Die Veränderungen im Bildungsverhalten und in der Erwerbstätigkeit von Mädchen und jungen Frauen seit 1980
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Julia Winkler
- Abgabedatum: Januar 2012
- Umfang: 51 Seiten
- Dateigröße: 434,8 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 33
- ISBN (eBook): 978-3-8428-3094-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Winkler, Julia Januar 2012: Die Veränderungen im Bildungsverhalten und in der Erwerbstätigkeit von Mädchen und jungen Frauen seit 1980, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ausbildung, Studium, Erwerbstätigkeit, Gleichstellung, Frauen
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Bachelorarbeit von Julia Winkler
Einleitung:
Die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen hat innerhalb der letzten Jahrzehnte mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Schon im Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes, das am 23.05.1949 ausgefertigt wurde, ist festgehalten: ‘Frauen und Männer sind gleichberechtigt’ (Deutscher Bundestag, 2010, S. 15). Im Oktober 1994 verabschiedete die Bundesregierung eine Ergänzung dieses Artikels, in der es heißt: ‘Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin’ (ebenda). Die gesetzliche Grundlage war damit geschaffen. Die Umsetzung hingegen benötigt Zeit und es sind ‘unterschiedliche Geschwindigkeiten bei der Egalisierung der Lebensbedingungen von Frauen und Männern zu beobachten, je nachdem welche Lebensbereiche und welche Gruppen von Frauen und Männern man betrachtet’ (Cornelißen, 2005, S. 13).
Eingebettet in diesen Gleichstellungsdiskurs beschreibt die vorliegende Arbeit die Veränderungen in den beiden Lebensbereichen Bildung und Erwerbstätigkeit der Frauen. Die Darstellungen umfassen teils die Entwicklungen der Daten von Frauen für sich, teils erfolgen sie in Relation zu den Männern. Die Angaben beruhen größtenteils auf von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhobenen Daten und auf Auswertungen statistischer Erhebungen des Statistischen Bundesamtes (StBA), oftmals in Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder der Bundeszentrale für Politische Bildung.
Der untersuchte Zeitraum erstreckt sich von 1980 bis 2009 oder 2010 – je nach Datenlage. Genaue Aussagen speziell für Mädchen und jungen Frauen können an vielen Stellen nicht getroffen werden, da keine unterschiedlichen Altersgruppen erfasst wurden. Im Bildungsbereich dürfte eine Altersfestlegung relativ einfach sein, wenn man davon ausgeht, dass die meisten Schüler ihren allgemeinbildenden und ersten beruflichen Abschluss im Alter zwischen 15 und 30 Jahren absolvieren. Für Erwerbstätige soll die Definition bis zum Alter von 39 Jahren erweitert werden, da in diesem Alter etwa das erste Drittel des Berufslebens bewältigt wurde.
In der vorliegenden Arbeit wird zunächst die Entwicklung des Bildungsstandes der gesamten deutschen Bevölkerung beschrieben, um einen Vergleichsrahmen für die im Anschluss daran dargestellten quantitativen sowie qualitativen Veränderungen im Bildungsverhalten von Mädchen und jungen Frauen an allgemeinbilden Schulen, bei der beruflichen Erstausbildung und an Hochschulen zu schaffen.
Der zweite Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit dem veränderten Erwerbsverhalten von Frauen und beschreibt die Begriffe sowie die quantitative Entwicklung der Erwerbspersonen, Erwerbstätigen, Erwerbslosen und der Arbeitslosen. Anschließend werden die Veränderungen im Beschäftigungsumfang und in den Verdiensten geschildert. Im Rahmen der sogenannten geschlechterspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt werden anschließend die Entwicklungen in den von Frauen am meisten ausgeübten Berufen, bei der Besetzung von Führungspositionen und der damit einhergehenden Folgen für die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen näher betrachtet.
