Vergleich von Forschungsschwerpunkten ausgewählter deutscher und ausländischer Universitäten auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Marcus Pestel
- Abgabedatum: Juli 2010
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- Bibliografie: ca. 150
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0687-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: BDO-Preis (Rostock)
- Arbeit zitieren: Pestel, Marcus Juli 2010: Vergleich von Forschungsschwerpunkten ausgewählter deutscher und ausländischer Universitäten auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Universität, Wirtschaftsprüfung, Forschungsschwerpunkt, International Standards on Auditing, ISA
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Diplomarbeit von Marcus Pestel
Einleitung:
Im Rahmen der Diplomarbeit werden durch eine empirische Analyse die Grundlagen für einen Vergleich nationaler und internationaler Universitäten hinsichtlich ihrer Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung gelegt. Zur Identifikation der in den Vergleich mit einbezogenen deutschen Universitäten, welche auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung tätig sind, diente eine Auflistung deutscher Lehrstuhlprofile mit den Schwerpunkten Rechnungs- und Prüfungswesen. Auf der internationalen Ebene erfolgte die Auswahl anhand jener Universitäten, die u.a. mit der Präsentation ihrer Forschungsergebnisse auf dem jährlich sowie zwei jährlich stattfindenden International Symposium on Audit Research (ISAR) und European Auditing Research Network (EARNet) vertreten waren. Insgesamt fließen in den Vergleich 15 deutsche und 40 internationale Hochschulen aus den Ländern USA, Kanada, England, Australien, Singapur, China, Norwegen, Finnland, Schweden, den Niederlanden, Belgien und Dänemark mit ein. Für vereinzelt vertretene Universitäten wurden sowohl national als auch international die Posten ‘sonstige Universitäten’ gebildet.
Für die Gegenüberstellung der universitären Schriften wurden bereits publizierte Dissertationen, Beiträge in Sammelwerken, Artikel in international anerkannten Fachzeitschriften der vergangenen Jahre sowie aktuelle Working Paper verwendet. Ein weiterer Schwerpunkt dieser empirischen Arbeit liegt in der Kategorisierung dieser veröffentlichten Schriften. Als Bezugsrahmen dafür dient die International Standards on Auditing (ISA) – Nomenklatur. Diese gewählte Methodik verfolgt den Zweck, die Forschungsergebnisse möglichst nahe in Anlehnung an den Prüfungsprozess zu clustern, um somit zum einen den Vergleich auf einheitlicher Betrachtungsebene vornehmen zu können und zum anderen diese Gegenüberstellung zu visualisieren. Soweit Forschungsgebiete nicht durch die ISAs abgedeckt sind, werden eigene zusätzliche Gebiete definiert. Mit Hilfe dieses Vergleichs ausgewählter und identifizierbarer Veröffentlichungen verfolgt diese Arbeit das Ziel, Lücken im Bereich der nationalen Forschung auf dem Gebiet der Wirtschaftsprüfung aufzuzeigen, um damit weitere Forschungsbedarfe zu ermitteln.
Folgend werden in Kapitel 2, Abschnitt 2.1 die Grundlagen für den Vergleich geschaffen. Dazu wird in Abschnitt 2.1.1 vorerst die qualitative Bewertung der publizierenden Fachzeitschriften, in Form eines Rankings mit den entsprechend dazugehörigen Ratingkategorien, berücksichtigt und erläutert. Im Anschluss daran wird in Abschnitt 2.1.2 kurz auf die Herausgeberschaft der ISAs eingegangen werden. Die methodische Vorgehensweise der Clusterbildung, in Anlehnung an die ISAs, erfolgt schließlich in Abschnitt 2.1.3.
In Kapitel 2, Abschnitt 2.2 sowie 2.3 wird eine Auswahl der thematisierten nationalen und internationalen Veröffentlichungen dargestellt und deren wesentliche Inhalte prägnant erläutert, um dem Verwender dieser Arbeit schon bereits beim Lesen einen Überblick über das jeweilige Gedankengut der Autoren zu verschaffen. Weiter soll er auch dazu animiert werden, aufgrund der unterschiedlichen Qualitäten und Inhalte dieser Veröffentlichungen, eigene Ideen bezüglich potentieller Forschungsthemen zu entwickeln. In Abschnitt 2.4 erfolgt schließlich der deutsch-internationale Vergleich der kategorisierten Schriften.
Kapitel 3 dieser Arbeit widmet sich der kritischen Würdigung dieser Gegenüberstellung. Dazu werden anhand einer Graphik die jeweilig behandelten Themenbereiche der ISA-Nomenklatur verdeutlicht. Das Ziel dessen ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen, um somit mögliche Lücken als auch Potentiale herausfiltern zu können. Des Weiteren wird wiederkehrend der Bezug zum Abschnitt 2.1.1 hergestellt.
