Untersuchung von filmischen Gestaltungs- und Stilelementen hinsichtlich ihrer Eignung für Mobile-TV Produktionen
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Lars Schröter
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 66 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Mittweida (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1908-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schröter, Lars August 2007: Untersuchung von filmischen Gestaltungs- und Stilelementen hinsichtlich ihrer Eignung für Mobile-TV Produktionen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mobile TV, Fernsehproduktion, Handy TV, Programmübertragung, Kamera
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Bachelorarbeit von Lars Schröter
Einleitung:
Das Medium Fernsehen ist im Begriff sich zu Revolutionieren. Seit Anfang Juni 2006 ist mobiles Fernsehen in Deutschland Realität. Damit hat ein neues Kapitel in der deutschen Rundfunkgeschichte begonnen. Der Empfang von digitalem Fernsehen auf mobile Endgeräte ermöglicht TV Genuss immer und überall. Doch die Entwicklung von Mobile-TV hat gerade erst begonnen.
Als einzige Firma hat MFD - Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (im Weiteren mit MFD bezeichnet) sowohl die senderrechtlichen als auch die rundfunkrechtlichen Lizenzen für die Ausstrahlung von digitalem Fernsehen für mobile Endgeräte erhalten. Das im DMB Standard ausgestrahlte Rundfunkprogramm ist derzeit in 16 deutschen Ballungsräumen empfangbar und umfasst fünf TV Programme, so wie einen mit Bildern unterlegten Radiosender.
Der Zuschauer kann hier das bekannte TV Programm von zu Hause eins zu eins auf seinem mobilen Endgerät anschauen. Laut Expertenmeinungen tendiert die zukünftige Entwicklung jedoch hin zu speziellen Mobile-TV Sendeformaten. Dies wird zum einen damit begründet, dass das Konsumverhalten der Nutzer von mobilem Fernsehen nicht mit dem des normalen Zuschauers zu Hause vergleichbar ist. Zum anderen ist, trotz der sich stetig verbessernden technischen Möglichkeiten, die Empfangsqualität noch nicht mit dem des normalen Fernsehens vergleichbar. Eine optimale Anpassung an die technischen Rahmenbedingung der mobilen Übertragung, bereits während der Dreh- und Postproduktion Phase, ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einer optimalen Bildqualität.
Es ist somit abzusehen, dass sich in Zukunft ein großer Markt für die Produktion von Mobile-TV Inhalten entwickeln wird. Die TV Inhalte müssen sowohl in der Dreh- und Postproduktion Phase bestmöglich an die technischen Rahmenbedingung der mobilen Übertragung, als auch Inhaltlich an das geänderte Nutzerverhalten angepasst werden.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden die TV Inhalte aus dem normalen Fernsehen noch eins zu eins im Mobile-TV ausgestrahlt. Hier zeichnet sich jedoch eine Veränderung ab. In Zukunft werden spezielle, für Mobile-TV produzierte Inhalte das Programmbild prägen. Erste Produktionen sind hier bereits von der UFA, Phoenix und der ARD realisiert worden. Diese TV-Formate müssen inhaltlich und gestalterisch optimal an die Bedingungen von Mobile-TV angepasst werden.
Gegenstand dieser Arbeit ist es, die gestalterischen Elemente einer TV Produktion auf ihre Eignung für das Ausstrahlen und Empfangen mit mobilen Endgeräten zu untersuchen. Damit soll eine optimale Anpassung an die technischen Rahmenbedingungen von Mobile-TV, bereits in der Dreh- und Postproduktion Phase, erreicht und gezielt auf eine optimale Bildqualität hingearbeitet werden.
Gang der Untersuchung:
Nach einer generellen Übersicht, der zur Verfügung stehenden Lösungen für Mobile-TV in Deutschland, richtet sich der Fokus auf den bereits im kommerziellen Betrieb befindlichen DMB Standard aus. Eine kurze Erläuterung der technischen Rahmenbedingungen gibt ein Verständnis für die weiteren Untersuchungen.
