Venture Capital Beteiligung
Eine Mitunternehmerschaft auf Zeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kordula Günther
- Abgabedatum: Juli 1993
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 5,2 MB
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1423-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1423-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1423-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Günther, Kordula Juli 1993: Venture Capital Beteiligung, Hamburg: Diplomica Verlag
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Diplomarbeit von Kordula Günther
Problemstellung:
Unternehmen und Investoren sehen sich großen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen gegenüber, wie der Integration Europas mit dem Ziel des "Gemeinsamen Marktes", der Öffnung Osteuropas für westliche Technologien und Marktwirtschaft, einer stärkeren Berücksichtigung des Umweltschutzes bei industriellen Investitionen, einer Verkürzung der Produktlebenszyklen sowie der Intensivierung des weltweiten Wettbewerbs.
Um auch in Zukunft die technologische Spitzenstellung am Weltmarkt behaupten und ausbauen zu können, muß ein exportorientiertes Land wie die Bundesrepublik Deutschland. die zudem kaum über nennenswerte Ressourcen verfügt und sich als Hochlohnland gegenüber Niedriglohnländern in einer Reihe traditioneller Industriezweige durchsetzen muß, laufend neue innovative Produkte und Dienste entwickeln. Wichtig ist jedoch nicht nur die Entwicklung innovativer Technologien, sondern auch deren Umsetzung in marktfähige Produkte sowie deren Absatz auf Märkten mit hohem Wachstumspotential.
Es gilt. die Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Strukturen rechtzeitig zu erkennen, ihre Ursachen festzustellen und gezielt zu reagieren. Die bis Mitte der achtziger Jahre rückläufigen Zuwachsraten des realen Bruttosozialproduktes sind jedoch ein Zeichen dafür, daß der Strukturwandel in der Bundesrepublik Deutschland eher verhalten vorangetrieben wurde, wobei es insbesondere an Investitionen in zukunftsorientierten Bereichen mangelt, die den kapazitätsmindernden Einfluß schrumpfender Branchen kompensieren sollen. Diese erforderlichen Innovationen können nur in begrenztem Maße von Großunternehmen durchgeführt werden. Vielmehr kommt den Klein- und Mittelbetrieben eine entscheidende Rolle zu. Sie profitieren vom Abbau der Fertigungstiefe in der Großindustrie, die mehr und mehr auf die eigene Herstellung von Teilen verzichtet und Komponenten von Lieferanten hinzukauft, sowie von der zunehmenden Differenzierung der Endverbraucher und industriellen Abnehmer. Die Stärke der mittelständischen Unternehmen liegt in ihrer Fähigkeit, sich kreativ, schnell und flexibel verändernden Marktbedingungen anzupassen.
Sie können die freiwerdenden Marktnischen besetzen, und nicht selten führt diese Entwicklung zur Gründung neuer Betriebe.
Der Mittelstand spielt eine ausgesprochen wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft. Er beschäftigt in den alten Bundesländern 60 % aller Arbeitnehmer, stellt 80 % aller Ausbildungsplätze zur Verfügung und erwirtschaftet etwa zwei Drittel des Bruttosozialproduktes. Er stellt eine stärkere Innovationskraft als die Großindustrie dar.
Das Problem dieser Unternehmen liegt darin, daß eine zu schwache Eigenkapitalausstattung, eine geringe Selbstfinanzierungskraft und eine limitierte Verfügbarkeit von Fremdkapital angesichts hoher Startrisiken dazu führen können, daß erfolgversprechende Innovationsvorhaben oftmals aufgrund von Kapitalmangel nicht realisiert werden können.
Ein langfristiger Vergleich der Eigenkapitalquoten zeigt eine deutliche Abnahme. Lag Ende der sechziger Jahre der durchschnittliche Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme deutscher Unternehmen ca. bei 31 %, so sank sie gegen Ende der siebziger Jahre auf knapp über 20 % und fiel bis 1991 nahezu kontinuierlich auf 18,5 %. Wobei die Eigenkapitalquote bei den Aktiengesellschaften seit 1985 stabil bzw. leicht angestiegen ist, was wiederum bedeutet, daß sie bei den Nicht-Aktiengesellschaften weiter gesunken sein muß. Selbst unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bilanzierungspraktiken wiesen im internationalen Vergleich lediglich japanische Unternehmen eine geringere Eigenkapitalquote auf. Damit verlor das Eigenkapital in zunehmendem Maße seine wesentlichen Funktionen als Finanzierungsinstrument - Insolvenzschutz und Bonitätsmaßstab -, denn es bildet oftmals die Grundlage für den Erhalt eines Bankkredites.
Aufgrund der niedrigen Eigenkapitalquote und der tendenziell risikoscheuen Haltung der deutschen Banken bei der Kapitalvergabe ist es gerade für junge und für innovative Unternehmen schwer, sich am deutschen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Daher kommt bei solchen Unternehmen der Eigenfinanzierung eine besondere Bedeutung zu. Zur Verstärkung der Eigenkapitaldecke und der Minderung der Krisenanfälligkeit des Unternehmens, wird die Möglichkeit der Aufnahme eines Kapitalpartners in Erwägung gezogen. da eine Refinanzierung über den organisierten Kapitalmarkt mangels Börsenreife nicht möglich ist. Für einen Gang an die Börse fehlt es ihnen in der Regel an der Größe und der notwendigen Organisationsstruktur. Ziel einer Vielzahl von kleinen und mittleren innovativen Unternehmen ist es, Beteiligungskapital für einen begrenzten Zeitraum von außen zu erhalten, um nach Abschluß der innovativen Entwicklung eigenständig in der Unternehmenslandschaft bestehen zu können.