Kapitel 4 fasst die erzielten Ergebnisse der Arbeit schlussendlich noch einmal zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf weitere Ideen und Gedankengänge, mit denen sich zukünftige Forschungsvorhaben befassen könnten.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Nationale und internationale Forschungsschwerpunkte im Vergleich | 3 |
| 2.1 | Methodische Vorgehensweise | 3 |
| 2.1.1 | Berücksichtigung des Ratings anerkannter Fachzeitschriften | 3 |
| 2.1.2 | International Federation of Accountants & International Auditing and Assurance Standards Board | 4 |
| 2.1.3 | Clusterbildung in Anlehnung an den International Standards on Auditing | 4 |
| 2.2 | Forschungsgebiete deutscher Universitäten | 6 |
| 2.2.1 | Allgemeine Grundsätze und Verantwortlichkeiten | 6 |
| 2.2.1.a | Unabhängigkeit | 6 |
| 2.2.1.b | Qualitätssicherung | 9 |
| 2.2.1.c | Beabsichtigte Verstöße ‘Fraud’ | 11 |
| 2.2.2 | Risikobeurteilung und Reaktionen auf beurteilte Risiken | 12 |
| 2.2.2.a | Prüfungsplanung | 12 |
| 2.2.2.b | Unternehmensverständnis | 13 |
| 2.2.2.c | Wesentlichkeit | 15 |
| 2.2.2.d | Beurteilung erkannter falscher Angaben im Abschluss | 15 |
| 2.2.3 | Prüfungsnachweise | 16 |
| 2.2.3.a | Prüfungsnachweise | 16 |
| 2.2.3.b | Analytische Prüfungshandlungen | 17 |
| 2.2.3.c | Festlegung von Stichproben | 17 |
| 2.2.3.d | Annahme der Unternehmensfortführung | 18 |
| 2.2.4 | Verwendung der Arbeit Dritter | 19 |
| 2.2.4.a | Prüfung von Konzernjahresabschlüssen | 19 |
| 2.2.4.b | Verwendung der Arbeit der internen Revision | 19 |
| 2.2.5 | Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer | 20 |
| 2.2.5.a | Externe Qualitätskontrolle | 20 |
| 2.2.5.b | Berufsaufsicht der Wirtschaftsprüfer | 21 |
| 2.2.5.c | Regulierungen im Bereich der Wirtschaftsprüfung | 22 |
| 2.2.5.d | Prüfungshonorare | 23 |
| 2.3 | Forschungsgebiete ausländischer Universitäten | 24 |
| 2.3.1 | Allgemeine Grundsätze und Verantwortlichkeiten | 24 |
| 2.3.1.a | Unabhängigkeit | 24 |
| 2.3.1.b | Bedingungen des Prüfungsauftrages | 26 |
| 2.3.1.c | Qualitätssicherung | 27 |
| 2.3.1.d | Dokumentation | 29 |
| 2.3.1.e | Beabsichtigte Verstöße ‘Fraud’ | 30 |
| 2.3.2 | Risikobeurteilung und Reaktionen auf beurteilte Risiken | 31 |
| 2.3.2.a | Prüfungsplanung | 31 |
| 2.3.2.b | Unternehmensverständnis | 32 |
| 2.3.3 | Prüfungsnachweise | 34 |
| 2.3.3.a | Prüfungsnachweise | 34 |
| 2.3.3.b | Analytische Prüfungshandlungen | 35 |
| 2.3.3.c | Annahme der Unternehmensfortführung | 35 |
| 2.3.4 | Schlussfolgerungen und Berichterstattung | 37 |
| 2.3.4.a | Der Bestätigungsvermerk & Prüfungsbericht | 37 |
| 2.3.5 | Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer | 38 |
| 2.3.5.a | Ethik und Abschlussprüferhaftung | 38 |
| 2.3.5.b | Prüfungsausschuss | 39 |
| 2.3.5.c | Prüfungsmarkt | 41 |
| 2.3.5.d | Prüfungshonorare | 43 |
| 2.4 | Vergleich der nationalen und internationalen Forschungsschwerpunkte | 45 |
| 3. | Kritische Würdigung des Vergleichs | 50 |
| 4. | Zusammenfassung und Ausblick | 56 |
| Anhang | 58 | |
| Literaturverzeichnis | 76 |
Textprobe:
Kapitel 2.3.4, Schlussfolgerung und Berichterstattung:
Der Bestätigungsvermerk & Prüfungsbericht:
Der Prüfer hat sein abschließendes Urteil, in Form eines BSVs, dahingehend zu formulieren, ob u.a. der Jahresabschluss in Übereinstimmung mit dem anzuwendenden Rechnungslegungssystem erstellt wurde. Weiter ist er dazu verpflichtet, einen darauf aufbauenden Prüfungsbericht zu verfassen. Während dessen orientiert er sich an den Anforderungen der Berichterstattung und greift auf Vorformulierungen, hinsichtlich des Ausdrucks seiner Prüfungsergebnisse, zurück. Ferner könnte man sich diesbezüglich die Frage stellen, ob der beabsichtigte Aussagegehalt des Prüfers auch von jenen Adressaten zweifelsfrei und eindeutig interpretiert würde. Im Falle einer Fehlinterpretation würde hier die Erwartungslücke ihren Ursprung nehmen. Mit dieser Problematik befassten sich die Autoren des nächsten Working Papers. Sie untersuchten in einem Experiment, inwieweit die, durch den ISA 700 bestimmten, Erläuterungen der Erwartungslücke negativ zuträglich sind. Dazu wurden die Probanden (die Verwender eines Jahresabschlusses) mit verschiedenen Fragen aus zwei wesentlichen Bereichen198 konfrontiert, um herauszufinden, ob sie mit den Grundsätzen der Jahresabschlussprüfung vertraut seien.