Eine Liste aller gestalterischen Elemente, die bei einer Fernseh-Produktion zum Einsatz kommen können, hilft gezielt aus dem laufenden Mobile-TV Programm repräsentative Mitschnitte aufzuzeichnen. Mit Hilfe dieser Videobeispiele werden anschließend Schlüsseauf die generelle Eignung der jeweiligen Einstellung/Szene für Mobile-TV gezogen. Parallel sind die Video Clips zur Bewertung auf einer eigens angelegten Internetseite online gestellt. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden anschließend zur Bestätigung der Theorien herangezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | 11 | |
| Tabellenverzeichnis | 13 | |
| 1. | Einleitung | 15 |
| 1.1 | Zielsetzung | 16 |
| 1.2 | Gliederung | 16 |
| 2. | Programmübertragung | 17 |
| 2.1 | DMB - Digital Multimedia Broadcasting | 17 |
| 2.2 | Technische Rahmenbedingungen und Bildqualität | 18 |
| 2.2.1 | Bandbreitenverteilung am Beispiel ‚watcha’ | 19 |
| 2.2.2 | Komprimierung | 21 |
| 2.2.3 | Bildfehler | 22 |
| 2.2.3.1 | Verblockung | 22 |
| 2.2.3.2 | Ringing | 23 |
| 2.2.3.3 | Farbwabern | 24 |
| 3. | Gestaltungs- und Stilelemente | 25 |
| 3.1. | Kameraeinstellung / Bewegung | 26 |
| 3.1.1 | Zoom | 26 |
| 3.1.2 | Kamerafahrt | 26 |
| 3.1.3 | Schwenk | 26 |
| 3.1.4 | Wackeln | 26 |
| 3.1.5 | Einstellgrößen | 27 |
| 3.1.5.1 | Super Totale | 27 |
| 3.1.5.2 | Totale | 27 |
| 3.1.5.3 | Halbtotale | 27 |
| 3.1.5.4 | Amerikanische | 27 |
| 3.1.5.5 | Halbnahe | 27 |
| 3.1.5.6 | Nahe | 27 |
| 3.2 | Filmeigenschaften | 28 |
| 3.2.1 | Lichtverhältnisse | 28 |
| 3.2.2 | Detailgehalt | 28 |
| 3.2.3 | Bewegung | 28 |
| 3.2.3.1 | Kleine Objekte | 28 |
| 3.2.3.2 | Große Objekte | 28 |
| 3.3 | Postproduktion | 29 |
| 3.3.1 | Bauchbinden | 29 |
| 3.3.2 | Lauftext | 29 |
| 3.3.3 | Senderlogo | 29 |
| 3.3.4 | Überblendungen | 29 |
| 3.3.4.1 | Harter Schnitt | 30 |
| 3.3.4.2 | Weiche Blende | 30 |
| 3.3.4.3 | Schwarzblende | 30 |
| 3.3.4.4 | Weiße Blende | 30 |
| 3.3.5 | Schwarz/Weiß | 30 |
| 3.3.6 | Standbild | 30 |
| 4. | Auswahl und Mitschnitt repräsentativer Programmausschnitte | 31 |
| 4.1 | Auswahl repräsentativer Ausschnitte | 31 |
| 4.1.1 | Kategorisierung | 32 |
| 4.1.2 | Unterkategorisierung | 33 |
| 4.2 | Programmmitschnitt | 34 |
| 4.3 | Überblick Videoportfolio | 36 |
| 4.3.1 | Kamerabewegung/Einstellung | 36 |
| 4.3.2 | Filmeigenschaften. | 38 |
| 4.3.3 | Postproduktion | 39 |
| 4.3.4 | Gesamteindruck | 40 |
| 5. | Bewertung der Bildqualität | 41 |
