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Verbreitung des digitalen Videorecorders auf dem deutschen Fernsehmarkt

Mögliche Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens und der Fernsehwerbung

Verbreitung des digitalen Videorecorders auf dem deutschen Fernsehmarkt
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Schmidt
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 118 Seiten
  • Dateigröße: 6,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9072-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9072-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9072-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Florian April 2005: Verbreitung des digitalen Videorecorders auf dem deutschen Fernsehmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Videorekorder, PVR, Fersehwerbung, Mediennutzung, Digitalisierung

Diplomarbeit von Florian Schmidt

Einleitung:

Der Fernsehmarkt in Deutschland ist in Bewegung und es sind grundlegende Umwälzungen im Gange. Zum einen schreitet die Digitalisierung des Fernsehens voran, zum anderen hält gleichzeitig der Digitale Videorecorder in die deutschen Fernsehhaushalte zunehmend Einzug.

Der Fortschritt der digitalen Fernsehtechnik sowie die damit einhergehenden neuen Perspektiven für die Fernsehzuschauer hinsichtlich des Mediums Fernsehen und des Digitalen Videorecorders, der dem Nutzer eine breite Palette neuer Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten eröffnet, werden in den ersten beiden Teilen dieser Arbeit einer ausführlichen Betrachtung unterzogen.

Die neuen Nutzungsmöglichkeiten des Digitalen Videorecorders, zukünftig den Fernsehkonsum unabhängig von festen Programmzeiten der Fernsehsender zu vollziehen, und das sich vervielfältigende Angebot an Programmen und Diensten im Rahmen des digitalen Fernsehens an sich, werden dazu führen, dass sich das bisherige Mediennutzungsverhalten der Konsumenten verändert.

Auf die möglichen Veränderungen des Nutzungsverhaltens wird im dritten Teil dieser Arbeit eingegangen. Hierbei werden verschiedene Tendenzen beleuchtet und mit fortgeschrittenen Entwicklungen in anderen Ländern, in denen der Digitale Videorecorder und das digitale Fernsehen bereits weiter verbreitet sind und deshalb Erfahrungswerte vorliegen, verglichen.

Der vierte Teil dieser Arbeit wendet sich schließlich dem Medienangebot des Fernsehens und der Fernsehwerbung zu. Denn das Programmangebot muss sich den Änderungen des Nutzungsverhaltens anpassen, um die Konsumenten so zu bedienen, dass eine starke Bindung der Zuschauer an das Medium auch in Zukunft erhalten bleibt. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil die Fernsehwerbung ein großes Interesse daran hat, dass das Fernsehen seine hohen Reichweiten erhält, und die Konsumenten über dieses Massenmedium weiterhin erreicht werden. Aus diesem Grund müssen auch die Programmanbieter einerseits für die Werbetreibenden attraktiv bleiben, andererseits aber auch den Fernsehzuschauern ein interessantes Programmangebot bieten. Denn ohne Fernsehzuschauer verlöre das Medium Fernsehen seinen Werbewert, was wiederum den Verlust einer maßgeblichen Finanzierungsgrundlage der Programmanbieter nach sich ziehen würde.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es daher, zu erörtern, wie das Fernsehen in Bezug auf die neuen technischen Möglichkeiten durch die Digitalisierung sowie den Digitalen Videorecorder und auf die damit einhergehenden Veränderungen im Mediennutzungsverhalten der Konsumenten reagiert bzw. reagieren kann.

Wie können die zu erwartenden Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens im Einzelnen aussehen, und wie die möglichen Reaktionen von Programmmachern und Werbetreibenden, um die Zuschauer auch weiterhin zu erreichen? Wie wird das digitale Fernsehen im aufkommenden Zeitalter des Digitalen Videorecorders aussehen?

