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Untersuchungen der Eignung von Macadamianussschalen als Betonzuschlag

Untersuchungen der Eignung von Macadamianussschalen als Betonzuschlag
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Sinambari, geb. Haul
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 198 Seiten
  • Dateigröße: 16,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7840-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7840-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7840-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sinambari, geb. Haul, Andreas September 1999: Untersuchungen der Eignung von Macadamianussschalen als Betonzuschlag, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bestandteil, Baumaterial, organisch, Alternativzuschlag, Festigkeit

Diplomarbeit von Andreas Sinambari, geb. Haul

Zusammenfassung:

Aus der Problematik der Verknappung von Rohstoffen der Bauwirtschaft (Kies, Zement) und dem Anfallen großer Mengen organischer Abfälle heraus wird seit geraumer Zeit an der Verwendung von pflanzlichen Abfällen als Ergänzung konventioneller Baustoffe, in erster Linie Beton, geforscht. Zum Einsatz kommen neben Holzbeton zunehmend auch Reste anderer Pflanzen, z.B. Bambus, Nussschalen und Palmenstengel.

In der vorliegenden Untersuchung wurden die Eignung der Schalen der Macadamianuss als Ersatz von Kies als Zuschlag zu Normalbeton geprüft. Dazu wurde der Zuschlag der Korngruppe 8/16 eines B25 durch verschiedene Anteile an Macadamianussschalen ersetzt. In zwei parallelen Versuchsreihen wurden die Nussschalen lufttrocken und nass eingebaut. An den verschiedenen Nussschalenbetonen wurden die Frischbetonrohdichte, das Ausbreitmaß, das Verdichtungsmaß, der Luftporengehalt und die Frischbetontemperatur bestimmt. Zur Kontrolle erfolgte eine Messung des W/Z-Wertes des Frischbetons. Des Weiteren erfolgten Prüfungen der Festbetonrohdichte, der Druckfestigkeit für verschiedene Lagerungsarten, des Elastizitätsmodul, des Wärmedurchgangs, des Quellverhaltens bei Wasser- und des Schwindverhaltens bei Luftlagerung. Zusätzlich wurden an den Nussschalen deren Rohdichte, Schüttdichte, Wasseraufnahmefähigkeit, Korngrößenverteilung und deren Gehalt an Eigenfeuchte und Fett ermittelt, sowie an Nussschalen und Nussschalenbeton mikroskopische Untersuchungen durchgeführt.

Neben geringen Änderungen der Frischbetoneigenschaften ergaben sich keine großen Unterschiede im Vergleich nass eingebauter zu trocken eingebauten Nussschalen. Es zeigte sich, dass die Änderung der Festbetoneigenschaften weitestgehend proportional zum Nussschalengehalt verläuft. Die Festbetonrohdichte wurde um bis zu 17% herabgesetzt, die Druckfestigkeit um bis zu 67%, der Elastizitätsmodul um bis zu 78% verringert. Das Quellen und Schwinden wurde verstärkt. Die Wärmeleitfähigkeit des Festbetons sank. Kleine Betonabplatzungen, Risse und Fäulnisserscheinungen bei Wasserlagerung deuten auf eine verminderte Dauerhaftigkeit dieses Betons hin.