Auch die unterschiedlichen Formate der Berichterstattung und deren Folgen hinsichtlich einer potentiellen Missverständlichkeit zwischen Prüfern und Adressaten, wurden in einer experimentellen Studie untersucht. Verschiedene Probanden erhielten indes drei unterschiedliche Formate eines Prüfungsberichts, anhand derer sie im weiteren Verlauf zu den verschieden Grundsätzen und Verantwortlichkeitsverteilungen einer Jahresabschlussprüfung befragt wurden. Das Ziel dieser Studie sollte es sein, herauszufinden, mittels welcher Ausdrucksweise und Wortwahl sowie anhand welcher Positionierung von wesentlichen Sachverhalten der größte Effekt, bezüglich einer Schließung der Erwartungslücke, zu erzielen ist. Einen weiteren und umfassenden Beitrag erbrachte eine junge finnische Dissertation. Der Autor dieser untersuchte empirisch die Auswirkungen der Berichterstattung sowie die der Veröffentlichung von internen Kontrollschwächen auf die Kursergebnisse von Aktiengesellschaften. Die Ergebnisse seiner Analyse offenbarten jedoch keine signifikant negativen und anormalen Marktreaktionen. Allerdings ließen sich Erhöhungen bezüglich der Volatilität und des systematischen Risikos am Tag nach der Berichterstattung feststellen.
Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer:
Ethik und Abschlussprüferhaftung:
Regulierungen und Deregulierungen mögen zwar unerlässlich für das Funktionieren eines Marktes sein. Doch was nützt es, Gesetze, Verordnungen und Richtlinien zu erlassen, wenn die ethischen Grundsätze im Hinblick auf ihre Befolgung missachtet werden? Unter dem Begriff der Ethik wird das sittliche und moralische Handeln eines Individuums verstanden. Der daraus abgeleitete Gegenstand der Unternehmensethik beinhaltet demzufolge das sittliche, moralische und wirtschaftliche Handeln aller Beteiligten in einer Unternehmung. Anlässlich des Versagens ethischer Prinzipien und den daraus resultierenden internationalen Unternehmenszusammenbrüchen widmete sich eine Studie der Wiederherstellung des Vertrauens und der Zuversicht in die Jahresabschlussprüfung. Als Vorlage dafür bediente diese sich eines prominenten Bilanzskandals, analysierte sämtliches ethisches Fehlverhalten von Seiten der Prüfer und des Managements und entwarf ein theoretisches Rahmenkonzept zur ethischen Entscheidungsfindung, welches der Wiedergewinnung des öffentlichen Vertrauens durch dessen Anwendung dienen soll. Angesichts der strengen Haftbarkeit der Abschlussprüfer in einigen Ländern dokumentierten die IFAC sowie das PCAOB, dass Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die Mandate risikoreicher Unternehmen häufig ablehnen würden.
Jedoch benötigen jene Unternehmen, die sich einen Zugang zum Kapitalmarkt verschaffen wollen, das Testat eines Abschlussprüfers, um das Vertrauen der Eigenkapitalgeber zu gewinnen. Aufbauend auf der Moral Hazard Theorie entwickelten die Autoren ein Modell, anhand dessen durch Variation der Determinanten bestimmt werden kann, unter welchen Umständen und Voraussetzungen Abschlussprüfer, unter Berücksichtigung ihrer eigens bewerteten Haftungsrisiken, einer Akquisition zustimmen. Einen, für diesen Abschnitt, letzten großen Diskussionsbeitrag über die Haftbarkeit des Abschlussprüfers erbringt das folgende und abschließende Working Paper mittels eines englischamerikanischen Vergleichs. Die Gedanken der Einführung global harmonisierter Prüfungsstandards scheinen auf Einwände gestoßen zu sein. Kritiker befürchten, dass mit der Durchsetzung einer weltweit einheitlichen Rechtsordnung, die jeweiligen nationalen Rechtspraktiken untermauert würden. Des Weiteren droht, aufgrund der angestrebten limitierten Haftbarkeit des Prüfers durch diese selbst, i.V.m. dem Fehlen einer Dritthaftung, die Jahresabschlussprüfung an Wert zu verlieren. Die Konsequenz daraus sei, dass Unternehmen und deren Investoren nur das für eine Abschlussprüfung bereit wären zu zahlen, was ihnen diese auch wert sei. Demzufolge würden bei einer begrenzten Haftbarkeit seitens der Prüfer die Honorare gedrückt und der Preiswettbewerb verstärkt, was schließlich gegen die Interessen und Reformbestrebungen großer Prüfungsgesellschaften gerichtet wäre.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842806870
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Universität, Wirtschaftsprüfung, Forschungsschwerpunkt, International Standards on Auditing, ISA



