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Verbale und zeichnerische Kreativität

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Verbaler und Zeichnerischer Kreativität? Testung mittels ABC-Test

Verbale und zeichnerische Kreativität
Über dieses Buch

Diplomarbeit von David Leitha

Einleitung:

Kreativität ist eine Persönlichkeitseigenschaft, die sich in Form von kreativen Fähigkeiten oder kreativer Begabung während eines Handlungsprozesses untersuchen lässt.

Definiert wird Kreativität als „Fähigkeit des Menschen zu schöpferischem Denken und Tun“.

Wichtig sind :

„Originalitätsgrad (0) (...) auch problemadäquat, d.h. angepasst an das Problem (A), ...“.

Mit „problemadäquat“ meint man, eine bezogen auf das aufgeworfene Problem völlig korrekte Antwort zu geben. Gittler/ Arendasy geben ein Beispiel, bei dem die Frage nur teilweise richtig beantwortet, also das Problem nicht adäquat gelöst wird und man somit nicht von einer kreativen Lösung sprechen kann:

„Auf die Frage, Dinge zu nennen, die weiß und essbar sind, mit „Eierschalen“ zu antworten, ist zweifellos eine originelle Antwort – problemangepasst - problemadäquat ist sie jedoch nicht.“. Entstehung von Kreativität:

a. durch kognitive Prozesse:

Es gibt die divergente Kreativitätsproduktion mit möglichst vielen Lösungen und die konvergente Kreativitätsproduktion mit nur einer richtigen Lösung. Auf die divergente Produktion im Rahmen der kognitiven Operation aus Guilfords Structure-Of-Intellect Theorie aufbauend, gilt das folgende Schema zum Thema Problemlösen nach Krause und Facaoaru:

- Problemsensivität (Probleme erkennen zu können).

- Flüssigkeit (in der Ideenproduktion).

- Flexibilität (Wendigkeit des Denkens).

- Originalität (ungewöhnliche Lösungsansätze).

- Analysierfähigkeit.

- Synthetisierfähigkeit (zeigt sich im Konstruieren und Entdecken).

- Umgestaltungsfähigkeit (Aktivwerden nach entstandenen Assoziationen).

- Penetration (Konsequenz einen kreativen Prozess zum Abschluss zu bringen).

Die letzten 4 Faktoren wurden von Guilford auch als:

- 5. und 6.: Elaboration (sorgfältige Planung bestimmter Vorhaben).

- 7. und 8.: Neudefinition (Betrachtung unter einem völlig neuen und ungewöhnlichem Gesichtspunkt) gesehen.

c. durch individuell ausgeprägte Faktoren der Kreativität nach Urban:

- Divergentes Denken und Handeln (=Elaboration, Originalität, entfernte Assoziationen.

- Umstrukturierung und Redefinition, Flexibilität, Flüssigkeit, Problemsensivität).

- Allgemeine Wissens- und Denkfähigkeits-Basis.

- Spezifische Wissensbasis und spezifische Fertigkeiten -Offenheit und Ambiguitätstoleranz.

- Motive und Motivation.

- Fokusierung und Anstrengungsbereitschaft.

Wie diese Faktoren der Kreativität zusammenwirken, beschreibt Urban so:

- Fähigkeit ein neues Produkt als Lösung eines sensitiv wahrgenommenen Problems zu schaffen.

- Problemlösung aufgrund gezielt gesuchter und verarbeiteter wahrgenommener Information.

