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Untersuchungen zur Eignung von Spundwänden als Pressenwiderlager für den Rohrvortrieb

Untersuchungen zur Eignung von Spundwänden als Pressenwiderlager für den Rohrvortrieb
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Hildebrandt
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 207 Seiten
  • Dateigröße: 4,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: TU Berlin/Universidad Austral de Chile Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4174-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4174-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4174-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hildebrandt, Stefan Januar 2001: Untersuchungen zur Eignung von Spundwänden als Pressenwiderlager für den Rohrvortrieb, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Spundwand, Presskraft, Rohrvortrieb, Pressenwiderlager, FEM-Berechnung

Diplomarbeit von Stefan Hildebrandt

Einleitung:

Während meines Studiums an der Technischen Universität Berlin bin ich für die Gildemeister Tief-, Stahl- und Rohrleitungsbau GmbH & Co.KG tätig. Neben dem konventionellen Rohrleitungsbau in offener Bauweise sowie den Horizontalspülbohr- und Druckluftarbeiten zählt der Rohrvortrieb mit den unterschiedlichen Verfahren zu den Hauptgeschäftsbereichen dieses Unternehmens.

Nach einem Schadensfall an einem Widerlager stellte sich verstärkt die Frage nach der Bestimmung der maximalen Presskraft, die ein Widerlager aufnehmen kann. Auf der Suche nach einem interessanten Diplomarbeitsthema bot es sich an, diese Problematik zum Gegenstand meiner Arbeit zu machen.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel wird dazu das Prinzip des Rohrvortriebs kurz erläutert. Unterteilt nach nichtsteuerbaren und steuerbaren Verfahren werden die einzelnen Arbeitsweisen dargestellt. Weiterführend werden die Ausführungsmöglichkeiten der Pressbaugruben und der Widerlagerkonstruktion beispielbezogen beschrieben.

Das zweite Kapitel enthält eine Literaturstudie zu möglichen Nachweisverfahren eines Pressenwiderlagers. Anhand einer selbst gewählten Beispielbaugrube mit homogenen Bodenverhältnissen wird die Vergleichbarkeit unter den einzelnen Nachweisen hergestellt.

Um die Ergebnisse der Literaturstudie bewerten zu können, wird im dritten Kapitel der Arbeit eine Berechnung der Beispielbaugrube mit der Finite Elemente Methode durchgeführt. Dazu steht am Fachgebiet „Grundbau und Bodenmechanik“ das FE-Programmsystem ANSYS zur Verfügung. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt sowohl an farbigen Isoflächendarstellungen zur anschaulichen Abbildung der horizontalen Verformungs- und Spannungsverläufe im gesamten Berechnungsmodell als auch an separaten Biegelinien und Erddruckkurven der einzelnen Lastfälle.

Der Einfluss einzelner Berechnungsgrößen wird im Rahmen einer Parameterstudie im Kapitel vier untersucht. So wird beispielsweise durch Variation des Trägheitsmomentes der Einfluss der relativen Wandsteifigkeit auf das Tragverhalten der Widerlagerkonstruktion erforscht. Weiterführend werden noch verschiedene Faktoren der Modellierung des Bodens als linear elastisch - ideal plastisches Material berücksichtigt.

Der anschließende Vergleich der Ergebnisse der Literaturstudie mit den Berechnungsdaten der FE-Analyse ermöglicht eine Bewertung der einzelnen Nachweisverfahren.

Im letzten Kapitel wird eine Schadensfallsimulation an einem Widerlager durchgeführt. Das Ziel ist es, die in der Realität aufgetretenen und dokumentierten Verschiebungen der Druckwand bei der lt. Pressprotokoll aufgebrachten maximalen Presskraft mit einer FEM-Berechnung nachzuweisen.

Mit dieser Diplomarbeit liegt somit eine umfassende Betrachtung zur Problematik der Widerlagertragfähigkeit im Allgemeinen und für Spundwände im Speziellen vor.

