Veränderung von EEG-Kohärenzen nach Stimulusdarbietungen in Abhängigkeit von zerebralen Aktivierungsasymmetrien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Wunder
- Abgabedatum: Dezember 2002
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 1.010,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6594-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6594-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6594-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wunder, Martin Dezember 2002: Veränderung von EEG-Kohärenzen nach Stimulusdarbietungen in Abhängigkeit von zerebralen Aktivierungsasymmetrien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Persönlichkeitsmerkmale, Akustisches Potential, Lateralität, Gehirn, Auto Regressive Moving Average
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Diplomarbeit von Martin Wunder
Zusammenfassung:
Der Bereich der biologischen Fundierung von Persönlichkeitsmerkmalen wurde von Schulter & Papousek (1995) durch das Konzept der Konsistenztypen erweitert. Sie vertreten die Hypothese, daß die vordere dominante Region mit der hinteren dominanten bei der Verhaltensregulation verstärkt kommuniziert. Zum Nachweis der Konsistenztypen wurde die Kohärenz nach akustisch evozierten Potentialen mittels des zeitlich hochauflösenden autoregressive moving–average Modells berechnet.
Die erwarteten Kohärenzunterschiede zwischen den Konsistenztypen konnten in der Stichprobe mit 112 Probanden nicht nachgewiesen werden. Zeitlich waren größere Kohärenzzunahmen in den ersten 200 ms nach Stimulusdarbietung in den tieferen EEG–Bändern festzustellen. Eine rechtsseitige Aktivierungsasymmetrie vorne oder hinten bewirkt für intrahemisphärische und interhemisphärisch-gekreuzte Kohärenzen im Beta 2–Band deutlich stärkere Kohärenzabnahmen als eine linksseitige. Es wird versucht, dieses Phänomen mit dem Konzept der Aufmerksamkeitsnetzwerke zu erklären.
Inhaltsverzeichnis:
| ZUSAMMENFASSUNG | 3 | |
| 1. | ELEKTROENZEPHALOGRAMM | 7 |
| 1.1 | Definition und Entstehung des EEG | 7 |
| 1.1.1 | Subkortikale Einflüsse auf das EEG | 7 |
| 1.2 | Erscheinungsbild des EEGs | 8 |
| 1.2.1 | Arten von Hirnaktivität im EEG | 8 |
| 1.2.2 | Frequenzbänder des Spontan-EEG | 8 |
| 1.3 | Die Ableitung und Verstärkung des EEGs | 10 |
| 1.3.1 | Die Elektroden | 10 |
| 1.3.2 | Ableitpositionen des EEGs | 10 |
| 1.3.3 | Unipolare vs. bipolare Ableitung | 11 |
| 1.3.4 | Die Verstärkung und Aufzeichnung des EEG Signals | 12 |
| 1.3.4.1 | Zeitkonstante und Filterung | 13 |
| 1.3.4.2 | Registriergeräte | 13 |
| 1.3.5 | Artefakte im EEG | 14 |
| 1.4 | Das EEG von evozierten Potentialen | 15 |
| 1.4.1 | Typen von evozierten Potentialen | 16 |
| 1.4.2 | Untersuchungen zu späten EP Komponenten | 16 |
| 1.4.2.1 | Die N1 Komponente | 16 |
| 1.4.2.2 | Die N2 Komponente | 17 |
| 1.4.2.3 | Die P300 Komponente | 17 |
| 1.4.3 | Herausfiltern des EP vom Spontan-EEG durch Mittelung | 18 |
| 1.4.3.1 | Probleme des Mittelungsverfahrens | 19 |
| 2. | KOHÄRENZEN | 20 |
| 2.1 | Berechnung der Kohärenz | 20 |
| 2.1.1 | Die Formel | 22 |
| 2.1.2 | Korrelations- vs. Kohärenzfunktion | 23 |
| 2.2 | Anwendungen der Kohärenzanalyse | 24 |
| 2.2.1 | Thatchers „Two Compartmental Model“ | 24 |
| 2.2.2 | Kohärenzen von evozierten Potentialen | 25 |
| 3. | HEMISPHÄRENASYMMETRIE | 28 |
| 3.1 | Anatomische Asymmetrie des menschlichen Gehirns | 28 |
| 3.1.1 | Leitungsbahnen im Kortex | 29 |
| 3.2 | Funktionale Hemisphärenasymmetrie | 30 |
| 3.2.1 | Untersuchungen zur funktionalen Asymmetrie | 31 |
| 3.2.1.1 | Asymmetrien des visuellen Systems | 31 |
| 3.2.1.2 | Asymmetrie des auditorischen Systems | 32 |
