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Venture Capital als Instrument der Mobilisierung von Risikokapital

Venture Capital als Instrument der Mobilisierung von Risikokapital
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Detlef Tietze
  • Abgabedatum: Dezember 1997
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 758,0 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2425-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2425-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2425-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tietze, Detlef Dezember 1997: Venture Capital als Instrument der Mobilisierung von Risikokapital, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Venture Capital-Markt, Rahmenbedingungen für Venture Capital, Risiko Capital, Venture Capital

Diplomarbeit von Detlef Tietze

Einleitung:

Risikoreiche Investitionen in innovative Produkte und Verfahren sind eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Ausgangspunkt für den Rahmen dieser Arbeit ist die daraus resultierende gesamtwirtschaftliche Notwendigkeit einer ausreichenden Versorgung der Wirtschaft mit Kapital zur Finanzierung dieser Investitionen. Venture Capital stellt dabei ein Instrument zur Mobilisierung von Risikokapital dar, in dessen Mittelpunkt die Finanzierung innovationsorientierter Unternehmen steht. Begleitet durch eine verstärkte öffentliche Diskussion ist die Bedeutung des Risikokapitals bzw. des Venture Capital damit auch in das wirtschaftspolitische Interesse des Staates gerückt.

Gang der Untersuchung:

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Arbeit drei Ziele. Zunächst soll die qualitative Bedeutung des Venture Capital-Konzeptes herausgearbeitet werden. Die Fragestellung lautet hierbei, inwieweit Venture Capital ein geeignetes Instrument zur Mobilisierung von Risikokapital für innovationsorientierte Unternehmen sein kann.

Als zweites Ziel der Arbeit schließt daran die Frage nach der quantitativen Bedeutung des Venture Capital in Deutschland an. Hierbei besteht die Zielsetzung in einer Untersuchung des bisher tatsächlich erreichten Beitrages des Venture Capital zur Risikokapitalmobilisierung für innovationsorientierte Unternehmen.

Das dritte Ziel besteht in einer Analyse der Rahmenbedingungen für Venture Capital in Deutschland. Die Fragestellung lautet hierbei, inwieweit die vorherrschenden Rahmenbedingungen das erreichte Marktergebnis des Venture Capital beeinflussen. Ziel ist es, aus dieser Analyse mögliche Ansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen herauszuarbeiten.

Im Anschluss an die Einführung wird im Abschnitt 2 zunächst der Aufbau und die Funktionsweise der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung dargestellt. Es wird dabei ein idealtypisches Leitbild der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung vorgestellt, an dem sich die weitere Untersuchung orientiert. Des weiteren wird der Zusammenhang zwischen Marktwirtschaft und Risikokapital hergestellt. Dafür wird der Begriff Risikokapital abgegrenzt, um darauf aufbauend die gesamtwirtschaftliche Bedeutung aufzuzeigen. Herausgestellt wird dabei der Begriff und die Merkmale innovationsorientierter Unternehmen in einer Marktwirtschaft. Anschließend wird dargelegt, welche Leistungsfähigkeit der Kapitalmarkt als Quelle für die Risikokapitalbeschaffung innovationsorientierte Unternehmen besitzt bzw. welches Kapitalmarktsegment für die weiteren Ausführungen relevant sein kann.

Durch die Darstellung in Abschnitt 3 folgende Darstellung des Venture Capital-Konzeptes soll die qualitative Bedeutung des Venture Capital aufgezeigt werden. Hierzu wird der Begriff des Venture Capital beleuchtet und seine konstitutiven Merkmale sowie die Funktionsweise dargestellt.

Daran schließt sich in Abschnitt 4 eine Bestandsaufnahme des deutschen Venture Capital-Marktes an, um die quantitative Bedeutung von Venture Capital in Deutschland herauszuarbeiten. Anhand aktueller Befunde zum VC-Markt wird in einem Überblick die Struktur und das bisher erreichte Marktergebnis dargestellt.

Im Anschluß daran werden in Abschnitt 5 die Rahmenbedingungen für Venture Capital in Deutschland analysiert. Die Analyse wird zugleich, auch aus einem internationalen Vergleich heraus, durch mögliche Ansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen ergänzt.

