Verbesserungspotentiale in Supply Chain Netzwerken durch Einsatz von Logistikdienstleistern im Transportlogistikmanagement
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heiko Jungblut
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 151 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Hohenheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5860-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5860-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5860-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jungblut, Heiko Januar 2002: Verbesserungspotentiale in Supply Chain Netzwerken durch Einsatz von Logistikdienstleistern im Transportlogistikmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fourth Party Logistic Provider (4PL), Third Party Logistic Provider (3PL), Logistikmanagement, Logistik, Supply Chain Management
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Diplomarbeit von Heiko Jungblut
Einleitung:
Wirft man einen Blick auf die heutige Wirtschaft, so ist diese zunehmend durch eine Dynamisierung der Umweltsituationen, Globalisierung der Geschäftsverbindungen und fortschreitende Technologisierung der Geschäftsprozesse charakterisiert. Unternehmen sind mit ständig wechselnden Umweltsituationen konfrontiert und müssen sich denen anpassen, um langfristig wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben. Die bisher bestehenden, weitgehend unabhängigen Märkte wachsen zu einem globalen Markt zusammen und erhöhen somit die Anforderungen an die Koordination und Optimierung der Geschäftsprozesse. Darüber hinaus werden ständig neue moderne Informations- und Kommunikationssysteme zur Unterstützung, Vereinfachung und Optimierung der Geschäftsprozesse entwickelt. Dies führt zu einem zunehmenden Wettbewerbsdruck, welcher eine fortwährende Realisierung von Verbesserungspotentialen der Unternehmen erfordert.
Insbesondere die Transportlogistik spiegelt dieses Wirtschaftsbild wider. Vermehrte Versendungen ins Ausland, immer kleiner werdende Losgrößen und der Bedarf an kürzeren Transportfrequenzen, stellen die steigenden Anforderungen an die Transportlogistikprozesse der Unternehmen dar. In der Unternehmenspraxis ist eine Konzentration auf dessen Kernkompetenzen zu beobachten. Eine beobachtbare Wirkung dieser Entwicklung ist eine verstärkte Auslagerung des Transportlogistikmanagements an Logistikdienstleister. Dabei werden unter anderem zur Durchführung der Transportlogistikprozesse unterschiedliche Logistikunternehmen eingesetzt.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit wird sich aus diesem Grund mit der Frage befassen, inwiefern der Einsatz von Logistikdienstleistern, den Unternehmen in Supply Chain Netzwerken die Realisierung von Verbesserungspotentialen ermöglicht. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Qualitäts-, Zeit-, Kosten- und/oder Serviceverbesserungen der Transportlogistik in einem Supply Chain Netzwerk durch Ausnutzung struktureller, funktioneller bzw. prozessualer und technologischer Potentiale mit Hilfe dieser Logistikdienstleister erlangt werden können. Dazu werden in dieser Arbeit Verbesserungspotentiale eines Supply Chain Netzwerkes identifiziert und untersucht ob der Einsatz von Logistikdienstleister Einfluss auf dessen Realisation hat.
Dazu wird im Anschluss an die Einführung im zweiten Kapitel zunächst ein Bezugsrahmen hergestellt, der die Begrifflichkeiten, die für die Logistik relevant sind, abgrenzt und die für diese Arbeit notwendigen Grundlagen erörtert. Danach folgen im dritten Kapitel die Eingliederung und Beschreibung des Transportlogistikmanagements und dessen Prozesse.
Das vierte Kapitel schildert Lösungsansätze der Transportproblematik. Damit ist die Grundlage für das fünfte Kapitel gegeben, indem die verschiedenen Arten von Logistikdienstleistern aufgeführt werden und dessen Verbesserungspotentiale für das Transportlogistikmanagement anhand dreier Geschäftsmodelle diskutiert wird. Abschließend sollen im sechsten Kapitel die Auswirkungen der vorherigen Ausführungen im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen beleuchtet werden.
