Die Veränderung des Business to Business (B2B) Marketing bei Automobilzulieferbetrieben durch Strategien der Hersteller und Electronic Business
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Patrick Herberts
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 77 Seiten
- Dateigröße: 978,7 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4879-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4879-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4879-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Herberts, Patrick August 2001: Die Veränderung des Business to Business (B2B) Marketing bei Automobilzulieferbetrieben durch Strategien der Hersteller und Electronic Business, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Lieferantenparks, EDI, Simultanous Engineering, ANX und ENX, Elektronische Marktplätze
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Diplomarbeit von Patrick Herberts
Einleitung:
Der Markt der Automobilindustrie befindet sich in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess. Die Hersteller verfolgen Plattformstrategien und verwenden vermehrt Baukastensysteme. Sie konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen, wie das Design, das Fahrwerk und den Antrieb der Fahrzeuge und binden ihr Markenimage an die Kernkompetenzen. Von den Zulieferbetrieben wird verlangt, den Hersteller weltweit an allen Produktionsstätten mit Teilen und Komponenten versorgen zu können.
Die Internationalisierung von Markt und Konkurrenz verlangt neue Marktstrategien von den Herstellern und auch von den Zulieferbetrieben. Die Ansprüche der Hersteller steigen, die Zulieferindustrie wird immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen haben hier Probleme. Von den rund 800 Automobilzulieferunternehmen in Nordrhein-Westfalen mit bis zu 500 Mitarbeitern gehören 90% zu den Betroffenen. Die immer schneller wachsende Internet-Ökonomie ist neben den Veränderungen des Marktes ein Auslöser für diese Prozesse. Electronic Business Lösungen verstärken diesen Effekt, sollen aber unter den Gesichtspunkten Geschwindigkeit, Globalität, Wachstum und Kostensenkung zu einer Verbesserung der Geschäftsergebnisse beitragen. Aufgrund der Unternehmens- und Kapitalstruktur sind die Herstellerbetriebe in der Regel die Agierenden. Die Automobilzulieferbetriebe sind gezwungen sich im Bereich Electronic Business und dessen Implementierung in den Geschäftsprozess nach den Vorgaben der Hersteller zu richten. Vor allem die Electronic-Business-Einkaufspraktiken der Herstellerbetriebe lösen eine überdurchschnittlich hohe Unzufriedenheit bei den Zulieferbetrieben aus. Das Bestellverhalten und die Handhabbarkeit der Online-Formulare wird bemängelt. Die Entwicklung der Vertriebs- und Logistikkosten wird noch schlechter bewertet. Die Spitze der Unzufriedenheit bildet der durch Electronic-Business inszenierte Preiswettbewerb unter den Zulieferbetrieben. Über eine längerfristige Planung der Hersteller sind die Zulieferbetriebe nur selten informiert. Unsicherheit herrscht vor.