In Abschnitt 6 werden die Ergebnisse der Arbeit kurz zusammengefaßt und unter Berücksichtigung des skizzierten Leitbildes für die marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung reflektiert. Ein Ausblick auf die weitere Entwicklung des Instrumentes Venture Capital in Deutschland schließt die Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung und Risikokapital 15
2.1 Grundkonzeption der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung 15
2.1.1 Ausgangssituation zur Realisierung von Wirtschaftsordnungen 15
2.1.2 Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung 16
2.1.3 Ordnungspolitisches Leitbild der Marktwirtschaft 18
2.1.4 Abgrenzung von Marktversagen und Staatsversagen 19
2.1.5 Aufgaben des Staates in der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung 21
2.1.6 Ziel- und Ordnungskonformität wirtschaftspolitischer Maßnahmen 22
2.2 Bedeutung des Risikokapitals in einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung 23
2.2.1 Begriff und Merkmale des Risikokapitals 23
2.2.2 Gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Risikokapitals 25
2.3 Risikokapital als Finanzierungsquelle für innovationsorientierte Unternehmen 28
2.3.1 Begriff der innovationsorientierten Unternehmen 28
2.3.2 Merkmale der innovationsorientierten Unternehmen 29
2.4 Beschaffung von Risikokapital über den Kapitalmarkt 32
2.4.1 Begriff und Funktion des Kapitalmarktes 32
2.4.2 Abgrenzung des Risikokapitalmarktes für innovationsorientierte Unternehmen 34
3. Darstellung des Venture Capital-Konzeptes 14
3.1 Begriff und konstitutive Merkmale des Venture Capital 14
3.2 Abgrenzung zu anderen Formen deutscher Beteiligungsgesellschaften 16
3.2.1 Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Industrie 17
3.2.2 Kapitalbeteiligungsgesellschaften der privaten Banken und Versicherungen 17
3.2.3 Kapitalbeteiligungsgesellschaften der Sparkassen 18
3.2.4 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften der Länder 18
3.3 Idealtypische Phasen der Venture Capital-Finanzierung 19
3.3.1 Early-stage-financing 20
3.3.2 Expansion-stage-financing 21
3.3.3 Later-stage-financing 22
3.3.4 Desinvestment-stage 22
3.4 Strukturierung der Venture Capital-Finanzierung 23
3.4.1 Ausgestaltung der Venture Capital-Finanzierung 23
3.4.2 Ablauf der Venture Capital-Finanzierung 24
3.5 Zwischenergebnis: Beurteilung der qualitativen Bedeutung des Venture Capital-Konzeptes zur Mobilisierung von Risikokapital 25
4. Bestandsaufnahme des deutschen Venture Capital-Marktes 37
4.1 Entwicklung des deutschen Venture Capital-Marktes 37
4.2 Struktur des deutschen Venture Capital-Marktes 38
4.2.1 Marktteilnehmer am deutschen Markt 38
4.2.2 Entwicklung des Marktvolumens 40
4.2.3 Sektorale Kapitalherkunft 43
4.2.4 Kapitalverwendung nach Finanzierungsphasen 44
4.2.5 Exitkanäle der Beteiligungsgesellschaften 46
4.3 Zwischenergebnis: Beurteilung der quantitativen Bedeutung des Venture Capital zur Mobilisierung von Risikokapital 47
5. Analyse der Rahmenbedingungen und Ansätze zur Weiterentwicklung des Venture Capital in Deutschland 49
5.1 Analyse des wirtschaftlichen Umfeldes 50
5.1.1 Wirtschaftliches Umfeld in Deutschland 50
5.1.2 Internationaler Vergleich 51
5.1.3 Ansätze zur Verbesserung in Deutschland 52
5.2 Rechtliche Rahmenbedingungen für Investoren 52
5.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland 53
5.2.2 Internationaler Vergleich 54
5.2.3 Ansätze zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen 55
5.3 Steuerliche Rahmenbedingungen 56
5.3.1 Steuerliche Rahmenbedingungen in Deutschland 57
5.3.2 Internationaler Vergleich 60
5.3.3 Ansätze zur Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen 61
5.4 Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen 63
5.4.1 Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen in Deutschland 64
5.4.2 Internationaler Vergleich 66
5.4.3 Ansätze zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen 68
5.5 Alternative Finanzierungsmöglichkeiten 69
5.5.1 Bedeutung von alternativer Finanzierungsmöglichkeiten in Deutschland 69
5.5.2 Internationaler Vergleich 71
5.5.3 Kritische Beurteilung der alternativer Finanzierungsmöglichkeiten 72
5.6 Möglichkeiten der Desinvestition 73
5.6.1 Möglichkeiten der Desinvestition in Deutschland 74
5.6.2 Internationaler Vergleich 76
5.6.3 Ansätze zur Verbesserung der Desinvestitionsmöglichkeiten 78
6. Abschließendes Ergebnis und Ausblick 81
Anhang 83
Literaturverzeichnis VI
Ehrenwörtliche Erklärung XXIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als Begründung für die festgestellte Unterentwicklung des deutschen VC-Marktes lassen sich zwei verschiedene Argumente abgrenzen:195 Zum einen kann der Markt selbst für den geringen Erfolg des VC verantwortlich gemacht werden (Marktversagen). Ausgangspunkt für diese Argumentation ist eine unterschiedliche Einschätzung der Situation von Kapitalanbietern und Kapitalnachfragern. Dabei sprechen Kapitalanbieter von einem Überhang an anlagebereiten Kapital, es fehle aber an einer ausreichenden Anzahl beteiligungswürdiger Investitionsvorhaben. Viele Unternehmen und Unternehmensgründer als Kapitalnachfrager beurteilen die Lage jedoch anders. Sie sehen einen Engpaß an beteiligungsbereitem Kapital zu akzeptablen Konditionen.196 Aus dieser Diskrepanz wird ein Marktversagen dieses Kapitalmarktsegmentes abgeleitet.197 Zum anderen kann darüber nachgedacht werden, inwieweit nicht der Staat und die durch ihn gesetzten Rahmenbedingungen als mitverantwortlich für eine Unterentwicklung des VC gemacht werden können (Staatsversagen).198 Der Schwerpunkt im folgenden Abschnitt soll daher auf der Untersuchung der Rahmenbedingungen für VC liegen. Hierbei wird analysiert, inwieweit allgemeines wirtschaftliches Umfeld, rechtliche Anlagebestimmungen, Besteuerung, sozio-ökonomische Faktoren, alternative Finanzierungsmöglichkeiten und Desinvestitionsmöglichkeiten die Entwicklung des VC-Marktes beeinflussen.199 Die [...]

