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Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit

Die Versorgung Roms mit Wasser, Waren und Energie

Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Nico Ernstberger
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 138 Seiten
  • Dateigröße: 5,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9609-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9609-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9609-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ernstberger, Nico Juni 2005: Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wasserversorgung, Ostia, Handel, Holz, Rom

Magisterarbeit von Nico Ernstberger

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Magisterarbeit mit dem Thema: „Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit. Die Versorgung Roms mit Wasser, Waren und Energie“ beschäftigt sich der Autor mit der wirtschaftlichen Versorgung Roms in der Kaiserzeit. Da aber aufgrund der Komplexität des Themas nicht alle Aspekte der wirtschaftlichen Versorgung hinreichend dargestellt werden können, empfiehlt sich eine Beschränkung auf drei wichtige Gebiete: zum einen die Wasserversorgung der Stadt Rom, zum anderen die Versorgung Roms mit Waren und als dritten Punkt die Verwendung und der Umgang mit dem Rohstoff Holz.

Der erste Teil der Arbeit ist der Wasserversorgung gewidmet. Zu Beginn wird auf die Quellenlage eingegangen – Frontinus ist hier als wichtigste Quelle zu nennen – ehe in einem theoretischen Teil die Hydrotechnik im Römischen Reich erläutert wird. Hierbei spielen v.a. die Wasserspeicherung, Wasserverteilung, sowie die Wasserableitung eine wichtige Rolle. Danach erscheint es sinnvoll konkret die Wasserversorgung Roms und die elf Fernwasserleitungen vorzustellen. Im nächsten Gesichtspunkt geht es um die Organisation und Administration der Wasserversorgung. Dabei stehen besonders die Veränderungen seit Augustus und unter der Verwaltung Agrippas im Vordergrund. Zum Abschluss des ersten Teilgebietes wird noch auf die öffentliche und private Nutzung des Wassers, sowie auf den repräsentativen Charakter der römischen Aquädukte eingegangen.

Im zweiten Teil der Arbeit wird erläutert wie die enorme Menge an Waren und Gütern nach Rom gelangte, um die Hauptstadt ausreichend zu beliefern.

Als Versorgungszentrale fungierte in der Kaiserzeit Ostia. Um die zentrale Funktion Ostias deutlich zu machen, wird zunächst das Gebiet von Ostia vorgestellt. Dann folgt ein geschichtlicher Überblick von den Ursprüngen Ostias bis zum Niedergang der Stadt. Entscheidend in punkto Versorgung waren der Bau des Claudius- und Trajanshafens in Ostia. Danach beschäftigt sich der Autor mit den anfallenden Arbeiten in den Häfen und mit der Aufbewahrung der Lebensmittel.

Mit Hilfe eines kurzen Exkurses über Schiffswrackfunde im Mittelmeer soll v.a. die große wirtschaftliche Aktivität im Römischen Reich hervorgehoben werden.

In einem weiteren Gliederungspunkt geht es um den Transport der Waren. Dabei wird der Landtransport mit dem bevorzugten Transport über ein Gewässer verglichen. Nicht zu vernachlässigen sind natürlich auch hier die Organisation des Handels und die damit verbundenen Arbeiten. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Berufsvereine der Händler (collegia). Dann wird noch kurz auf die Sonderstellung Roms in Bezug auf die Versorgung mit wichtigen Gütern eingegangen und die Versorgung innerhalb Roms beschrieben. Den Abschluss des zweiten Teils bildet eine allgemeine Rückschau auf die Wirtschaft und den Handel in der Kaiserzeit.

Im dritten und letzten Teilgebiet dieser Magisterarbeit wird die Holzversorgung Roms vorgestellt. Sicherlich ist die Frage berechtigt, weshalb ein Schwerpunkt der Betrachtung auf die Holzversorgung gelegt wird, doch dies lässt sich leicht beantworten, da Holz nicht nur ein elementares Baumaterial, sondern der wichtigste Energielieferant der Antike war.

