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Untersuchungen zum "Ökokonto" im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis

Untersuchungen zum "Ökokonto" im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Carsten Encke
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 161 Seiten
  • Dateigröße: 11,9 MB
  • Note: 2,1
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9433-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9433-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9433-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Encke, Carsten April 2005: Untersuchungen zum "Ökokonto" im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geographie, Eingriffsregelung, Bauleitplan, Flächennutzungsplan, Ausgleichsfläche

Diplomarbeit von Carsten Encke

Einleitung:

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, Entwicklungschancen und der Umsetzung des sog. Ökokontos und möchte dieses Thema anhand von konkreten Beispielen, Erhebungen und Analysen v.a. für einen praktischen Zugang ausleuchten.

Seit Bestehen der Naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sollte gewährleistet sein, dass Eingriffe in Natur und Landschaft ausgeglichen werden. Am Ort des Eingriffes oder in unmittelbarer Nähe sollten auf Dauer Maßnahmen zur Förderung ökologischer Strukturen stattfinden.

Die Realität hat gezeigt, dass diesen Anforderungen selten in vollem Umfang entsprochen wurde. Pflanzgebote in Privatgärten von Neubaugebieten und ähnliches konnten nicht den erwünschten Effekt bringen. Ein Grundsatzproblem bei der Umsetzung der Eingriffsregelung war der stückwerkhafte Charakter der naturverbessernden Maßnahmen. Häufig werden kleine Ecken oder Ränder an Baugebieten in irgendeiner Weise „begrünt“ oder es werden mit viel Aufwand Dächer bepflanzt und kleine Tümpel angelegt oder ähnliches. Es gibt zudem immer einen sog. time-lag-Effekt, denn vom Eingriffszeitpunkt bis zu dem Zeitpunkt, an dem durch Kompensationsmaßnahmen Natur und Landschaft wieder hergestellt sein soll, vergeht eine mitunter sehr lange Zeit, in der wichtige Funktionen des Naturhaushaltes nicht vorhanden sind.

Im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes ist dies alles nicht sonderlich effektiv, und so richtet sich seit ein paar Jahren große Aufmerksamkeit auf das sog. „Ökokonto“.

Das „kommunale Ökokonto“ ist ein Instrument des modernen Flächenmanagement, welches einen vorsorgenden Ausgleich an anderer Stelle ermöglichen soll (Flächenbevorratung bzw. Maßnahmenbevorratung), um all die negativen Effekte der herkömmlichen Ausgleichspraxis zu dämpfen.

Gang der Untersuchung:

Zunächst wurden allgemeine Fragen zum Themenkomplex „Flächenverbrauch – Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung – Ökokonto“ behandelt.

Dann folgten Kapitel zu den für die hier untersuchten Kommunen wichtigen Akteure „Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg“ und „Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim“.

Anhand von konkreten Projekten im Bereich des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim wurde auf Ausgleichsmaßnahmen und deren Eignung für die Konzeption des Ökokontos eingegangen.

Mittels einer schriftlichen Befragung (Fragebögen mit 22 bzw. 25 Fragen) der Städte und Gemeinden der gesamten Rhein-Neckar-Region (56 Gemeinden) konnte schließlich untersucht werden, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht.

Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile allerhand Schriften und theoretische Abhandlungen zu diesen Themen existieren, wurde es als sehr wichtig angesehen, über praktische Erfahrungen, Sichtweisen und Anregungen der betroffenen Gemeinden vor Ort zu erfahren. Gemeinden mit und ohne Ökokonto wurden gleichermaßen befragt. Von den 56 Fragebögen waren 45 ausgefüllt und auswertbar.

Die gestellten Fragen zielten z.B. auf die praktische Handhabung des Ökokontos, die Thematik / Problematik der Bewertungsverfahren oder die Art möglicher aufwertungsgeeigneter Flächen/Maßnahmen, usw.

Bei den Gemeinden, die über kein oder „noch kein“ Ökokonto verfügten, galten die Fragen v.a. den Perspektiven und diesbezüglichen Plänen.

Abgesehen von der schriftlichen Befragung fanden mit einigen Gemeindevertretern persönliche Gespräche statt, was zusätzliche Eindrücke und Einblicke ermöglicht hat.

Die Auswertungsergebnisse wurden in entsprechenden Schaubildern und Diagrammen veranschaulicht.

Sowohl die konkreten Beispiele, als auch die Ergebnisse der Umfrage und der Gespräche waren schließlich Anlass für Analysen, Bewertungen und eigene Anregungen des Autors über die regionale Ebene hinaus.