| 5.1 | Bewertungskriterien | 42 |
| 5.2 | Punktesystem | 42 |
| 5.3 | Mittelwertsbildung der Gesamtpunktzahl | 43 |
| 5.4 | persönliche Bewertung | 44 |
| 5.5 | Onlinebewertung | 44 |
| 5.5.1 | Layout der Onlinebewertung | 45 |
| 5.5.1.1 | Farbliche und Grafische Gestaltung | 45 |
| 5.5.1.2 | Inhalte | 45 |
| 5.5.1.3 | Strukturierung | 46 |
| 5.5.1.4 | Navigation | 48 |
| 5.5.2 | Online Bewertungsbogen | 49 |
| 6. | Bewertungsergebnisse | 51 |
| 6.1 | Kameraeinstellung / Bewegung | 51 |
| 6.1.1 | Einstellgrößen | 51 |
| 6.1.2 | Zoom | 53 |
| 6.1.3 | Kamerafahrt | 54 |
| 6.1.4 | Schwenk | 55 |
| 6.1.5 | Wackeln | 56 |
| 6.1.6 | Gesamtüberblick Kamerabewegung. | 57 |
| 6.2 | Filmeigenschaften. | 58 |
| 6.2.1 | Nachtaufnahme | 58 |
| 6.2.2 | Detailgehalt. | 59 |
| 6.2.3 | Bewegung | 60 |
| 6.2.3.1 | Kleine Objekte | 60 |
| 6.2.3.2 | Große Objekte | 61 |
| 6.2.4 | Gesamtüberblick Filmeigenschaften. | 62 |
| 6.3 | Postproduktion | 63 |
| 6.3.1 | Text. | 63 |
| 6.3.2 | Überblendungen. | 64 |
| 6.3.2.1 | Harter Schnitt | 64 |
| 6.3.2.2 | Weiche Blende | 65 |
| 6.3.2.3 | Schwarz- und Weißblende | 66 |
| 6.3.3 | Standbild. | 67 |
| 6.3.4 | Schwarz/Weiß | 68 |
| 6.3.5 | Gesamtüberblick Postproduktion | 69 |
| 6.4 | Gesamteindruck. | 70 |
| 6.4.1 | Sport | 70 |
| 6.4.2 | Seifenoper | 71 |
| 6.4.3 | Musikvideo | 72 |
| 7. | Zukunftsaussichten | 73 |
| Schlusswort | 75 |
Textprobe:
Kapitel 4., Auswahl und Mitschnitt repräsentativer Videobeispiele:
In diesem Kapitel werden die Schritte, die für die Zusammenstellung eines vollständigen und aussagekräftigen Videoportfolios nötig sind, genauer beleuchtet. Angefangen von einer groben Kategorisierung, der im Punkt 3 aufgezählten Gestaltungs- und Stilelemente, bis hin zu dem Erstellen einer detaillierten Liste aller, für die Untersuchung benötigten, Videobeispiele.
Die Anforderungen, die an diese Videoclips gestellt werden um einen repräsentativen Charakter zu erhalten, werden ebenso aufgegriffen wie zu beachtende allgemeine Hinweise und Tipps zur Steigerung der Nutzerfreundlichkeit.
Im nächsten Schritt erfolgt eine Erläuterung der Aufnahmemöglichkeiten des DMB Signals und dessen weiterer Verwendung. So ist darauf zu achten einen originalgetreuen Mitschnitt des Videobildes wie am DMB-Endgerät zu erhalten. Es darf durch die Aufzeichnung nicht verfälscht oder verfremdet werden. Bildfehler müssen eins zu eins übernommen und neue Fehler durch die Aufzeichnung verhindert werden.
