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Die Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition in den Jahren 1933 und 1934 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg

Die Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition in den Jahren 1933 und 1934 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Kutsch
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 10,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2860-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2860-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2860-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kutsch, Thomas September 1999: Die Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition in den Jahren 1933 und 1934 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verfolgung, Lokalforschung, SPD, KPD, Nationalsozialismus

Diplomarbeit von Thomas Kutsch

Einleitung:

„Die Ausführung des Terrors zur Machterrichtung geschieht immer überfallartig. Und sie ist auf die Schlüsselstellungen gerichtet, die Nervenzentren, im Staat auf die Eroberung der wesentlichen Machtmittel: Polizei, Armee, Verkehrssystem, Nachrichtenübermittlung, Partei- und Gewerkschaftsbüros, Vorratslager. Sie alle müssen schlagartig entweder übernommen und im Sinn derer, die den Griff an die Hebel getan haben, gelenkt oder notfalls lahmgelegt werden. Nur eine plötzliche, absolut sicher in Erscheinung tretende Gewaltaktion, die den geringsten Widerstand ohne jedes Zaudern angeht und überwältigt, erweckt den Eindruck unüberwindlicher Stärke, der Gleichgültigkeit, der Endgültigkeit und der Aussichtslosigkeit jedes Aufbegehrens.“ Eugen Kogon Diese eindringliche Beschreibung von Eugen Kogon, der glücklicherweise die Qualen seiner Haft von 1939 bis 1945 als politischer Häftling im KZ Buchenwald überlebt hatte, zeigt, welche Strategien die nationalsozialistische Führung seit ihrer Machtübernahme im Jahr 1933 praktizierte, um ihren Herrschaftsanspruch in allen Bereichen der Gesellschaft abzusichern.

Die vorliegende Arbeit widmet sich einem ausgewählten Forschungsaspekt der Gesamtheit des, wie es Kogon bezeichnet, nationalsozialistischen „Terrors zur Machterrichtung“: Im Mittelpunkt steht die Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition im Jahr 1933/34 insbesondere in Marburg. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Verfolgung der politischen Opposition der Arbeiterbewegung.

In der lokalanalytischen Darstellung der Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition wird nachgewiesen, wie es im Mikrokosmos des Gebietes der Universitätsstadt Marburg, einer Stadt des Geistes mit über 450jähriger wissenschaftlicher Tradition und Aufenthaltsort zahlreicher bedeutender Wissenschaftler sowie im bäuerlich strukturierten Landkreis Marburg, dem nationalsozialistischen Regime innerhalb nur eines knappen halben Jahres gelingen konnte, die in ihrem Sinne „staatsfeindliche“ Arbeiterbewegung, die mit ihren Organisationen, Vereinen, Eigentümern und Zeitungen ein wesentlichen Bestandteil der gesellschaftlichen und politischen Struktur der Weimarer Republik war, in ihren Grundfesten zu zerstören.

Ein besonderes Augenmerk in dieser Darstellung wird in der Betrachtung der in zwei große Parteien gespaltetenen Arbeiterbewegung liegen, die als politischen Speerspitzen der Arbeiterbewegung seit Ende des Ersten Weltkrieges für die Umsetzung ihrer sozialistischen und marxistischen Ideale kämpften.

Wie unter einem Mikroskop werden in der vorliegenden Arbeit Entwicklungen, Ereignisse und Verantwortungen sichtbar gemacht, die zur Klärung der Wahrheit beitragen sollen, welche Personen unter welchen Bedingungen, mit welchen Methoden und Maßnahmen die „Maschinerie des Terrors und der Einschüchterung“ zur Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition in Marburg in Gang gesetzt und weiter betrieben haben.

Nach der Erläuterung der politischen Vorbedingungen der Nazi-Machtübernahme und der Verknüpfung der Ereignisse auf den Raum Marburg im ersten Kapitel, beginnt im zweiten und dritten Abschnitt die Darstellung der Verfolgung der politischen Opposition aus der Arbeiterklasse in Marburg in ihrer ersten Phase bis zum Reichstagsbrand. Die verschiedenen Verfolgungsmaßnahmen der Nazis durch Polizei und Justiz bis zum Ermächtigungsgesetz sind Thema des vierten und fünften Kapitels.

