Vergleich der Planungsgüte von SCP-Software auf der Feinplanungsebene anhand von Praxisbeispielen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christof Kluska
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Darmstadt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2399-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2399-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2399-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kluska, Christof April 2000: Vergleich der Planungsgüte von SCP-Software auf der Feinplanungsebene anhand von Praxisbeispielen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: MRP, supply chain management, i2 rhythm, APS, SAP APO
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Diplomarbeit von Christof Kluska
Einleitung:
Seit den späten Neunzigern finden tiefgreifende Veränderungen in der Industrie statt. Die Informations-Revolution ,Globalisierung , Deregulierungen und Privatisierungen haben einen Prozeß, der als "Dekonstruktion" bekannt ist, ausgelöst. Vorhandene Supply Chains (SC) werden aufgebrochen, neu definiert und strukturiert. Unternehmen konzentrieren sich im zunehmenden Maße auf ihre Kernkompetenzen und beschränken ihre Geschäftsgebiete auf einzelne Schichten der SC.
Die Komplexität der SC nimmt zu und das Supply Chain Management (SCM) gewinnt damit zusehends an Bedeutung. Es stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Potentiale.
Eine zentrale Bedeutung beim SCM nimmt dabei das Supply Chain Planning (SCP) ein. SCP umfaßt alle planenden Tätigkeiten, die für die integrierte Leistungserstellung innerhalb einer SC benötigt werden. Herkömmliche ERP- bzw. PPS-Systeme können aufgrund ihrer zugrundeliegenden lokalen Sichtweise die Aufgaben des SCP nicht abdecken. Zu diesem Zweck wurden die Advanced Planning Systems (APS) entwickelt. Diese neuen Systeme sind in der Lage, die SC in ihrer ganzen Komplexität abzubilden und zu visualisieren. Mit der gewonnen Transparenz und der Integration aller Teilnehmer in einem einheitlichen Modell ist es möglich, die gesamte SC zu optimieren. Fortschrittliche Lösungsverfahren ermöglichen dabei die simultane Berücksichtigung sämtlicher Restriktionen der SC, so daß die bekannten Mängel der Sukzessivplanungssysteme überwunden werden.
Anbieter der APS versprechen, den Unternehmen mit ihrer Software zu entscheidende Wettbewerbsvorteilen zu verhelfen:
- Verkürzung der Auftragsdurchlaufzeiten.
- Erhöhung des Durchsatzes.
- effektivere Ressourcenauslastung.
- verbesserte Servicegrade.
- Senkung der Bestände.
- geringere Planungs- und Produktionskosten.
Um das Leistungsspektrum und die Leistungsfähigkeit von den angebotenen APS zu untersuchen, wurde ein Forschungsprojekt von der Universität Augsburg, der TU Darmstadt und den Unternehmensberatungen PRTM und KPMG initiiert. Untersucht werden die Produkte von der SAP AG, i2 Technologies, Numetrix und Magnustics. Die Untersuchung folgt dabei einem Bottum-Up-Ansatz, da dieser der Einführungsstrategie von APS in den Unternehmen am nächsten kommt. In einem ersten Schritt sollen daher die Feinplanungsmodule der Anbieter untersucht werden. Als die entscheidenden Kriterien für eine Bewertung der Feinplanungsmodule sind zu nennen:
- Modellierbarkeit von Prozessen.
- Planungsgüte der erstellten Pläne.
- Handhabbarkeit und Interaktionsfähigkeit bei der Planerstellung.
- Integration zu den anderen Modulen.
Die Modellierbarkeit der Prozesse wurde beispielhaft anhand von einem Fertigungsprozeß aus der Halbleiterindustrie (Infineon) und aus der Chemieindustrie (Röhm AG) untersucht. In parallelen Teams wurden jeweils beide Fertigungen mit den Feinplanungsmodulen PP/DS von SAP APO, Rhythm Factory Planner (FP) von i2 Technologies und Schedulix von Numertix/3 modelliert.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Vergleich der Planungsgüte der beiden Module PP/DS von SAP APO und Rhythm Factory Planner von i2 Technologies anhand der vorhandenen Modellierungen von den Fertigungen bei Infineon und der Röhm AG zu ermöglichen und durchzuführen.