- analytische und erfahrungskonforme Umstrukturierung dieser Information zu einer neu gestalteten Lösung die elaboriert wird und durch Mitteilung erfassbar gemacht wird.

d. mittels einer Menge kreativer Reaktionen nach Vera F. Birkenbihl:

„Alles, was wir jemals gelernt haben, ist Teil unseres metaphorischen Wissens-Netzes. Jede Wissenseinheit stellt quasi einen Faden dar, der mit zahlreichen anderen vernetzt ist. Natürlich gibt es in diesem Wissens-Netz auch Löcher, also Stellen mit weniger Wissens-Fäden. (...) Um herauszufinden, welche Fäden miteinander in Verbindung stehen, brauchen wir nur unsere eigenen Assoziationen zu verfolgen. Dabei sollten wir uns vor Augen halten: Unser Erziehungs-System hat uns in der Regel nicht beigebracht, wie wir unsere eigenen Assoziationen registrieren können. Dies aber ist die Grundlage für differenziertes Denken. (...) Die Anzahl der Assoziationen, die uns zu irgendetwas einfallen, hängt immer von unserem (derzeitigen) Wissens-Netz ab. Sie aber bestimmt die Menge unserer Reaktionen, die unsere Umwelt als „intelligent“ oder besonders „kreativ“ wahrnimmt.“ [In unserer Untersuchung haben wir uns letzterem zugewandt.].

Die kreativen Reaktionen entstehen aufgrund früher als Reize in getrennten corticalen Arealen eingegangenen und als „Repräsentationen“ gespeicherten Wahrnehmungsaspekten, die zu dem Wissens-Netz zusammengebunden werden (siehe e) in Form von Einfallskraft und Gestaltungsvermögen nach Eva Schmidt-Henrich:

Sie hat Einfallskraft und Gestaltungsvermögen untersucht. Statt Einfallskraft haben wir den Begriff Neuproduktion verwendet. Beides ist unserer Ansicht nach weniger in der Entstehung der Kreativität als vielmehr im Prozess der Kreativität in der nächsten Definition (2.3.1.) der Kreativität zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Teil A: Theorie der Verbalen und Zeichnerischen Kreativität
1. Abschnitt: Bisherige Definitionen im Rahmen der Psychologischen Methodenlehre 4
1.1 Augenscheindefinition („face definition“) 4
1.2 Praxisbezogene und differentialpsychologische Definition der Kreativität
1.3 Entstehung von Kreativität 5
2. Abschnitt: ABC-Testing 8
1 Sieben Kreativitätstypen nach Roth (1998) 8
1.1 Biologische Aspekte zu den drei Roth schen Faktoren 9
1.2 Kreativitätsdefinitionen im Rahmen des ABC-Testings (neurokognitiver Ansatz) 10
2.1 Von der Kreiiertheit bis zur ausgeprägten Kreativität 10
2.2 Der weitgefaßte Begriff der Kreativität 11
2.3 Der enger gefaßte Begriff der Kreativität 11
2.4 Der Prozeß der Kreativität: Integration und Adaption 11
2.4.1 Die Entstehung des Kresativitätsprozesses in einzelnen Schritten
2.4.2 Darstellung der Informationsverarbeitung im Kreativitätsprozeß 13
2.4.2.1 Der kreative Impuls 14
2.4.2.2 Die sukzessive Generierung kreativer Impulse 15
2.4.3 Die kreative Handlung 17
3. Theoretische Analyse der kreativen Handlung und neurokognitive Interpretation der Handlungsintention 17
3.1 Die Handlung 17
3.2 Das Gedächtnis 18
3.3 Neuronale Netze und das Gedächtnis 18
3.4 Initiieren von Handlung 19
3.4.1 Indikatoren zur Messung von Handlungsinitiierung 20
3.4.2 Einfache Reaktionen: Donders, Anson, Klemmer 20
3.4.3 Komplexe Reaktionen: Henry, Heuer, Prinz 21
3.5 Handlungsintention und Bereitschaftspotential einer Handlung 23
3.6 Kybernetischer Exkurs:
Durch Interaktion motivierte Handlungsintention 24
3.7 onthologisch kausal motivierte (interaktionskomplementäre) Handlungsintention 25
4. Verbale und Zeichnerische Kreativität 28
5. Zeichnerische Kreativität 29
a. Allgemeine Beschreibung aufgrund des aktuellen Forschungsstands
b. Zeichentests
6. Verbale Kreativität 30
a. Sprachzentrum
b. Sprache
c. Zeichensprache
d. Hochbegabung
B. Empirischer Teil
1. Der ABC-Test 31
1.1 Validität 31
1.2 Inhaltliche Untersuchungshypothesen 32
1.3 Versuchspläne 35
1.4 Das Versuchsdesign 36
1.4.1 Das Meßinstument 36
1.4.2 Die Variablen 37
a. Die Variablen des Verbalen Kreativitäts-Testteils
b. Die Variablen des Zeichnerischen Kreativitäts-Testteils
c. Die Respondentenquote
1.4.3 Die Stichprobe 41
1.5 Gütekriterien für den Test 42
1.5.1 Objektivität 42
1.5.2 Skalierung - Umrechnung in Punkten 42
1.5.3 Ökonomie des Tests 43
1.5.4 Nützlichkeit des Tests 43
1.5.5 Anwendbarkeit des Tests 44
2. Die Test-Aufgaben 45
2.1 Deskriptive Übersicht der erhobenen Daten 49
2.2 Überblick über die Variablen 50
2.3 Durchführung des Testings 51
2.3.1 Voruntersuchung des 28 VZ-Kreativitätstests mit 8 Vpn 51
2.3.2 Voruntersuchung mit 16 Vpn 55
2.3.3 Hauptuntersuchung mit 30 Vpn 65
Nachwort 71
Autorenverzeichnis 74
Abkürungsverzeichnis 77
Anhang 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kann man behaupten: Interaktionismus zwischen einem "externen Ich" und anderen externen Größen füllt das gegenseitige Gefühl der Zusammengehörigkeit (z.B. in der Erziehung) für die zur Adaption unbewußter kreativer Impulse führende Motivationsbildung nicht genügend aus ? Weil Alisch30meint, Erziehung war bislang handlungstheoreitsch gesehen ein logisch unsauberer Begriff, schreibt er, daß Erziehen ein interaktives, dynamisches System sei. Er begibt sich an eine Position, an der er die Interaktionistische Theorie als den kreativen Potentialbringer in der Pädagogik betrachtet. Bezüglich des im Buch von Prinz (1996), Kopf-Arbeit befindlichen Kapitels über die Genealogie des wissenschaftlich valideren kreativen Potentialbringers, des „Sitzes des Lebens“ ( das Gehirn / Populärliteratur: die Seele / vor Thomas von Aquin: der Geist): • Die pneuma macht die Bewußtheit im Menschen aus. • Danach stand man mehr zu der Auffassung, das Blut bringe die Seele mit sich. • Schließlich maß man den Nerven mit ihrer Spannung das für „das Leben“ maßgebliche Potential zu. • Und zuletzt meint man die Reizweiterleitung beruhe auf chemischen Transmittereigenschaften. [...]