Zuerst wird der Stellenwert des Holzes in der Antike dargelegt und anschließend wird die wirtschaftliche Nutzung der Wälder behandelt. Hierbei geht es insbesondere darum, welche Hölzer wofür verwendet wurden. Außerdem erläutert der Autor die Verwendung von bestimmten Hölzern als Luxusartikel. Wichtig erscheint auch die Waldwirtschaft der Römer. Dabei wird der Umgang mit der Ressource Holz näher ausgeführt und danach in einem weiteren Gliederungspunkt konkret auf die Verwendung von Holz als Baumaterial eingegangen. Ein weiterer Aspekt ist auch noch der beschwerliche Transport der Hölzer, wobei am Beispiel der Caracalla-Thermen der immense Holzverbrauch der Römer vor Augen geführt wird. Im letzten Gesichtspunkt werden noch die Auswirkungen der römischen Waldnutzung auf das Landschaftsbild analysiert.

Betrachtet man die Quellenlage, so stellt man bei der Wasserversorgung fest, dass relativ viele antike Autoren dazu Stellung nahmen. Neben der Hauptquelle „De Aquaeductu Urbis Romae“ von Sextus Iulius Frontinus informieren uns u.a. Vitruv, Dionysios von Halikarnassos, C. Plinius Secundus, Rutilius Namatianus und auch Cassiodor über verschiedene Aspekte der Wasserversorgung.

Bei den beiden anderen Bereichen – Versorgung mit Waren und Holzversorgung – ist es schwierig eine zentrale Quelle zu nennen. Über Ostia bzw. den Warenaustausch äußerten sich ebenfalls zahlreiche antike Schreiber. Die meisten Informationen zu diesem Thema liefern einerseits C. Plinius Secundus in seiner „Naturgeschichte“ und andererseits Tacitus in den Annalen.

Bei der Holzversorgung sind die Agrarschriftsteller M. Porcius Cato („De agricultura“), M. Terentius Varro („res rusticae“), L. Iulius M. Columella („de re rustica“) und v.a. Vitruv („de architectura“) als bedeutendste Autoren zu nennen. C. Plinius Secundus („Naturgeschichte“) gibt uns ebenfalls Hinweise für den Gebrauch von verschiedenen Hölzern und deren Verarbeitung.

Neben den literarischen Quellen und Inschriften spielen natürlich die archäologischen Funde in allen drei genannten Bereichen eine herausragende Rolle. Unter anderem sind z.B. die Reste der Wasserleitungen, der Aquädukte, die Schiffswrackfunde und die Amphorenfunde, sowie die zahlreich erhaltenen Gebäude (Lagerräume, Schenken, Mietskasernen) und Mosaiken in Ostia wichtige Zeugnisse der damaligen Zeit.

Bei der Analyse der Holzverwendung ist es allerdings wegen der Vergänglichkeit des Materials schwierig archäologische Nachweise zu finden und daher ist man hier entweder auf antike literarische Quellen oder auf neuere Forschungsergebnisse (Pollenanalysen, Berechnungen zum Holzverbrauch, Untersuchungen des Bodens, etc.) angewiesen.

Den zeitlichen Rahmen der Magisterarbeit bildet hauptsächlich die Kaiserzeit, jedoch sind aufgrund der Zusammenhänge und des besseren Verständnisses teilweise Rückblicke auf die Vorkommnisse in republikanischer Zeit notwendig.

Inhaltsverzeichnis:

A) Einführung 7
1. Wirtschaftliche Strukturen in der Kaiserzeit und Bevölkerungsentwicklung der Stadt Rom 7
2. Vorgehensweise in der Magisterarbeit und Quellenlage 9
B) Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit. Die Versorgung Roms mit Wasser, Waren und Energie 12
I) Die Wasserversorgung Roms 12
1. Die römische Wasserversorgung im Allgemeinen 12
1.1 Quellenlage 12
1.2 Hydrotechnik im Römischen Reich bis zur Zeit Frontins 15
1.2.1 Wasserfassungen, Wasserhebung und Wasserspeicher 15
1.2.2 Wasserzuleitungen und Kanalbrücken 18
1.2.3 Wasserverteilung und Wasserableitung 18
2. Darstellung der Wasserversorgung am Beispiel der Stadt Rom 19
2.1 Die Entwicklung der stadtrömischen Wasserleitungen 19
2.2 Aqua Appia 19
2.3 Aqua Anio Vetus 20
2.4 Aqua Marcia 22
2.5 Aqua Tepula und Aqua Iulia 24
2.6 Aqua Virgo 25
2.7 Aqua Alsietina 27
2.8 Aqua Claudia 28
2.9 Aqua Anio Novus 30
2.10 Aqua Traiana 31
2.11 Aqua Alexandrina 32
3. Zusammenfassung 33
4. Organisation und Administration der Wasserversorgung Roms 36
4.1 Verwaltung in republikanischer Zeit 36
4.2 Veränderungen unter Augustus – Verwaltung unter Agrippa 37
4.3 Die Leitung der Wasserversorgung: cura aquarum 38
4.4 Das Subalternpersonal und der procurator aquarum 40
5. Öffentliche und private Nutzung des Wassers – Der Einfluss des Kaisers 41
6. Schlussbemerkung – Repräsentativer Charakter römischer Aquädukte 42
II) Die Versorgung Roms mit Waren Ostia – Versorgungszentrale Roms 45
1. Das Gebiet von Ostia 46
2. Geschichtlicher Überblick 47
2.1 Die Ursprünge Ostias 47
2.2 Ostia in republikanischer Zeit 47
2.3 Ostia zur Kaiserzeit 48
2.3.1 Der Claudiushafen 50
2.3.2 Der Trajanshafen 52
2.3.3 Be- und Entladen in den Häfen 53
2.3.4 Aufbewahrung der Lebensmittel – die horrea 55
2.4 Der Niedergang Ostias 57
3. Exkurs: Wirtschaftliche Aktivität im Römischen Reich – Wrackfunde im Mittelmeer 58
4. Der Warentransport 61
4.1 Transport auf dem Seeweg 61
4.2 Transport über ein Binnengewässer und Bedeutung der Küstenschifffahrt für den Nahverkehr 64
4.3 Der Landtransport 66
5. Die Organisation des Handels, des Transports und der Arbeit 69
5.1 Organisation der Arbeit und die Berufsvereine der Händler (collegia) 69
5.2 Die navicularii (Reeder) 72
5.3 Die transportierten Waren und Güter – Roms Sonderstellung 74
5.4 Exkurs: Versorgung innerhalb Roms – Geschäfte 78
6. Schlussbemerkung: Rückblick auf die Wirtschaft und den Handel in der Kaiserzeit 79
III) Die Holzversorgung Roms 81
1. Der Stellenwert des Holzes für das antike Rom 81
2. Wirtschaftliche Nutzung der Wälder 82
2.1 Die Holzarten und ihre Verwendung 82
2.2 Das Nutzholz und seine Verarbeitung 84
2.3 Die Holzarten des antiken römischen Schiffbaus 86
2.4 Holz als Luxusartikel 88
3. Wald- und Forstwirtschaft 90
3.1 Die Bewirtschaftung der Wälder im Allgemeinen 90
3.2 Die Waldwirtschaft auf römischen Landgütern 92
4. Exkurs: Holz als wichtiges Baumaterial 94
4.1 Die Holzverwendung beim Bau einer insula 94
4.2 Brandgefahr in Rom 96
5. Holzhandel und Holzbedarf 98
5.1 Transport und Vertrieb 98
5.2 Der Holzverbrauch dargestellt am Beispiel der Caracalla-Thermen 100
6. Schlussbemerkung: Auswirkungen der römischen Waldnutzung auf das Landschaftsbild 102
C) Resumé 105
Quellenverzeichnis 108
Literaturverzeichnis 108
Anhang 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ab dem 3. Jh. n. Chr. mehrten sich die außerrömischen Einflüsse (vor allem orientalische Einflüsse) und der Niedergang Ostias und des Weströmischen Reiches begann unaufhaltsam. Als im Jahre 330 n. Chr. der Sitz des Imperiums von Rom nach Konstantinopel verlegt wurde und Ravenna 402 n. Chr. Hauptstadt des Weströmischen Reiches wurde, begann für die Stadt Ostia ein Zeitalter des raschen Verfalls271. Zudem entzog im 4. Jh. n. Chr. Kaiser Konstantin Ostia das Stadtrecht272. Ende des 4. Jhs. wurden zwar noch einige prächtige Villen aus rekonstruierten Häusern des 1. und 2. Jhs. n. Chr. gebaut, doch dann plünderten in den Jahren 410 und 455 n. Chr. erst die Westgoten und später die Vandalen die Stadt273. 537 n. Chr. besetzten die Goten die Küste, während Justinian einen Krieg zur Rückeroberung Italiens führte. In einem Bericht über die Kriege gegen die Goten beschrieb Prokop aus Caesarea die Stadt Ostia im 6. Jh. folgendermaßen: „Auf der linken Seite vor der Tibermündung liegt Ostia, [...]

