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Untersuchungen zu Enzymen der Rosmarinsäurebiosynthese aus Zellkulturen von Anthoceros crispulus

Untersuchungen zu Enzymen der Rosmarinsäurebiosynthese aus Zellkulturen von Anthoceros crispulus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martina Heim
  • Abgabedatum: Februar 1998
  • Umfang: 139 Seiten
  • Dateigröße: 6,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8647-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8647-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8647-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heim, Martina Februar 1998: Untersuchungen zu Enzymen der Rosmarinsäurebiosynthese aus Zellkulturen von Anthoceros crispulus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: pflanzliche Sekundärstoffe, Anthoceros crispulus, Phenylalanin Amonium-Lyase, Hydroxyphenylpyruvat Reduktase, Tyvosin Amintransferase

Diplomarbeit von Martina Heim

Einleitung:

Rosmarinsäure ist ein typischer Naturstoff der Lamiaceae und Boraginaceae. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass dieser Naturstoff auch in anderen Pflanzenfamilien zu finden ist, darunter in den Lamiaceen und Boraginaceen nicht-direkt verwandten Farnen der Gattung Blechnum und in den Hornmoosen (Anthocerotaceae). Die Hornmoose bilden zusammen mit den Laub- und Lebermoosen die Abteilung der Moose (Bryophyta), die evolutionär gesehen an der Schwelle zwischen Thallophyten und Kormophyten stehen.

Die genaue Stellung der Hornmoose wird heute noch diskutiert; sie könnten als evolutionäre Reliktgruppe oder auch als Übergangsgruppe zu den höheren Landpflanzen eingeordnet werden. Umso interessanter ist der Aspekt, dass die Hornmoose denselben Naturstoff, Rosmarinsäure, bilden und akkumulieren wie Lamiaceae und Boraginaceae. Dies wirft die Frage auf, ob die Enzymatik der Biosynthese der Rosmarinsäure in den beiden Pflanzengruppen gleich und möglicherweise evolutionär verwandt sind.

In dieser Arbeit werden einige bereits bekannte Enzyme des Rosmarinsäurebiosyntheseweges (in Zellkulturen der Lamiaceae Coleus blumei gut charakterisiert und auch bereits in Anthoceros crispulus nachgewiesen) in Zellkulturen von Anthoceros crispulus näher untersucht. Dabei werden die Phenylalanin Ammoniun-Lyase (PAL) und die Hydroxyphenylpyruvat Reduktase (HPPR) charakterisiert. Die Tyrosin Aminotransferase (TAT), die die Transaminierung von Tyrosin zu 4-Hydroxyphenylpyruvat unter Einsatz des Aminoakzeptors 2-Oxoglutarat mit Entstehung von Glutamat katalysiert, wurde im Rahmen der Kulturcharakterisierung nachgewiesen. Die Hydroxyzimtsäure: CoALigase konnte nicht reproduzierbar gemessen werden.

Die PAL setzt Phenylalanin unter Freisetzung von NH3 zu t-Zimtsäure um. Für die PAL wurden die wichtigsten Enzymcharakteristika (wie Abhängigkeit von der Proteinkonzentration und Temperatur, pH-Optimum in verschiedenen Puffern, Fällungsbereich bei Ammoniumsulfatfällung, Lagerfähigkeit bei -20°C) mit Rohextrakten und gefälltem Protein als Enzymquelle ermittelt. Darüber hinaus wurden die Substratsättigungskurve und der Km-Wert für Phenylalanin bestimmt.

Die HPPR reduziert Hydroxyphenylpyruvat mit Hilfe von NAD(P)H zu Hydroxyphenyllactat. Die Charakterisierung dieses Enzyms wurde ebenfalls durchgeführt mit Proteinrohextrakten und Ammoniumsulfat-gefälltem Protein. Hier wurden im Wesentlichen dieselben Enzym-Charakteristika bestimmt wie für die PAL. Hierbei wurden zwei Substrate eingesetzt: 4-Hydroxyphenylpyruvat (pHPP) und 3,4-Dihydroxyphenylpyruvat (DHPP). Mit pHPP wurden durchweg geringere Enzymaktivitäten gemessen. Ebenfalls wurden zwei Reduktionsäquivalente verwendet (NADH, NADHPH), wobei mit NADH größere Umsatzraten erzielt wurden. Für pHPP und DHPP wurden dieselben Sättigungskonzentrationen und Km-Werte erzielt.

