Verdrängt die extrinsische die intrinsische Motivation?
Eine empirische Untersuchung anhand von Unternehmen am Neuen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dieter Stößel
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 124 Seiten
- Dateigröße: 903,6 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4701-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4701-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4701-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Stößel, Dieter Juni 2001: Verdrängt die extrinsische die intrinsische Motivation?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Neuer Markt, extrinsische Motivation, Mitarbeiterkapitalbeteiligung, Aktienoptionsprogramme, intrinsische Motivation
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Diplomarbeit von Dieter Stößel
Einleitung:
Wenn Menschen arbeiten, tun sie dies einerseits um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Andererseits ist die Arbeit an sich bei vielen aber auch eine Quelle der Freude und Erfüllung. Die Psychologie stellt zur Beschreibung dieses Sachverhalts ein Begriffspaar zur Verfügung: intrinsische und extrinsische Motivation. Eine Person ist dann intrinsisch motiviert, eine Aktivität zu unternehmen, wenn sie keine sichtbare Belohnung als die Aktivität selbst erhält. Extrinsisch motiviert ist dagegen ein Verhalten, das über außerhalb der Tätigkeit liegende Anreize (z.B. Bezahlung) ausgelöst bzw. aufrechterhalten wird. Üblicherweise sind bei arbeitenden Menschen beide Komponenten der Motivation vorhanden. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, in welcher Beziehung diese beiden Komponenten zueinander stehen und ob es eventuell dazu kommt, dass die intrinsische Motivation durch die extrinsische verdrängt wird.
Gang der Untersuchung:
Die Vorgehensweise ist dabei, dass zuerst die theoretische Diskussion in der Literatur zu diesem Thema aufgegriffen wird, um sich anschließend durch die Fallstudienmethode dem Thema empirisch zu nähern. Im Fokus dieser Fallstudien stehen dabei junge, technologieorientierte Unternehmen, welche am Neuen Markt - einem Teilsegment des deutschen Aktienmarktes - notiert sind. Können wir bei der Entwicklung dieser Unternehmen beobachten, dass innerhalb selbiger die intrinsische durch die extrinsische Motivation verdrängt wird? In vielen dieser Unternehmen wurden in den letzten Jahren Aktienoptionsprogramme für Mitarbeiter eingeführt. Diese Aktienoptionsprogramme können starke extrinsische Anreize setzten und die zentrale Frage ist, ob dadurch die intrinsische Motivation der Mitarbeiter verdrängt wird.
Im Folgenden wird das Thema im Kapitel 1.2 einleitend noch aus ökonomischer Perspektive verortet.
Anschließend werden die Begriffe Motivation, Motivierung, intrinsische und extrinsische Motivation diskutiert. In den Kapiteln 2.3 und 2.4 wird dann der Verdrängungseffekt aus einer sozialpsychologischen Perspektive und im spezifischen Kontext der Arbeitsmotivation dargestellt. Im Kapitel 2.5 werden einige empirische Befunde zur Existenz des Verdrängungseffekts dargestellt und im Anschluss geklärt, wie intrinsische Motivation gemessen werden kann. Das Kapitel 2.7 widmet sich exkursorisch der Betrachtung des Verdrängungseffekts aus einer soziologischen Perspektive. Darauf folgend wird die Frage behandelt, ob die intrinsische Motivation per se vorteilhaft ist. Im Kapitel 2.9 werden dann die theoretischen Grundlagen zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung und insbesondere zu Aktienoptionsprogrammen, wie sie in Unternehmen am Neuen Markt verbreitet sind, gelegt.
Danach werden im dritten Kapitel die Fallstudien einschließlich der Forschungsmethode dargestellt und einige Folgerungen gezogen.