Daher konnte für Macadamianussschalenbeton in dieser Form nur eine begrenzte Eignung für einen praktischen Einsatz festgestellt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 5
2. Überblick: Einsatz organischer Stoffe in Beton 8
2.1 Allgemeines 8
2.2 Einsatz von Kunststoffen in Beton 8
2.2.1 Allgemeines 8
2.2.2 Styropor 9
2.2.3 Kunststofffasern 9
2.2.4 Bewehrung aus Kunststoff 10
2.2.5 Textilreste 11
2.2.6 Altglas, Gummi, andere feste Kunststoffreste 11
2.2.7 Polymere, Kunstharze, PVA, andere flüssige Kunststoffe 12
2.2.8 PVA-Fasern 15
2.2.9 Erdöl 15
2.3 Einsatz von Holz in Beton 16
2.3.1 Allgemeines 16
2.3.2 Holzschnitzel, Holzspäne, Holzmehl, Holzwolle 17
2.3.3 Holzfasern 19
2.4 Einsatz anderer Pflanzenreste in Beton 20
2.4.1 Allgemeines 20
2.4.2 Ölpalmenschalen 20
2.4.3 Palmenstengel 21
2.4.4 Bambus 22
2.4.5 Mehle von Pflanzenresten 23
2.4.6 Asche verbrannter Pflanzen 24
2.4.7 Cellulosefasern 26
2.4.8 Andere Pflanzenfasern 27
2.4.9 Erde 27
2.5 Fazit 27
3. Vorstellung des Projektes 28
3.1 Macadamianüsse 28
3.1.1 Allgemeines 28
3.1.2 Der Kern der Macadamianuss 31
3.1.3 Die innere Schale der Macadamianuss 31
3.2 Forschungsprojekt: Macadamianussschalen als Betonzuschlag 33
4. Vorüberlegungen 35
4.1 Untersuchungsumfang, Anzahl der Probekörper, Betonmenge 35
4.2 Einbauzustand der Nussschalen 36
4.3 Variationen des Nussschalenzusatzes 37
4.4 Zusammensetzung des Nussschalenbetons 37
4.5 Vergleichsbeton 38
5. Versuchsprogramm 40
5.1 Übersicht 40
5.2 Versuche an Nussschalen 43
5.2.1 Bestimmung der Schüttdichte 43
5.2.2 Bestimmung der Rohdichte 43
5.2.3 Ermittlung des Wasseraufnahmeverhaltens 44
5.2.4 Bestimmung der Eigenfeuchte 45
5.2.5 Bestimmung des Fettgehaltes 45
5.2.6 Bestimmung der Korngrößenverteilung 46
5.2.7 Mikroskopische Untersuchung 46
5.2.8 Untersuchung der Feuchtebeständigkeit 46
5.3 Versuche an Macadamianussschalenbeton 47
5.3.1 Allgemeines 47
5.3.2 Übersicht 47
5.3.3 Betonzusammensetzungen 47
5.3.3.1 Ausgangsstoffe für die Betonherstellung 47
5.3.3.2 Betonrezepte 50
5.3.4 Versuchsdurchführung 52
5.3.4.1 Frischbetonherstellung 52
5.3.4.2 Frischbetonprüfungen 53
5.3.4.2.1 Ermittlung der Frischbetonrohdichte 53
5.3.4.2.2 Bestimmung des Ausbreitmaßes 53
5.3.4.2.3 Bestimmung des Verdichtungsmaßes 53
5.3.4.2.4 Darrversuch 53
5.3.4.2.5 Ermittlung des Luftporengehaltes 53
5.3.4.2.6 Frischbetontemperatur 53
5.3.4.2.7 Weitere Frischbetonuntersuchungen 54
5.3.4.3 Nachbehandlung, Lagerung 54
5.3.4.4 Vorbereiten der Betonkörper auf Festbetonprüfungen 54
5.3.4.5 Festbetonprüfungen 56
5.3.4.5.1 Ermittlung der Festbetonrohdichte 56
5.3.4.5.2 Druckfestigkeitsprüfung 56
5.3.4.5.3 Ermittlung des statischen Elastizitätsmoduls 57
5.3.4.5.4 Schwind- und Quellmessung 57
5.3.4.5.5 Wärmedurchgangsprüfung 58
5.3.4.5.6 Mikroskopische Untersuchung 62
6. Versuchsergebnisse 63
6.1 Ergebnisse der Versuche an Nussschalen 63
6.1.1 Schüttdichte 63
6.1.2 Rohdichte 63
6.1.3 Wasseraufnahmeverhalten 63
6.1.4 Eigenfeuchte 64
6.1.5 Fettgehalt 64
6.1.6 Korngrößenverteilung 65
6.1.7 Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung 65
6.1.8 Feuchtebeständigkeit 68
6.2 Betonierbeobachtungen und -erfahrungen 68
6.3 Frischbetoneigenschaften 73
6.3.1 Frischbetonrohdichte 73
6.3.2 Ausbreitmaß 75
6.3.3 Verdichtungsmaß 77
6.3.4 W/Z-Wert 79
6.3.5 Luftporengehalt 81
6.3.6 Frischbetontemperatur 83
6.4 Festbetoneigenschaften 84
6.4.1 Festbetonrohdichte 84
6.4.2 Druckfestigkeit 90
6.4.3 Statischer Elastizitätsmodul 101
6.4.4 Schwind- und Quellverhalten 103
6.4.5 Wärmedurchgangsverhalten 109
6.4.6 Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung 110
7. Auswertung 115
8. Nachüberlegungen 118
8.1 Weitere Untersuchungen vor einem praktischen Einsatz 118
8.2 Optimierung von Macadamianussschalenbeton 120
9. Zusammenfassung 124
Literaturverzeichnis 125
Anhänge 129
Anhangsverzeichnis 129
Anhang 1 Sieblinie M0, Kornverteilung 131
Anhang 2 Wasseraufnahmeverhalten der Nussschalen 132
Anhang 3 Eigenfeuchte und Fettgehalt der Nussschalen 133
Anhang 4 Mischungsrezepte 134
Anhang 5 Frischbetoneigenschaften 144
Anhang 6 Festbetoneigenschaften 154
Anhang 7 E-Moduli 164
Anhang 8 Quell- und Schwinddaten 184
Anhang 9 Temperaturaufzeichnung des Wärmedurchgangsversuches 193
Erklärung 195