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
EINLEITUNG III
ENTWICKLUNGEN DES FERNSEHMARKTES 1
1. DIGITALISIERUNG DES FERNSEHENS 1
1.1 Verbreitung des Digitalen Fernsehens 2
2. EMPFANGSGERÄTE FÜR DIGITALES FERNSEHEN 3
2.1 Set-Top-Box 3
2.2 Rückkanal 4
3. INTERAKTIVES FERNSEHEN – ITV 5
3.1.1 Electronic Programme Guide – EPG 7
3.1.2 Video-on-Demand – VOD 8
4. ZUSAMMENFASSUNG: ENTWICKLUNG DES FERNSEHMARKTES DIGITALER VIDEORECORDER 10
5. ALLGEMEINE ENDGERÄTEVERBREITUNG AUF DEM DEUTSCHEN MARKT 10
5.1 Klassischer Videorekorder, DVD-Player und DVD-Recorder 11
6. DIGITALER VIDEORECORDER 12
6.1 Kombination mit anderen Endgeräten 15
6.2 Marktübersicht 17
6.3 Absatzprognosen 18
6.4 Tatsächlicher Absatz Deutschland 20
6.5 Verbreitungswege 23
6.5.1 Exkurs: USA – TiVo und der gläserne Zuschauer 23
6.5.2 Exkurs: Großbritannien – Sky+ 27
6.5.3 Premiere Deutschland 28
6.5.4 Kabel Deutschland 28
6.5.5 moreTV 28
6.5.6 Euro I 29
7. ZUSAMMENFASSUNG: DIGITALER VIDEORECORDER 30
AUSWIRKUNGEN AUF DAS MEDIENNUTZUNGSVERHALTEN 32
8. ERHEBUNG DES MEDIENNUTZUNGSVERHALTENS 32
9. GESAMTBETRACHTUNG DER MEDIENNUTZUNG IN DEUTSCHLAND 33
10. ENTWICKLUNGEN FÜR DAS MEDIUM FERNSEHEN 35
10.1 Entwicklung der Nutzung 35
10.2 Entwicklung der Reichweite 36
10.3 Auswirkungen aufgrund der digitalen Fernsehtechnik 36
10.3.1 Fragmentierung 37
10.3.2 interaktives Fernsehen – iTV 38
10.3.3 Electronic Programme Guide 40
10.4 Auswirkungen aufgrund der Digitalen Videorecorder 41
10.4.1 Zeitversetztes Fernsehen – Time Shift 42
10.4.2 Video-On-Demand 44
10.5 Exkurs: Vergleichende Betrachtung der Mediennutzung 46
10.5.1 Entwicklungen Großbritannien 46
10.5.2 Entwicklungen USA 48
11. ZUSAMMENFASSUNG: AUSWIRKUNGEN AUF DAS MEDIENNUTZUNGSVERHALTEN 50
12. MARKT DER FERNSEHWERBUNG IN DEUTSCHLAND 53
13 FERNSEHWERBUNG VOR DEM UMBRUCH 54
14. DIGITALER VIDEORECORDER – GEFAHR ODER CHANCE FÜR DIE TV-WERBUNG ? 55
15. HERAUSFORDERUNG FÜR PROGRAMMANBIETER UND WERBEVERMARKTER 56
16. ABLÖSUNG DES KLASSISCHEN WERBEBLOCKS DURCH ZUNEHMENDEWERBEINTEGRATION 58
16.1 Kurze Werbeblöcke, Single Spots und Single Splits 60
16.2 Programmplatzsponsoring 62
16.3 Split Screen 63
16.4 Virtuelle Werbung 64
16.5 Von Product Placement bis Programming 65
16.5.1 Definition und wissenschaftliche Einordnung 66
16.5.2 Einsatz des Product Placement 68
16.5.3 Programming 69
16.5.4 Allianzen zwischen Fernseh- und Filmwirtschaft mit der Industrie 70
16.6 Interaktive Werbung 71
16.6.1 Der „Rote Punkt“ 75
16.7 Werbung im Electronic Programme Guide 76
16.8 Personalisierte Werbung 77
17. ZUSAMMENFASSUNG: AUSWIRKUNGEN AUF DIE FERNSEHWERBUNG 80
FAZIT 84
ANHANG 88
18. ABBILDUNGEN 88
19. MARKTÜBERSICHT: SET-TOP-BOXEN MIT INTEGRIERTEN FESTPLATTEN 102
20. TV-SONDERWERBEFORMEN 2004 106
21. QUELLENNACHWEIS 109
LITERATURVERZEICHNIS 110
ERKLÄRUNG 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Marktanteil bei aufgezeichneten TV-Sendungen, die zeitversetzt angesehen werden, sogar nur bei 1 bis 2 Prozent.122 Fraglich ist natürlich, ob dies allein schon Rückschlüsse auf den Digitalen Videorecorder zulässt, denn eine Erhebung in den amerikanischen Haushalten, die das TV-Diensteangebot von TiVo nutzen und somit über einen Digitalen Videorecorder verfügen, hat ergeben, dass 70 Prozent dessen, was diese an Fernsehinhalten konsumieren, zeitversetzt angesehen wird. Nur noch 28,5 Prozent der Haushalte mit einem Digitalen Videorecorder sehen das Programm in der Hauptsendezeit und somit nicht zeitversetzt an.123 Weitere Erfahrungswerte aus Großbritannien und den USA werden in den Kapiteln 10.5.1 und 10.5.2 behandelt. Zeitversetztes Konsumieren von Fernsehsendungen eröffnet den Haushalten mit einem Digitalen Videorecorder die Option, die aufgezeichneten Werbeblöcke durch Anwendung der Vorspultaste ohne großen Aufwand zu überspringen und auf diese Weise zu umgehen. Dieser Vorgang wird mit dem Begriff Ad Skipping umschrieben. Das Ad Skipping kann noch auf anderem Wege auftreten. Sieht ein Fernsehzuschauer das Fernsehprogramm zum regulären Sendetermin, so besteht die Möglichkeit, in dem Moment, in dem der Werbeblock beginnt, die Pausebzw. Aufnahmetaste an seinem Digitalen Videorecorder zu bedienen. Einige Minuten später, wenn die Sendung regulär fortgesetzt wird, kann er das Programm an der Stelle weiterverfolgen, an der der Werbeblock beendet ist. Dieser Vorgang des zeitversetzten Ansehens von Programminhalten kann möglicherweise zu einer Veränderung des Mediennutzungsverhaltens führen. Hervorzuheben ist die Bezeichnung „möglicherweise“, da die Ausführungen ein durchaus widersprüchliches Bild von der zukünftigen Mediennutzung vermitteln. Ingrid Haas (siehe Kapitel 10.4) schreibt, dass kaum Veränderungen zu erwarten seien. Die Erfahrungswerte des britischen Digitalangebotes Sky+ (siehe auch: Kapitel 10.5.1) zeigen, dass noch immer 60 Prozent der Fernsehsendungen nicht zeitversetzt angesehen werden. Diesen Ansichten und Werten stehen jedoch völlig konträre Fakten von TiVo (siehe auch: Kapitel 10.4.1) gegenüber. Hier konsumieren die Abonnenten 70 Prozent des Fernsehangebotes zeitversetzt. Eine wirklich klare Aussage lässt sich also vom heutigen Standpunkt aus über die weiteren Entwicklungen der Mediennutzung nicht treffen. Nur eben diese, dass tendenziell aufgrund der Time-Shift-Funktion eine Veränderung des Mediennutzugsverhaltens angenommen werden kann. Diese Annahme wird durch die Erhebung der Studie „TV 2010 – Die Digitalisierung des Fernsehens“ gestützt, die ergab, dass mindestens 79,8 Prozent der Befragten die Funktion des [...]