Im letzten Kapitel wird abschließend eine Empfehlung gegeben, wie der Handlungskontext im Unternehmen gestaltet sein müsste, um intrinsisch motiviertes Arbeiten zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 1.1 | Allgemeine Einleitung | 4 |
| 1.2 | Verortung des Themas aus ökonomischer Perspektive | 6 |
| 2. | Theoretische Überlegungen zu intrinsischer/extrinsischer Motivation und dem Verdrängungseffekt | 10 |
| 2.1 | Motivation und Motivierung | 10 |
| 2.2 | Intrinsische und extrinsische Motivation | 14 |
| 2.3 | Der Verdrängungseffekt aus sozialpsychologisch-ökonomischer Sicht | 18 |
| 2.4 | Der Verdrängungseffekt im spezifischen Kontext der Arbeitsmotivation | 26 |
| 2.5 | Existiert der Verdrängungseffekt wirklich? Empirische Befunde | 30 |
| 2.6 | Wie kann man intrinsische Motivation messen? | 35 |
| 2.7 | Der Verdrängungseffekt aus soziologischer Perspektive | 38 |
| 2.8 | Ist die intrinsische Motivation per se gut? | 40 |
| 2.9 | Der Einfluss der Mitarbeiterkapitalbeteiligung auf die intrinsische Motivation | 46 |
| 3. | Die Fallstudien | 57 |
| 3.1 | Methodik | 57 |
| 3.2 | Darstellung der Fallstudien | 68 |
| 3.2.1 | Fallstudie: Unternehmen T: „Telekommunikation/Datentechnik“ | 68 |
| 3.2.2 | Fallstudie: Consors Discount-Broker AG | 72 |
| 3.2.3 | Fallstudie: Unternehmen E: „E-Business Enabler“ | 76 |
| 3.3 | Zusammenfassung der Fallstudien | 81 |
| 4. | Empfehlungen | 84 |
| Literaturverzeichnis | 88 | |
| Abbildungsverzeichnis | 94 | |
| Anhang: Protokolle der Interviews | 95 | |
| I. | Unternehmen T: „Telekommunikation/Datentechnik“ | 95 |
| II. | Consors Discount-Broker AG | 103 |
| III. | Unternehmen E: „E-Business Enabler“ | 110 |
Vergleichsindexes innerhalb des Referenzzeitraums übersteigt. Der Referenzzeitraum beginnt in dem Monat, der auf die Ausgabe der Optionsrechte folgt und endet 24 Kalendermonate nach Beginn. Die Optionsrechte können nur binnen zehn Jahren nach ihrer Ausgabe ausgeübt werden. Eine Ausübung in Tranchen findet bei beiden Plänen nicht statt, d.h. nach der gesetzlichen Wartefrist von 2 Jahren könnten theoretisch alle Optionen ausgeübt werden. Die Verteilung der Optionen auf die einzelnen Hierarchiegruppen gestaltete sich in der Größenordnung so, dass Vorstände ca. 5000 Optionen, Abteilungsleiter 1000, Gruppenleiter 500 und einfache Mitarbeiter 200 Optionen bekamen. Es wurden, um den Teamgeist zu fördern, alle Mitarbeiter beteiligt. Die Verteilung innerhalb der Mitarbeitergruppen, ohne die Vorstände, scheint angemessen. Die negativen Effekte auf die intrinsische Motivation, die durch Neiddebatten im Unternehmen entstehen könnten, sind wohl eher als gering einzustufen. Gerade die Einführung des Optionsmodells hatte hier positive Effekte. Der Investor Relations Manager hierzu: „Im Moment des Börsengangs sagen die Leute: Ah, der Vorstand geht auf Road-Show. Na die da oben – so ungefähr – und wir unten. Und durch die Verkündung des Aktienoptionsprogramms hieß es dann: Ah, man hat uns doch nicht vergessen. Das war ein sehr positiver Effekt.“ Viele langjährige Mitarbeiter hatten eine großen Beitrag dazu geleistet, dass das Unternehmen relativ schnell gewachsen ist und überhaupt an die Börse gebracht werden konnte. Das Optionsmodell hatte hier einen diese Leistung und die intrinsische Motivation würdigenden Charakter, was in dieser Phase zu einer Verstärkung letzterer führte. Eine Ausübung der Optionen ist im Moment nicht möglich. Dies zum einen, weil bei keinem der Pläne die gesetzliche Haltefrist von 2 Jahren überschritten wurde. Zum anderen entwickelte sich der Kurs des Unternehmens nach einer Hochphase kurz nach dem Börsengang schlecht. Teilweise fiel der Kurs unter einen Euro, und machte damit die Aktie zu einem Penny-Stock. Im Moment hat er sich wieder etwas erholt. Er hat jedoch gegenüber seinem Allzeithoch 96 % eingebüßt. Ob sich der Kurs wieder so entwickelt, dass in einigen Monaten, wenn die Haltefrist überschritten wird, auch die Hürde Outperformance erfüllt sein wird, scheint sehr fraglich. Man zeigt sich im Unternehmen aber gemäßigt hoffnungsfroh. Durch den variablen Ausübungspreis, der eine große Hebelwirkung entfalten kann und dem Umstand, dass der Neue Markt üblicherweise relativ volatil ist, könnten die Optionen doch noch ins Geld kommen und [...]