Automatisiert erstellter Textauszug:

Des Weiteren kann sich das Ergebnis dieser Untersuchungen auf Eignung oder Nichteignung der Macadamianussschalen in Beton nur auf die gewählten Versuchskonfigurationen beziehen und nicht auf eine grundsätzliche Eignung oder Nichteignung verallgemeinert werden. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen werden nicht Gegenstand dieser Untersuchung sein. Zum einen wären dazu sehr viele verschiedene Wirtschaftsräume zu betrachten (Australien, Hawaii, südliches Afrika, Regionen mit kleineren Anbaugebieten), in denen jeweils unterschiedliche Randbedingungen (Aufkommen an Nussschalen, Materialkosten, Lohnkosten usw.) vorherrschen, die vom europäischen Raum aus schwer abschätzbar sind. Zum anderen differieren Verfügbarkeit der Nussschalen (Quantität, Verbreitung), Transportweg und damit die Kosten innerhalb eines betrachteten Wirtschaftsraumes in Abhängigkeit der Größe und Verbreitung der Anbaugebiete regional sehr stark. Daher kann eine verallgemeinernde Kostenbetrachtung nicht durchgeführt werden. Des Weiteren wären so nur primäre Kosten für Herstellung und Transport des Betons abschätzbar. Folgekosten und Einsparungen wie verminderte Heizwärme u.ä. differieren von Gebiet zu Gebiet (abhängig von Heizwärmebedarf, Heizkosten usw.) und können erst sinnvoll abgeschätzt werden, wenn eingehendere Untersuchungen an Macadamianussschalenbeton durchgeführt wurden. Zudem können zusätzliche eventuelle Kosten und Einsparungen, die aus Langzeiteffekten resultieren (z.B. mögliche Sanierungskosten auf Grund eventuell verminderter Dauerhaftigkeit), noch gar nicht erfasst werden. Aus diesen Gründen hätte eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ohne weitere Grundlagenforschung zu diesem Zeitpunkt keine Aussagekraft. [...]

Auf Grund der hohen Härte und Festigkeit der Schalen und der guten Erfahrungen mit Teilen anderer Pflanzen (siehe 2.4.) entstand die Überlegung, Macadamianussschalen als Bestandteil von Beton zu verwenden. Macadamianussschalen bieten eine für den Bereich pflanzlicher Stoffe sehr hohe Festigkeit. Subjektiv eingeschätzt ist größer als bei anderen Nussschalen (z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse etc.) oder anderen Teilen von Pflanzen (z.B. Holz, Blätter, Wurzeln, Früchte). Daher wurden sie als Forschungsgegenstand dieser Untersuchung ausgewählt. Da in der Literatur keine bisherigen Versuchsergebnisse in dieser Richtung zu finden waren, soll in Versuchen ermittelt werden, inwieweit die Schalen der Macadamianuss baustofftechnisch als Betonzuschlag geeignet sind. Zur Überprüfung dieser Eignung sollen in Versuchen verschiedene Betonkennwerte ermittelt werden, die im Vergleich zu normalem Beton aufzeigen, wie sich Betoneigenschaften durch die Beimengung von Macadamianussschalen verändern und inwieweit sich ein derartiger Einsatz lohnt. Dazu werden nach Vorversuchen an Nussschalen (siehe Kapitel 5.2.) diese in Beton eingebaut (siehe Kapitel 5.3.). Dabei wird u.a. der Anteil der Nussschalen im Beton variiert. Anschließend werden typische Frisch- und Festbetoneigenschaften (siehe Kapitel 4.1., Kapitel 5.3.) ermittelt. Die Ergebnisse dieser Versuche werden danach dargestellt, miteinander verglichen und diskutiert (Kapitel 6). Abschließend werden die Versuchsergebnisse mit Ergebnissen bisheriger Untersuchungen und Erfahrungen des Einsatz ähnlicher Baustoffe (siehe Kapitel 2.) verglichen und die Eignung der Nussschalen als Betonzuschlag abgeschätzt (Kapitel 7). Dieses Projekt dient nur dem Verschaffen eines Überblicks über die dargestellte Problematik. Es soll erreicht werden, die Größenordnung der Beeinflussung von verschiedenen Eigenschaften des Betons durch Macadamianussschalen abschätzen zu können, es dient nicht dem Klären von Details und Spezialproblemen. [...]