Inhaltsverzeichnis:

1. Das Prinzip des Rohrvortriebs 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Bauweise und Bauablauf - allgemein 3
1.3 Die unterschiedlichen Verfahren 6
1.3.1 Nicht steuerbare Verfahren 7
1.3.1.1 Horizontalrammverfahren mit offenem Rohr 7
1.3.1.2 Horizontal – Pressbohrverfahren 8
1.3.1.3 Zusammenfassung der nicht steuerbaren Verfahren 10
1.3.2 Steuerbare Verfahren 11
1.3.2.1 Pilotrohrverfahren 11
1.3.2.2 Pressbohrverfahren 13
1.3.2.3 Schildvortriebsverfahren 15
1.3.2.4 Zusammenfassung 18
1.4 Vortriebsrohre 19
1.5 Baugruben 26
2. Literaturstudie zu möglichen Nachweisverfahren eines Widerlagers 37
2.1 Einleitung 37
2.2 Standsicherheitsnachweis nach Dipl.-Ing. Max Scherle 38
2.3 Abschätzung der Widerlagertragfähigkeit nach SIA-Norm 195 45
2.4 Abschätzung der Widerlagertragfähigkeit nach Buchholz 48
2.5 Vergleich der zusammengetragenen Ergebnisse 50
3. Numerische FE-Berechnung mit dem Programmsystem ANSYS 51
3.1 Grundlagen der Berechnung 51
3.2 Idealisierung des Problems 52
3.2.1 Idealisierung der Materialeigenschaften 53
3.2.2 Idealisierung der Bauteile 58
3.2.3 Idealisierung der Geometrie 59
3.2.4 Idealisierung der Wechselwirkung zwischen Boden und Spundwand 60
3.2.5 Idealisierung der Belastungszustände 62
3.2.6 Idealisierung der Berechnungsschritte 63
3.3 Preprocessing 64
3.3.1 Einheitenkonvention 64
3.3.2 Modellerstellung im Rechner 64
3.3.3 Elementtypen, Materialien, Stoffgesetz 64
3.3.4 Geometrie 68
3.3.5 Vernetzung und Elementierung 73
3.3.6 Kopplung der Knoten 77
3.3.7 Komponentenbildung 77
3.4 Solution 79
3.4.1 Lagerung des Modells 79
3.4.2 Belastung des Systems 80
3.4.2.1 Primärspannungszustand 80
3.4.2.2 Bodenaushub bis -3,0m 81
3.4.2.3 Bodenaushub bis -8,0m 81
3.4.2.4 Vortrieb 82
3.5 Postprocessing 85
3.5.1 Primärspannungszustand 85
3.5.2 Aushubzustände 90
3.5.3 Vortriebszustand 101
3.6 Interpretation und Bewertung der Ergebnisse 131
4. Parameteruntersuchung 138
4.1 Variation der relativen Wandsteifigkeit 138
4.1.1 Variation NULL 140
4.1.2 Variation HALB 142
4.1.3 Variation DOPPELT 143
4.1.4 Variation UNENDLICH 145
4.1.5 Auswertung der Ergebnisse 146
4.1.6 Bewertung der Ergebnisse 152
4.2 Variation des Stoffgesetzes 154
4.2.1 Vorstellung und Auswertung der Ergebnisse 155
4.2.2 Bewertung der Ergebnisse 162
4.3 Variation des Dilatanzwinkels 163
4.3.1 Vorstellung und Auswertung der Ergebnisse 164
4.3.2 Bewertung der Ergebnisse 169
4.4 Abschätzung und Berücksichtigung der räumlichen Tragwirkung 170
5. Vergleich von Literatur- und FEM-Ergebnissen 172
5.1 Nachweis nach Scherle 172
5.2 Nachweis nach der SIA-Norm 195 174
5.3 Abschätzung der Widerlagertragfähigkeit nach Buchholz 175
5.4 Vergleichende Beurteilung der Ergebnisse 176
6. Numerische Berechnung eines Schadensfalls 178
6.1 Beschreibung der Baumaßnahme 178
6.2 Beschreibung des Schadensfalls 179
6.3 Idealisierung der Berechnungsgrundlagen für die FE-Berechnung 183
6.4 Preprocessing 186
6.5 Solution 188
6.6 Postprocessing 189
6.7 Auswertung der Ergebnisse 190
6.8 Bewertung der Ergebnisse 194
7. Schlusswort 196
8. Literaturverzeichnis 198
8.1 Teil 1 198
8.2 Teil 2 198
8.3 Teil 3 199
8.4 Teil 4 200
8.5 Teil 5 200
8.6 Teil 6 200
8.7 Hilfsmittel und Software 202

