Venture-Capital-Finanzierung in Deutschland
Eine betriebswirtschaftliche Analyse (mit Fallstudie)
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Regina Mitra, geb. Pakulla Pakulla
- Abgabedatum: Februar 1998
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 399,5 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1874-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1874-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1874-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mitra, geb. Pakulla Pakulla, Regina Februar 1998: Venture-Capital-Finanzierung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wagniskapital, Risikomanagement, Risikokapital, Venture Capital
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Diplomarbeit von Regina Mitra, geb. Pakulla Pakulla
Einleitung:
Vor allem in Phasen konjunktureller Schwäche gewinnt der Begriff der Venture-Capital (VC) Finanzierung - im deutschsprachigen Raum auch als Risiko-, Wagnis- oder Chancenkapital bezeichnet - verstärkt an Bedeutung. In Anlehnung an die Erfolge des Silicon Valley wird VC auf der volkswirtschaftlichen Ebene häufig als Initialkapital für Innovationen oder als ein Instrument zur Schaffung neuer Arbeitsplätze angepriesen. Eine detaillierte betriebswirtschaftliche Betrachtung der VC-Finanzierung wird oftmals als gegeben angesehen und steht selten im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Die vorliegende Arbeit versucht diesen Makel zu reduzieren und konzentriert sich auf die betriebswirtschaftliche Sicht des Venture Capitals.
Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil der Diplomarbeit wird der theoretische Hintergrund der VC-Finanzierung analysiert. Nach einer kurzen Einordnung und Definition des Venture Capitals erfolgt eine genauere Betrachtung der VC-Konzeption: worin liegen die Funktionen der VC-Finanzierung, wer stellt das VC zur Verfügung und zu welchen Anlässen, worin liegen die Nutzen und Kosten der VC-Finanzierung für die beteiligten Parteien? In der Praxis existiert eine Vielzahl von VC-Gebern, die sich aus mannigfaltigen Gründen an Wagnisfinanzierungen beteiligen und die daraus entstehenden Risiken unterschiedlich handhaben. Auf der anderen Seite existiert eine noch größere Gruppe von VC-Nachfragern, die zahlreiche Voraussetzungen erfüllen müssen, damit eine VC-Finanzierung zustande kommt. Vor allem während des VC-Investmentprozesses wird die Vielschichtigkeit der VC-Finanzierung sichtbar: VC erfüllt nicht nur eine Finanzierungsfunktion, sondern eine ebenso wichtige Managementfunktion. Die letzte Phase der Wagnisfinanzierung stellt die Desinvestition der Beteiligung dar. In diesem Zusammenhang kann auf die große Rolle des Börsensegmentes "Neuer Markt" in Deutschland verwiesen werden.
Im zweiten Teil der Arbeit soll die Praxis des Venture Capitals anhand einer konkreten VC-Finanzierung in Deutschland verdeutlicht werden. In der Fallstudie "Beteiligungsfinanzierung des Biotechnologieunternehmes QIAGEN N.V." wird die komplexe VC-Finanzierung des Hildener Biotechnologieunternehmenes QIAGEN, das auf die Isolierung und Reinigung von Nukleinsäuren spezialisiert ist, untersucht. Im Rahmen der Beteiligungswürdigkeitsprüfung erfolgt eine SWOT-Analyse, die aus der Sicht der VC-Geber als Entscheidungsunterstützung für eine VC-Finanzierung angesehen werden kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhalt | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Innovations- und Finanzierungskultur mittelständischer Unternehmen in Deutschland | 1 |
| 1.2 | Betriebliche Einordnung und Definition des "Venture Capital" | 2 |
| 1.3 | Abgrenzung der Venture-Capital-Finanzierung zu anderen Beteiligungsintermediären | 5 |