Ergebnisbetrachtung Diese Arbeit hat gezeigt, dass Logistikdienstleister in den verschiedensten Logistikbereichen etablierte Partner sind. Im Bereich des Transportlogistikmanagements sind sie ein unerlässlicher Partner. Ihr Einsatz zahlt sich für viele Unternehmen aus. Der Trend der LDL ist durch den Drang weitere Verbesserungspotentiale geprägt, da sie mit einem immer stärker werdenden Wettbewerb konfrontiert sind. Der Blick eines „Third Party Logistics“ (3PL) Providers geht deshalb beharrlich in Richtung die charakteristischen Dienste eines „Fourth Party Logistics“ (4PL) Providers (Planung, Steuerung und Kontrolle der gesamten Supply Chain Prozesse) in sein Portfolio aufzunehmen. Die großen 3PL Provider orientieren sich, was die Informations- und Kommunikationskompetenzen und Prozessverantwortung angeht, vornehmlich in Richtung der 4PL Dienste. Der klassischen 4PL Provider ist jedoch bisher in Deutschland noch nicht realisiert, weshalb sich meiner Einschätzung nach, eher ein Trend in Richtung einer Mischform eines 3PL und 4PL Providers etablieren wird.
Dies begründet sich vor allem in dem in Deutschland noch herrschenden Misstrauen gegenüber der vollständigen Öffnung von Geschäftsdaten für externe Dienstleister, wie auch im fehlenden Interesse von 3PL Providern sich in die Abhängigkeit eines Intermediäres zu begeben. Das 4PL Modell erscheint deswegen nur interessant zu werden, wenn ein klarer Nutzenaspekt im Vordergrund steht und das Modell in der jeweiligen Situation im Sinne der raschen Etablierung von Kooperationen mit Dienstleistern realisierbar ist. Je größer ein 3PL Provider, umso geringer wird der Zusatznutzen eines 4PL Providers.
Der Ansatz des 4PL Provider scheint wissenschaftlich betrachtet sehr erstrebenswert, jedoch in der Praxis werden die Vorteile eines 4PL Modells durch die vorherrschenden Vormachtsstellungen in SCN beschränkt. Dies lässt sich mit einem Vergleich mit dem Kommunismus näher bringen. Im Kommunismus steht, wie bei einem 4PL Modell, das Optimum des gesamten Netzwerkes im Vordergrund. Dadurch wird jedoch zum Teil den Interessen Einzelner widersprochen.
Ein ebenso nicht zu vernachlässigender Punkt ist die Tatsache, dass die Optimierung von Geschäftsprozessen nicht nur anhand von faktischen Ergebnissen in Form von numerischen Verbesserungen zustande kommt, sondern vielmehr auch der Faktor Mensch zu betrachten ist und somit nicht immer das zahlenmäßige Optimum auch zugleich das globale Optimum darstellt.
Durch die Fremdvergabe an einen Logistikdienstleister entsteht eine psychologische Abhängigkeit, worauf die Menschen unterschiedlich reagieren können und somit das Optimum beeinflussen.
Ein Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung des Transportlogistikmanagements und der Logistikdienstleister ist in der weiteren Ausgestaltung und Verbesserung netzwerkartiger Strukturen zu sehen. Darunter wird vor allem das Überdenken einzelner Geschäftsprozesse verstanden, welche verstärkt die Synchronisation und Kollaboration von Supply Chain Informationen in integrierten Strukturen ermöglichen sollen. Bestrebungen in diese Richtung werden tatkräftig durch Initiativen, wie SCOR und CPFR, wie auch durch einzelne Unternehmen (SAP, i2, Magnugistics, etc.) in Form von Strukturmodellen und Softwaresystemen vorangetrieben. Eines der Hauptprobleme ergibt sich vor allem durch die kontinuierlich steigende Komplexität der abzubildenden Supply Chain Informationen innerhalb des Netzwerkes. Somit sind des weiteren immense Anstrengungen in der transparenten Darstellung der Informationen zu tätigen.