der vorgestellten VC-Abgrenzung tätig sind.189 Die weitere Analyse der empirischen Befunde zum gesamten deutschen Markt für Beteiligungsfinanzierung unterstützt diese Aussage. Das Fondsvolumen des deutschen Marktes ist im internationalen Vergleich, auch gemessen an der Größe der deutschen Volkswirtschaft, sehr gering. Die Gewichtung der Finanzierungsschwerpunkte zeigt, daß das Kapital bevorzugt risikoärmeren Investments bei etablierten Unternehmen zur Verfügung gestellt wird. Der Investitionsfokus liegt damit nicht im zukunftsträchtigen Bereich von sog. Schlüsseltechnologien.190 Die große Anzahl von Beteiligungsverkäufen an andere Unternehmen ist zudem wettbewerbspolitisch nicht begrüßenswert. Die Märkten zugesprochenen Funktionen191 kann der deutsche VC-Markt nur unzureichend erfüllen. Gesamtwirtschaftlich leistet der deutsche Markt somit nur einen geringen Beitrag zur Mobilisierung von Risikokapital. In der quantitativen Betrachtung kann er damit seiner qualitativen Eignung192 nicht entsprechend gerecht werden. Gesamtwirtschaftlich betrachtet bleibt der deutsche VC-Markt hinter seinen Möglichkeiten zurück und fällt damit als zugkräftiger Motor für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung in Deutschland aus. Vor diesem gesamtwirtschaftlichen Hintergrund betrachtet Albach daher diese Art des in Deutschland existierenden VC als nahezu überflüssig.193 Im Gegensatz dazu hat die gezielte Risikokapitalfinanzierung von innovationsorientierten Unternehmen durch VCG in den USA einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung wichtiger Branchen geleistet. Beispiele dafür sind Mikroelektronik und Biotechnologie.194 Diese „Initialzündung“ konnte durch den deutschen VC-Markt bisher nicht erreicht werden. [...]

erreicht, obwohl hier im internationale Vergleich noch deutliche Unterschiede bestehen (z.B. Großbritannien 41,4%, womit die Pensionsfonds dort die dominierende Kapitalquelle darstellen). Industrieunternehmen in Deutschland stellen international den höchsten Anteil an Kapital (8,6%) bereit.178 Private Kapitalanleger sind als direkte Finanzierungsquelle noch von untergeordneter Bedeutung, während der Staat in Deutschland im internationalen Vergleich wesentlich stärker an der direkten Kapitalbereitstellung beteiligt ist. Reinvestierbare Gewinne standen in Deutschland nicht zur Verfügung. Dies läßt sich auf die noch geringe Reife der Marktentwicklung zurückführen, zumal die bisher realisierten Gewinne eher ausgeschüttet worden sind.179 Bei der geographischen Herkunft dominieren mit 71% die nationalen Kapitalquellen, das restliche Drittel fließt aus dem Ausland zu. Dies kann als Anzeichen für eine vorhandene Attraktivität des deutschen Marktes für ausländische Kapitalanleger interpretiert werden.180 4.2.4 Kapitalverwendung nach Finanzierungsphasen Nach der Kapitalherkunft wird in diesem Abschnitt die Kapitalverwendung, also das Investitionsverhalten der Beteiligungsgesellschaften, betrachtet.181 Mit Hilfe der Abbildung 9 wird dargestellt, in welchen Finanzierungsphasen die Schwerpunkte der Beteiligungen liegen. Entsprechend der Anzahl der Beteiligungsgesellschaften in Deutschland zeigt die Abbildung, daß die Kapitalverwendung in späteren Phasen dominiert.182 Deutschland weist zwar im europäischen Vergleich den höchsten Anteil von Seed- und Start-upFinanzierungen aus, aber die USA zeigen in diesem Kernbereich der VC-Finanzierung [...]

Arbeit zitieren:
Tietze, Detlef Dezember 1997: Venture Capital als Instrument der Mobilisierung von Risikokapital, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Venture Capital-Markt, Rahmenbedingungen für Venture Capital, Risiko Capital, Venture Capital

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