Verwendungsmöglichkeit ist die als Straßenbelag für „ gravel roads“ (unbefestigte Straßen) in Südafrika. Das Eigengewicht der Nussschalenstücke ist hoch genug, damit diese im unbefestigten Zustand nicht vom Wind fortgetragen werden. Sie werden auf den Sandpisten abgeladen, nicht befestigt und dienen der Verminderung der Schlammentwicklung bei Regenfällen, ähnlich, wie man es von kiesbeschütteten Feldwegen im europäischen Raum her kennt. Oft werden die Schalen von Macadamiaanbauern selbst wiederverwendet. Die Wurzeln der Bäume gelten als empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen. Aus diesem Grund wird die wärmedämmende Wirkung der Nussschalen ausgenutzt, indem man im Winter um den Stamm der Bäume herum in einem Kreis von wenigen Metern Durchmesser die Nussschalen verteilt, welche das Erdreich um die Wurzeln warmhalten. Die von außen her gesehen hellbraune Schale mit glatter Oberfläche ist etwa 1 mm bis 2 mm dick und weist eine poröse bis fasrige Struktur auf, welche bei genauerem Hinsehen an den Bruchstellen mit dem bloßen Auge erkennbar ist. An der Außenseite weisen die Nussschalen, je nach Art, mehr oder weniger Strukturen in Form von leichten Unebenheiten auf, an der Innenseite sind sie sehr glatt und lassen sich dem Augenschein nach mit einer polierten Holzplatte vergleichen. Die Nussschale ist im Inneren farblich durch eine scharfe Trennlinie in zwei Hälften geteilt, eine sehr dunkle und eine sehr helle. Diese Trennlinie ist im Inneren des Schalenmaterials nicht mehr zu erkennen, vielmehr erscheint die innere glatte Schalenoberfläche als eine Art Beschichtung, deren Dicke mit dem bloßen Auge gerade noch erkennbar ist. Somit ist anzunehmen, dass deren Zweifarbigkeit keinen Einfluß auf weitere Materialeigenschaften hat. Eine Halbkugel der Schale, typisches und größtes Bruchstück des Crackprozesses, weist einen Außendurchmesser von ca. 25 mm auf, der je nach Ausgangsgröße der Nuss etwas schwanken kann, und wiegt etwa 4 Gramm. Eine solche Halbkugel läßt sich mit bloßen Händen i.d.R. nicht mehr zerbrechen, ein spürbares Nachgeben kann subjektiv nicht registriert werden, sie erscheint hart. Wenn sie bricht, dann oft unter Entstehen von scharfen Bruchkanten, die zu Schnittverletzungen führen können. Selbst mit leichtem Werkzeug (handelsüblicher Nussknacker, Kombizange o.ä.) hat man noch deutliche Schwierigkeiten, die Nussschalenstückchen zu zerkleinern. Wenn es gelingt, dann meist nur unter splitternder Wirkung. [...]

Arbeit zitieren:
Sinambari, geb. Haul, Andreas September 1999: Untersuchungen der Eignung von Macadamianussschalen als Betonzuschlag, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bestandteil, Baumaterial, organisch, Alternativzuschlag, Festigkeit

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