| 3.2.2 | Funktionale Asymmetrie und Persönlichkeit | 33 |
| 3.2.3 | Typen zerebraler Dominanz | 34 |
| 4. | FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN | 36 |
| 4.1 | Hypothesen | 36 |
| 4.1.1 | Hypothese1 | 36 |
| 4.1.2 | Hypothese 2 | 37 |
| 4.1.3 | Hypothese 3 | 37 |
| 4.1.4 | Hypothese 4 | 37 |
| 4.1.5 | Hypothese 5 | 37 |
| 4.1.6 | Hypothese 6 | 37 |
| 4.3 | Unabhängige Variablen | 38 |
| 4.3.1 | Unabhängige Variable 1: Posteriore Aktivierungsasymmetrie | 38 |
| 4.3.2 | Unabhängige Variable 2: Anteriore Aktivierungsasymmetrie | 38 |
| 4.3.3 | Unabhängige Variable 3: Kohärenzart | 38 |
| 4.3.4 | Unabhängige Variable 4: Zeit | 39 |
| 4.3.5 | Unabhängige Variable 5: Sitzung | 39 |
| 4.4 | Abhängige Variable: Kohärenz | 39 |
| 4.5 | Design | 40 |
| 5. | METHODE | 42 |
| 5.1 | Versuchspersonen | 42 |
| 5.1.1 | Aufteilung der Vpn in Gruppen zerebraler Dominanz | 42 |
| 5.2 | Apparaturen und Versuchsmaterial | 44 |
| 5.2.1 | Ableitung des EEGs | 44 |
| 5.2.2 | Kohärenzberechnung | 44 |
| 5.2.2.1 | ARMAKO V 2.0 | 44 |
| 5.2.2.2 | Elektrodenpaare | 45 |
| 5.2.2.3 | Mittelung der Kohärenzen | 46 |
| 5.3 | Versuchsablauf | 47 |
| 5.3.1 | Erste Sitzung | 47 |
| 5.3.2 | Zweite Sitzung | 47 |
| 6. | ERGEBNISSE | 48 |
| 6.1 | Voraussetzungen für Varianzanalysen und Zellbesetzung | 48 |
| 6.2 | Intrahemisphärische Kohärenzen | 49 |
| 6.2.1 | Unterschiede zwischen Konsistenztypen hinsichtlich der Hemisphäre | 50 |
| 6.2.2 | Frontale Aktivierungsasymmetrie und intrahemisphärische Kohärenzen | 50 |
| 6.2.3 | Zeit und intrahemisphärische Kohärenzen | 51 |
| 6.2.4 | Sitzung, Parietale Aktivierung und Hemisphäre | 52 |
| 6.2.5 | Parietale Aktivierung, Zeit und Hemisphäre | 54 |
| 6.3 | Interhemisphärische Kohärenzen ungekreuzt | 56 |
| 6.3.1 | Frontale Aktivierungsasymmetrie und interhemisphärische Kohärenz | 57 |
| 6.3.2 | Zeit und interhemisphärische Kohärenz | 57 |
| 6.3.3 | Sitzung und interhemisphärisch-ungekreuzte Kohärenz | 59 |
| 6.3.4 | Interhemisphärisch-ungekreuzte Kohärenzunterschiede | 59 |
| 6.4 | Interhemisphärisch-gekreuzte Kohärenzen | 60 |
| 6.4.1 | Frontale Dominanz und interhemisphärisch-gekreuzte Kohärenz | 60 |
| 6.4.2 | Parietale Aktivierung und gekreuzte Kohärenz | 61 |
| 6.4.3 | Zeit und gekreuzte Kohärenz | 62 |
| 6.4.4 | Sitzung, frontale - und parietale Dominanz bei gekreuzter Kohärenz | 63 |
| 6.4.5 | Gekreuzte Kohärenz, Zeit und parietale Aktivierung | 64 |
| 6.4.6 | Parietale-, frontale- Aktivierung, gekreuzte Kohärenz, Zeit und Sitzung | 64 |
| 7. | DISKUSSION | 66 |
| 7.1 | Hypothesen 1 und 2 | 67 |
| 7.1.1 | Weitere Ergebnisse bei der intrahemisphärischen Kohärenz | 67 |
| 7.2 | Hypothesen 3 und 4 | 71 |
| 7.2.1 | Weitere Ergebnisse bei interhemisphärischen Kohärenzen | 71 |
| 7.3 | Hypothese 5 | 73 |
| 7.3.1 | Weitere Ergebnisse bei gekreuzten Kohärenzen | 73 |
| 8. | SCHLUßFOLGERUNGEN UND AUSBLICK | 75 |
| 9. | ANHANG | 76 |
| 10. | LITERATURVERZEICHNIS | 83 |
4.3.4 Unabhängige Variable 4: Zeit Schack et al. (1999) betonen in ihrer Arbeit den Vorteil der hohen zeitlichen Auflösung bei Verwendung ihres ARMA Modells zur Kohärenzberechnung. Mit ihm ist es u.a. möglich, Intervalle mit hoher Kohärenz zu bestimmen, aber auch die sehr kurze Dauer eines EPs noch einmal in Segmente zu unterteilen. Letzteres wurde in der vorliegenden Arbeit getan, da der charakteristische Verlauf eines EP Kohärenzschwankungen zu verschiedenen Zeitpunkten nahelegt. Es wurden Intervalle von ca.100 msec gewählt, da es bei einer noch genaueren Unterteilung zu einer Inflation der Faktorstufen gekommen wäre. Zu diesem Zweck wurde für jedes Zeitintervall über 25 Kohärenzwerte mit jeweils 3,91 msec Dauer gemittelt. [...]