Time Shift ist eine der entscheidenden Funktionen, über die der Digitale Videorecorder verfügt. Allerdings gibt es über die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens durchaus widersprüchliche Aussagen. Die Einen gehen davon aus, dass diese Funktion intensiv genutzt werden wird. Andere wiederum äußern, dass dies eher nicht der Fall sein wird, da davon auszugehen sei, dass sich die Fernsehgewohnheiten der Zuschauer nicht erheblich verändern würden (so Ingrid Haas in Kapitel 10.4). In „Digitales Fernsehen – Herausforderungen für TV-Forschung und TVWerbung“ schreibt Gerhard Franz, Bezug nehmend auf den klassischen Videorekorder mit VHS-Kassette, dass dieser, obwohl die Mehrzahl der Haushalte ein solches Gerät besitzt, (siehe auch: Kapitel 5) kaum genutzt würde. Im europäischen Durchschnitt läge der Nutzungsanteil für das Ansehen von Video-Leihkassetten mit dem Videorekorder nur bei drei Prozent. Und der [...]

angesehen wird, und dadurch beispielsweise die klassische Fernsehwerbung an Reichweite verliert. Durch diese Technik wird der Zuschauer unabhängig von Programm und Zeit werden, und außerdem die Möglichkeit haben, Dienste wie das Video-on-Demand zu nutzen, was sich ebenfalls auf die Nutzungsdauer des Fernsehens auswirken könnte. In ihrem Artikel „Digitale Zukunft und die Auswirkung auf Programmkosten“ aus der Sicht eines privaten Programmanbieters schreibt Ingrid Haas, dass die Nutzung des Digitalen Videorecorders die Sender in unterschiedlicher Härte treffen wird. Die Möglichkeit, Werbung zu überspringen (Ad Skipping) sowie Sendungen aufzuzeichnen und zeitversetzt (Time Shift) anzusehen, sind Aussichten, die alles andere als schön und für das Fernsehgeschäft förderlich seien. Haas stellt jedoch die Frage, ob die Fernsehzuschauer diese Funktionen überhaupt nutzen werden und kommt zu der Aussage, dass dies wahrscheinlich, abgesehen von einigen wenigen, nicht der Fall sei. Sie begründet diese Feststellung damit, dass es entscheidend auf die Inhalte ankommen werde, und dass auch davon ausgegangen werden könne, dass die Zuschauer ihre Fernsehgewohnheiten nicht derart massiv zum zeitversetzten Fernsehen hin ändern würden. Denn, so Haas, „der normale Zuschauer gliedert seinen Abend oder seine Woche nach dem Fernsehen“. Die Zuschauer würden weiterhin beispielsweise die Tagesschau um 20:00 Uhr einschalten, da mit ihr der Fernsehabend begänne. Er würde auch weiterhin die Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“ zu der aktuellen Zeit mitbekommen wollen, damit er gleich wisse, wer die Million gewinnt oder nicht. Das Gleiche gelte vor allem auch für Sportsendungen, so Haas, die die Zuschauer ohnehin live sehen wollen. Unter diesen aufgeführten Gesichtspunkten sehe sie die Entwicklungen, die mit dem Digitalen Videorecorder einhergehen, eher gelassen und kein großes Gefahrenpotenzial.121 Diesen Äußerungen stehen jedoch bereits Erfahrungswerte aus den USA gegenüber, wie das Kapitel 10.5.2 zeigen wird. [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Florian April 2005: Verbreitung des digitalen Videorecorders auf dem deutschen Fernsehmarkt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Videorekorder, PVR, Fersehwerbung, Mediennutzung, Digitalisierung

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