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Verbesserung der vermehrten biologischen Phosphatelimination durch Zugabe von Dolomitkalkhydrat

Verbesserung der vermehrten biologischen Phosphatelimination durch Zugabe von Dolomitkalkhydrat
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Kai Troeger
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 732,6 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Fridericiana Karlsruhe (TH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4111-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4111-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4111-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Troeger, Kai September 2000: Verbesserung der vermehrten biologischen Phosphatelimination durch Zugabe von Dolomitkalkhydrat, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bio-P, Kläranlage, Kalk, Phosphorelimination

Studienarbeit von Kai Troeger

Einleitung:

Die Anforderungen und das Verständnis um die Erhaltung der Natur und ihrer Ressourcen steigen ständig. Es wurde erkannt, dass die industrielle Entwicklung und unsere damit entstandene Zivilisation die Natur stark beanspruchen. Den Menschen, besonders in den Industrienationen, ist dieses Naturverständnis leider weitestgehend verloren gegangen. Umso größer sind damit die Ansprüche, die an die Abwasserreinigung gestellt werden: Allein der Phosphoreintrag in das Oberflächengewässer in der BRD stammt zu 75% aus den kommunalen und industriellen Kläranlagen. Somit ist die Verminderung der Phosphorbelastung aus dieser Belastungsquelle von hoher Priorität.

Da infolge der Einführung von Mindestanforderungen für BSB (1979), N und P (1992) die Investitions- und Betriebskosten stark gestiegen sind, wächst das Interesse an kostengünstigen und effektiven Verfahren stetig. Biologische Reinigungsverfahren erwiesen sich in ihrer Eliminationsleistung schon immer als sehr effektiv. Allerdings benötigen sie möglichst konstante Randbedingungen (u.a. Temperatur, Zulaufkonzentrationen).

Hierbei kommt der biologischen Phosphorelimination in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung zu, was sich an den zahlreichen Forschungsarbeiten und der steigenden Anzahl an Kläranlagen, die dieses Verfahren bereits erfolgreich einsetzen, deutlich wiederspiegelt.

Das Forschungszentrum Karlsruhe besitzt eine biologische Kläranlage, die nach dem Prinzip der vorgeschalteten Denitrifikation mit zusätzlicher Simultanfällung betrieben wird. Seit der Planung der Anlage hat sich die Mitarbeiterzahl und somit die Abwassermenge um ca. die Hälfte reduziert, wodurch die Belastung von 3000 EWG auf 1000 EWG gesunken ist. Aufgrund der Tatsache, dass die Kläranlage in einen kleinen Vorfluter einleitet, orientieren sich die Einleit-Grenzwerte der wasser-rechtlichen Genehmigung an den Anforderungen für Kläranlagen der Größenklasse 4 mit Grenzwerten für NO3-N von 18 mg/L und für Pges von 3 mg/L.

Das Abwasser hat im Vergleich zu üblichem kommunalen Abwasser eine sehr hohe Stickstoffkonzentration (80 - 100 mg/L N) mit hohen Ammoniumspitzen zur Zeit der größten hydraulischen Belastung [Ansbach, 1997]. Aufgrund des dadurch resultierenden ungünstigen BSB5/N-Verhältnisses wird seit Neuestem zur weitergehenden N-Elimination Kantinenabfall extern dosiert. Durch diese Dosierung der externen C-Quelle und bei geringen Anlagenbelastung herrschen günstige Bedingungen für eine Bio-P.

Bereits seit längerer Zeit wird über Simultanfällung die Einhaltung des P-Grenzwertes garantiert. Da im Laufe des Betriebes die Fällmittelmengen bei konstanter P-Fracht im Zulauf zurück gingen, lag die Vermutung nahe, dass sich bereits eine Bio-P in der Betriebskläranlage eingestellt hat. Die grundsätzliche Möglichkeit, Phosphor durch eine Bio-P auf der Betriebskläranlage zu eliminieren, wurde mit einer Laborklär-anlage bereits erfolgreich getestet.

Auch in der Literatur wird beschrieben, dass bei schwach belasteten Anlagen ohne Anaerobbecken und bei ausreichender Nährstoffversorgung eine Bio-P erzielt werden kann. Durch den Einsatz von Kalk kann hierbei die Eliminationsleistung stabilisiert und die Schlammstruktur, die häufig v.a. bei Bio-P-Anlagen Probleme bereitet, verbessert werden.

In der vorliegenden Arbeit sollten in einer Laborkläranlage eine Bio-P, wie schon in vorrangegangenen Untersuchungen, aufgebaut und die Eliminationsleistung durch die Zugabe von externen C-Quellen und Dolomitkalkhydrat optimiert werden, wobei die Betriebskläranlage wieder mit der Laborkläranlage simuliert werden sollte. Als Erstes sollte wiederum versucht werden, eine biologische Phosphorelimination durch Zugabe von Kantinenabfällen ohne den Anbau eines zusätzlichen Anaerobbeckens zu initiieren und zu optimieren. Die derzeit auf der Betriebskläranlage angewandte Fällung wurde dabei nicht umgesetzt.