Automatisiert erstellter Textauszug:

Am Beispiel einer Rohrvortriebsmaßnahme in der Max-Burghart-Straße / Ernst-BuschStraße in Berlin-Buch, welche von der Gildemeister GmbH & Co.KG durchgeführt wurde, findet sich eine weitere Methode zur Abschätzung der Widerlagertragfähigkeit. Im Zuge der Statik der Startbaugrube VIIIs des vorgenannten Bauvorhabens benutzt das beauftragte Ingenieurbüro Rüdiger-Diedrich die Modellversuche von Buchholz , um die zulässige Presskraft zu ermitteln. Buchholz hat hier in sogenannten Sandkisten-Versuchen den Erdwiderstand vor quadratischen Ankerplatten ermittelt. Durch Variation der Abmessungen b * h der Platte und der Einbautiefe H erhielt er beim horizontalen Ziehen durch feuchten und trockenen Sand die jeweils zugehörigen Erdwiderstände. Die mechanische Ähnlichkeit zwischen Modellversuch und Realität ist bis zu einem Größenverhältnis von H/h = 5,5 gegeben. Die Ermittlung der maximalen Vorpresskraft wird anhand der in [3] beschriebenen Methode durchgeführt. Demnach setzt sich die gesamte Erdwiderstandskraft Epgesamt aus dem ebenen Anteil Epeben und dem seitlichen Anteil Eps infolge räumlicher Tragwirkung zusammen. [...]

vorgenommen, auf dessen Abszisse das Verhältnis B/h aufgetragen ist. Die Ordinate wird von dem Quotienten Eh/(γ h² B) gebildet. Das Diagramm selbst enthält zwei Kurvenscharen. Die Schar A wird von Reibungswinkeln 15° < ϕ’ < 40° gebildet. Das Verhältnis ME / ( γ h ) stellt die Kurvenschar B dar. Die Verläufe der Kurven beruhen auf Erfahrungswerten aus der Praxis, wobei bei der Kurve A die zulässige Kraft auf das Widerlager kleiner als der Erdwiderstand ist. Die Kurve B hingegen stellt die zulässige horizontale Verschiebung der Platte im Verhältnis zur Breite der Platte dar, welches bei maximal 2% liegt. Wird bei der Ablesung die Kurve A zuerst erreicht, so ist die Tragfähigkeit des Widerlagers maßgebend, bei der Kurve B ist dementsprechend die Verformung maßgebend. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die Verformungen der Wand direkt in die Beurteilung der Widerlagertragfähigkeit mit einbezogen werden. [...]

Eine weitere Möglichkeit zur Abschätzung der zulässigen Vortriebskraft bzw. zur Beurteilung der Tragfähigkeit des Widerlagers findet sich in der SIA - Norm 195 „Pressvortrieb“, herausgegeben vom Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein [2]. Als Modell zur Abschätzung der Widerlagertragfähigkeit benutzt die SIA-Norm eine Druckwand der Breite B, die auf der Baugrubensohle in der Tiefe h installiert ist. Die Höhe der Druckwand wird nicht als Parameter erfasst. Die Vortriebskraft Eh wirkt zentrisch auf das Widerlager. Als Bodenparameter gehen die Wichte γ, der effektive Reibungswinkel ϕ’ und der Steifemodul, hier Zusammendrückungsmodul ME genannt, in die Berechnung mit ein. Der Einfluss einer Verbauwand wird nicht berücksichtigt. Die Abschätzung der zulässigen Presskraft wird anhand eines Diagramms [...]

Arbeit zitieren:
Hildebrandt, Stefan Januar 2001: Untersuchungen zur Eignung von Spundwänden als Pressenwiderlager für den Rohrvortrieb, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Spundwand, Presskraft, Rohrvortrieb, Pressenwiderlager, FEM-Berechnung

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