Das Ende der KPD, ihr Weg in die Illegalität und der zunehmende Terror gegen die Sozialdemokratie , die Gerichtsverfahren gegen linke Marburger Studierende, die sich aufopfernd dem Nazi-Regime widersetzten, sowie das Verbot der Sozialdemokratie und die Hölle des Konzentrationslagers, durch die auch Marburger Oppositionelle der Arbeiterbewegung gehen mussten, schließen die Darstellung ab.

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG 1
I. ZU DEN POLITISCHEN VORBEDINGUNGEN DES 30. JANUAR 1933: DIE ZERSTÖRUNG DER WEIMARER REPUBLIK AUS DER SICHT DER ARBEITERBEWEGUNG 6
1. Die Spaltung der Arbeiterbewegung und ihre politischen Strategien in der Zerstörungsphase der Weimarer Republik 6
2. Die Arbeiterbewegung in Marburg und im Landkreis 13
2.1 Die soziale und wirtschaftliche Situation in der Stadt Marburg 13
2.2 Die soziale und wirtschaftliche Situation im Landkreis 16
2.3 Die verwaltungsmäßige Eingliederung von Stadt und Landkreis 16
2.4 Die politische Bedeutung der Arbeiterbewegung in der Universitätsstadt 17
3. Zur Vorgeschichte des Naziterrors gegen die Arbeiterbewegung in Marburg 22
II. NACH DER MACHTÜBERNAHME DER NATIONALSOZIALISTEN: DER ÜBERGANG VOM „WILDEN“ ZUM STAATLICHEN TERROR GEGEN DIE ARBEITERPARTEIEN 25
1. Die Ausweitung der nationalsozialistischen Machtbefugnisse 25
2. Die Auflösung des Reichstags und Görings erste Maßnahmen gegen die politische Opposition in Preußen 26
3. Die Reaktion von KPD, SPD, Reichsbanner und Eiserner Front in Marburg 29
4. Der Beginn des Terrors gegen die politische Opposition in der Stadt und im Landkreis 30
5. Die Reaktionen der Arbeiterbewegung auf Reichsebene 31
6. Die Bildung der Hilfspolizei und die Funktion der regulären Polizeieinheiten bei der Bekämpfung der politischen Opposition 33
6.1 Die Polizei und Hilfspolizei im Kasseler Regierungsbezirk: ihre Funktion in der Stadt und im Landkreis Marburg 35
6.2 Der Aufbau der Geheimen Staatspolizei im Regierungsbezirk Kassel 37
III. DIE VERSCHÄRFUNG DES NATIONALSOZIALISTISCHEN TERRORS: „DIE KOMMUNISTEN MIT STUMPF UND STIL AUSROTTEN“ 38
1. Der Reichstagsbrand und die Folgen: das faktische Verbot der KPD und ihrer Nebenorganisationen 38
2. Der nationalsozialistische Missbrauch der polizeilichen Schutzhaft 40
3. Hausdurchsuchungen und Verhaftungen bei Kommunisten in Marburg und im Landkreis 41
4. Die Verfolgung der Arbeiterparteien in Marburg und dem Landkreis während des Wahlkampfs zum Reichstag, Marburger Kreistag und Stadtparlament 44
5. Die Reichstagswahl und Kommunalwahl in Marburg: die Arbeiterparteien demonstrieren Stärke 46
IV. DIE „LEGALISIERTE“ AUSSCHALTUNGSPOLITIK DER NATIONALSOZIALISTEN IM REICH UNDMARBURG 51
1. Die Aberkennung der Parlamentsmandate der Kommunisten im Kreis- und Stadtparlament 51
2. Die Ausschaltung der demokratischen Presse in Marburg: das Verbot des Hessischen Tageblattes 51
3. Die Gleichschaltung der Länder und die endgültige Ausschaltung der KPD 53
4. Die Marburger Nationalsozialisten räumen auf: Parlament und Magistrat in einer Hand 57
4.1 Die Vertreibung des Marburger Oberbürgermeisters Müller aus dem Amt 57
4.2 Die Brüskierung von KPD und SPD im Marburger Stadtparlament und im Kreistag 59