Die Basis für weitere Verbesserungen ist hauptsächlich in der Nutzung elektronischer Medien zu sehen. Forschungsarbeiten der Universität St. Gallen in Zusammenarbeit mit Industrie- und Logistikunternehmen haben die zukünftige Bedeutung einzelner Logistikdienstleistungen ausgearbeitet und in einer Tabelle ihrer Bedeutung nach aufgelistet. Darunter ist vor allem der Ausbau von IT-unterstützten Diensten zu sehen, wie Web-EDI Messaging, IT-Application Integration, Tracking and Tracing ect. In bezug auf das einführende Zitat von Bell et al., steht somit die Frage offen, ob die heutigen Geschäftsprozesse des Supply Chain Netzwerkes im Bereich des Transportlogistikmanagements den Schritt in Richtung einer vollkommenen Virtualisierung gehen, oder ob bewährte Strukturen beibehalten werden. Meines Erachtens ist jedoch im globalen Wirtschaftssystem von zentraler Bedeutung, dass durchgängige, aufeinander abgestimmte und kooperierende Netzwerke für globale Geschäftstätigkeiten unabdingbar sind.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT | 1 |
| 2. | GRUNDLEGENDES VERSTÄNDNIS DER LOGISTIK | 2 |
| 2.1 | DEFINITION DES LOGISTIKBEGRIFFES | 2 |
| 2.2 | HISTORISCHE ENTWICKLUNG | 3 |
| 2.3 | LOGISTIKAKTIVITÄTEN | 5 |
| 2.3.1 | Funktionelle Eingrenzung | 5 |
| 2.3.1.1 | Verrichtungsspezifische Betrachtung | 6 |
| 2.3.1.2 | Phasenspezifische Betrachtung | 6 |
| 2.3.2 | Institutionelle Abgrenzung | 9 |
| 2.4 | LOGISTIKMANAGEMENT | 11 |
| 2.4.1 | Grundsätze Logistikmanagement | 11 |
| 2.4.2 | Logistikkonzeptionen | 12 |
| 2.4.2.1 | Wert- und Nutzenorientiertes Denken | 12 |
| 2.4.2.2 | Systemdenken | 13 |
| 2.4.2.3 | Flussdenken | 14 |
| 2.4.2.4 | Querschnitts(funktions)denken | 14 |
| 2.4.2.5 | Gesamt- oder Totalkostendenken | 15 |
| 2.4.2.6 | Servicedenken | 15 |
| 2.4.2.7 | Logistisches Effizienzdenken | 16 |
| 2.4.2.8 | Konsequenzen der Logistikkonzeptionen | 17 |
| 2.5 | SUPPLY CHAIN MANAGEMENT | 17 |
| 2.5.1 | Begriffsdefinition | 17 |
| 2.5.2 | Struktur | 19 |
| 2.5.3 | Logistikmanagement vs. Supply Chain Management | 20 |
| 2.5.4 | Prinzipien | 21 |
| 2.6 | STRATEGISCHE ZIELSETZUNGEN DES SUPPLY CHAIN NETZWERKES | 22 |
| 2.6.1 | Logistische Leistung | 24 |
| 2.6.1.1 | Zeitziele | 24 |
| 2.6.1.2 | Qualitätsziele | 25 |
| 2.6.2 | Logistische Kosten | 26 |
| 2.6.3 | Weitere Zielsetzungen | 27 |
| 3. | TRANSPORTLOGISTIKMANAGEMENT | 29 |
| 3.1 | TRANSPORTUMFELD | 29 |
| 3.2 | EINGLIEDERUNG DES TRANSPORTLOGISTIKMANAGEMENTS | 33 |
| 3.3 | TRANSPORTPROZESSE | 37 |
| 3.3.1 | Strategisches Transportlogistikmanagement | 38 |
| 3.3.2 | Taktisch/Operatives Transportlogistikmanagement | 39 |
| 3.3.3 | Transportplanung & -konsolidierung | 40 |
| 3.3.4 | Transportdurchführung | 41 |
| 3.3.5 | Transportkontrolle | 42 |
| 3.4 | POTENTIALE UND PROBLEME DES TRANSPORTLOGISTIKMANAGEMENTS | 42 |
| 3.4.1 | Probleme | 42 |
| 3.4.2 | Potentiale | 44 |