Weiterhin wurden im Rahmen der Kulturcharakterisierung der Suspensionskultur von Anthoceros crispulus Wachstums- und Medienparameter (in CB2- und CB4-Medium), sowie die Akkumulation von Rosmarinsäure und „Anthoceros-Substanz“ und die spezifischen Aktivitäten von PAL, TAT und HPPR bestimmt. Im Gegensatz zu Suspensionskulturen von Coleus blumei akkumuliert Anthoceros crispulus in CB2-Medium mit bis zu 6% des Zelltrockengewichtes mehr Rosmarinsäure als im CB4-Medium. PAL und TAT zeigten ihre höchsten Aktivitäten in den ersten Tagen der Kulturperiode, wogegen die HPPR kein ausgeprägtes Aktivitätsmaximum aufwies.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Vorkommen und Funktion pflanzlicher Sekundärstoffe 1
1.1.1 Pflanzliche Naturstoffe bei Moosen (Bryophyta) 3
1.2 Pflanzliche Zellkulturen 5
1.2.1 In vitro-Kulturen von Moosen (Bryophyta) 6
1.3 Rosmarinsäure 7
1.3.1 Biosyntheseweg der Rosmarinsäure 8
1.4 Anthoceros crispulus 10
1.5 Nachzuweisende Enzyme des Rosmarinsäurebiosyntheseweges 12
1.5.1 Phenylalanin Ammonium-Lyase (PAL) 12
1.5.2 Hydroxyphenylpyruvat Reduktase (HPPR) 13
1.5.3 Tyrosin Aminotransferase (TAT) 14
1.6 Zielsetzung dieser Arbeit 15
2. Material und Methoden 16
2.1 Pflanzenmaterial 16
2.1.1 Kulturbedingungen 16
2.2 Herstellung der Enzymextrakte 19
2.2.1 Gewinnung von Rohextrakt (Standardaufarbeitung) 19
2.2.2 Ammoniumsulfatfällung der Proteine 20
2.3 Bestimmung der Proteinkonzentration 21
2.4 Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) 22
2.5 Bestimmung der Enzymaktivitäten 22
2.5.1 Phenylalanin Ammonium-Lyase (PAL) 22
2.5.1.1 Nachweis des Reaktionsproduktes der PAL mittels HPLC 23
2.5.2 Hydroxyphenylpyruvat Reduktase (HPPR) 23
2.5.3 Tyrosin Aminotransferase (TAT) 25
2.5.3.1 Photometrischer TAT-Test 25
2.5.3.2 HPLC-Nachweis des Reaktionsproduktes der TAT 27
2.6 Charakterisierung der Enzyme 28
2.6.1 Phenylalanin Ammonium-Lyase 28
2.6.1.1 Proteinabhängigkeit der PAL 28
2.6.1.2 pH-Optimum der PAL 28
2.6.1.3 Vergleich der Enzymaktivitäten in Borsäure-Borax und Glyzin-NaOH-Puffer 28
2.6.1.4 Temperaturoptimum der PAL 28
2.6.1.5 Fällungsbereiche der PAL bei fraktionierter Ammoniumsulfatfällung 29
2.6.1.6 Gefrierbeständigkeit der PAL 29
2.6.2 Hydröxyphenylpyruvat Reduktase 29
2.6.2.1 Zeitabhängigkeit der HPPR 29
2.6.2.2 Proteinabhängigkeit der HPPR 29
2.6.2.3 pH-Optimum der HPPR 30
2.6.2.4 Temperaturabhängigkeit der HPPR 30
2.6.2.5 Fällungsbereiche der HPPR bei fraktionierter Ammoniumsulfatfällung 31
2.6.2.6 NADPH als Reduktionsäquivalent 31
2.6.2.7 Gefrierbeständigkeit der HPPR 31
2.7 Bestimmung der Km Werte 31
2.7.1 Bestimmung der Km-Werte für die PAL 32
2.7.2 Bestimmung der Km Werte für die HPPR 32
2.8 Charakterisierung der Suspensionskultur von Anthoceros crispulus im Kulturverlauf 33
2.8.1 Wachstumsparameter 33
2.8.1.1 Frischgewicht der Zellen (FG) 33
2.8.1.2 Trockengewicht der Zellen (TG) 33
2.8.2 Mediumsparameter 33
2.8.2.1 Bestimmung des pH-Wertes 33
2.8.2.2 Bestimmung der Leitfähigkeit 34
2.8.2.3 Bestimmung des Zuckergehaltes 34
2.8.2.4 Bestimmung des Nitratgehaltes 34
