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Untersuchung geeigneter Regelungsstrategien für thermisch aktive Decken in Bürogebäuden mit Hilfe der Computersimulation und dem Ziel der Nutzung von Umweltenergie

Untersuchung geeigneter Regelungsstrategien für thermisch aktive Decken in Bürogebäuden mit Hilfe der Computersimulation und dem Ziel der Nutzung von Umweltenergie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tobias Brunner
  • Abgabedatum: März 1999
  • Umfang: 105 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1768-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1768-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1768-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brunner, Tobias März 1999: Untersuchung geeigneter Regelungsstrategien für thermisch aktive Decken in Bürogebäuden mit Hilfe der Computersimulation und dem Ziel der Nutzung von Umweltenergie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bauteilkühlung, Betonkernaktivierung, Bauteiltemperierung, thermisch aktive Decken

Diplomarbeit von Tobias Brunner

Einleitung:

Thermisch aktive Decken können als Sonderfall der bekannten Flächenheiz- und -kühlsysteme wie Fußbodenheizung und Kühldecke verstanden werden. Hauptkomponente sind wie dort in Decken, Böden oder Wänden eingebaute, wasserführende Rohrregister. Der Unterschied besteht jedoch darin, daß die Rohre nicht dicht unter der Oberfläche verlegt werden, sondern zwischen oberer und unterer Bewehrung in der Betonschicht. Dadurch wird die speichernde Masse des Gebäudes relativ gleichmäßig temperiert. Durch diese Speicherwirkung ist es möglich, tages- und jahreszeitlich auftretende Lastspitzen sowohl im Kühl- als auch zunehmend im Heizbetrieb zu dämpfen und einen Teil der anfallenden Lasten in der Gebäudemasse zu speichern. Die Einsatzmöglichkeit für den Heizbetrieb hängt aufgrund der niedrigen möglichen Wärmeabgabe der Bauteile eng mit der Wärmedämmung des Gebäudes zusammen, hier sind jedoch in Zukunft weitere Verbesserungen zu erwarten.

Die zwischengespeicherte Energie kann in Zeiten außerhalb der Betriebszeit unter Ausnutzung der energetisch günstigen Nachttemperaturen abgeführt werden.

Durch diese Dämpfung und Vergleichmäßigung der Lasten können gebäudetechnische Anlagen kleiner und energetisch günstiger ausgelegt werden.

Die Thermisch aktive Decke ist ein System zur Temperierung von Gebäuden mit relativ niedrigen Heiz- und Kühllasten und relativ konstanten inneren Lasten. Plötzliche Schwankungen von inneren und äußeren Klimaeinflüssen können nur sehr langsam ausgeglichen werden.

Das Problem der schwankenden äußerlichen Einflüsse läßt sich durch bauliche Maßnahmen weitgehend beheben. Hierzu zählen insbesondere ein guter Wärmeschutz sowie ein flexibler und schneller außenliegender Sonnenschutz.

Ob sich ein Gebäude für den Einsatz eines thermisch aktiven Bauteilsystems eignet, ist bereits im Vorfeld der Planung mit allen Beteiligten zu klären.

Es ist mit thermisch aktiven Bauteilen nicht möglich, einen definierten Raumzustand exakt einzuhalten, wohl jedoch eine gewisse Bandbreite, die im Normalfall den Anforderungen der meisten Benutzer über einen weiten Zeitraum des Jahres genügt. Auch bei höheren Anforderungen muß nicht auf den Einsatz der Bauteile verzichtet werden, da sich dann eine Grundlast durch das Bauteilsystem und die Spitzenlast durch ein zusätzliches, schnelles System abdek-ken läßt.

Durch die niedrigen Heiz- bzw. hohen Kühlmedientemperaturen eignen sich thermisch aktive Bauteilsysteme besonders für den Einsatz von Umweltenergie wie thermische Solarenergienutzung, Erdwärmespeicher, Grundwassernutzung, Wärmepumpentechnik, etc., aber auch für die Nutzung von Prozeßwärme.

Problemstellung:

Anhand eines von Prof. Dr.-Ing. Gerd HAUSER (Uni Kassel) vorgestellten Raummodells sollen verschiedene Regelungsstrategien für thermisch aktive Decken ("Betonkernaktivie-rung") im Hinblick auf eine optimale Nutzung von Umweltenergiequellen untersucht werden.

Hierzu ist zunächst eine umfangreiche Einarbeitung in das Programmpaket TRNSYS nötig. Anschließend ist das verwendete Gebäude-, Nutzungs- und Anlagenmodell im Simulationsprogramm TRNSYS abzubilden.

Anschließend soll das abgebildete Modell anhand der von HAUSER mit dem Simulationsprogramm HAUSER berechneten Ergebnisse validiert werden. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß es aufgrund von verschiedenen Randbedingungen und Rechenalgorithmen der Programme voraussichtlich nicht zu einer exakten Übereinstimmung der Ergebnisse kommen wird. Ein Vergleich der beiden Simulationsprogramme ist nicht Thema der Arbeit.