| 4. | LÖSUNGSANSÄTZE ZUR TRANSPORTPROBLEMATIK | 45 |
| 4.1 | ÖKONOMISCHE KOORDINATION LOGISTISCHER PROZESSE | 45 |
| 4.1.1 | Gründe für erhöhten Koordinationsbedarf | 45 |
| 4.1.2 | Erklärungsansatz ausgewählter Koordinationsformen | 47 |
| 4.1.2.1 | Koordination durch planerische Hierarchien | 49 |
| 4.1.2.2 | Koordination durch preisgesteuerte Märkte | 49 |
| 4.1.2.3 | Koordination durch Unternehmensnetzwerke | 51 |
| 4.1.3 | Supply Chain Netzwerk – kooperatives Unternehmensnetzwerk | 52 |
| 4.1.3.1 | Netzwerkarten | 53 |
| 4.1.3.2 | Netzwerkportfolio nach Göransson/Schuh | 55 |
| 4.1.3.3 | Kooperationsarten | 56 |
| 4.1.4 | Supply Chain Netzwerk - dezentrales Unternehmensnetzwerk | 57 |
| 4.2 | BUSINESS STRATEGIEN | 59 |
| 4.2.1 | Partielle Optimierung | 59 |
| 4.2.2 | Integration | 59 |
| 4.2.3 | Kollaboration | 60 |
| 4.2.4 | Synchronisation | 62 |
| 4.3 | STELLENWERT VON INFORMATIONSFLÜSSEN | 64 |
| 4.4 | POTENTIALE VON IUK-TECHNOLOGIEN | 65 |
| 5. | EINSATZ VON LOGISTIKDIENSTLEISTERN | 69 |
| 5.1 | LOGISTIKDIENSTLEISTER | 70 |
| 5.1.1 | Einzeldienstleister | 72 |
| 5.1.2 | Verbunddiensleister | 73 |
| 5.1.3 | Systemdienstleister | 74 |
| 5.1.3.1 | Third Party Logistics Provider | 75 |
| 5.1.3.2 | Fourth Party Logistics Provider | 78 |
| 5.2 | BUSINESS MODELLE | 84 |
| 5.2.1 | Beschreibung Business Modelle | 85 |
| 5.2.1.1 | Logistiklösung von Papierherstellers (Kooperation Hersteller – LDL) | 85 |
| 5.2.1.2 | Logistiklösung der Danzas AG (3PL/4PL Modell) | 86 |
| 5.2.1.3 | Logistiklösung der Escate AG (4PL Modell) | 89 |
| 5.2.2 | Verbesserungspotentiale durch Logistikdienstleister | 92 |
| 5.2.2.1 | Strukturelle Verbesserungen | 92 |
| 5.2.2.2 | Funktionelle/Prozessuale Verbesserungen | 95 |
| 5.2.2.3 | Instrumentelle Verbesserungen | 96 |
| 5.2.2.4 | Nachteile/Probleme | 98 |
| 6. | AUSBLICK | 99 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 102 | |
| ANHANG | 111 |
Aus Sicht der Kooperatio nstheorie findet in unseren Tagen eine Umkehr des im Verlauf des 20. Jahrhundert zu beobachtenden Trends, der zunehmenden vertikalen Integration entlang der Wertschöpfungskette, statt263 . Zur Bewältigung aufgrund der wachsenden Komplexität der Unternehmensbeziehungen innerhalb einer Supply Chain sind SCN die herausragende Organisationsform ökonomischer Aktivitäten. SCN werden als innovative Organisations- und Technologiekonzepte zur Bewältigung aktueller Herausforderungen des Managements eingeführt. Sie sind in der Lage, die Anreize marktlicher Koordination mit den zielsicheren Funktionen von Hierarchien und den konsensbewahrenden Funktionen von Verhandlungen zu vereinen264 . Ein SCN ist somit nach Abbildung 19 zwischen marktlicher und hierarchischer Koordination anzusiedeln. In Tabelle 7 werden dazu die realisierbaren Vorteile der kooperativen Koordination gegenüber marktlichen oder hierarchischen Formen aufgeführt. [...]