Bei der Plexiglasfertigung ist zusätzlich ein Benchmarking mit den Ergebnissen des eigens für diese Art von Fertigung entwickelten Leitstands GS-Info durchzuführen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Kontext | 1 |
| 1.2 | Problemstellung | 3 |
| 1.3 | Terminologie | 5 |
| 1.4 | Aufbau der Arbeit | 6 |
| 2. | Klassifizierung der Modelle | 7 |
| 2.1 | Strukturdaten | 7 |
| 2.1.1 | Plexiglasfertigung | 8 |
| 2.1.2 | Halbleiterfertigung | 11 |
| 2.2 | Auftragsdaten | 13 |
| 2.2.1 | Plexiglasfertigung | 13 |
| 2.2.2 | Halbleiterfertigung | 21 |
| 3. | Anpassung der Modellierungen | 23 |
| 3.1 | Plexiglasfertigung | 23 |
| 3.1.1 | GS-Info | 23 |
| 3.1.2 | SAP APO | 24 |
| 3.1.3 | i2 Rhythm | 25 |
| 3.2 | Halbleiterfertigung | 26 |
| 3.2.1 | SAP APO | 26 |
| 3.2.2 | i2 Rhythm | 27 |
| 4. | Datengenerierung | 28 |
| 4.1 | DemGen | 28 |
| 4.2 | Plexiglasfertigung | 31 |
| 4.3 | Halbleiterfertigung | 33 |
| 5. | Planungsablauf | 37 |
| 5.1 | SAP APO | 37 |
| 5.1.1 | Planung („Automatische Planung“) | 39 |
| 5.1.2 | Interaktive Planung („PP/DS Optimierer“) | 42 |
| 5.2 | i2 Rhythm | 46 |
| 5.2.1 | Infinite Capacity Plan | 48 |
| 5.2.2 | Finite Capacity Plan („Constrained Anchored Optimization“) | 50 |
| 5.2.3 | Dynamic Sequencing („Dynamic Sequencer“) | 56 |
| 6. | Konfiguration der Module | 56 |
| 6.1 | Plexiglasfertigung | 57 |
| 6.1.1 | GS-Info | 57 |
| 6.1.2 | SAP APO | 58 |
| 6.1.3 | i2 Rhythm | 59 |
| 6.2 | Halbleiterfertigung | 61 |
| 6.2.1 | SAP APO | 61 |
| 6.2.2 | i2 Rhythm | 62 |
| 7. | Vergleich der Planungsgüte | 64 |
| 7.1 | Plexiglasfertigung | 64 |
| 7.1.1 | GS-Info | 65 |
| 7.1.2 | SAP APO | 68 |
| 7.1.3 | i2 Rhythm | 72 |
| 7.2 | Halbleiterfertigung | 76 |
| 7.2.1 | SAP APO | 77 |
| 7.2.2 | i2 Rhythm | 78 |
| 7.2.3 | Ergebnisse des Vergleichs | 79 |
| 8. | Resümee und Ausblick | 82 |
| Literaturverzeichnis | 84 | |
| Anhang A | 86 | |
| Anhang B | 87 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 87 |
Die Planung mit Rhythm FP basiert auf sieben Grundschritten, die allgemein gehalten in dieser Form bei jeder Implementierung durchlaufen werden. Die Darstellung des Planungsablaufes ist an die Ausführungen des Manuals von Rhythm FP 2.9N angelehnt: 1. Data Download: Alle vom Rhythm FP zur Generierung des Modells benötigten Daten werden aus dem ERP-System (legacy system) eingelesen und in das ASCII-Format konvertiert. 2. Infinite Capacity Plan (ICP): Beim Programmaufruf des Servers von Rhythm FP werden die Daten in den Hauptspeicher geschrieben. Dabei wird ihre Konsistenz geprüft. Rhythm FP erzeugt so ein hauptspeicherresidentes Modell. Im Anschluß wird der unkapazitierte Plan (ICP) automatisch von Rhythm FP erzeugt17. 3. Problem Resolution: Nachdem Rhythm FP den unkapazitierten Plan erstellt hat, kann der Planer über den Client Probleme und Unzulässigkeiten im Modell auffinden. In manchen Situationen ist es sinnvoll, erste Probleme im unkapazitierten Plan manuell zu beheben, bevor man mit dem kapazierten Plan fortfährt. 4. Finite Capacity Plan (FCP): Zu diesem Zeitpunkt balanciert man entweder manuell den Plan aus oder man läßt automatisch einen Kapazitätsabgleich aller überlasteter Ressourcen von Rhythm FP durchführen18. Erstere Variante bietet sich an, wenn z. B. zu einem bestehenden Plan nur wenige neue Aufträge hinzugefügt werden und die Ressourcen nicht sehr kritisch sind. Die Komplexität des Problems übersteigt schnell die Möglichkeit des Planers, effektiv zu arbeiten. Hier kann Rhythm FP schneller und genauer auf Engpässe reagieren und einen optimalen Plan erzeugen. Unabhängig von der eingesetzten Methode [...]