Das alles kann nur eng gebunden an die vorhandenen Forschungsergebnisse über Subjektive Theorien beurteilt werden. Der Kybernetiker Lutz Michael Alisch (1994)29 schreibt, daß im seit 1980 laufenden Forschungsprogramm FST die Argumentationsstruktur der Subjektiven Theorien funktional als parallel zur Erklärungsleistung, zur Prognose und zur Technologie der wissenschaftlichen Theorien gesehen werden muß. Alisch referierte in der 12. FST-Tagung im März 1993 an der Universität Oldenburg darüber, daß die erklärenden durch die kommunkativen Validierungsverfahren ergänzt betrachtet werden (Groeben 1986; Groeben et al. 1988; Scheele & Groeben 1988). Wesentlich in der Erforschung des Funktionierens von im Alltag realistisch überzeugenden Vertretern einer eigenen Theorie ist die Schichtonthologie (Alisch, 1993), die der Referent damals präsentierte. Um den Nichtlinearitäten und Einzelfallsensitivitäten gerecht zu werden und nicht in naturalistisch reduktionistisches Denken zu verfallen, betrachte man neun verschiedene Skalen: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Skala aufgrund natürlicher Repräsentation (KAM-Theorie) auf Ebene der neuronalen Netze Skala für intuitionistische Logik auf Ebene der bedeutungshaltigen Mikrozustände Skala mithilfe der C-K-Differentialgleichung auf Ebene der mentalen Makrozustände Skala des asynchronen Automaten auf Ebene des Handelns Skala entsprechend der Moede-Theorie über die intervalltemporealisierten Verschränkungen mentaler Zustandsmuster auf Ebene der Betrachtung von Handlungssequenzen Skala für Perkolation auf Ebene der sozialen Interaktion Skala für das soziologische Mikro-Mako-Problem auf Ebene der Gruppendynamik Sakla gemäß der Hauptgleichung von N. Müller auf LSU-Ebene Skala mit Verbindung der Hauptgleichung von N. Müller zur LSU-Ebene [...]

Eine interessante Frage ist, ob die gebildete und bewußt registrierte Intention vor oder gleichzeitig mit Ausführungsbeginn einer Handlung stattfindet. Libet (1985) hat Vpn „self initiated acts“ in Form von Handbewegungen machen lassen. Die Uhrzeiten ihres Stattfindens wurden (auf die Millisekunde genau) aufgeschrieben. Das verblüffende Ergebnis war, daß das Bereitschaftspotential 350 – 400 ms vor der bewußten Intention gemessen wurde. Beim Elektromyogramm kam man auf ähnliche Ergebnisse. Das EMG schlug immer noch 150 – 200 ms vor Handlungsausführungsbeginn in Form einer ersten bewußt intendierten Reaktion aus (Libet 1985, 1987, 1989; zit.nach: Jochen Müsseler, Gisa Aschersleben und Wolgang Prinz; 1996) Die experimentelle Forschung bemüht sich, das Verhalten von Intention und Handlung in theoretischer Hinsicht so zu bestimmen, daß den subjektiven Willensentscheidungen eine Rolle zugewiesen wird, die „die metaphysische Falle der psychischen Kausalität“ (Prinz, 1996) umgeht. Warum Falle? Die Forschung muß auch erklären können, wie Instruktionen und Intentionen wirksam sind, ohne daß psychische Kausalität im Spiel ist. Nicht meßbar: Das Bewußtsein über eine Handlungsintention Die Intention selbst/Gedanken Die latente Kreativität/Sinnfindung Meßbar: Das Bereitschaftspotential Hirnelektrische Reaktion auf imperativen Reiz /auf molekulargenetischer Basis wirkende Umwelteinflüsse Die momentane Kreativität/Adaption (als Schemainstruktion28) Die Entscheidungen zum Handlungsausführungsbeginn sind eigentlich nicht psychisch, sondern sie werden nur von subjektiven Gedanken psychisch begleitet. Gedanken sind nach Prinz systemindizierte Repräsentationen von abwesenden Sachverhalten. Die gleichzeitige Bildung von Gedanken und Verarbeitung neuronal wahrgenommenen Inhalte zeigt, wie nahe neurologisches Funktionieren (objektive Entscheidung) und psychisch motivierte Entscheidung einander sind. Hier sei besonders der Aspekt der Determiniertheit, die sich zu einem erheblichen Maß in der neueren Molekulargenetik sichtbar zeigt, hervorgehoben. Wiewohl erhoben werden konnte, daß Veranlagungen aufgrund des genetischen Bauplans des Menschen auch nicht über Generationen hinweg vererbt werden müssen (siehe Leitha, 2002), bildet sich doch die Tendenz in der Kognitiven Psychologie heraus das Gedanken bildende „Ich“ (Libet, 1985) als extern zu bezeichnen und somit meßbar machen zu wollen. Trotzdem man die motivationsbildenden Einwirkungen der gedanklich vertretenen religiösen Personalitäten als in vorchristlicher Zeit real vorhanden einstuft (Prinz, 1996), sei seit Odysseus das Ich der Platz der Motivationsbildung. [...]

Arbeit zitieren:
Leitha, David November 2002: Verbale und zeichnerische Kreativität, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Neurokognitive Kreativitätsmessung, Kreativität-EEG Messung, Reaktionszeitmessung für kreative Handlungen, vorbewußte Handlungskomponenten der Kreativität, kreative Handlung

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