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Die Verfolgung der Multi-Channel-Strategie unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte

Chancen und Risiken für die karstadtsport.com AG und den KarstadtQuelle-Konzern

Die Verfolgung der Multi-Channel-Strategie unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Sentis
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 3,0 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nordostniedersachsen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5418-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5418-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5418-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sentis, Alexander Januar 2002: Die Verfolgung der Multi-Channel-Strategie unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Vertriebs-Strategien, CRM, Kundenbindung, Wettbewerbsrecht

Diplomarbeit von Alexander Sentis

Problemstellung:

Wer heutzutage einkauft, der spricht vom „Einkaufen müssen“. Woran mag es liegen? An den überfüllten und oft stickigen Kaufhäusern und Lebensmittelläden, an unfreundlicher Bedienung oder am chronischen Zeitmangel der heutigen Gesellschaft. Dass das nicht immer so war, zeigt die Aufzeichnung von Gustav Stresemann aus dem Jahre 1900:

„...Wenn man heute in einer Familie hört: Wir gehen zu Wertheim, so heißt das nicht in erster Linie, wir brauchen irgend etwas besonders notwendig für unsere Wirtschaft, sondern man spricht wie von einem Ausfluge, den man etwa nach irgend einem schönen Orte in der Umgebung macht. Man wählt sich dazu einen Nachmittag, an dem man möglichst viel Zeit hat, verabredet sich womöglich noch mit Bekannten. ...und wenn man an der Uhr plötzlich sieht, dass es höchste Zeit sei heimzukehren, so macht man oft wohl gleichzeitig die Wahrnehmung, dass man anstatt der einen Cravattenschleife, die man anfänglich kaufen wollte, mit einem ganzen Bündel der verschiedenartigsten Sachen beladen ist. Eine kurze Zeit spürt man dann vielleicht Reue...aber sobald man das Warenhaus betreten hat...wiederholt sich das Schauspiel aufs neue.“ Diese Erfahrungen lagen sicherlich nicht zuletzt in der damaligen Kundenorientierung, die in den letzten Jahren wieder in den Blickwinkel der Unternehmen zurückgekehrt ist. Der Verkäufermarkt wandelte sich zum Käufermarkt und verbesserte die Position der Konsumenten. Mangelhafte Kundennähe und daraus resultierender Verlust von langfristiger Kundentreue zwingen Unternehmen dazu, ihre Kunden wieder zufriedener und treuer zu machen.

Mit ihrem Gemischtwarenladen besaß „Tante Emma“ noch etwas, um das sie heute viele Untenehmen beneiden: Ein persönliches Verhältnis zu ihren Kunden. Sie kannte Namen und Lebensgeschichte, wusste, was sie am häufigsten kauften und schenkte ihnen als Dank für ihre Treue etwas zum Geburtstag. Doch Tante Emma musste Einkaufszentren, Supermärkten und Boutiquen weichen, die eine größere Auswahl und billigere Preise versprachen. Mit Tante Emma ist auch viel Wissen über Konsumgewohnheiten und Bedürfnisse der Verbraucher verschwunden. Im Kampf um den Kunden gilt es heute wieder als wertvolles Kapital. Das Wissen, um Kaufmotive und Kundenbedürfnisse zurück zu gewinnen, ist wesentlicher Bestandteil von Customer Relationship Management – dem Management von Kundenbeziehungen, das in dieser Arbeit vorgestellt wird. Das neue Schlagwort im Handel heißt neudeutsch „Multi-Channel-Strategie“ (Mehrkanal-Strategie) und beschreibt die Notwendigkeit, auf mehreren Kanälen mit dem Kunden zu kommunizieren bzw. Produkte über verschiedene Vertriebskanäle abzusetzen. Hierzu wird gezeigt, welche Kanäle im KarstadtQuelle-Konzern genutzt werden und welche zukünftig genutzt werden sollen. Zu den neuen Vertriebskanälen mit den größten Potentialen gehören das Internet (eCommerce) und der Mobilfunk (Mobile Business), die wiederum durch verschiedene Gesetze und Gesetzesentwürfe reglementiert werden. Die Potentiale und die zu beachtenden Grenzen und Schranken sollen in dieser Arbeit kurz dargestellt werden. Durch die Veränderungen im Handelsumfeld, die das Internet mit sich bringt (Informations-, Markt- und Preistransparenz) besteht ferner die Gefahr, dass die Loyalität des Kunden weiter ab- und seine Macht zunimmt. Zur Kundenbindung werden heute von vielen Unternehmen Kunden- oder Klubkarten ausgegeben, die den Unternehmen durch den Wegfall von Rabattgesetz (RabattG) und Zugabeverordnung (ZugabeVO) neue Möglichkeiten offerieren können. Was sich nach dem Wegfall dieser Gesetze geändert hat oder zukünftig möglich sein wird, soll hier auch im Hinblick auf Länder in denen solche Gesetze nicht existierten, aufgezeigt werden.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit soll den bei der KarstadtQuelle AG beginnenden Hochschulabsolventen und „High Potentials“ einen Überblick über den Konzern, seine Geschäftsfelder und das Verständnis der Multi-ChannelStrategie (MCS) aufzeigen. Hierbei wird Wert auf eine objektive Übersicht des Customer Relationship Managements, der MCS an sich und den möglichen Änderungen nach dem Fall des Rabattgesetzes gelegt. Ferner wird im Rahmen der Arbeit versucht, folgende Fragen zu klären:

Wer ist der KarstadtQuelle-Konzern?

Wie und wo setzt er seine Waren ab?

Was ist Customer Relationship Management?

Was beinhaltet die Multi-Channel-Strategie?

Wie wichtig ist Kundenorientierung?

Wie werden Kunden ans Unternehmen gebunden?

Was brachte der Fall des RabattG und der ZugabeVO?

Welchen neuen Spielraum haben die Unternehmen?

Was bleibt verboten und was wird neu reglementiert?

In Kapitel zwei soll der KarstadtQuelle-Konzern mit seiner Entstehung, seinen verschiedenen Geschäftsfeldern und seiner Position im Markt vorgestellt werden. Hier wird dem Leser aufgezeigt, welche Unternehmen heute zu welchem Handelskonzern gehören, um einen kleinen Überblick zum „Fusionsland Deutschland“ geben zu können.

Im dritten Kapitel wird dargestellt, wie der Wandel der Zeit die Struktur der Märkte geändert hat und dass es heute im Verkauf mehr bedarf, als preisgünstige Waren. Hier wird das neue Schlagwort „Multi-Channel“ näher beleuchtet und aufgezeigt, warum Kommunikation und Absatz jetzt über mehr als nur einen Vertriebsweg laufen müssen. Besonderes Augenmerk wird hier auf das Customer Relationship Management geworfen, das die Beziehung des Unternehmens zum Kunden analysieren und optimieren soll.

Die Anwendung alter und neuer Vertriebsstrategien wird in Kapitel vier am Beispiel des KarstadtQuelle-Konzerns beleuchtet, wobei hier auch auf geplante neue Absatzwege eingegangen wird. Im fünften Kapitel wird untersucht, welchen Sinn die Reglementierung des Wettbewerbs durch RabattG und ZugabeVO hatte, welche Kundenbindungs- und Verkaufsaktionen dadurch verboten waren und warum diese Rechtsvorschriften letztendlich gefallen sind. Auch die Chancen und Möglichkeiten, die den Unternehmen nach Abschaffung der Gesetze zur Verfügung stehen, werden in dieser Arbeit mit einem Blick auf Länder ohne solche Gesetze dargestellt. Dass durch neue Gesetze auch neue Reglementierungen entstehen und diverse Unternehmensideen bremsen können, wird hier ebenfalls aufgezeigt. Dies erfolgt sowohl pauschal, als auch für den KarstadtQuelle-Konzern (hierbei ist in der Arbeit, wenn nicht anders beschrieben, der Konzernbereich „Karstadt-Warenhaus“ gemeint).