Auswahl repräsentativer Programmausschnitte:
Als besonders erfolgskritischer Punkt ist die Auswahl passender, repräsentativer Programmausschnitte an zu sehen. Dieser Arbeitsschritt muss gut durchdacht und überlegt sein, da anhand der daraus gewonnenen Ergebnisse auf die Allgemeinheit geschlossen wird. Ein Fehler würde sich hier gravierend auswirken. Um das Risiko eines unpassenden Videoausschnitts zu verringern, sollten mehrere unterschiedliche Ausschnitte zur Bewertung der einzelnen Einstellung herangezogen werden. Dies erhöht zum einen die Repräsentativität der Umfrage und dient gleichzeitig als Kontrollmechanismus. Weisen die Ergebnisse zweier Ausschnitte starke Unterschiede auf, ist dies ein Fehlerindiz und muss weiter untersucht werden.
Bei der Wahl der Videoausschnitte ist darauf zu achten, dass die jeweils zu untersuchende Eigenschaft auch tatsächlich im Mittelpunkt der Szene steht und es keine anderen Einflussfaktoren gibt. So darf bei einem Kameraschwenk nur die Bewegung der Kamera Grund für die Veränderung im Bild sein. Bewegungen in der Szene verfälschen das Ergebnis. Anders herum betrachtet muss bei einer Analyse der Bewegungen in der Szene die Kamera fest auf einem Stativ montiert sein, um ein aussagekräftiges Ergebnis erhalten zu können.
Auf folgende Punkte ist bei der Wahl der Ausschnitte zu achten:
- Repräsentativität der Szene für die Allgemeinheit.
- Keine störenden Einflüsse.
- Mindestlänge von 5 Sekunden, damit sich der Zuschauer auf die Szene einstellen kann.
- Die Gesamtlänge sollte 15 Sekunden nicht überschreiten.
- Neutraler Inhalt vor und nach der zu bewertenden Einstellung.
- Wenn möglich mehrere Clips zur Bewertung einer Einstellung heranziehen / zur Verfügung stellen.
Der Ton sollte stets mit übertragen werden, obwohl er theoretisch für die Bewertung der Bildqualität nicht nötig ist. Mit ihm steigt jedoch der Gesamteindruck der Szene und für den Nutzer rundet er diese ab. Ein fehlender Ton wird oft als irritierend empfunden oder als technischer Defekt gewertet.
Kategorisierung:
Vor dem Mitschnitt und der Zusammenstellung des Videoclipportfolios ist eine detaillierte Auflistung der gesuchten TV Ausschnitte anzufertigen. Dies dient in erster Linie dazu, alle Bereiche abzudecken und die Vollständigkeit zu gewährleisten. Unter zu Hilfenahme, der in Kapitel 3 aufgeführten Punkte, kann eine Kategorisierung in vier Bereiche erfolgen:
- Kameraeinstellung/Bewegung + Einstellgrößen.
- Filmeigenschaften.
- Postproduktion.
- Gesamteindruck.
Unterkategorisierung:
Die alleinige Beurteilung eines Gestaltungselementes, wie etwa einem Kameraschwenk, ist wenig aussagekräftig. Um verwendbare Ergebnisse zu erhalten muss hier ebenfalls die Geschwindigkeit des Schwenks in die Untersuchung mit einbezogen werden. Dies steigert zum einen die Aussagekräftigkeit erheblich und hat zum anderen den Zweck eine Verbesserung oder Verschlechterung der Bildqualität, mit steigendem oder abnehmendem Tempo, zu erkennen. Somit ist es möglich nicht nur pauschal eine Aussage über die Eignung oder Nichteignung einer bestimmten Einstellung treffen zu können, sondern ebenfalls ihr Verhalten in Abhängigkeit eines weiteren Faktors zu analysieren. Dies kann zum Beispiel die zunehmende Geschwindigkeit bei Kamerabewegungen, der steigende Detailgehalt im Bild oder der Grad der Dunkelheit bei Nachtaufnahmen sein.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836619080
Arbeit zitieren:
Schröter, Lars August 2007: Untersuchung von filmischen Gestaltungs- und Stilelementen hinsichtlich ihrer Eignung für Mobile-TV Produktionen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Mobile TV, Fernsehproduktion, Handy TV, Programmübertragung, Kamera