Anschließend sollte zusätzlich Dolomitkalkhydrat dosiert werden, um zu untersuchen, ob trotz der Probleme der Betriebskläranlage, wie stark schwankende Zulaufkonzentrationen, hohe NH4-N-Konzentrationen, eine stabile biologische Phosphorelimination erzielbar ist, bzw. ob die durch die Bio-P erreichten Ablaufwerte noch weiter verbessert werden können.

Die Ergebnisse sollten diskutiert, im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit eingestuft und weitere Verbesserungswege aufgezeigt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Veranlassung und Zielsetzung 4
2.1 Veranlassung 4
2.2 Zielsetzung 5
3. Phosphorelimination in kommunalen Kläranlagen 6
3.1 Chemische Phosphorelimination 7
3.1.1 Verfahren 7
3.1.1.1 Vorfällung 7
3.1.1.2 Simultanfällung 7
3.1.1.3 Nachfällung 8
3.2 Biologische Phosphorelimination 8
3.2.1 Die „normale“ biologische Phosphorelimination 8
3.2.2 Die „erhöhte“ biologische Phosphorelimination 8
3.2.3 Einflüsse auf die erhöhte biologische Phosphorelimination 11
3.2.3.1 Einflussfaktoren auf die anaerobe Phosphatfreisetzung 11
3.2.3.2 Einflussfaktoren auf die aerobe Phosphataufnahme 11
3.2.3.3 Allgemeine Abhängigkeiten der Bio-P 12
3.2.3.4 Verfahrenskonzepte zur Bio-P auf Kläranlagen 13
3.2.3.4.1 Hauptstromverfahren 13
3.2.3.4.2 Nebenstromverfahren 16
3.3 Die biologisch induzierte Phosphorelimination 17
3.4 Vergleich der chemischen und biologischen Phosphorelimination 18
4. Einsatz von Kalk bei der Phosphorelimination 19
4.1 Chemisch-physikalische Phosphorelimination 19
4.2 Einfluss von Ca und Mg auf die biologische Phosphatelimination 20
4.2.1 Initiierung einer biologisch induzierten Calciumphosphatfällung 20
4.2.2 Intensivierung der Phosphat-Speicherprozesse 20
4.3 Senkung des Schlammindex 21
4.4 Anhebung der Säurekapazität 21
5. Beschreibung der biologischen Kläranlage des Forschungszentrums Karlsruhe 22
5.1 Das Sammelsystem für Fäkalwasser 22
5.2 Die biologische Stufe 22
5.3 Nachklärung und Schlammbehandlung 23
5.4 Der Fäkalzulauf 24
5.4.1 Hydraulische Belastung 24
5.4.2 Zusammensetzung des Zulaufs 24
5.4.2.1 Belastung des Abwassers mit organischen Verbindungen 24
5.4.3 Stickstoffbelastung im Zulauf 26
5.4.4 Phosphorbelastung im Zulauf 26
5.4.5 Säurekapazität im Zulauf 26
5.5 Ablaufwerte 27
5.6 Folgerungen für die erhöhte biologische Phosphorelimination 28
6. Beschreibung der Laborkläranlage 29
6.1 Aufbau der Laborkläranlage 29
6.1.1 Mess- und Regeleinrichtungen der Laborkläranlage 30
6.2 Simulation der Betriebskläranlage 30
7. Versuche zum Einfluss von Dolomitkalk auf die biologische Phosphorelimination 32
7.1 Allgemeine Versuchsbedingungen 32
7.2 Analytik 32
7.3 Versuchsabschnitte 33
7.3.1 Versuchsabschnitt 1: Einfahren der Laborkläranlage 34
7.3.1.1 Versuchsaufbau 1 34
7.3.1.2 Ergebnisse des Versuchsabschnittes 1 34
7.3.1.3 Zusammenfassung des Versuchsabschnittes 1 37
7.3.2 Versuchsabschnitt 2: Zudosieren von Kantinenabfällen 38
7.3.2.1 Versuchsaufbau des Versuchsabschnittes 2 39
7.3.2.2 Ergebnisse des Versuchsabschnittes 2 40
7.3.2.3 Zusammenfassung des Versuchsabschnittes 2 (Zudosieren von Kantinenabfällen) 44
7.3.3 Versuchsabschnitt 3: Zudosieren von Dolomitkalkhydrat 46
7.3.3.1 Ergebnisse des Versuchsabschnittes 3 47
7.3.3.2 Zusammenfassung des Versuchsabschnittes 3 52
8. Diskussion der Versuchsergebnisse 54
8.1 Zusammenfassung der Versuchsergebnisse mit und ohne Dolomitkalkhydratdosierung 54
8.2 Kostenrechnung 59
8.3 Folgerungen und Empfehlungen 60
9. Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen 62
10. Literaturverzeichnis 64
11. Verwendete Größen und Abkürzungen 70