Die Kooperationsform der Unternehmensnetzwerke besteht aus rechtlich selbständigen, aber in gewissem Umfang wirtschaftlich voneinander abhängigen Unternehmen, die durch kooperative und relativ komplexe Austauschbeziehungen miteinander verbunden sind 259 . Charakteristisch für Unternehmensnetzwerke ist die Mehrfachverknüpfung von bilateralen Wertschöpfungspartnerschaften (Kooperationen). Sie bestehen aus zwei oder mehreren Unternehmen, die kooperieren und in aufeinander folgenden oder gleichgestellten Stufen Wertschöpfung einer Leistung hinzufügen260 . Ausprägungen davon sind z.B. strategische Allianzen, Joint Ventures, Logistikdienstleister oder Anbieterpartnerschaften. Beim Zeitpunkt des Eingehens der Beziehung ist die zu erstellende Leistung noch nicht vollständig definiert. Die Aktivitäten der beteiligten Unternehmen sind auf ein oder mehrere gemeinsame Ziele ausgerichtet. Dabei können mehrere gleichgerichtete als auch entgegengerichtete Ziele existieren261 . Beim Eingehen einer Kooperation ist meist die eine oder andere Investition zu tätigen. Dazu zählen z.B. das Anpassen des Anlagevermögen bei Logistikdienstleister zur Erfüllung der geforderten Dienstleistung, der Know-how Transfer, die Anbindung an IuK-Technologien etc. 262 . Da somit ein Unternehmensnetzwerk, wie auch eine Supply Chain, als Kooperation verschiedener Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette verstanden werden kann, ist es möglich, die Diskussion über Unternehmensnetzwerke gleichzusetzen mit der Diskussion über Supply Chain Netzwerke (SCN). [...]
Koordination der Leistungsbeziehungen werden dabei auf solchen Marktplätzen oder durch marktähnliche Formen durchgeführt. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Marktteilnehmer geschieht somit auf Basis klassischer Verträge 250 . In einem Markt lassen sich niedrige Transaktionskosten erhalten, wenn der Anteil an zu klärenden Informationen gering sind 251 . Märkte sind meist durch Informationsdefizite bzw. -asymmetrien zwischen den Marktteilnehmern charakterisiert252 , jedoch weisen sie eine höhere Flexibilität auf, als die Hierarchie oder kooperative Unternehmensnetzwerke, da keine langfristigen Bindungen eingegangen werden. Eine immer größere Bedeutung lässt sich den elektronischen Märkten zuschreiben. Elektronische Märkte sind ein mit Hilfe der Telematik realisierter Marktplatz, welcher die Phasen einer Markttransaktion unterstützen253 . Ein elektronischer Markt ermöglicht Austauschbeziehungen zwischen potentiell gleichberechtigten Marktteilnehmern. Zur Unterstützung bieten elektronische Märkte leistungsergänzende Marktdienste an, damit eine ganzheitliche Problemlösung ermöglicht werden kann. Der Marktteilnehmer hat zu jeder Zeit und überall auf der Welt Zugriff auf den Marktplatz, sofern er einen Zugang zu dessen Tele matiksystem hat. Zum Unterschied zu realen Märkten sind elektronische Märkte global erreichbar, da sie ortsungebunden sind 254 . Sie sind unabhängig von Raum und Zeit. Elektronische Märkte werden als überlegene Koordinationsform gesehen, da sie die Agenten zu dem Vergleich mit den Besten zwingt und durch den initiierten Selektionsprozess zu „Motoren der evolutio nären Fortentwicklung“ werden255 . [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832458607
Arbeit zitieren:
Jungblut, Heiko Januar 2002: Verbesserungspotentiale in Supply Chain Netzwerken durch Einsatz von Logistikdienstleistern im Transportlogistikmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Fourth Party Logistic Provider (4PL), Third Party Logistic Provider (3PL), Logistikmanagement, Logistik, Supply Chain Management