2.8.2.5 Bestimmung des Phosphatgehaltes 36
2.9 Extraktion der Rosmarinsäure (RA) 37
2.10 Enzymaktivitäten im Kulturverlauf 39
2.10.1 PAL-Aktivitäten im Kulturverlauf 39
2.10.2 HPPR-Aktivitäten im Kulturverlauf 39
2.10.3 TAT-Aktivitäten im Kulturverlauf 39
2.11 Berechnungen der Enzymaktivitäten 39
3. Ergebnisse 41
3.1 Charakterisierung der Phenylalanin Ammonium-Lyase 41
3.1.1 Abhängigkeit der PAL-Aktivität von der Proteinkonzentration 41
3.1.2 pH-Optimum der PAL 42
3.1.3 Vergleich der Enzymaktivitäten in 0,1 M Glyzin-NaOH-Puffer pH 9,0 und Borsäure-Borax-Puffer pH 8,8 44
3.1.4 Temperaturoptimum der PAL 44
3. 1.5 Fällungsbereiche der PAL bei fraktionierter Ammoniumsulfatfällung 45
3.1.6 Gefrierbeständigkeit der PAL 47
3.1.7 Bestimmung des Km Wertes für Phenylalanin 48
3.1.8 Nachweis der Zimtsäure mittels HPLC 52
3.2 Charakterisierung der Hydroxyphenylpyruvat Reduktase (HPPR) 52
3.2.1 Zeitlicher Verlauf der HPPR-Reaktion 52
3.2.2 Proteinabhängigkeit der HPPR 53
3.2.3 pH-Optimum der HPPR 57
3.2.4 Temperaturoptimum der HPPR 58
3.2.5 Fällungsbereich der HPPR bei fraktionierter Ammoniumsulfatfällung 59
3.2.6 NADPH als Reduktionsäquivalent 61
3.2.7 Gefrierstabilität der HPPR 61
3.2.8 Bestimmung der Km Werte der HPPR 62
3.2.8.1 Km Wert für 3,4-Dihydroxyphenylpyruvat (DHPP) 62
3.2.8.2 Km Wert für p-Hydroxyphenylpyruvat (pHPP) 65
3.2.8.3 Km Wert für NADH 68
3.2.8.4 Km Wert für NADPH 70
3.3 Charakterisierung der Suspensionskultur von Anthoceros crispulus im Kulturverlauf 72
3.3.1 Wachstumsparameter 72
3.3.2 Mediumsparameter 74
3.3.2.1 pH-Wert 74
3.3.2.2 Leitfähigkeit 75
3.3.2.3 Zuckerkonzentration im Medium 77
3.3.2.4 Nitratgehalt im Medium 78
3.3.2.5 Phosphatgehalt im Medium 79
3.3.3 Proteingehalte der Anthoceros crispulus-Zellen 81
3.3.4 Rosmarinsäuregehalt der Zellen (RA-Gehalt) 82
3.3.5 Gehalt der Zellen an „Anthoceros-Substanz“ (ACS) 84
3.3.6 Enzymaktivitäten im Kulturverlauf 86
3.3.6.1 Aktivität der PAL in Bezug auf das Frischgewicht 86
3.3.6.2 Spezifische Aktivität der PAL 88
3.3.6.3 Aktivität der TAT in Bezug auf das Frischgewicht 89
3.3.6.4 Spezifische TAT-Aktivität 91
3.3.6.5 HPPR-Aktivität in Bezug auf das Frischgewicht 92
3.3.6.6 Spezifische Enzymaktivität der HPPR 93
4. Diskussion 95
4.1 Charakterisierung der Phenylalanin Ammonium-Lyase 95
4.2 Charakterisierung der Hydroxyphenylpyruvat Reduktase 100
4.3 Charakterisierung der Suspensionskultur von Anthoceros crispulus im Kulturverlauf 104
5. Zusammenfassung 112
6. Anhang 115
6.1 Abkürzungen 115
6.2 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 116
6.3 Chemikalien und Verbrauchsmaterial 120
6.4 Geräte 124
7. Literaturverzeichnis 126

Arbeit zitieren:
Heim, Martina Februar 1998: Untersuchungen zu Enzymen der Rosmarinsäurebiosynthese aus Zellkulturen von Anthoceros crispulus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
pflanzliche Sekundärstoffe, Anthoceros crispulus, Phenylalanin Amonium-Lyase, Hydroxyphenylpyruvat Reduktase, Tyvosin Amintransferase

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