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Vasilij Šukšins Entwurf des Menschen in seiner Kurzprosa

Vasilij Šukšins Entwurf des Menschen in seiner Kurzprosa
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Anton Reumann
  • Abgabedatum: Dezember 2006
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 4,3 MB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • Bibliografie: ca. 19
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0198-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reumann, Anton Dezember 2006: Vasilij Šukšins Entwurf des Menschen in seiner Kurzprosa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Literaturwissenschaft, Slawistik, Nachkriegsprosa, Dissidentenliteratur, Sowjetzeit

Staatsexamensarbeit von Anton Reumann

Einleitung:

Inmitten des Wiederaufbaus und der Entspannung des post-stalinistischen Sowjetischen Staates tauchen unvermittelt Probleme in der sowjetischen Bevölkerung auf, einige Menschen beginnen nachzudenken und die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung in Frage zu stellen. Darunter sind auch Schriftsteller, die, obwohl sie in verschiedenen Teilen der Sowjetunion leben, alle heftige Kritik an der wiederholten wirtschaftlichen und strukturellen Neuordnung des ländlichen Lebens üben – es entsteht die sogenannte Dorfprosa.

Ein politischer Prozess, die Kollektivierung der Agrarwirtschaft in Kolchosen und deren zentrale Lenkung durch meist landwirtschaftlich nicht ausgebildete Beamte, verursacht einen künstlerischen Prozess, der in den 60-er Jahren einsetzt und nach V. Ovekin noch in den 70-er Jahren eine große Anzahl von kritischen Künstlern (Lyriker, Prosaisten, Sänger, Bühnenautoren und Filmemacher, auf deren Aufzählung hier verzichtet wird) hervorbringt. Unter ihnen ist auch Vasilij Šukšin, der vor allem durch seine prosaische Darstellung der skurrilen Bauerntypen auffällt.

Gang der Untersuchung:

Eben diese „Typen“ sollen den Gegenstand der vorliegenden Arbeit bilden, indem versucht werden soll, aus ihnen ein von Šukšin entworfenes Menschenbild zu rekonstruieren. Hierzu sollen ausschließlich Erzählungen zurate gezogen werden, da in ihnen die Charaktere der Figuren am klarsten und kürzesten umrissen sind. Durch eine kurze Analyse der Dialogsprache soll veranschaulicht werden, auf welche Art Šukšin versucht, dem Leser den Figurencharakter zu demonstrieren.

Im Anschluss an den Hauptteil soll das rekonstruierte Menschenbild mit dem gesellschaftlich-kulturellen Kontext der Zeit verbunden werden, damit man ein genaueres Bild erhält. Bezüge zum Leben des Autors sollen möglichst vermieden werden, obwohl eine Kurzbiographie der Vollständigkeit halber erfolgt, auch soll hier nicht das gesamte literarische Werk von V. Šukšin untersucht werden, es soll nur auszugsweise an der passenden Stelle einbezogen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Biographische Skizze 4
2. Entwurf eines Menschenbildes mittels Figuren – die methodische Grundlage 6
3. Die markanten Typen 8
3.1 Die verschiedenen Figuren und deren markanter Charakterzug 11
3.1.1 Stolz, Ehre, Ansehen 11
3.1.2 Der starke Wille 16
3.1.3 Hoffnung als Lebensantrieb 20
3.1.4 Intuitivität 25
3.1.5 Emotionalität 28
3.1.6 Zusammenfassung der Charakterzüge 33
3.2 Die Handlungssituationen 34
3.2.1 Gattungszuordnung 34
3.2.2 Der Neue 36
3.2.3 Stadt – Land – Kontrast 37
3.2.4 Die Wandlung des Lebens 38
3.2.5 Kontrast der Machtverhältnisse 39
3.2.6 Unterschiede der Moral als Kontrast 40
3.2.7 Das Fest 41
3.3 Die Rede der Figuren 42
3.3.1 Die Volkssprache 43
3.3.2 Die Dorfsprache 44
3.3.3 Bürokratismen und sowjetrussische Redewendungen 49
4. Ergebnisse 51
5. Der kontextuelle Bezug 54
6. Kritik 59
7. Fazit 60
8. Literaturverzeichnis 61