Ziel der Diplomarbeit ist es, den Zulieferbetrieben mögliche Strategien beziehungsweise Maßnahmen aufzuzeigen, den durch die Herstellerbetriebe ausgelösten Druck wirksam zu entgegnen. Der Einfluss von Electronic-Business-Lösungen auf das Marketing der Automobilzulieferbetriebe wird untersucht. Im Vorfeld wird Electronic Business und Electronic Commerce sowie deren Bedeutung für die Automobilindustrie erläutert und die technischen Grundlagen und Möglichkeiten werden erörtert. Deren Problematik für die Automobilindustrie, insbesondere für die Zulieferunternehmen, wird im Anschluss daran untersucht. Wichtig sind in diesem Zusammenhang Electronic Data Interchange, Automotive / European Network Exchange und Business to Business Marktplätze. Daran anschließend werden die Auswirkungen auf die Marketing-Mix Elemente der Automobilzulieferbetriebe dargestellt. Aus dem Anwendungsbereich des Electronic Business und den Einflüssen auf das Marketing ergeben sich Problemstellungen, für die Lösungen erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Electronic Business und Electronic Commerce | 3 |
| 2.1 | Definition und wichtige Begriffe des Electronic Business | 3 |
| 2.1.1 | Die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung des Electronic Business | 7 |
| 2.1.2 | Die Bedeutung des Electronic Business für die Automobilindustrie | 10 |
| 2.2 | Definition Electronic Commerce | 12 |
| 2.2.1 | Die Geschäftsbereiche des Electronic Commerce | 13 |
| 2.2.2 | Business to Business in der Automobilindustrie | 16 |
| 3. | Electronic Business Anwendungen in der Automobilindustrie | 16 |
| 3.1 | Electronic Data Interchange (EDI) | 19 |
| 3.1.1 | Die EDI-Standards | 21 |
| 3.1.2 | Web-EDI | 22 |
| 3.1.3 | Die Auswirkungen von EDI auf die Geschäftsbereichsprozesse von Unternehmen | 23 |
| 3.1.4 | Die Problematik für die Automobilzulieferer | 24 |
| 3.2 | European- und Automotive Network Exchange (ENX / ANX) | 25 |
| 3.2.1 | Die Kommunikationsstruktur von ANX / ENX | 26 |
| 3.2.2 | Die Probleme und Aussichten von ANX / ENX | 27 |
| 3.3 | Business to Business Marktplätze | 28 |
| 3.3.1 | Definition, zentrale Merkmale und Anforderungen an elektronische Marktplätze | 30 |
| 3.3.2 | Der Automobilmarktplatz Covisint | 32 |
| 4. | Der Einfluß des Electronic Business auf das Business to Business (B2B) Marketing der Automobilzulieferer | 32 |
| 4.1 | Definition Business to Business Marketing und Zuliefermarketing | 34 |
| 4.2 | Die Geschäftsarten im Business to Business Marketing und ihre Rolle in der Automobilindustrie | 36 |
| 4.3 | Produktpolitik auf Business to Business Märkten | 37 |
| 4.3.1 | Produktpolitik in der Automobilindustrie | 40 |
| 4.3.2 | Die Auswirkungen auf die Zulieferer | 41 |
| 4.4 | Preispolitik auf Business to Business Märkten | 41 |
| 4.4.1 | Preispolitik in der Automobilindustrie | 44 |
| 4.4.2 | Die Auswirkungen auf die Zulieferer | 45 |
| 4.5 | Kommunikationspolitik auf Business to Business Märkten | 46 |
| 4.5.1 | Kommunikationspolitik in der Automobilindustrie | 49 |
| 4.5.2 | Die Auswirkungen auf die Zulieferer | 50 |
| 4.6 | Distributionspolitik auf Business to Business Märkten | 51 |
| 4.6.1 | Distributionspolitik in der Automobilindustrie | 55 |
| 4.6.2 | Die Auswirkungen auf die Zulieferer | 57 |
| 5. | Lösungsmöglichkeiten für die Zulieferer in der Automobilindustrie | 57 |
| 5.1 | Das OEM-Geschäft: Systemlieferanten / -integratoren und Komponentenspezialisten | 59 |
| 5.2 | Kooperation und Fusion der kleinen und mittelständischen Zulieferbetriebe der Automobilindustrie | 63 |
| 5.3 | Risiken und die zukünftigen Aussichten | 63 |
In der Automobilindustrie werden im Systemgeschäft ausschließlich Systemkomponenten gehandelt. Das sind Güter, die ohne das Zusammenwirken mit anderen Produkten keine sinnvolle Funktion erfüllen können. Ein komplettes Armaturenbrett ist ein Beispiel dafür. Ohne andere Systeme, Komponenten und Teile, die kombiniert ein Automobil ergeben, hat es keine sinnvolle Funktion. Um eine marktgerechte Weiterentwicklung der Systeme zu garantieren, integrieren die Automobilhersteller ihre Lieferanten in die Produktentwicklung (siehe Kapitel 4.3.1). Johnson Controls ist ein großer Systemlieferant der Automobilindustrie und liefert komplette Amatureneinheiten an die Automobilhersteller. Die einzelnen Teile, wie Anzeigeinstrumente (z.B. von VDO) und Kunststoffbezüge werden durch Johnson Controls von anderen Unternehmen in der automobilen Wertschöpfungskette bezogen. [...]
