Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Die Verarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs im Film

Widerspiegelung gesellschaftlicher Entwicklungen oder reine filmische Fiktion?

Die Verarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs im Film
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Stephanie Weimann
  • Abgabedatum: Februar 1997
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 6,9 MB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0629-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0629-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0629-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weimann, Stephanie Februar 1997: Die Verarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs im Film, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Film, Hemingway, Ken Loach, Spanischer Bürgerkrieg

Magisterarbeit von Stephanie Weimann

Einleitung:

"Euer soll der Kampf sein, welcher niemals vergeblich, wenn ihr auch vergessen und auch vergangen, eure Taten, die leben ewig." Mit diesem Gedicht des englischen Dichters William Morris endet der Film Land and Freedom (1995) von Ken Loach über den Spanischen Bürgerkrieg. Die Enkelin des Protagonisten David findet es beim Stöbern in seinem Nachlass zwischen Briefen an seine Verlobte Kitty, zwischen Zeitungsausschnitten über die Geschehnisse der 30er Jahre in Spanien und England und zwischen Fotos und anderen Erinnerungsstücken. Bei Davids Beerdigung, mit der der Film endet, liest sie es als Hommage an ihren Großvater vor.

Der 1995 gedrehte Film Land and Freedom, der in der spanischen Öffentlichkeit eine heftige Debatte auslöste, fand in den bundesdeutschen Kinos hingegen wenig Resonanz. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da in Spanien die Aufarbeitung der Ereignisse zwischen 1936 und 1939 sowie der Zeit darüber hinaus einen anderen Stellenwert einnimmt als im übrigen Europa. Trotzdem ist es erstaunlich, welch geringes Interesse der Spanische Bürgerkrieg - sieht man von Spanien einmal ab - in der internationalen Öffentlichkeit hervorruft.

Im folgenden wird als Grundlage der Verarbeitung des Spanischen Bürgerkrieges im Film die Aufarbeitung der Ereignisse auf der Iberischen Halbinsel zwischen 1936 und 1939 in der internationalen Geschichtswissenschaft behandelt. Es wird auf die verschiedenen Zäsuren und Darstellungsschwerpunkte eingegangen, die sich in der Historiographie der letzten 50 Jahre hinsichtlich des Themenkomplexes aufzeigen lassen. da diese zum größten Teil konform mit der filmischen Verarbeitung gehen. Desweiteren wird als theoretische Basis die Problematik des Verhältnisses Film und Geschichte erarbeitet werden. Inwieweit kann das Medium Film Geschichte darstellen, wie sieht dies speziell beim Spielfilm aus und wie transportiert Film Geschichte? Parallel dazu wird im nächsten Kapitel die Darstellung des Spanischen Bürgerkrieges im Film betrachtet.

Der Spanische Bürgerkrieg war der erste Krieg, in welchem dem Medium Film eine bedeutende Rolle zukam. Erstmals wurde der Film als „Waffe“ eingesetzt und auf beiden Seiten zur Unterstützung der jeweiligen Ideologien benutzt. Die wichtige Rolle, die der Film in der kriegerischen Auseinandersetzung der 30er Jahre in Spanien einnahm, wird das Thema des nachfolgenden Kapitels sein. Hier werden sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme erwähnt werden, wie beispielsweise Joris Ivens Spanish Earth (1937). Fernseh- und Dokumentarfilme, die nach 1939 bis heute gedreht wurden, werden in der Gesamtbearbeitung nicht hinzugezogen.

Betrachtet man die Literatur zum Thema Spanischer Bürgerkrieg und Film, so sind einige Standardwerke zu nennen: Zum einen die Darstellung Romàn Guberns, die eine ausgesprochen große Anzahl Filme aller Couleur von 1936 bis 1984 auflistet. In diesem Buch wird kurz auf die Inhalte der Filme eingegangen, sie werden gelobt oder kritisiert, die Abhandlung bleibt jedoch, bedingt durch die Fülle des Materials, nur an der Oberfläche. Die wohl umfangreichste Darstellung zum Thema ist auch heute noch Carlos Fernández Cuencas, „La guerra de España y el cine“, das jedoch aufgrund der franquistischen Haltung des Autors erheblich an Wert verliert. Zu erwähnen sind außerdem die Darstellung des Franzosen Marcel Oms, der Aufsatz des spanischen Regisseurs Basilio Martín Patinos sowie das Werk der Amerikanerin Marjorie A. Valleau, „The Spanish Civil War in American and European Films“.

Das einzige neuere deutschsprachige Werk zum Thema stammt von Wolfgang Martin Hamdorf. In sehr ausführlicher Weise wird hier auf das Medium Film als Propagandainstrument eingegangen, wobei jedoch ausschließlich die Zeit während des Krieges behandelt wird. Hamdorf rezensierte desweiteren auch neuere Filme zum Spanischen Bürgerkrieg; so wird auf seine Besprechung zu Land and Freedom im folgenden näher Bezug genommen.