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Executive Summary VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Vorstellung des KarstadtQuelle-Konzerns 4
2.1 Die Entstehung des KarstadtQuelle-Konzerns 4
2.2 Geschäftsfelder des KarstadtQuelle-Konzerns 5
2.3 Zukunftsziele und Strategien des Konzerns 9
2.4 Marktposition und Mitbewerber 10
2.5 Vorstellung der karstadtsport.com AG 13
3. Vertriebsstrategien 16
3.1. Märkte im Wandel - Konsequenzen für den Vertrieb 16
3.2. Vertriebsweg-Neugestaltung durch die Multi-Channel-Strategie 17
3.2.1 Chancen und Risiken 19
3.2.2 Gestaltungspotentiale 22
3.2.2.1 Hierarchie-Modell 23
3.2.2.2 Konkurrenz-Modell 23
3.2.2.3 Reguliertes Wettbewerbs-Modell 24
3.2.3 Anforderung an das Unternehmen 24
3.3 Eignung der verschiedenen Multi-Channel-Kanäle 25
4. Die Bedeutung des Customer Relationship Management (CRM) 29
4.1 Die Entstehung des CRM 30
4.2 Definition CRM 31
4.3 Kundengewinnung 34
4.4 Kundenbindung 35
4.4.1 Aufbau von Wechselbarrieren 36
4.4.2 Kundenzufriedenheit 37
4.5 Kundenselektion 40
4.6 CRM-Strategie 42
4.7 Weiterentwicklung des CRM zum eCRM 43
5. Alte und neue Vertriebsstrategien der KarstadtQuelle AG 45
5.1 Bisherige Vertriebsstrategien 45
5.2 Multi-Channel-Strategie des KarstadtQuelle-Konzerns 46
5.2.1 Verständnis der Multi-Channel-Strategie 46
5.2.2 Elemente der Multi-Channel-Strategie 47
5.2.3 Ziele der Multi-Channel-Strategie 48
5.2.4 Bereits genutzte Kommunikations- und Vertriebskanäle 49
5.2.5 Geplante Vertriebs- & Kommunikationskanäle 50
5.3 Zukunft der MCS für KarstadtQuelle 52
6. Einflüsse fallender und neuer Gesetze auf Vertrieb- und Marketing 53
6.1 Wettbewerbsreglementierung durch ZugabeVO und RabattG 53
6.1.1 ZugabeVO 54
6.1.2 RabattG 55
6.1.3 Gründe für die Abschaffung dieser Gesetze 57
6.2 Beispiele ausländischer Rabatt- und Zugabenregelungen 58
6.3 Rabatt-Standpunkt des KarstadtQuelle-Konzerns 62
6.4 Rabattkosten 63
6.5 Karstadt-Kundenkarte 65
6.6 Sonderaktionen in verschiedenen Kanälen 66
6.7 Weiterhin verbotene Werbeaktionen 68
6.8 Das Elektronische Geschäftsverkehrs-Gesetz (EGG) 70
6.8.1 Herkunftslandprinzip und Gerichtsstandsregelung 71
6.8.2 Vereinfachung des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) 72
6.8.3 Einschränkung des M-Business 73
7. Zusammenfassung 74
8. Fazit und Ausblick 76
Anlagenverzeichnis und Anlagen VII
Literaturverzeichnis VIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wie die Wortschöpfung schon fast verrät, handelt es sich bei eCRM um das Kundenbeziehungsmanagement über das Medium Internet128. Es wird als Erweiterung des klassischen CRM verstanden, welches die Mitarbeiter eines Unternehmens in der Kundenbedienung unterstützt, wobei eCRM den Kunden direkt in der Kommunikation über elektronische Medien unterstützt129. Ziel ist auch hier der Aufbau, die kontinuierliche Optimierung und der Erhalt dauerhafter und gewinnbringender Kundenbeziehungen, wobei die Besonderheiten des Internets stärker zu berücksichtigen sind130. Der Verlag Symposium Publishing aus Düsseldorf erkennt den Mehrwert des Internets wie folgt: "Denn die Webseiten des Unternehmens sind nicht nur ein Schaufenster, in dem Produkte dargeboten werden, sie sind auch ein Sensor, der registrieren kann, wer die Besucher ihrer Webseiten sind und welche Erwartungen sie an Produkte stellen"131. In einem eCRM-Projekt steht die Nutzerakzeptanz des virtuellen Kunden im Vordergrund, sprich die Benutzerfreundlichkeit ("usability") des InternetAuftritts. Für den Nutzer ist der internetbasierte Kommunikationskanal nur dann attraktiv, wenn sich die auf ihn zugeschnittene Angebote durch einfache Benutzerführung, unkomplizierte Hilfen, Sicherheit und Schnelligkeit des Datenaustausches auszeichnen. Das bedeutet, dass zunächst potentielle Kundengruppen über Marktforschungsmethoden definiert werden müssen. Auf diese Kundengruppen werden dann gezielt Inhalt, Design, Workflow, Service und Support des zukünftigen Webauftritts zugeschnitten und mit Hilfe von Tests (mit verschiedenen Zielgruppen) auf seine Praxistauglichkeit überprüft, bevor dieser allgemein verfügbar ist.132 [...]