Abschließend werden die Entwicklungen des Bildungs- und des Erwerbsverhaltens gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Zusammenfassung | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1 | Einleitung und Problemstellung | 1 |
| 2 | Entwicklung des Bildungsstands in Deutschland | 2 |
| 3 | Veränderungen im Bildungsverhalten von Mädchen und jungen Frauen | 5 |
| 3.1 | Allgemeinbildende Schulen | 5 |
| 3.2 | Berufliche Erstausbildung | 8 |
| 3.2.1 | Schülerinnen an beruflichen Schulen | 8 |
| 3.2.2 | Die am stärksten von Frauen besetzten Ausbildungsberufe | 9 |
| 3.3 | Hochschulen | 11 |
| 3.3.1 | Studienanfängerinnen, Studienanfängerquoten und Studentinnen | 11 |
| 3.3.2 | Am stärksten von Frauen besetzte Studienfächer | 12 |
| 3.3.3 | Promotionen | 14 |
| 3.3.4 | Frauenanteile nach akademischer Laufbahn von 1999 bis 2010 | 14 |
| 4 | Entwicklung des Erwerbsverhaltens von jungen Frauen | 16 |
| 4.1 | Erwerbspersonen und Erwerbstätigkeit | 16 |
| 4.2 | Arbeits- und Erwerbslosigkeit | 18 |
| 4.3 | Beschäftigungsumfang | 20 |
| 4.4 | Verdienste | 22 |
| 4.5 | Geschlechterspezifische Segregation des Arbeitsmarktes | 23 |
| 4.5.1 | Horizontale Segregation: Von Frauen gewählte Berufe und Berufsfelder | 24 |
| 4.5.2 | Vertikale Segregation: Frauen in Führungspositionen | 25 |
| 4.5.3 | Folgen struktureller Beschäftigungsunterschiede für die Verdienste | 28 |
| 5 | Schlussbetrachtung und Ausblick | 30 |
| 6 | Literaturverzeichnis | 33 |
| 7 | Anhang | 38 |
Textprobe:
Kapitel 4, Entwicklung des Erwerbsverhaltens von jungen Frauen:
Die Betrachtung des Hochschulpersonals zeigt bereits, dass die quantitative Angleichung der Geschlechter, die in der allgemeinen und grundlegenden beruflichen Bildung bereits stattgefunden hat, noch nicht im Erwerbsleben angelangt ist. Das folgende Kapitel veranschaulicht anhand verschiedener Aspekte der Erwerbstätigkeit, welche Veränderungen am Arbeitsmarkt – insbesondere an dem der Frauen – in den letzten Jahrzehnten stattgefunden haben. Dabei wird zunächst die Entwicklung quantitativer Kenngrößen wie die Erwerbspersonenzahl und die Erwerbstätigkeitsquote, die Arbeits- und Erwerbslosenquote, den Beschäftigungsumfang sowie die Verdienste von Frauen im Verhältnis zu Männern näher betrachtet. Im Anschluss daran erfolgt die Darstellung der Veränderungen eher qualitativer Parameter im Rahmen der horizontalen und vertikalen Segregation des Arbeitsmarktes.
4.1, Erwerbspersonen und Erwerbstätigkeit:
Auf den ersten Blick scheint es sich bei Erwerbspersonen und Erwerbstätigen um den gleichen Personenkreis zu handeln; das ist aber nur die halbe Wahrheit. Das Statistische Bundesamt (StBA) definiert Erwerbspersonen als ‘Personen mit Wohnsitz in Deutschland (Inländerkonzept), die eine unmittelbar oder mittelbar auf Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben oder suchen’ (StBA, 2011c, S. 82). Sie umfassen also Erwerbslose (siehe 4.2) und Erwerbstätige, ‘Personen im Alter von 15 Jahren und mehr, die [...] wenigstens eine Stunde für Lohn oder sonstiges Entgelt irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen bzw. in einem Arbeitsverhältnis stehen [...], selbstständig ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft betreiben oder einen freien Beruf ausüben’ (ebenda, S. 82). Mit anderen Worten sind Erwerbspersonen diejenigen, die bereit sind, eine Arbeit auszuüben und die, die es tun.