In dieser Marktnische etablierten sich in der Bundesrepublik Deutschland seit Anfang der achtziger Jahre institutionelle Intermediäre, die sich am Eigenkapital von Unternehmen in verschiedenen Wachstumsphasen, Wirtschaftszweigen und Regionen beteiligen, sogenannte Venture Capital Gesellschaften. Sie stellen Kapital (Venture Capital) und darüber hinaus Management zur Verfügung. Eine wichtige Voraussetzung dafür, daß sich Venture Capital Gesellschaften erfolgreich an der Eigenkapitalfinanzierung beteiligen können, stellen die Rahmenbedingungen für das Desinvestment dar. Hieraus läßt sich die letztlich zu untersuchende Fragestellung ableiten: Welche Möglichkeiten der Desinvestition sind auf dem deutschen Venture Capital Markt relevant?
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| A. | Einleitung | 1 |
| I. | Themeneinführung | 1 |
| II. | Themeneingrenzung | 3 |
| B. | Das Venture Capital Konzept | 4 |
| I. | Das heutige Verständnis von Venture Capital | 4 |
| II. | Überblick über die Venture Capital Phasen | 6 |
| 1. | Early-stage-financing | 7 |
| a. | Speed-financing | 7 |
| b. | Start-up-financing | 8 |
| c. | First-stage-financing | 9 |
| 2. | Expansion-stage-financing | 9 |
| a. | Second-stage-financing | 10 |
| b. | Third-stage-financing | 10 |
| c. | Fourth-stage-financing | 10 |
| 3. | Divestment-stage | 10 |
| III. | Die Wahl der Beteiligungsform | 12 |
| 1. | Die direkte Beteiligung | 13 |
| 2. | Die indirekte Beteiligung | 13 |
| IV. | Sonderformen der Venture Capital Finanzierung | 15 |
| 1. | Spin-off | 15 |
| 2. | Management-buy-out | 16 |
| C. | Der deutsche Venture Capital Markt | 17 |
| I. | Historische Entwicklung | 17 |
| II. | Die gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit der Venture Capital Finanzierung | 19 |
| 1. | Der Kapitalbedarf | 20 |
| 2. | Die Eigenkapitalausstattung | 21 |
| 3. | Der Kapitalmarkt | 23 |
| a. | Der organisierte Kapitalmarkt | 23 |
| b. | Der nichtorganisierte Kapitalmarkt | 25 |
| 4. | Die Kreditwirtschaft | 26 |
| 5. | Das Anlageverhalten | 27 |
| 6. | Öffentliche Innovationshilfen | 27 |
| 7. | Sonstige Einflußfaktoren | 28 |
| 8. | Die Notwendigkeit einer eigenständigen Form der Eigenkapitalfinanzierung | 28 |
| III. | Zielgruppen der Venture Capital Finanzierung | 30 |
| IV. | Die Quellen des Venture Capital Angebotes | 31 |
| 1. | Der Staat als Kapitalgeber | 31 |
| 2. | Private Investoren | 32 |
| 3. | Finanzunternehmen | 33 |
| 4. | Industrieunternehmen | 34 |
| D. | Beteiligungsgesellschaften bei der Venture Finanzierung | 37 |
| I. | Kapitalbeteiligungsgesellschaften und Venture Capital Gesellschaften | 37 |
| 1. | Wirtschaftliche Zielsetzungen | 38 |
| 2. | Die Rechtsform der Beteiligungsgesellschaft | 38 |
| 3. | Die Rechtsform der Beteiligung | 39 |
| a. | Die Haftung der Gesellschafter | 39 |
| b. | Gewinn- und Verlustbeteiligung | 40 |
| c. | Fungibilität der Anteile | 41 |
| d. | Mitsprache- und Kontrollrechte | 41 |
| 4. | Risikopolitik und Portefeuillestrukturen | 42 |
| 5. | Der Renditeaspekt | 47 |
| 6. | Der Liquiditätsaspekt | 48 |
| 7. | Die Beteiligungsdauer und die Beteiligungshöhe | 49 |
| 8. | Folgerungen aus dem Vergleich | 49 |
| II. | Unternehmensbeteiligungsgesellschaften | 51 |
| III. | Co-Venturing | 53 |
| E. | Die unternehmerische Begleitung des Beteiligungsunternehmens | 55 |
| F. | Die Möglichkeiten der Desinvestition | 60 |
| I. | Der Gang an die Börse | 60 |
| 1. | Die Börsenhandelsarten und deren Voraussetzungen | 62 |
| a. | Der amtliche Handel | 62 |
| b. | Der geregelte Markt | 63 |
| c. | Der Freiverkehr | 64 |
| 2. | Die Auswahl der Wertpapiere | 64 |
| 3. | Die Motive für eine Börseneinführung | 66 |
| 4. | Die Kriterien der Börsenreife | 67 |
| 5. | Die Festlegung des Emissionspreises | 67 |
| II. | Verkauf an ein anderes Unternehmen | 69 |
| III. | Rückkauf durch den Unternehmer | 71 |
| IV. | Sonstige ”Exit”-Vorschläge | 72 |
| G. | Venture Capital in den neuen Bundesländern | 75 |
| H. | Abschlußbemerkungen | 74 |
| I. | Zusammenfassung und Ergebnisse | 78 |
| II. | Ausblick | 79 |
| Literaturverzeichnis | 81 | |
| Anhang | VII | |
| Eidesstattliche Erklärung |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832414238
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Günther, Kordula Juli 1993: Venture Capital Beteiligung, Hamburg: Diplomica Verlag
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