| 2. | Konzeption der Venture-Capital-Finanzierung | 6 |
| 2.1 | Funktionen des Venture Capital | 6 |
| 2.2 | Kapitalquellen der Venture-Capital-Finanzierung | 8 |
| 2.3 | Anlässe der Venture-Capital-Finanzierung | 11 |
| 2.4 | Fondskonzept der Venture-Capital-Gesellschaft | 16 |
| 2.4.1 | Ziele der Venture-Capital-Finanzierung | 16 |
| 2.4.2 | Risikomanagement des Beteiligungsportefeuilles | 17 |
| 2.5 | Typologie der Beteiligungsgesellschaften | 21 |
| 3. | Der Venture-Capital-Investmentprozeß | 24 |
| 3.1 | Grundsätzliche Voraussetzungen der Venture-Capital-Finanzierung | 24 |
| 3.2 | Kontaktaufnahme zwischen Venture-Capital-Geber und Venture-Capital-Nachfrager | 25 |
| 3.3 | Prüfung der Beteiligungswürdigkeit durch die Venture-Capital-Gesellschaft | 26 |
| 3.3.1 | Grobanalyse | 26 |
| 3.3.2 | Feinanalyse | 27 |
| 3.4 | Beteiligungsmodalitäten | 30 |
| 3.5 | Kontrolle, Beratung und Mitbestimmung durch die Venture-Capital-Gesellschaft | 33 |
| 3.6 | Desinvestition der Beteiligung | 35 |
| 4. | Betriebswirtschaftliche Nutzen- und Kostenaspekte der Venture-Capital-Finanzierung | 37 |
| 4.1 | Beteiligungsunternehmen | 37 |
| 4.2 | Venture-Capital-Gesellschaften | 41 |
| 4.3 | Kapitalanleger | 43 |
| 5. | Fallstudie: Beteiligungsfinanzierung des Biotechnologieunternehmens QIAGEN N.V. | 45 |
| 5.1 | Gründung und Geschäftstätigkeit von QIAGEN | 45 |
| 5.2 | Einsatz von Venture Capital bei der Wachstumsfinanzierung von QIAGEN | 47 |
| 5.3 | Verlauf der Venture-Capital-Partnerschaft | 49 |
| 5.3.1 | Unternehmensprüfung und -beurteilung durch die Venture-Capital-Investoren | 49 |
| 5.3.2 | Unterstützung der Unternehmensentwicklung durch die Venture-Capital-Gesellschaften | 53 |
| 5.3.3 | Bridgephase und Börsengang | 56 |
| 5.4 | Beurteilung der Venture-Capital-Finanzierung von QIAGEN | 57 |
| 6. | Kritische Würdigung und Perspektiven | 58 |
| Literaturverzeichnis | 61 | |
| Anhang | 72 |
zwischen RBS und TVM drei weitere europäische und amerikanische VCGeber mit einer Beteiligungssumme von insgesamt 6,2 Mio. DM aufgenommen. Bei diesem Co-Investment hat TVM als der größte Kapitalgeber die leitende und koordinierende Funktion der VC-Finanzierung übernommen (LeadInvestor).231 . 5.3 Verlauf der Venture-Capital-Partnerschaft 5.3.1 Unternehmensprüfung und -beurteilung durch die VentureCapital-Investoren Bevor sich die einzelnen VC-Gesellschaften für die Finanzierung des Biotechnologieunternehmens Qiagen entschieden haben, wurden die Wachstumsperspektiven des potentiellen Beteiligungpartners in einer Beteiligungswürdigkeitsprüfung intensiv analysiert.232 Die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung können anhand einer SWOT-Analyse dargestellt werden. In der SWOTAnalyse werden die unternehmensinternen Stärken (strenght) und Schwächen (weaknesses) sowie die sich aus der dynamischen Entwicklung des Biotechnolgiemarktes ergebenden Chancen (opportunities) und Risiken (threats) für Qiagen betrachtet.233 Die zusammenfassende Darstellung der Prüfungsergebnisse der SWOT-Analyse vereinfacht die Einschätzung der Marktchancen und kann als Entscheidungsgrundlage für die Beteiligungsentscheidung eingesetzt werden. Stärken Aus der Sicht der VC-Gesellschaft liegt die größte Stärke und damit auch der komparative Wettbewerbsvorteil des potentiellen Beteiligungsnehmers in dem innovativen Trenn- und Reinigungsverfahren von Nukleinsäuren. Auf dem weltweiten Biotechnologiemarkt herrscht eine rege Nachfrage nach hochreiner Nukleinsäure. Während die Nukleinsäureprodukte der vorhandenen Konkurrenz diese qualitativen Marktanforderungen nicht ausreichend gut erfüllen kön- [...]