Um für ein Unternehmen die passende Strategie zu finden, empfiehlt Wessling124 die sogenannte SWOT-Analyse, deren Schwerpunkt in der Bestimmung der Ausgangssituation des Unternehmens liegt. SWOT steht dabei für die Analyse-Elemente (Strengths – Stärken, Weakness – Schwächen, Opportunities – Chancen und Threats – Risiken). Es werden zum einen die Stärken und Schwächen des Unternehmens erarbeitet und zum anderen die Chancen und Risiken analysiert, um diese zu nutzen bzw. zu vermeiden. Während die Stärken und Schwächen interne Einflussfaktoren sind, ordnet man die Chancen und Risiken dem externen Unternehmensumfeld zu.125 Die wesentlichen CRM-Stärken und -Schwächen werden bei der internen Analyse mit denen der relevanten Mitbewerbern verglichen (mit Hilfe eines evaluierten Benchmarkings). Die Aufstellung eines Stärken-SchwächenProfils muss unbedingt objektiv und ehrlich beurteilt werden, damit die spätere Umsetzung der Strategie zu keinem Misserfolg führt.126 Die Analyse der extern liegenden Chancen und Risiken ist etwas schwieriger, da das Ergebnis hier stark mit der Qualität der genutzten Quellen variiert. In der Praxis werden dazu häufig unabhängige Studien in Auftrag gegeben oder bestellt. Ein weiterer Weg der Informationsbeschaffung ist der Aufbau eines sogenannten Wissensmanagements, bei dem alle relevanten Informationen in einer unternehmensweiten Datenbank gesammelt [...]

Bei einer differenzierten Betrachtung können beispielsweise Studenten anfangs unrentabel erscheinen, nach dem Studium durch hohen Verdienst wiederum zu einer Gruppe mit hohem Potential zählen. Nach Prof. Dr. Rapp hängt der Erfolg eines Unternehmens grundlegend davon ab, den "richtigen Kunden" (loyal und profitabel) zu finden und unattraktive auszuschalten120. Auch die häufig zur Kundenselektion verbreitete Aussage "In den meisten Unternehmen werden 80 Prozent des Umsatzes mit 20 Prozent der Kunden erwirtschaftet"121 verschärft Rapp wie folgt: "Nicht 20 Prozent der Kunden bringen 80 Prozent des Gewinns ein, sondern die 20 Prozent profitabelsten Kunden erwirtschaften 180 Prozent des Gewinns, weil die Mehrzahl der restlichen Kunden Verluste einbringen."122 Daher ist es laut Rapp für ein Unternehmen wichtig, mit dem profitablen Kunden in einen so engen Dialog zu treten, dass eine dauerhafte, [...]

Arbeit zitieren:
Sentis, Alexander Januar 2002: Die Verfolgung der Multi-Channel-Strategie unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Vertriebs-Strategien, CRM, Kundenbindung, Wettbewerbsrecht

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