4.3.1 Unabhängige Variable 1: Posteriore Aktivierungsasymmetrie Um Unterschiede im EEG zwischen den Konsistenztypen feststellen zu können, mußten die Vpn zuvor entsprechend eingeteilt werden. Als Indikator für die hintere Aktivierungsasymmetrie wurde eine Computerversion des Linienhalbierungstest (LBT) herangezogen. Bei diesem Test, der ursprünglich zur Diagnose eines unilateralen Neglects konstruiert wurde (Albert, 1973, zitiert nach Papousek und Schulter, 1999), werden die Vpn angewiesen, Linien unterschiedlicher Länge zu halbieren. Bei Abweichungen von der Mitte nach links wird der Score negativ, während er bei solchen nach rechts positiv wird. Negative Scores bedeuten eine stärkere Aktivierung rechts parietal und positive zeigen linksseitige Dominanz im Parietallappen an. Nach Papousek und Schulter (1999) weist dieser Test auch eine große Reliabilität auf, sodaß er als genügend stabiles Asymmetriemaß für die Einteilung in Konsistenztypen verwendet werden kann. [...]
Die Fragestellung dieser Untersuchung lautet, wie sich das EEG von konsistenten und inkonsistenten Personen unterscheidet. Die Annahme, daß es zwischen den beiden Gruppen Unterschiede im EEG gibt, legt die Theorie von Pribram (1981, zitiert nach Schulter und Papousek, 1997) nahe. Sie besagt, daß Persönlichkeitseigenschaften wie z.B. Extraversion durch ein Zusammenspiel von anteriorer und posteriorer Hemisphäre bedingt werden. Dabei ist der hintere Kortex für kontextsensitives Verhalten verantwortlich, und der vordere für die internale Kontrolle des hinteren Kortex. Stark kontextsensitives Verhalten, das in etwa dem Konzept der Extraversion entspricht, wird durch den Einfluß der anterioren Hemisphäre sozusagen verringert. Da die dominanten Bereiche des anterioren und des posterioren Kortex hauptsächlich an diesem Regelkreis beteiligt sein dürften, ergibt sich eine geringere Kontrolle der posterioren Region bei inkonsistenten Typen. Die vergleichsmäßig kleine Anzahl von heterotopen Fasern, welche eine direkte Kontrolle bei inkonsistenten Personen ermöglichen würde, ist wahrscheinlich die Ursache dafür. Möglicherweise kommt es statt dessen über das Corpus Callosum zu einer indirekten Einflußnahme über den nicht dominanten Teil der vorderen Hemisphäre am dominanten der hinteren. Jedenfalls müßte eine, wie auch immer geartete, neuronale Aktivität der Einflußnahme mittels EEG meßbar sein. Daher erscheint es naheliegend zu versuchen die Konsistenztypen mittels der Kohärenzanalyse zu unterscheiden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832465940
Arbeit zitieren:
Wunder, Martin Dezember 2002: Veränderung von EEG-Kohärenzen nach Stimulusdarbietungen in Abhängigkeit von zerebralen Aktivierungsasymmetrien, Hamburg: Diplomica Verlag
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Persönlichkeitsmerkmale, Akustisches Potential, Lateralität, Gehirn, Auto Regressive Moving Average



