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Die Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen als innovatives Finanzierungsinstrument im Firmenkundengeschäft

Die Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen als innovatives Finanzierungsinstrument im Firmenkundengeschäft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kai-Felix Scheunemann
  • Abgabedatum: Juli 2008
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 3,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • Bibliografie: ca. 47
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3247-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scheunemann, Kai-Felix Juli 2008: Die Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen als innovatives Finanzierungsinstrument im Firmenkundengeschäft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verbriefung, Patent, Lizenz, Securitization, Firmenkunden

Diplomarbeit von Kai-Felix Scheunemann

Einleitung:

‘Geistiges Eigentum ist das Öl des 21. Jahrhunderts.’ Dieses Zitat beschreibt sehr anschaulich die steigende Bedeutung von geistigem Eigentum (‘Intellectual Property’, IP) in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft. Insbesondere für junge und forschungsintensive Unternehmen ist der Bestand an Rechten, Patenten und Lizenzen (RPL) ein bedeutender Vermögenswert, der allerdings aufgrund diverser Hindernisse häufig nicht zur Finanzierung des Unternehmens genutzt werden kann.

Die Verbriefung von Forderungen ist seit den frühen achtziger Jahren ein von Kreditinstituten regelmäßig genutztes Instrument um sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aber auch andere Unternehmen können das Instrument der Verbriefung nutzen, um ihre Finanzierungsquellen zu erweitern. Die Verbriefung von bilanzierten oder bisher nicht bilanzierten Unternehmensaktiva bietet sich als eine alternative Form der Finanzierung an.

Viele deutsche Unternehmen besitzen eine im internationalen Maßstab geringere Eigenkapitalausstattung und sind daher im hohen Maße von Fremdkapital abhängig. Zusätzlich haben junge und forschungsintensive Unternehmen im Vergleich zu ihrem Kapitalbedarf nur wenig physisch vorhandene Vermögensgegenstände, wodurch deren Finanzrating negativ beeinflusst wird. Zudem können diese Unternehmen nur im geringen Maße deren Bilanzaktiva als Sicherheiten für Kreditinstitute oder Investoren zur Verfügung stellen. Dafür besitzen forschungsintensive Unternehmen beispielsweise ein Portfolio regelmäßiger Forderungen, basierend auf Rechten an Forschungsergebnissen/Marken, patentierte Lösungen oder andere Lizenzeinnahmen durch die Produktion und den Vertrieb ihrer Produkte.

Die Assetklasse der IP-Verbriefungen ist ein sehr weites Feld. Theoretisch kann jede Form des geistigen Eigentums, welche einen zuverlässigen Zahlungsstrom generiert, verbrieft werden. Diese Arbeit soll sich auf die Attraktivität und Realisierbarkeit des vielversprechendsten Teiles der IP-Verbriefungen konzentrieren: Rechte, Patente und Lizenzen deutscher Unternehmen.

Diese Arbeit soll das Potenzial einer RPL-Verbriefung für die Firmenkunden der XXX erörtern. Zugleich soll diese fachliche Konzeption die Basis einer Grundsatzentscheidung für eine mögliche Produktentwicklung sein.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit soll Chancen und Risiken bei der ‘Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen als innovatives Finanzierungsinstrument im Firmenkundengeschäft’ aufzeigen. Dabei soll insbesondere die Attraktivität der RPL-Verbriefung für den deutschen Firmenkundenmarkt aus Sicht der XXX beurteilt werden. Dabei wird auch die in den USA entstandene Finanzmarktkrise berücksichtigt.

Zur besseren Verständlichkeit werden zuerst in Abschnitt 2 die grundlegenden Merkmale, die Entstehung und die Strukturen von ABS-Transaktionen erläutert. Die verschiedenen Motive der an einer Transaktion beteiligten Parteien sowie die veränderten Rahmenbedingungen für ABS seit der 2007 entstandenen Finanzmarktkrise bilden den Abschluss dieses Kapitels.

In Abschnitt 3 werden die Rechte, Patente und Lizenzen für diese Arbeit definiert, der vorhandene Bestand und das Potential dieser Vermögenswerte in Deutschland aufgezeigt sowie ein praxisnaher Ansatz zu deren Bewertung vor-gestellt.

Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit den bereits am Markt befindlichen IP-Transaktionen. Dabei werden zwei Transaktionen genauer betrachtet. Anschließend wird auf die konkreten Motive und Vorteile der Nutzung von RPL-Verbriefungen eingegangen sowie eine Potenzialanalyse aus Sicht der XXX vorgenommen.

Ihren Abschluss findet die Arbeit in Abschnitt 5 mit einem zusammenfassenden Resümee und Ausblick vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis V
Formelverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise 2
2. Grundlagen der Technik ‘Verbriefung’ 3
2.1 Definition des Begriffes ‘Verbriefung’ und Entwicklung der Assetklasse 3
2.2 Klassifikationen von Verbriefungen 6
2.2.1 Generelle Unterscheidungen 6
2.2.2 True Sale Struktur 8
2.2.3 Synthetische Struktur 9
2.3 Kriterienkatalog für die Verbriefung 10
2.4 Nutzenanalyse von Verbriefungen 12
2.4.1 Motive der Originator-Unternehmen 12
2.4.2 Motive der Finanzinstitute 15
2.4.3 Motive der Investoren 16
2.4.4 Gesellschaftliche Motive der Förderung von Verbriefungen 18
2.4.5 Die Finanzmarktkrise in den USA 20
3. Die Assetklasse ‘Rechte, Patente und Lizenzen’ 21
3.1 Rechte, Patente und Lizenzen in Deutschland 21
3.1.1 Definition der Rechte, Patente und Lizenzen 21
3.1.2 Der Schutz des geistigen Eigentums in Deutschland 22
3.1.3 Die Bedeutung der Rechte, Patente und Lizenzen 24
3.2 Die Bewertung von Rechten, Patenten und Lizenzen 27
3.2.1 Die Bedeutung von Bewertungen 27
3.2.2 Das Bewertungsobjekt 28
3.2.3 Monetärer Wert 30
3.2.3.1 Ertragswertansatz 31
3.2.3.2 Marktwertansatz 36
3.2.3.3 Kostenansatz 36
3.2.4 Technologischer Wert 37
3.2.5 Patentrechtlicher Wert 39
3.2.6 Dreidimensionales Bewertungsmodell 40
3.2.7 Zusammenfassende Beurteilung 41
4. Die Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen 42
4.1 Voraussetzungen an die verbrieften RPL 42
4.2 Voraussetzungen beim Originator für erfolgreiche Verbriefungen 46
4.3 Beispielhafte IP-Verbriefungen 47
4.3.1 Überblick der bekanntesten IP-Transaktionen 47
4.3.2 Die Transaktion Guess? Royalty Finance LLC 48
4.3.3 Die Transaktion DB Master Finance LLC 49
4.4 Motive für die Verbriefung von RPL 53
4.4.1 Chancen und Risiken bei der Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen 53
4.4.1.1 Investorensicht 53
4.4.1.2 Sicht des Originators 55
4.4.2 Vergleich einer Markenrechtsverbriefung mit Kredit- und Leasingfinanzierungen 57
4.5 Die Verbriefung von RPL durch die XXXXXXXX 61
4.5.1 Voraussetzungen für die Umsetzung 61
4.5.2 Qualitatives Ertragspotenzial 61
5. Zusammenfassung und Ausblick 64
Anhangsverzeichnis VI
Anhang VII
Literaturverzeichnis XXXVIII
Gesprächspartnerverzeichnis XLI

Textprobe:

Kapitel 3.2.3.2, Marktwertansatz:

Für Unternehmen, die den Vorschriften von IFRS 3 unterliegen, ist bei der Bewertung immaterieller Vermögenswerte der Marktwertansatz (Market Approach) vorrangig anzuwenden. Der Marktwertansatz folgt dem Grundsatz, dass auf einem vom Wettbewerb geprägten Markt grundsätzlich für jedes Gut ein Marktpreis erzielt wird. Wird das Bewertungsobjekt selbst auf einem aktiven Markt gehandelt, so ist auf dessen Marktpreis abzustellen. Ist dies nicht der Fall, sind vergleichbare Objekte heranzuziehen, deren Marktpreise auf das Bewertungsobjekt zu übertragen sind (Analogiemethode). Mithilfe eines Multiplikators wird hierbei die Relation zwischen Bewertungs- und Vergleichsobjekt ausgedrückt. Berechnet wird dieser anhand einer Bezugsgröße (z. B. Jahresumsatz). Der Multiplikator wird anschließend bei der betreffenden Bezugsgröße des Bewertungsobjektes angesetzt, um dessen Patentwert zu ermitteln. Wird das Vergleichsobjekt ebenfalls nicht auf einem aktiven Markt gehandelt, so sind zur Ableitung des Marktpreises Vergleichstransaktionen heranzuziehen. Die bei den Vergleichstransaktionen erzielten Preise sind um außerordentliche Faktoren zu bereinigen, wie beispielsweise veränderte Marktgegebenheiten und käuferspezifische Motive. Der Marktwertansatz ist aufgrund der spezifischen Anwendungsvoraussetzungen nicht für alle Formen von geistigem Eigentum anwendbar.