Automatisiert erstellter Textauszug:

Versuche zum Einfluss von Dolomitkalk auf die biologische Phosphorelimination 37 bau in die Biomasse von ca. 20 %. Der anfängliche Anstieg der Werte von 4 mg/L P bis auf 11 mg/L P resultierte daraus, dass der zu Beginn von der BKA entnommene Belebtschlamm aufgrund der im Betrieb angewandten Natriumaluminatfällung chemisch gebundenen Phosphor enthielt, in der LKA jedoch keine Fällung durchgeführt wurde. Stichproben, die um 9:30 Uhr im Denitrifikationsbecken und in der Nachklärung der LKA entnommen wurden, ergaben für AOX Werte von ca. 40 µg/L. Die Zinkkonzentration lag bei ca. 0,03 mg/L im Denitrifikationsbecken und bei ca. 0,01 mg/L im Nachklärbecken. 7.3.1.3 Zusammenfassung des Versuchsabschnittes 1 Die LKA wurde erfolgreich eingefahren: Es stellte sich eine passable Stickstoffelimination ein, wobei die Nitrifikation nahezu vollständig verlief. Die Phosphorelimination entsprach dem „normalen“ Phosphateinbau in die Biomasse. Eine erhöhte Bio-P stellte sich aber aufgrund des niedrigen TOC/NH4-N – Verhältnisses, wie zu erwarten, noch nicht ein (siehe Kapitel 5.4.3), weshalb der folgende Versuchsabschnitt mit Zugabe externer Kohlenstoffquellen in Form von Kantinenabfällen durchgeführt wurde [Dekorsi, 1998, Pollatz, 1999]. [...]

Nach einer Einfahrphase kann man spätestens ab dem 7. Versuchstag erkennen, dass sich die Werte der unterschiedlichen Parameter stabilisierten. Hierbei beobachtet man aber auch bei der N-Verteilung die Unterschiede zwischen der Vor- und der Nachmittagsmessung, was die hydraulische Belastung der BKA sehr deutlich wiederspiegelt. Abbildung 16 zeigt, dass NH4-N, welches in Konzentrationen von 65-75 mg/L eingetragen wurde, von Anfang an nahezu komplett abgebaut wurde. Die NO2-N-Werte lagen mit 0,1 mg/L im Ablauf sehr niedrig (Abbildung 17). Diese beiden Graphen zeigen deutlich eine funktionierende Nitrifikation. Die NO3-N Ablaufwerte stiegen anfangs bis ca. 55 mg/L N ( Abbildung 18), stabilisierten sich dann aber auf ca. 30 mg/L N. Dieser Wert ist zwar höher als der der BKA, es ist dabei aber zu beachten, dass die LKA über den ganzen Tag mit stark belasteten Zulauf und somit mit höheren NH4-N-Frachten beschickt wurde. Im BB1 lagen die Werte deutlich unter denen der anderen Becken, da hier durch Denitrifikation ein Teil des Nitrats umgewandelt wurde. Bei Betrachtung der Phosphorelimination erkennt man, dass die PO4-P-Werte im Ablauf um 1-3 mg/L unterhalb der PO4-P-Konzentrationen des Zulaufs lagen ( Abbildung 19). Dies entspricht dem in Kapitel 3.2.1 erläuterten „normalen“ Phosphatein- [...]

7.3.1 Versuchsabschnitt 1: Einfahren der Laborkläranlage Um die BKA zu simulieren, wurden die Anlagenparameter im Maßstab 1:105 in der LKA umgesetzt (Kapitel 6). Ziel dabei war es, eine möglichst stabile Eliminationsleistung an P und N zu erhalten. Dies geschah nach dem Muster früherer Arbeiten [Ansbach, 1997, Pollatz 1999]. 7.3.1.1 Versuchsaufbau 1 Die LKA wurde mit Belebtschlamm aus dem Denitrifikationsbecken der BKA befüllt. Proben wurden zunächst nur morgens um 9.00 Uhr (nach der nächtlichen Schwachlastphase), später zusätzlich auch um 15.00 Uhr (nach der Höchstbelastung am Mittag) aus allen drei Becken der LKA entnommen. Dieser Vorgang wiederholte sich jeden Tag zur selben Zeit, um vergleichende Aussagen über die gemessenen Werte machen zu können. Die folgenden Graphiken (Abbildung 16 - Abbildung 19) zeigen die wichtigsten Ergebnisse auf. 7.3.1.2 Ergebnisse des Versuchsabschnittes 1 [...]

Arbeit zitieren:
Troeger, Kai September 2000: Verbesserung der vermehrten biologischen Phosphatelimination durch Zugabe von Dolomitkalkhydrat, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bio-P, Kläranlage, Kalk, Phosphorelimination

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