(max. 18 Grad), denn bei zu feuchter oder warmer Lagerung beginnt es zu keimen und wird schnell von Insekten, Pilzen oder Bakterien befallen. Wichtig war es außerdem, das Getreide regelmäßig umzuschichten266. Da die großen Speicher in Rom (Horrea Agrippiniana et Lolliana) völlig verschwunden sind, ist es umso wichtiger sich die Größe der Speicher in Ostia und somit ihre zum Handel zur Verfügung stehende Grundfläche vor Augen zu führen. Beispielsweise hatten die Horrea di Hortensius 6000 qm, die Horrea dell´ Artemidi etwa 5000 qm und die Horrea dei mensores 3500 – 4000 qm. Vergleicht man dies mit modernen Speicheranlagen, so erreichten die antiken horrea bemerkenswerterweise ähnliche Ausmaße wie etwa Anlagen in der Mitte des 20. Jahrhunderts (Hamburger Hafen für Hochseeschifffahrt: 20 000 qm Lagerfläche)267. Die horrea waren zudem meist zweistöckig, wobei im Erdgeschoss die schweren Massenwaren wie Getreide, Öl oder Wein gelagert wurden. Im Obergeschoss befanden sich Büros und Lager für andere Waren oder Luxusgüter268. Neben den reinen Getreidespeichern zeigen die in Ostia mehrfach vorhandenen Ölmagazine eine Spezialisierung des Handels. Ähnlich wie in Pompeji stehen mächtige, kugelförmige Tongefäße269 (Amphoren) frei oder sind völlig im Boden eingegraben. Die Versorgung der Hauptstadt mit Öl gehörte also genauso zum Aufgabenbereich der annona. Die riesigen und mit großen Schwierigkeiten zu formenden Behälter wurden in besonderen Töpferöfen gebrannt und konnten teilweise bis zu 1000 Liter fassen. Die Amphoren waren anscheinend sehr teuer, da beschädigte Gefäße mittels Blei geflickt wurden270. [...]

Um Lebensmittelversorgungskrisen zu verhindern, musste die annona reibungslos funktionieren. Wichtig war daher die Speicherung von Lebensmitteln. Die Speicherbauten waren die sogenannten horrea (für alle Waren) und die granaria (Kornspeicher). Insbesondere aus psychologischer Sicht war es notwendig, immer für eine ausreichende Vorratshaltung zu sorgen. Denn nicht selten wurden Lebensmittelversorgungskrisen allein dadurch hervorgerufen, als bekannt wurde, dass nur noch wenige Getreidevorräte vorhanden waren. Als Kaiser Nero in solch eine brenzlige Situation geriet, ließ er einfach in aller Öffentlichkeit verdorbenes Getreide aus den Speichern in den Tiber kippen, obwohl in Ostia gerade mehrere Getreideschiffe gesunken waren. Mit dieser Maßnahme ließ er die Bevölkerung in dem Glauben, dass noch genug Vorräte vorhanden seien und verhinderte somit größere Unruhen261. Vor allem in Rom und Ostia prägten riesige Speicherbauten das Stadtbild. Es existierten große Getreidespeicher, Öl- und Weinmagazine, sowie horrea für alle Arten von Gütern. Die ältesten römischen horrea waren die horrea Galbana und das emporium am Tiberhafen. Diese Speicher waren die wichtigsten Warenzentren262. Die Speicheranlagen in Ostia stammen vorwiegend aus der Kaiserzeit [...]

Arbeit zitieren:
Ernstberger, Nico Juni 2005: Untersuchungen zur Infrastruktur Roms in der Kaiserzeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wasserversorgung, Ostia, Handel, Holz, Rom

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Hannibal Seminararbeit von Brigitte Ecker | Dezember 1984 | Note 2,0
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