V. DER NATIONALSOZIALISTISCHE SCHUTZHAFT-TERROR IN MARBURG 61
1. Die systematische Verhaftung kommunistischer Parteimitglieder in der Stadt und im Landkreis Marburg 61
2. Die Schutzhaft im Marburger Amtsgerichtsgefängnis 64
2.1. Die Gesamtübersicht aller dokumentierten politischen Schutzhäftlinge von März und April 1933 66
2.2 Lokale Schwerpunkte der Verhaftungen im März/April 1933 68
3. Die Marburger Stätten des Terrors: das Gerichtsgefängnis, die Rathausschirne und der „Kilian“ 68
4. Die Zustände für die politischen Schutzhäftlinge im Marburger Gefängnis 70
5. Die Haftdauer für die Marburger Schutzhäftlinge 70
5.1. Einzelschicksale: die psychische und physische Vernichtung des Kirchhainer Schmieds Ludwig Schultheis 71
5.2. Die „frühe Schutzhaft“ von Erich Kronemann, ehemals Schriftleiter beim Hessischen Tageblatt 73
6. Weitere Entlassungsgründe von kommunistischen Schutzhäftlingen 74
7. Welchen Wert hat ein Schutzhäftling? 75
VI. DIE KOMMUNISTISCHEN ORGANISATIONEN IN DER ILLEGALITÄT IN MARBURG UND IM REICHSGEBIET 76
1. Die kommunistische Parteiarbeit in Marburg in der Illegalität 76
2. Die Strategie der Kommunisten im Reichsgebiet 77
VII. DIE ZERSCHLAGUNG DER SOZIALDEMOKRATIE AUF REICHSEBENE UND IN MARBURG 80
1. Abwarten und Hoffen: die Strategie der Sozialdemokraten im Reich 80
2. Die Sozialdemokraten in Marburg geben sich auf: im März 1933 ist der Kämpferwille gebrochen 82
3. Die Gleichschaltung der Gewerkschaften und das Ende der Sozialdemokratie im Reichsgebiet 82
4. Das endgültige Aus der Sozialdemokratischen Partei in Marburg 87
4.1. Schutzhaft für zehn Marburger Genossen 87
4.2. Die Ausschaltung der Sozialdemokraten im Landkreis 87
VIII. POLITISCHE STRAFJUSTIZ GEGEN VERTRETER DER ARBEITERBEWEGUNG AUS MARBURG 91
1. Verfahren vor dem Reichsgericht und dem Volksgerichtshof 91
2. Verfahren gegen Mitglieder der Arbeiterbewegung vor dem Oberlandesgericht in Kassel 93
2.1. Das „Hochverrats“-Verfahren gegen die kommunistischen Marburger Studenten Hermann Schaz sowie Donald und Heinrich Degenhardt 95
2.2. Der Prozess gegen Johannes Ludwig Lauer und Otto Spear 99
3. Die Einsetzung von Sondergerichten für Verfahren gegen politische Oppositionelle 100
3.1. Verfahren gegen politische Oppositionelle aus der Stadt und aus dem Landkreis vor dem Sondergericht in Kassel 101
4. Der Fall des sozialdemokratischen Jurastudenten Georg Gassmann 103
IX. DIE AUSSCHALTUNG DER POLITISCHEN OPPOSITION IN VERWALTUNG, POLIZEI UND SCHULDIENST IN DER STADT MARBURG 105
1. Die Entlassungen in der Marburger Stadtverwaltung 106
2. Die Entlassungen bei der Marburger Polizei und in Marburger Schulen 106
X. DAS VORLÄUFIGE ENDE: DER WEG VON KOMMUNISTEN AUS STADT UND LANDKREIS IN DAS KONZENTRATIONSLAGER BREITENAU 107
XI. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE 110
QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS 116
ANHANG I-XIX

Arbeit zitieren:
Kutsch, Thomas September 1999: Die Verfolgung und Ausschaltung der politischen Opposition in den Jahren 1933 und 1934 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verfolgung, Lokalforschung, SPD, KPD, Nationalsozialismus

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