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an wahrgenommener Unterstützung, sozialer Kompetenz und subjektiver Belastungen aus dem Netzwerk feststellen. Je größer die soziale Kompetenz, umso geringer die subjektive Belastung aus dem Netzwerk und umso größer die wahrgenommenen Netzwerkressourcen.

Nach Thoits sind positive Konsequenzen für emotionale Reaktionen auf Belastungen zu erwarten, wenn sicherheitsvermittelnde Wirkungen von Identitätsbestimmung und Gefühle der Zugehörigkeit durch die Rollenverteilung in Netzwerken die Widerstandsfähigkeit durch situationsübergreifende Faktoren verstärken (wie z.B. bei der Zugehörigkeit zu Verein, Organisation oder Gruppe). Hier ist auch die Orientierung an anderen Personen zu nennen, die nicht nur als Bewältigungsversuch eine Rolle spielt, sondern auch entlastungsförderlich sein kann, wenn sie situationsübergreifende Zielvorstellungen beinhaltet.

Nach Hartmann kann sich die Identität mit einer Gruppe andererseits auch negativ auswirken, wenn Verhaltenserwartungen dieses sozialen Umfeldes, Restriktionen für das eigene Handeln darstellen. Beispielsweise ist in einem engeren sozialen Netzwerk mit strikten Normen gegen die Auflösung von Ehen eine Scheidung mit höheren sozialen Kosten verbunden als in einer Umgebung mit schwächeren Normen. Positiv wirken sich solche Gruppengefüge nach Laireiter & Lettner wiederum deswegen aus, weil sie dichtere Netzwerke darstellen, die im Gegensatz zu großen Netzwerken „im Unterhalt“ weniger aufwendig sind, da hier die Ressourcen konzentrierter eingesetzt werden können (z.B. durch die gleichzeitige Pflege mehrerer Kontakte).

Arbeit zitieren:
Westhäuser-Rüttinger, Klaus Dezember 2004: Vergleich christlicher und nichtreligiöser Partnerschaften - eine Fragebogenstudie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Partnerschaft, Religion, Soziologie, Sozialpsychologie, Religiösität

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