Langzeitbewertung thermischer Behaglichkeit (vgl. DIN EN ISO 7730) In der DIN EN ISO 7730 werden Bereiche für die empfehlenswerten Werte von PMV und PPD angegeben. Sollen diese Bereiche nun über einen langen Zeitraum exakt eingehalten werden, so führt dies zu einem unangemessen hohen anlagentechnischem Aufwand mit entsprechend hohem Energieverbrauch. Es ist also ein Toleranzband zu definieren, um das die optimalen Werte für die thermische Behaglichkeit überschritten werden dürfen. Hierbei ist sowohl die Überschreitungsweite als auch die Überschreitungshäufigkeit zu berücksichtigen. Die Bewertung der einzelnen Regelungsstrategien wurde u.a. anhand dieser Behaglichkeitswerte vorgenommen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Inhalt 3
2. Häufig verwendete Formelzeichen 4
3. Einleitung 5
3.1 Aktueller Stand in der Literatur 6
4. Aufgabe 10
5. Methode 11
5.1 Untersuchungsobjekt 11
5.2 Zu untersuchende Varianten 16
5.3 Neue Regelungsstrategie 21
5.4 Das Simulationsprogramm TRNSYS 24
5.5 Grundlagen der Rechenverfahren des Simulationsprogramms TRNSYS 26
5.6 Der Heizfall 35
5.7 Der Kühlfall 37
5.8 Langzeitbewertung thermischer Behaglichkeit 38
5.9 Erforderliche Pumpenantriebsleistung 39
6. Diskussion der Ergebnisse 41
6.1 Überprüfung der Raumtemperatur zum Zeitpunkt maximaler Kühllast 41
6.2 Gebäudekonstanten 43
6.3 Vergleich zwischen 6 und 9 cm Betonunterdeckung 44
6.4 Auswertung Modell Hauser 46
6.5 Getaktete Pumpenlaufzeiten (Varia01 und Varia01a) 53
6.6 Systemlaufzeit außerhalb der Nutzungszeit (Varia02) 58
6.7 Regelung der Vorlauftemperatur nach neuer Regelungsstrategie(Varia08) 63
6.8 Regelung nach einer mittleren Temperatur (Varia09) 65
6.9 Deckung des Kühlkältebedarfes allein über Grundwassernutzung(Varia07) 68
6.10 Einfluß durch Entfernen der Trittschalldämmung (Varia03) 71
6.11 System mit jahreszeitlich konstanter Vorlauftemperatur (Varia04) 74
6.12 Systemverhalten unter extremen Wetterbedingungen 76
7. Zusammenfassung und Ausblick 80
7.1 Weitere Fragestellungen 80
8. Literatur 83
9. Anhang 85

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um eine Aussage über die maximal zu erwartende Raumtemperatur treffen zu können, wurde mit einem EDV Programm zur Kühllastberechnung nach VDI 2078 die maximale Kühllast mit einem zulässigen Raumtemperaturverlauf gem. [9] vorgenommen. Betrachtet wurde hierbei ein nach Westen orientierter Raum der Bauartklasse S - Schwer mit einem Nutzungsmodell wie unter 5.1.3 beschrieben. Der Zeitpunkt maximaler Kühllast tritt im Juli an einem heiteren Tag um 12 Uhr auf. Die trockene Kühllast QK,tr beträgt 1278 W, das entspricht 64 W/m². Die zulässige Deckenuntertemperatur gegenüber der Raumlufttemperatur ist hierbei aufgrund der nach [9] mit 17 K gegenüber dem Heizfall deutlich höheren Strahlungstemperaturasymmetrie als unkritisch zu sehen, da vor Erreichen dieser Temperaturdifferenz die Taupunkttemperatur der Raumluft unterschritten würde. Aufgrund der Trägheit des Systems ist im Kühlfall ein genügend großer Sicherheitsabstand zwischen Deckenoberflächentemperatur und Taupunkttemperatur einzuhalten. [...]

darf nach [9] maximal 3,5 K betragen. Nimmt man an, daß die Oberflächentemperaturen der nicht-aktiven Flächen im Raum alle 20°C betragen und daß die Temperaturdifferenz der Fensteroberflächentemperatur zu der der anderen Umschließungsflächen vernachlässigbar gering ist, wie OLESEN in [8] nachgewiesen hat, so ergibt sich aufgrund der in Tabelle 9-1 dargestellten Berechnung eine maximal zulässige Deckentemperatur von 31,7°C. Das ist ca. 4 K höher als von OLESEN in [8] angegeben. Im Unterschied zur DIN 1946 – T 2 werden die Einstrahlzahlen in der von ihm verwendeten ISO 7730 jedoch für ein Flächenelement berechnet. Dadurch werden die Einstrahlzahlen und folglich auch die zulässige Temperatur kleiner. Bei der Auswertung der Simulationsergebnisse ist also auch zu prüfen, ob im Heizfall die zulässige Deckentemperatur überschritten wird. [...]

Von entscheidender Bedeutung für die Anwendungsmöglichkeit einer Deckenheizung ist die maximal zulässige Strahlungstemperaturasymmetrie zwischen den beiden Halbräumen Boden / Wand und Decke / Wand / Fenster. Nach [9] wird die Strahlungstemperaturasymmetrie mit Hilfe des Winkelverhältnisses zwischen einer differentiell kleinen Kugelfläche und den umschließenden Flächen ermittelt. Die Position der Kugel wird mit der Raummitte und einer Höhe über dem Boden von 0,6 m angenommen. Dies entspricht der Ausrichtung eines Menschen bei sitzender Tätigkeit. Als Grundfall der Einstrahlzahl gilt die Formel:  h a2 + b2 + h2 1 1 − arctan  ab 8 4π       [...]

Arbeit zitieren:
Brunner, Tobias März 1999: Untersuchung geeigneter Regelungsstrategien für thermisch aktive Decken in Bürogebäuden mit Hilfe der Computersimulation und dem Ziel der Nutzung von Umweltenergie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bauteilkühlung, Betonkernaktivierung, Bauteiltemperierung, thermisch aktive Decken

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