eingehalten. Die Güte eines Plans wird mit Hilfe der Zielfunktion gewichteten Summe der Optimierungskriterien (Rubrik „Gewichte der Zielfunktion“ im Optimierungsprofil) bewertet, da im allgemeinen die einzelnen Zielkriterien miteinander konkurrieren („Trilemma der Ablaufplanung“)16. Im Laufe der Optimierung wird versucht, einen Plan mit möglichst kleinem Zielfunktionswert zu generieren. Als Optimierungsverfahren stehen dabei die folgenden Verfahren zur Verfügung: • Constraint-Propagation Dieses Verfahren ist für komplexe Planungsprobleme geeignet, bei denen viele Abhängigkeiten und Randbedingungen (Constraints) berücksichtigt werden müssen und es für den Planer schwer ist, bei der interaktiven Planung z.B. mit der Plantafel eine machbare Lösung zu finden. • Genetischer Algorithmus Dieses Verfahren ist für Planungsprobleme geeignet, bei denen es für den Planer kein Problem darstellt, eine machbare Lösung, sondern eine sehr gute Lösung zu finden. Eine typische Anwendung für dieses Verfahren ist die Bildung einer rüstoptimalen Reihenfolge von Vorgängen. Aufgrund der Komplexität der Planung auf der Feinplanungsebene werden während des Optimierungslaufes noch Metaheuristiken eingesetzt, um die Komplexität zu verringern. Die Metaheuristiken zerlegen dabei das große Problem in mehrere, weniger komplexere Probleme, die einfacher handhabbar sind und konsekutiv optimiert werden. Im einzelnen werden folgenden Metaheuristiken eingesetzt: • Zeitzerlegung Bei der Zeitzerlegung wird die Optimierung des Plans nicht für den gesamten Optimierungshorizont, sondern schrittweise für die Aufträge in einem „gleitenden Fenster“ durchgeführt. Die Zeitzerlegung wird immer eingesetzt und kann nicht vom Planner konfiguriert werden. Die Größe des gleitenden Fensters und die Schrittweite werden vom Optimierer für jede Planungssituation automatisch gewählt. • Ressourcenzerlegung Bei der Ressourcenzerlegung wird die Optimierung des Plans zunächst für die als Engpaß deklarierten Ressourcen durchgeführt und die daraus resultierende Reihenfolge auf dem Engpässen fixiert. Anschließend wird der Belegungsplan für die übrigen Ressourcen angepaßt. • [...]
4. Das System terminiert die Aufträge: • • Bei Fremdbeschaffung verwendet das System die Planlieferzeit aus den Lieferbeziehungen, die im Produktstamm im APO definiert sind. Bei Eigenfertigung löst das System das Produktionsprozeßmodell auf. Um die Auftragstermine zu ermitteln, führt das System eine Feinplanung durch. Bei der PPM-Auflösung bestimmt das System die Komponentenbedarfe unter Einbeziehung von Ausschuß und ermittelt daraus die Nettodauern und die Ressourcenverbräuche der Aktivitäten. Die sekundengenaue Einplanung der Aktivitäten auf den verfügbaren Ressourcen geschieht anhand der Einstellungen im Strategieprofil15. In diesem wird festgelegt, welche Randbedingungen das System beachten muß (z.B. die Komponentenverfügbarkeit oder die Kapazität der Ressourcen). Die Bedarfstermine der Komponenten stehen nach der Einplanung der Aktivitäten auf den Ressourcen fest. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832423995
Arbeit zitieren:
Kluska, Christof April 2000: Vergleich der Planungsgüte von SCP-Software auf der Feinplanungsebene anhand von Praxisbeispielen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
MRP, supply chain management, i2 rhythm, APS, SAP APO