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Biographische Skizze 4
2. Entwurf eines Menschenbildes mittels Figuren – die methodische Grundlage 6
3. Die markanten Typen 8
3.1 Die verschiedenen Figuren und deren markanter Charakterzug 11
3.1.1 Stolz, Ehre, Ansehen 11
3.1.2 Der starke Wille 16
3.1.3 Hoffnung als Lebensantrieb 20
3.1.4 Intuitivität 25
3.1.5 Emotionalität 28
3.1.6 Zusammenfassung der Charakterzüge 33
3.2 Die Handlungssituationen 34
3.2.1 Gattungszuordnung 34
3.2.2 Der Neue 36
3.2.3 Stadt – Land – Kontrast 37
3.2.4 Die Wandlung des Lebens 38
3.2.5 Kontrast der Machtverhältnisse 39
3.2.6 Unterschiede der Moral als Kontrast 40
3.2.7 Das Fest 41
3.3 Die Rede der Figuren 42
3.3.1 Die Volkssprache 43
3.3.2 Die Dorfsprache 44
3.3.3 Bürokratismen und sowjetrussische Redewendungen 49
4. Ergebnisse 51
5. Der kontextuelle Bezug 54
6. Kritik 59
7. Fazit 60
8. Literaturverzeichnis 61

Textprobe:

Kapitel 3. 1. 1, Stolz, Ehre, Ansehen: In vielen Erzählungen von Š. kommt das Thema Stolz, Ehre und Ansehen vor, oftmals geht es darum, was „die Leute oder die Nachbarn über einen denken“, ob „über einen geredet wird“ oder ob „Schande über einen gebracht werden könnte“. Das Verhalten der Mitmenschen wird in Š. Kurzprosa durch die darin agierenden Figuren in ehrenhaft/anständig oder unehrenhaft/ungehörig eingeteilt und man vermutet einen zugrundeliegenden Kodex, welcher selbst jedoch nur durch den christlichen Glauben und das damit vorgeschrieben Verhalten angedeutet wird.

Natürlich wird an dem, „was sich gehört“ seitens der Figuren der Erzählungen auch Kritik geübt und es deuten sich Auflösungserscheinungen der gängigen Verhaltensnormen an, trotzdem gibt es in Š.´s Erzählungen Situationen, in denen das Thema Stolz/Ehre/Ansehen unumgänglich ist und im Vordergrund steht. Besonders ausweglos sind die Situationen, in denen die positive Figur der Erzählung die Achtung und den Respekt vor sich selbst erhalten will, denn da muss er sich selbst etwas beweisen – und zwar, dass er sich selbst gegenüber noch Stolz und Ehre empfindet.

Solch eine Situation tritt in der Erzählung „Null-null Kopeken“ ein. Die Hauptfigur Kolja wird von der Figur des Beamten Sinelnikov beleidigt und erpresst, als dieser sein Arbeitsbuch abholen will, denn Kolja hat im Sowchos gekündigt. Sinel´nikov beleidigt Kolja völlig grundlos, indem er ihn als „Säufer, der nicht genug kriegen kann“ und „bemitleidenswerten Schlucker“ bezeichnet. Als Kolja ihn bittet, ihm keine „Lektion“ zu erteilen, sondern nur das Arbeitsbuch auszuhändigen, droht ihm Sinel´nikov an, einen Disziplinareintrag in sein Arbeitsbuch zu schreiben, wenn er „seine Nase zu hoch hebt“.

Anschließend fährt der Beamte fort Kolja zu beschimpfen, was für Kolja zuviel ist und ihm aufgrund seines nun gereizten Temperaments der Geduldsfaden reißt. Er gießt dem Beamten wütend dessen Schreibtinte auf den Anzug.

Arbeit zitieren:
Reumann, Anton Dezember 2006: Vasilij Šukšins Entwurf des Menschen in seiner Kurzprosa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Literaturwissenschaft, Slawistik, Nachkriegsprosa, Dissidentenliteratur, Sowjetzeit

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