Wenn z.B. bei strittigen Fällen oder Ausgleichsprojekten Mediationsverfahren befürwortet werden oder für einheitliche Bewertungsverfahren plädiert wird, ist dies auch auf die generelle Handhabung des Instruments „Ökokonto“ übertragbar. Gleiches gilt für viele Erkenntnisse, die aus den Umfrageergebnissen hervorgehen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Aufgabenstellung und Vorgehensweise 1
2. Das Umweltproblem „Flächenverbrauch“ in Deutschland 2
2.1 Strategien des Ökologischen Erhaltes 4
3. Die Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung 5
3.1 Rechtlicher Hintergrund 5
3.2 Möglichkeiten und Grenzen der Eingriffsregelung 6
4. Das Ökokonto 8
4.1 Rechtliche Rahmenbedingungen 8
4.2 Merkmale des Ökokontos 9
4.3 Vorgehensweise zum Ökokonto 10
4.4 Erwartungen an das Ökokonto 11
4.5 Kritikpunkte 11
5. Die Rolle der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg beim Thema Ökokonto 12
6. Die Rolle des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim beim Thema Ökokonto 13
6.1 Die rechtliche Stellung des Nachbarschaftsverbandes 14
6.2 Kompensation von Eingriffen mit Hilfe des Ökokontos 14
6.3 Stellung und Funktion von Landschaftsplänen .15
6.4 Der Landschaftsplan des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim 16
6.5 Das Ausgleichskonzept des Nachbarschaftsverbandes 17
6.6 Analyse des Biotopverbundkonzeptes anhand des Landschaftsplans und der örtlichen Gegebenheiten 19
6.6.1 Biotopverbund Rhein- und Neckarniederungen 19
6.6.2 Biotopverbunde Leimbach, Mühl- und Kanzelbach 20
6.6.3 Kurpfälzische Maulbeerallee 21
6.6.4 Dünengebiete und Altneckar-Niederung 23
6.6.5 Bergstraße 24
6.7 Die Praxis des Ökokontos im Nachbarschaftsverband 26
6.7.1 Gemarkungsübergreifender Ausgleich und die Frage der Bewertung 28
6.7.2 Formen der Beteiligung des Nachbarschaftsverbandes bei der Ausgestaltung des gemeindlichen Ökokontos 29
7. Einzelbeispiele zu Flächen und Maßnahmen des Ökokontos im Nachbarschaftsverband 30
7.1 Erfolgskontrollen im Naturschutz 30
7.2 Erfolgskontrolle der „Maßnahmen des Ökokontos“ im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim 31
7.2.1 Erstellung einer Schlut am Neckar 33
7.2.2 Einrichtung eines Zugangs zum Neckar 39
7.2.3 Initialpflanzung eines naturnahen Sukzessionswaldes 44
7.2.4 Schaffung eines Grünlandlebensraumes 51
7.2.5 Pflege von Hochstaudenfluren 56
7.2.6 Initiierung einer Streuobstwiese 61
7.2.7 Anlage einer Obst-/Wildblumenwiese 68
7.2.8 Anlage einer Obstwiese und Pflege eines Trockenhangs 71
7.2.9 Pflege eines Mager- und Trockenrasens 78
7.2.10 Errichtung einer Trockenmauer 80
7.2.11 Pflege eines Weinbergs 84
7.2.12 Brunnenmaßnahme 88
8. Umfrage zum Thema Ökokonto in der Rhein-Neckar-Region 90
8.1 Umfrageforschung 91
8.2 Die Erstellung des Fragebogens in inhaltlicher Hinsicht 91
8.2.1 Fragebogen für Gemeinden „mit“ Ökokonto (siehe Anhang / Anlage 2 u. 3) 91
8.2.2 Fragebogen für Gemeinden „ohne“ Ökokonto (siehe Anhang / Anlage 4 u. 5) 93
8.3 Struktur des Fragebogeninterviews und die Art der Fragen 94
8.3.1 Struktur des Interviews 94
8.3.2 Die Art der Fragen 95
8.4 Die Durchführung der schriftlichen Befragung .96
8.5 Die Unterlagen zur Umfrage 96
9. Präsentation der Ergebnisse 97
9.3 Auswertungen anhand der Größenverhältnisse und weiterer Klassenbildungen 123
9.4 Analyse und Bewertung der Umfrageergebnisse 126
10. Bewertung des Ökokontos im Nachbarschaftsverband 129
11. Fazit 131
12. Anhang 132
Literatur 148

Automatisiert erstellter Textauszug:

Laut der Landschaftspflegerischen Festlegungen im Grünordnungsplan des Projektes „Sportpark Bösfeld – Arena“ (STADT MANNHEIM 2003) soll eine Hälfte der Fläche frei bleiben, auf der anderen Hälfte sollen nach einem bestimmten Pflanzschema auewaldtypische Bäume und Sträucher eingepflanzt werden. Es werden 10 m x 10 m große Felder innerhalb eines Rasters abwechselnd mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt, wobei jedes vierte Feld frei bleibt. Durch den Anteil an freien Flächen soll der natürlichen Sukzession trotz Pflanzungen ein gewisser Stellenwert eingeräumt werden. Die Pflanzungen sollen schon im Vorfeld der Dammrückverlegung erfolgen, damit die Pflanzen zum Zeitpunkt der tatsächlichen Dammrückverlegung schon eine gewisse Höhe haben und nicht von den Überschwemmungen beeinträchtigt werden können. Hier wird bei den Umsetzungszielen ein Kompromiss zwischen Pflanzungen und natürlicher Sukzession gesucht. Für das Erreichen des Wirkungsziels, nämlich die Schaffung eines Mosaiks aus Auwald, Röhrichten und Freiflächen zu erreichen, erscheint die angestrebte Umsetzungspraxis vernünftig. [...]

Durch diese Maßnahme soll ein naturnaher Auwald entstehen. Die einzelnen Schutzgüter sind hinsichtlich dieses Zieles folgendermaßen betroffen. Das Schutzgut „Arten und Lebensgemeinschaften/Biotoptypen“ wäre dadurch gefördert, dass mit einer naturnahen Auwaldlandschaft ein typischer und selten gewordener Biotoptyp der Oberrheinebene entstände. Solche wertvollen Auwälder sind sehr geeignet als Lebensräume bedrohter Arten, als Rückzugs- und Rastgebiete im Sinne der Trittsteinfunktion. In Fall der Fläche Kirschgartshausen könnte eine hochwertige Auenlandschaft aufgrund der räumlichen Lage ein Verbindungselement zwischen zwei Naturschutzgebieten darstellen. Gemeint ist die Vernetzung der beiden Naturschutzgebiete „Lampertheimer Altrhein“ und „Ballauf-Wilhelmswörth“. Dem Schutzgut „Boden“ wäre einmal durch die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung auf den betroffnen Flächen gedient. Bei Nutzungsaufgabe sinken Schadstoffeinträge durch Pestizideinsatz und Düngung in der Regel beträchtlich. Aufgrund der Überflutungen könnten sich durch Sedimentaufträge und Kalkanreicherungen wieder typische Aueböden bilden. Die Verbraunung9 der Böden, wie sie bei eingedeichten Flächen stattfindet würde gestoppt bzw. rückgängig gemacht. Das Schutzgut „Wasser“ wäre durch die Existenz natürlicher Überflutungsräume wie Auenwälder positiv betroffen. Vielseitige Gewässertypen in Überschwemmungsgebieten haben positiven Einfluss auf den Gesamtwasserhaushalt. Solche Überschwemmungsgebiete mit naturnahen Biotopkomplexen wie Auwäldern oder schilfbewachsenen Vernässungszonen sind für das Selbstreinigungsvermögen der Gewässer von großer Bedeutung. Das Schutzgut „Klima/Luft“ wäre durch die Auwald- und Gehölzvegetation gefördert. Gerade in der Rheinebene mit ihrer hohen Siedlungs- und Verkehrsdichte tragen Wald- und Gehölzbestände zur Frischluftbildung bei. Das Schutzgut „Landschaftsbild / Erholung“ wäre durch die vielseitige Struktur und den naturnahen Charakter der Auenlandschaft hervorgehoben (im Gegensatz zur großflächigen landwirtschaftlichen Nutzung in Monokulturen – siehe Anhang / Bild 5). [...]

Beschreibung von Art und Durchführung der Maßnahmen anhand der vorliegenden Quellen: Maßnahmen des Ökokontos des Nachbarschaftsverbands (NV HD-MA 2005) Landschaftspflegerische Festsetzungen – GOP Sportpark Bösfeld-Arena (STADT MANNHEIM 2003) Bei der Fläche „Kirschgartshausen“ geht es um Maßnahmen, die zu Schaffung eines Auwaldes und zu Röhrichtflächen führen sollen. Das beinhaltet die Initialpflanzung mit auewaldtypischen Baum- und Straucharten. Laut der Landespflegerischen Festsetzungen zum GOP Sportpark Bösfeld – Arena sollen die Bäume Arten der Silber-Weide, Stieleiche, HolzApfel und Wildbirne umfassen. Die Sträucher sollen aus Rotem Hartriegel, Eingriffeligem Weißdorn, Liguster, Feld-Ulme und Wasser-Schneeball bestehen. Außerdem sollen die verwendeten Pflanzen der Herkunft nach aus dem Raum zwischen Iffezheim und [...]

Arbeit zitieren:
Encke, Carsten April 2005: Untersuchungen zum "Ökokonto" im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geographie, Eingriffsregelung, Bauleitplan, Flächennutzungsplan, Ausgleichsfläche

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