Kostenansatz:

Der Wert eines Patentes wird beim Kostenansatz (Cost Approach) über die Summe aller realen und potentiellen Kosten sowie Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Kauf, dem Marketing, der Betreuung, dem Schutz, der Forschung und Entwicklung eines Patentes entstehen, errechnet. Dabei wird von dem gleichen Nutzen wie bei dem zu bewertenden Objekt ausgegangen. Der Betrag, den der Eigentümer aufwenden muss, um das Bewertungsobjekt zu substituieren, bildet zugleich eine Wertobergrenze. Kein rational handelnder Investor bezahlt mehr als den Wert des im Nutzen identischen Substitutes. Es wird zwischen den Kosten eines exakten Duplikates (Reproduktionskostenwert) und den Kosten der Beschaffung und Herstellung eines Objektes mit äquivalentem Nutzen (Wiederbeschaffungswert) unterschieden. Beim Wiederbeschaffungswert werden ungenutzte Bestandteile, die jedoch das Bewertungsobjekt aufweist nicht berücksichtigt. Beim Reproduktions-kostenwert werden alle Bestandteile berücksichtigt, jedoch nicht die beim Wiederbeschaffungswert berücksichtigten technologischen Weiterentwicklungen. Die Reproduktionskosten- und Wiederbeschaffungswerte können deutlich voneinander abweichen und sind ebenfalls um die technische und wirtschaftliche Alterung zu korrigieren.

Der Anwendungsbereich des Kostenansatzes ist aufgrund der Tatsache eingeschränkt, dass die Höhe der Kosten, die für die Herstellung eines Objektes anfallen, nicht zwingend auf den zukünftigen Wert des wirtschaftlichen Nutzens schließen lassen. So können sehr hohe Entwicklungskosten in neue Technologien investiert werden, obwohl der wirtschaftliche Ertrag hieraus nur sehr gering ist. Der Kostenansatz wird daher vor allem zur Festlegung der Wertobergrenze angewendet.

Technologischer Wert:

Die monetäre Bewertung des Patentes basiert auf mehreren Annahmen und kann deshalb nur so zuverlässig sein, wie die zugrunde liegenden Vorhersagen. Um die monetäre Bewertung zumindest zu unterstützen, kann der technologische Wert des Patentes herangezogen werden. Diese am Geschäftsbetrieb orientierte Bewertungsmethodik wird seit den 1980er Jahren durchgeführt und basiert auf:

- Patent Audits; - Lebenszyklus Analysen; - Portfolio Analysen.

Bei Patent Audits werden alle im Unternehmen vorhandenen Patente zusammen betrachtet und anschließend individuell nach deren technologischen, rechtlichen und anderen wertrelevanten Faktoren untersucht.

Lebenszyklus Analysen sind ein geeignetes Instrument um die Zusammenhänge zwischen Marktmechanismen und dem Patentschutz zu visualisieren. Der Lebenszyklus eines Patentes lässt sich i. d. R. in drei Phasen unterteilen:

- Beantragung des Patentschutzes (Keine oder geringe Erträge).

- Genehmigung des Patentschutzes (maximale Erträge).

- Auslauf (Rückzug) des Patentschutzes oder Patent ist technisch veraltet (sinkende Erträge).

Arbeit zitieren:
Scheunemann, Kai-Felix Juli 2008: Die Verbriefung von Rechten, Patenten und Lizenzen als innovatives Finanzierungsinstrument im Firmenkundengeschäft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verbriefung, Patent, Lizenz, Securitization, Firmenkunden

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