stellt damit die Beteiligungsfinanzierung unter Zuhilfenahme öffentlicher Fördermittel die einzige Möglichkeit der Wachstumsfinanzierung dar. Im Falle von Qiagen wurde eine Beteiligungsfinanzierung durch die Aufnahme von VC-Gesellschaftern realisiert. Der erste Ansprechpartner für Qiagen zum Thema VC war die eigene Hausbank. Die Stadt-Sparkasse Düsseldorf hat einen Kontakt zu der Kapitalbeteiligungsgesellschaft Rheinisch-Bergischer Sparkassen (RBS) hergestellt, an der sie selbst beteiligt ist.226 RBS ist eine regionale Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Sparkassenorganisation ohne einen Branchenschwerpunkt, die sich an allen Unternehmensphasen mit einem Mindestinvestment von 1 Mio. DM beteiligt. Der gesamte Kapitalfonds der Gesellschaft beträgt rund 11 Mio. DM.227 Im Jahre 1985 wurde zwischen RBS und Qiagen eine VC-Beteiligung über insgesamt rund 2,8 Mio. DM abgeschlossen. Aufgrund des großen Bedarfs an Kapital und branchenspezifischer Unternehmensberatung bestand die Notwendigkeit, einen weiteren VC-Investor zu integrieren. In Deutschland existieren nur wenige VC-Gesellschaften, die auf den Biotechnologiesektor spezialisiert sind. Während in den USA 52% des gesamten Risikokapitals in den Informationsund Biotechnologiesektor fließen, sind es in Deutschland lediglich 7,6%.228 Als weiterer Wachtsumsfinanzierer des Biotechnologieunternehmens konnte die VC-Gesellschaft „Techno Venture Management“ (TVM) mit Sitz in München gewonnen werden. TVM ist eine große deutsche VC-Gesellschaft mit den Branchenschwerpunkten der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Biotechnologie und Medizintechnik.229 TVM beteiligt sich an westeuropäischen und US-amerikanischen Unternehmen mit Beteiligungsbeträgen zwischen 200.000 und 10 Mio. DM. Das Gesamtfondsvolumen der VCGesellschaft erstreckt sich auf über 500 Mio. DM, das zum großen Teil durch internationale institutionelle Investoren zugeführt wurde.230 Im Jahr 1985 hat TVM mit Qiagen eine VC-Beteiligung über 3,1 Mio. DM abgeschlossen. Im Rahmen zusätzlicher Kapitalzufuhr wurden in das vorhandene VC-Konsortium [...]
5.2 Einsatz von Venture Capital bei der Wachstumsfinanzierung von QIAGEN Die Biotechnologiebranche wird aufgrund der überdurchschnittlich hohen Wachstumspotentiale und einer dynamischen Marktentwicklung als eine Zukunftsbranche bezeichnet.223 Die wesentliche Voraussetzung für die Realisierung der vorhandenen Ertragspotentiale ist die Finanzierung des hohen Kapitalbedarfs der Wachstumsphase. Ein sicherer Zugriff auf die benötigten Finanzierungsmittel sichert dem Unternehmen die notwendige unternehmerische Flexibilität für eine schnelle Reaktion auf aktuelle Marktgegebenheiten.224 Der hohe Wachstumskapitalbedarf kann grundsätzlich durch Innen- oder Außenfinanzierung aufgebracht werden. Für ein neugegründetes Unternehmen, daß noch keine Umsatzüberschüsse oder liquiditätsschonenden Vermögensumschichtungen realisieren kann, ist eine Wachstumsfinanzierung aus dem Innenfinanzierungspotential nicht möglich. Der zweite Weg der Kapitalbeschaffung ist die Außenfinanzierung. Im Rahmen der Außenfinanzierung kann die Zuführung von Kapital durch eine Kreditaufnahme, Beteiligungsvergabe oder Inanspruchnahme öffentlicher Mittel erfolgen.225 Bei neugegründeten Unternehmen ist eine Kreditfinanzierung des Wachstums kaum möglich. Zum einen verfügen junge Unternehmen nicht über ausreichend hohe Sicherheiten und zum anderen sind Kreditinstitute bei innovativen Aktivitäten nicht in der Lage, das antizipierte Wachstumspotential sachgerecht zu beurteilen. Jedoch selbst, wenn die Aufnahme von Fremdkapital möglich wäre, würde die Kreditfinanzierung, aufgrund der starken Liquiditätsbelastung der Wachstumsphase durch hohe Zins- und Tilgungszahlungen, keine effi-ziente Lösung darstellen. Für die meisten jungen innovativen Unternehmen [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832418748
Arbeit zitieren:
Mitra, geb. Pakulla
Pakulla, Regina Februar 1998: Venture-Capital-Finanzierung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wagniskapital, Risikomanagement, Risikokapital, Venture Capital