Im Unternehmen E gibt es zwei Aktienoptionsprogramme für die Beteiligung der Mitarbeiter: das Aktienoptionsprogramm 1999 und das Aktienoptionsprogramm 2000. Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 1999 wurden Ende 1999 insgesamt ca. 180.000 Optionsrechte ausgegeben. Durch das Ausscheiden von Mitarbeitern – was den Verfall der Optionen dieser Mitarbeiter bedingt – hat sich diese Zahl bis Ende Dezember 2000 auf ca. 160.000 verringert. Auf Grundlagen diesen Programms werden keine weiteren Optionen ausgegeben; in diesem Sinne ist es abgeschlossen. Im Rahmen des Aktienoptionsplans 2000 werden bis zu 250.000 Optionen zur Verfügung gestellt. Das Aktienoptionsprogramm 2000 ist inhaltlich an das Aktienoptionsprogramm 1999 angelehnt. Aus dem Aktienoptionsplan 2000 wurden noch keine Optionen ausgegeben. Beide Aktienoptionsprogramme sind, von der Ausgabe her gesehen, einjährig angelegt. Der Bezugspreis der Optionen ist variabel. Für die Optionsinhaber errechnet sich der Bezugspreis aus dem Kassakurs der ersten vier Wochen nach Notierungsaufnahme am Neuen Markt abzüglich eines Performanceabschlages, jedoch in keinem Fall weniger als 1 Euro pro Aktie. Die Höhe des Performanceabschlages richtet sich nach der Differenz der Performance der Aktie und des Vergleichsindexes (Outperformance). Als Vergleichsindex wurde für das Aktienoptionsprogramm 1999 der NEMAX All Share Index und für das Programm 2000 der NEMAX Internet Index zugrunde gelegt. In letzterem wird das Wettbewerbsumfeld des Unternehmens E besser dargestellt als im NEMAX All Share Index, der auch zahlreiche branchenfremde Werte enthält. Damit kann die Entwicklung der Aktie mit den Werten konkurrierender Unternehmen besser verglichen werden. Die Schlussnotierung der Aktie am Ende des Referenzzeitraums multipliziert mit dem dreifachen Prozentsatz der Outperformance ergibt den Performanceabschlag. Der im Aktienoptionsprogramm 1999 auf 30,27 Euro festgesetzte Bezugspreis ohne Performanceabschlag, den man aus dem Durchschnitt der Kurse der ersten 4 Wochen nach der Emission berechnet hat, wurde für das Aktienoptionsprogramm 2000 beibehalten.41 Das Optionsrecht kann erstmals nach Ablauf der Haltefrist ausgeübt werden, sofern die prozentuale [...]
3.2.3 Fallstudie: Unternehmen E: „E-Business Enabler“ Das Unternehmen, welches im Mittelpunkt der dritten Fallstudie steht, wird aus Anonymitätsgründen als Unternehmen E bezeichnet. Es lässt sich als E-Business Enabler bezeichnen, d.h. es bietet Beratungs- und Dienstleistungen an, die es anderen Unternehmen ermöglichen das Internet für ihre Geschäftstätigkeit zu nutzen. Das Unternehmen E hat seinen Sitz in Bayern und beschäftigte im März 2001 ca. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wurde vor ca. 12 Jahren gegründet und ging Mitte 1999 an den Neuen Markt. Die folgende Darstellung basiert maßgeblich auf einem Interview, das im Mai 2001 mit dem Leiter der Investor Relations Abteilung des Unternehmens durchgeführt wurde. Weitere Quellen sind der Geschäftsbericht 2000, der Quartalsbericht I/2001 und der Verkaufsprospekt zum Börsengang. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832447014
Arbeit zitieren:
Stößel, Dieter Juni 2001: Verdrängt die extrinsische die intrinsische Motivation?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Neuer Markt, extrinsische Motivation, Mitarbeiterkapitalbeteiligung, Aktienoptionsprogramme, intrinsische Motivation