③ Das Systemgeschäft Bei einem Systemgeschäft handelt es sich um einen Transaktionsprozess zwischen Anbieter und Nachfrager, der von der Marketingseite Besonderheiten aufweist. Diese Besonderheiten beruhen auf einem speziellen Schnittstellenkonzept oder Systemarchitektur zwischen den beiden Parteien. Erstkäufe führen zu einer Festlegung und meist dauerhaften Bindung der Geschäftspartner. Voraussetzung ist hier eine Weiterentwicklung des Systems unter den Gesichtspunkten Kundenbedürfnisse, technischer Fortschritt und Produktlebenszeiten. Diese Weiterentwicklung muß nicht nur möglich sein, sondern in der Praxis auch entsprechend dem fortschreitenden Marktniveau realisiert werden. Systemgeschäfte sind deshalb Vertrauensgeschäfte oder Vertrauensgüter, bei denen meist die Reputation des Anbieters als Indikator für eine mögliche Geschäftsbeziehung ausschlaggebend ist. Die Zukunftssicherheit ist hier ein wesentlicher Faktor. Für den Nachfrager ist die Möglichkeit der Kombination mit den Teilsystemen andere Lieferanten besonders wichtig, um nicht in Abhängigkeiten zu geraten.60 [...]
fungsprozess der Automobilindustrie sind das Rohstoffgeschäft, aber insbesondere das Produkt- und das Systemgeschäft von Bedeutung. Diese sollen kurz erläutert werden. ① Das Rohstoffgeschäft Rohstoffe sind Ausgangsstoffe für nachfolgende Verarbeitungsstufen und finden ohne Umformungsprozesse hier erstmals eine wirtschaftliche Verwendung. Nach der Weiterverarbeitung werden diese Handelswaren und Halbfertigerzeugnisse als Commodities bezeichnet. Diese sind geprägt von einem hohen Standardisierungsgrad.57 Auf dieser Stufe der Wertschöpfung sind Unternehmen selten branchenabhängig. Unternehmen haben viele Kunden, spüren durch die Einkaufspraktiken ihrer Abnehmer über Ersteigerungen und Einkäufe auf Online-Marktplätzen (siehe Kapitel 3.3 ff.) aber auch Preisdruck. Das gilt insbesondere für die Automobilindustrie. ② Das Produktgeschäft Das Produktgeschäft umfaßt alle Gebrauchsgüter und damit verknüpften Dienste, die zum Zwecke der Weiterveräußerung beschafft und eingesetzt werden. Ausgeschlossen von dieser Definition sind Anlagen- und Systemgüter. Beim Kauf standardisierter Produkte liegt nur eine kurze Zeitspanne zwischen dem Bestellvorgang und dem Einsatz des Produktes. Erfahrungen in diesem Bereich führen schnell zu einer Festigung der Geschäftsbeziehung oder zu einem Lieferantenwechsel.58 Dies ist insbesondere in der Logistik der Automobilindustrie so, zum Beispiel bei den Just in time Lieferungen (siehe Kapitel 4.6.1). Das gilt sowohl für die Herstellerbetriebe als auch für die Geschäftsbeziehungen der in der Wertschöpfungskette folgenden Geschäftspartner der Automobilindustrie (Systemlieferanten, Produktlieferanten oder auch Teilelieferanten und Lieferanten für Commodities). In der Automobilindustrie werden im Produktgeschäft hauptsächlich Teile in Form von Komponenten veräußert. Dies sind für einen Personenkraftwagen beispielsweise eine Lichtmaschine oder eine ABS59-Einheit. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448790
Arbeit zitieren:
Herberts, Patrick August 2001: Die Veränderung des Business to Business (B2B) Marketing bei Automobilzulieferbetrieben durch Strategien der Hersteller und Electronic Business, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Lieferantenparks, EDI, Simultanous Engineering, ANX und ENX, Elektronische Marktplätze