Da Erwerbstätige den größten Teil der Erwerbspersonen ausmachen, bestimmen diese auch maßgeblich die Erwerbspersonenzahl. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass beide Größen sich in den letzten drei Jahrzehnten relativ gleich entwickelten. Die Veränderungen der Erwerbspersonen- und Erwerbstätigenzahlen der Frauen sind sowohl für sich als auch im Vergleich zu den Männern sehr interessant. Im Jahr 1980 zählten mit 10.299.000 Frauen nur 50 % der gesamten weiblichen Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren zu den Erwerbspersonen; davon waren 9.913.000 Frauen erwerbstätig. Diese Zahlen erhöhten sich in den nachfolgenden 30 Jahren fast kontinuierlich. Bis einschließlich 1990 – zu diesem Zeitpunkt betrug der Anteil der weiblichen Erwerbspersonen mit 12.650.000 schon 59 % – wurde lediglich das frühere Bundesgebiet erfasst, danach Gesamtdeutschland. Dementsprechend gab es 1991 einen sprunghaften, starken Anstieg der Erwerbspersonenzahl auf 16.826.000 Frauen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg allerdings nur um 3 % auf 62 %. Bis zum Jahr 2010 erhöhte sich die Erwerbspersonenzahl auf 18.882.000 (Anteil an der weiblichen Gesamtbevölkerung: 71 %) und die Erwerbstätigenzahl auf 17.633.000 Frauen (siehe Anhang 7). Der Anstieg des Anteils der weiblichen Erwerbspersonen an der weiblichen Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren zeigt bereits, dass die Erwerbsorientierung der Frauen gestiegen sein muss, denn heutzutage befinden sich mehr Frauen in einem Arbeitsverhältnis oder sind auf der Suche nach einem Arbeitsplatz als vor 30 Jahren.
Im Vergleich mit den Zahlen der Männer wird außerdem deutlich, dass dies bei den Frauen noch viel mehr der Fall war als bei der männlichen Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren. Während sich die Zahl der weiblichen Erwerbspersonen im Laufe der letzten drei Jahrzehnte um 83 % gesteigert hat, ist sie bei den Männern lediglich um 32 % gestiegen (siehe Anhang 7). Selbstverständlich resultiert dieser große Unterschied daraus, dass die Frauen 1980 ein wesentlich niedrigeres Ausgangsniveau hatten als die Männer, doch auch in absoluten Werten zeigt sich, dass die Zahl der weiblichen Erwerbspersonen einen größeren Sprung als die der Männer gemacht hat. So gab es im Jahr 2010 8.583.000 mehr Frauen, aber nur 5.437.000 mehr Männer unter den Erwerbspersonen als 1980. Analog dazu entwickelte sich auch das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Erwerbspersonen: 1980 gab es 10.299.000 weibliche und 16.896.000 männliche Erwerbspersonen, also 1,6 männliche auf eine weibliche Erwerbspersonen, 2010 waren es mit 18.882.000 Frauen und 22.333.000 Männern nur 1,1 männliche je weiblicher Erwerbsperson (siehe Anhang 7).
So gibt es zwar noch immer mehr männliche als weibliche Erwerbspersonen, aber das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen bezüglich des Arbeitswillens bzw. der -bereitschaft, ohne den Umfang und die Form zu berücksichtigen, scheint sich allmählich aufzulösen.
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842830943
Arbeit zitieren:
Winkler, Julia Januar 2012: Die Veränderungen im Bildungsverhalten und in der Erwerbstätigkeit von Mädchen und jungen Frauen seit 1980, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ausbildung, Studium, Erwerbstätigkeit, Gleichstellung, Frauen