Exemplarisch werden zur Abrundung der Arbeit zwei Filme untersucht werden. Zum einen der bereits erwähnte Film von Ken Loach Land and Freedom. Es ist einer der neuesten Filme, der den Spanischen Bürgerkrieg zum Inhalt hat. Ihm gegenübergestellt wird die Literaturverfilmung von Hemingways „For whom the bell tolls“ (1943). An diesem Film, der bald nach dem Ende des Bürgerkrieges gedreht wurde. lässt sich die Ambivalenz Hollywoods und des amerikanischen Publikums der damaligen Zeit den europäischen Ereignissen gegenüber aufzeigen.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Verarbeitung des Spanischen Bürgerkrieges im Film aufzuzeigen. Es soll deutlich gemacht werden, inwieweit sich die filmische Darstellung verändert hat, welche Intentionen hinter den jeweiligen Filmen stehen und wie die Geschehnisse des Spanischen Bürgerkrieges im Film transportiert werden. In Abgrenzung zu den oben genannten Darstellungen werden als abschließende Beispiele speziell zwei Filme untersucht, um an diesen exemplarisch die Problematik von Geschichtsverarbeitung im Spielfilm deutlich werden zu lassen.

Zuletzt ist noch auf die Schwierigkeiten, die sich bei der Bearbeitung von Filmen ergeben, zu verweisen. Die Beschaffung der Filme erwies sich als ausgesprochen kompliziert. So sind beispielsweise alte Filme zwar in verschiedenen deutschen Archiven gelagert, können jedoch nur bedingt eingesehen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und kurzer Literaturüberblick 3
2. Die historiographische Verarbeitung des Spanischen Bürgerkrieges 6
2.1 Die Historiographie in Spanien 7
2.2 Die militärische und außenpolitische Phase: Intervention bzw. Nichtintervention 8
2.2.1 Der „Mythos“ der Internationalen Brigaden 12
2.3 Die sozialhistorischen und sozioökonomischen Aspekte 13
2.3.1 Die „Soziale Revolution“ 18
2.4 Die ideologische Dimension: Der Spanische Bürgerkrieg als Glaubenskrieg 20
3. Zur Problematik von Film und Geschichte 22
3.1 Der Dokumentarfilm 26
3.1.1 Der Dokumentarfilm als historische Quelle 26
3.1.2 Der historische Dokumentationsfilm und die Geschichtswissenschaft 28
3.2 Der Spielfilm als historische Quelle 31
3.2.1 Der historische Spielfilm 33
3.2.2 Die Geschichtsverarbeitung im Spielfilm 34
3.3 Zwischenbilanz 37
4. Die filmische Verarbeitung des Spanischen Bürgerkrieges 1936-1939 39
4.1 Die antifaschistischen Filme 40
4.1.1 Die anarchistische Antwort 40
4.1.2 Die kommunistischen Filmaktivitäten 43
4.1.3 Die Filme der Zentralregierung 45
4.1.4 Die internationale Solidarität - ausländische antifaschistische Filme 47
4.2 Filme im franquistischen Spanien 50
5. Der Spanische Bürgerkrieg im Film: 1939 bis heute 55
5.1 Die internationale Verarbeitung 55
5.2 Spanien 51
5.2.1 „EI cine de Cruzada“ - Spanien 1939-1943 57
5.2.2 Die Annäherung der „zwei Spanien“ - spanische Filme nach dem Zweiten Weltkrieg 59
5.2.3 Von der „Apertura“ bis zur „Transición“ 61
6. Zwei Fallbeispiele - For whem the bell tolls (1943) und Land and Freedom (1995) 65
6.1 Der Blick Hollywoods - For whom the bell tolls 65
6.1.1 Die inhaltliche Ebene 67
6.1.2 Zum politischen Hintergrund des Films und der Verarbeitung der Ereignisse in Spanien 68
6.1.3 Zur Filmgestaltung 72
6.2 Land and Freedom - Die Verarbeitung der spanischen Ereignisse 60 Jahre später 75
6.2.1 Zum Filminhalt 78
6.2.2 Zur Verarbeitung des Spanischen Bürgerkrieges in Land and Freedom 79
6.2.3 Dramaturgische Mittel 87
7. Schlussbetrachtung 92
8. Bibliographie 96
8.1 Darstellungen 96
8.2 Bibliographien 103
9. Filmographie 104
9.1 Dokumentar- und Spielfilme 104
9.2 Wochenschauen 105
10. Anhang 106
10.1 Sequenzprotokoll zu For whom the bell tolls 106
10.2 Sequenzprotokoll zu Land and Freedom 108
10.3 Diskussion über die Landkollektivierung aus: Land and Freedom 110
10.4 Diskussion um die Eingliederung in die reguläre Volksarmee aus: Land and Freedom 114

Arbeit zitieren:
Weimann, Stephanie Februar 1997: Die Verarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs im Film, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Film, Hemingway, Ken Loach, Spanischer Bürgerkrieg

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren