Untersuchung ausgewählter Trainingsformen auf ihren Beitrag zur Entwicklung der affektiven, kognitiven und konativen Dimension interkultureller Handlungskompetenz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Julia von Usslar
- Abgabedatum: Dezember 2004
- Umfang: 90 Seiten
- Dateigröße: 523,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8956-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8956-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8956-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: von Usslar, Julia Dezember 2004: Untersuchung ausgewählter Trainingsformen auf ihren Beitrag zur Entwicklung der affektiven, kognitiven und konativen Dimension interkultureller Handlungskompetenz, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: interkulturell, Expatriate, Auslandsentsendung, Entsendung, Training
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Diplomarbeit von Julia von Usslar
Einleitung:
In Folge der zunehmenden Globalisierung mit einer Zunahme der Verflechtung internationaler Geschäftsbeziehungen steigen grenzüberschreitende Finanzströme und Investitionen sowie weltweite Unternehmensaktivitäten. Auch deutsche Unternehmen müssen sich der internationalen Geschäftstätigkeit stellen, um Synergie-, Skalen- und Größeneffekte nutzen zu können und international wettbewerbsfähig zu bleiben. So erreichte der Umfang der direkten Auslandsinvestitionen von in Deutschland ansässigen Unternehmen im vergangenen Jahr ein Rekordniveau von $ 654,9 Milliarden. Aus der steigenden Anzahl von Fusionen, Übernahmen, Joint Ventures und ausländischen Produktionsstätten resultiert, dass in verstärktem Umfang Personal auf internationaler Ebene eingesetzt und ausgetauscht wird. Die fortschreitende Internationalisierung von Unternehmen hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass allein im europäischen Ausland mittlerweile mehr als 80.000 deutsche Mitarbeiter mit einem befristeten Arbeitsvertrag tätig sind.
Auch das Personalmanagement muss sich dem Internationalisierungstrend der Wirtschaft stellen und seine strategischen und operativen Aufgaben zunehmend an die neuen Anforderungen anpassen. Fach- und Führungskräfte nehmen zentrale Aufgabenstellungen bei der Steuerung grenzüberschreitender Unternehmensaktivitäten wahr und besetzen in Auslandsgesellschaften kostenintensive Schlüsselpositionen. Dennoch besteht eine eklatante Diskrepanz zwischen der notwendigen und tatsächlichen Aufmerksamkeit, die diesem kritischen Erfolgsfaktor geschenkt wird. Zahlreiche empirische Untersuchungen belegen, dass Auslandsentsendungen vielfach mit erheblichen Problemen behaftet sind, die aufgrund schlechter Performance, mangelhafter Anpassung und Unzufriedenheit des Entsandten oftmals eine frühzeitige Rückkehr erzwingen. Doch nicht nur die Organisation nimmt in solchen Fällen unter anderem immensen finanziellen Schaden, sondern auch für den Mitarbeiter bedeutet eine derart negative Erfahrung einen entscheidenden Lebenseinschnitt.
Die Ursachen für das Scheitern liegen primär in interkulturell bedingten Schwierigkeiten. In der neuen Gesellschaft ist der Geschäftsmann vielfältigen „interkulturellen Überschneidungssituationen“ ausgesetzt, die die Interaktion zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe erfordert. Die eigenkulturelle Prägung eines Individuums findet während des Sozialisationsprozesses statt und beeinflusst maßgeblich das individuelle Orientierungs- und Bewertungssystem sowie sämtliche emotionale, kognitive und konative Prozesse. Im interkulturellen Kontakt wird sich der Entsandte der Ineffizienz und Lückenhaftigkeit seiner vertrauten und in der Ursprungskultur bewährten Wahrnehmungs- und Handlungsmuster bewusst.
Sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben können das Versagen der eigenen Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit und die Unerklärbarkeit bzw. unzuverlässige Antizipation des Verhaltens eines fremdkulturellen Interaktionspartners Unzufriedenheit, Orientierungslosigkeit und psychische Destabilisierungen auslösen. Das Erleben von Konfusion und Desorientierung durch den Eintritt in eine fremde Kultur wird auch als Kulturschock bezeichnet. Den Grad des psychischen Wohlbefindens eines Individuums im Laufe seines Auslandsaufenthaltes beschreibt das sogenannte U-Kurven Modell. In der Regel geht dem deprimierenden und paralysierenden Gefühl des Kulturschocks jedoch eine Phase des Enthusiasmus und Optimismus bezüglich der neuen Umwelt voraus. Die Faszination des Neuen zu Beginn des Aufenthaltes wird jedoch nach einiger Zeit getrübt durch krisenhafte Erfahrungen im Umgang mit befremdlichen Aspekten der neuen Kultur und vor allem mit fremdkulturell geprägten Interaktionspartnern. Nach dieser Phase der Frustration und Depression findet sich das Individuum in der neuen Umwelt langsam zurecht und normalerweise einen Weg, seine Funktionsfähigkeit in den verschiedenen Lebensbereichen der neuen Gesellschaft wiederherzustellen. Resultat des dieses Prozesses, der als Akkulturation bezeichnet wird, ist eine psychologische und soziokulturelle Adaptation an die neuen Bedingungen, die individuell unterschiedlich ausfällt.
Der Akkulturationserfolg hängt in hohem Maße von der Entwicklung interkultureller Handlungskompetenz ab, einem Komplex von Fähigkeiten, die es dem Individuum ermöglichen, sich situationsangemessen und kulturadäquat in der fremden Gesellschaft zu verhalten. Das Konzept interkultureller Handlungskompetenz umfasst drei entscheidende Dimensionen: die emotionale Kompetenz zum Bewusstmachen und Systematisieren individueller Bewertungs- und Verhaltensmuster, die kognitive Kompetenz zur Aufarbeitung und Systematisierung von Wissen und die konative Kompetenz zum Aufbau praktischer Fertigkeiten. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist eben dieses Set kritischer Kompetenzen durch gezieltes Training erlernbar.
Über einige der für eine erfolgreiche interkulturelle Interaktion nötigen Attribute und Fähigkeiten verfügen Mitarbeiter bereits vor ihrer Entsendung. Insbesondere Persönlichkeitseigenschaften wie Aufgeschlossenheit und Extraversion sind relativ stabil, werden als inhärent betrachtet und können durch geeignete Selektionsmechanismen identifiziert werden. Die Entwicklung und der Erwerb von Einstellungen, Kenntnissen und Fertigkeiten, die einen selbstreflexiven und selbstregulierenden Umgang mit der neuen Kultur ermöglichen, sind dagegen das Ziel interkultureller Trainings.
Es herrscht Einigkeit über die grundsätzliche Effizienz interkultureller Trainings, auch wenn ihr direkter Nutzen nur schwer quantifizierbar ist. Die angewandten Trainingsformen unterscheiden sich jedoch erheblich in Bezug auf Ziele, Inhalte und Methoden. So gibt es kultur-, informations- und interaktionsorientierte Trainings, die jeweils die Ausbildung der affektiven, kognitiven oder Verhaltensebene der Handlungskompetenz anstreben. In der internationalen Unternehmenspraxis, so zeigen Umfragen, erhalten Entsendungskandidaten jedoch nur in Ausnahmefällen eine interkulturelle Vorbereitung, wenn landeskundliche Informationen und Sprachkurse unberücksichtigt bleiben.
Problemstellung:
Ziel dieser Arbeit ist es, den Begriff der interkulturellen Handlungskompetenz inhaltlich zu strukturieren und die Relevanz der Attribute einzelner Kompetenzdimensionen für den Entsendungserfolg herauszuarbeiten. Aufbauend auf einer präzisen Definition interkultureller Handlungskompetenz als Lernziel, werden ausgewählte affektiv, kognitiv und konativ orientierte Trainingsformen auf ihren Beitrag zur Entwicklung der jeweiligen Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz untersucht. Die Untersuchung stützt sich dabei auf eine umfangreiche Literaturanalyse.
Basis der Betrachtung ist ein lernorientiertes Akkulturationsmodell, das davon ausgeht, dass die psychologische und soziokulturelle Anpassung von Auslandsentsandten an die fremdkulturelle Umwelt sehr wohl möglich ist und über den paralysierenden Zustand eines Kulturschocks hinaus zur Entwicklung der Persönlichkeit beiträgt. Die Arbeit grenzt bewusst das Training fremdsprachlicher Kompetenz aus, da es sich dabei um einen eigenständigen sprachwissenschaftlichen Forschungsbereich handelt. Zum Kontextverständnis werden dennoch kurze Rückgriffe auf die Bedeutung von Sprache für die kulturelle Adaptation gemacht.
Des Weiteren konzentriert sich die Arbeit auf die interkulturelle Vorbereitung von Fach- und Führungskräften gewinnorientierter Unternehmen. Zwar zeigt die Forschung, dass Austauschstudenten, Sozialarbeiter, Wissenschaftler, Militärs usw. auf ähnliche Schwierigkeiten im Umgang mit einer unbekannten Kultur stoßen und sich die Akkulturationsphasen dieser Zielgruppen nicht wesentlich unterscheiden. aber aus Gründen des Arbeitsumfangs soll ein eindeutiger Argumentationszusammenhang geschaffen werden.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Als Einstieg in die Thematik der Akkulturation von Expatriates wird in Kapitel 2 zunächst ein theoretischer Bezugsrahmen hergestellt. Entscheidend für die Bearbeitung oben beschriebener Problemstellungen sind Grundlagen der Konzepte Auslandsentsendung, Kultur und Akkulturation. Den Abschluss des Kapitels bildet die Darstellung der häufigsten Akkulturations- und Kommunikationsprobleme und weiterer nicht kulturell bedingter Schwierigkeiten, die bei Entsendungen auftreten.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Schlüsselqualifikation interkultureller Handlungskompetenz und deren Bedeutung für den Akkulturationsprozess im Ausland. Nach der Einführung einer Begriffsdefinition werden die drei Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz - Affekt, Kognition und Verhalten - im Detail beschrieben. Im Abschnitt 3.4 erfolgt eine Skizzierung weiterer individueller und situativer Determinanten, die über Trainings hinaus den interkulturellen Handlungserfolg beeinflussen können.
Den Kern der Arbeit bildet das Kapitel 4, in dem zunächst ein Kategorisierungssystem für interkulturelle Trainingsmaßnahmen vorgestellt wird. In Kapitel 4.2 soll anhand von drei Trainingsformen exemplarisch untersucht werden, welchen Beitrag diese zum Erwerb der jeweiligen Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz leisten und damit zu einer erfolgreichen Akkulturation des Expatriates beitragen können.
Inhaltsverzeichnis:
| I | Inhaltsverzeichnis | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Relevanz des Trainings interkultureller Handlungskompetenz | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 4 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 2. | Theoretische und begriffliche Grundlagen der Akkulturation von Expatriates | 6 |
| 2.1 | Auslandsentsendung von Fach- und Führungskräften | 6 |
| 2.1.1 | Entsendungsziele und -motive aus Unternehmens- und Mitarbeitersicht | 6 |
| 2.1.2 | Entsendungsprozess | 8 |
| 2.2 | Kultur | 11 |
| 2.2.1 | Anthropologisches Kulturmodell nach Geertz | 13 |
| 2.2.2 | Psychologisches Kulturmodell nach Hofstede | 15 |
| 2.3 | Akkulturation | 19 |
| 2.3.1 | Problemorientierte Akkulturationsmodelle | 20 |
| 2.3.2 | Lernorientierte Akkulturationsmodelle | 24 |
| 2.3.3 | Entsendungsschwierigkeiten | 27 |
| 3. | Interkulturelle Handlungskompetenz | 30 |
| 3.1 | Begriffsbestimmung | 30 |
| 3.2 | Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz | 34 |
| 3.2.1 | Affektive Dimension | 35 |
| 3.2.2 | Kognitive Dimension | 39 |
| 3.2.3 | Konative Dimension | 41 |
| 3.3 | Weitere Determinanten für interkulturellen Handlungserfolg | 44 |
| 4. | Interkulturelle Trainings | 49 |
| 4.1 | Klassifizierung interkultureller Trainingsformen | 50 |
| 4.1.1 | Ziele interkultureller Trainings | 50 |
| 4.1.2 | Inhalte interkultureller Trainings | 52 |
| 4.1.3 | Methoden interkultureller Trainings | 52 |
| 4.2 | Untersuchung ausgewählter Trainingsformen | 54 |
| 4.2.1 | Affektiv orientierte Trainings | 55 |
| 4.2.2 | Kognitiv orientierte Trainings | 60 |
| 4.2.3 | Konativ orientierte Trainings | 65 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 71 |
| Literaturverzeichnis | 73 |
tem statt, sondern auch mit der Person des Interaktionspartners,242 so dass es zu einer emotionalen Involvierung des sich Einfühlenden kommt.243 Empathie basiert auf bereits gemachten Erfahrungen, in die das Neue eingeordnet werden kann.244 • Ethnorelativismus ist eng mit dem Konzept der Culture awareness verbunden und bezeichnet die Bereitschaft eines Individuums, eigenkulturelle Werte und Normen in Relation zu fremdkulturellen zu setzen. Ethnozentrismus als Gegensatz setzt die Universalität eigenkultureller Denk- und Handlungsweisen voraus und verhindert somit eine kritische Auseinandersetzung.245 In dem sogenannten „third culture approach“ fordern Gudykunst und Kollegen von Expatriates die Einnahme einer neutralen Position zur Interpretation interkultureller Überschneidungssituationen.246 • Selbstreflexivität ist eine wichtige soziale Kompetenz – die Fähigkeit, sich kritisch mit der eigenen Person, Denk- und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen. Hierbei geht es um das Hinterfragen der eigenen Weltsicht247 und des Selbstkonzepts.248 Gudykunst und Kollegen beschreiben die Bereitschaft, eigene Gedanken und Gefühle in Frage zustellen, und die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zwischen Selbst und anderen zu lenken als „SelbstBewusstsein“.249 Unterbleibt eine derartige Introspektion, ist der bewusste Lern- und Veränderungsprozess eines Individuums nur beschränkt möglich. • Selbstvertrauen ist eine entscheidende Variable interkulturellen Handelns. Nur wer ein grundsätzliches Vertrauen in eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie ein positives Selbstbild besitzt, findet den Mut in ungewohnten Situationen, proaktiv neue Verhaltensweisen auszuprobieren, in sozialen Situationen aktiv zu partizipieren und auch mit Misserfolgen konstruktiv umzugehen.250 Gerade das Fragenstellen zur Informationsbeschaffung und ein gewisses Maß an „Self-disclosure“251 erfordern Mut, sind aber wichtige interaktive Strate- [...]
Von entscheidender Bedeutung im Zusammenhang mit Auslandsentsendungen ist die in der angelsächsischen Literatur beschriebene „Self awareness“ im Gegensatz zu „Culture awareness“. Self awareness bezeichnet nach Bennett das Bewusstsein für die eigenkulturelle Prägung von Wahrnehmung, Denken, Einstellungen sowie Verhaltens- und Handlungsweisen. Ähnlich ist das Konzept der interkulturellen Sensibilität, bei der es um die Wahrnehmung von und adäquate Auseinandersetzung mit kulturellen Differenzen geht.236 Cultural awareness dagegen ist das generelle Verständnis des Einflusses von Kultur auf Handlungszusammenhänge.237 Bereits hier wird deutlich, dass sich die Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz überschneiden. Von denen in der Abbildung dargestellten Eigenschaften der affektiven Dimension werden im Folgenden lediglich die am häufigsten genannten bzw. erklärungsbedürftigsten behandelt: • Ambiguitätstoleranz beschreibt den Umgang mit Mehrdeutigkeiten und Inkompatibilitäten in interkulturellen Situationen, die geprägt sind von Desorientierung und mangelnder Antizipierbarkeit fremdkulturellen Verhaltens.238 Ohne die Akzeptanz alternativer Sicht- und Interpretationsweisen des Handlungsgeschehens kann es durch Feindseligkeit oder Resignation zur Paralyse des Expatriates kommen. Gelingt es jedoch, ambivalente Situationen auszuhalten und zu bewältigen, können Stress und Verhaltensunsicherheit entscheidend reduziert werden.239 Sowohl die Fähigkeit zur Stressbewältigung als auch ein hohes Maß an Frustrationstoleranz sind mit diesem Merkmal eng verbunden.240 • Empathie ist die Fähigkeit, sich in Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen eines anderen Menschen eindenken und einfühlen zu können, mit dem Ziel, ihm Verständnis und Akzeptanz entgegenzubringen.241 Indem die Perspektive des Interaktionspartners eingenommen wird, findet eine intensive Auseinandersetzung nicht nur mit dem anderskulturellen Orientierungs- und Wertesys- [...]
die Angemessenheit des Verhaltens in Anlehnung an fremdkulturelle Standards und Erwartungen wesentliche Merkmale der Kompetenz darstellen.226 Bhawuk und Brislin formulieren diese Anforderung folgendermaßen: „To be effective in another culture, people must be interested in other cultures, be sensitive enough to notice cultural differences, and then also be willing to modify their behavior as an indication of respect for the people of other cultures.”227 Die Aneignung von Einstellungen, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten findet zwar im Kontext der Sozialisation und Umwelt eines Individuums statt, stellt aber einen stetigen Lern- und Entwicklungsprozess dar.228 Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ein Erwerb der Schlüsselqualifikation interkultureller Handlungskompetenz nicht durch bloßes „learning by doing“ erfolgt, sondern der Unterstützung durch spezifische Trainings oder Beratungsmaßnahmen bedarf.229 Im Rahmen interkultureller Trainings geht es um Lernprozesse zur „Bewusstmachung und Förderung von Bewertungs- und Verhaltensmustern (1), die Aufarbeitung und Systematisierung von Wissen (2) und den Aufbau und die Vertiefung von praktischen Fertigkeiten (3).“230 3.2 Dimensionen interkultureller Handlungskompetenz Interkulturell kompetentes Verhalten ist das Ergebnis von Persönlichkeitseigenschaften und -fähigkeiten, die im Rahmen einer Auslandsentsendung zur Akkulturation und Performance eines Expatriates kontribuieren. Durch die Differenzierung des Kompetenzbegriffs in seine affektiven, kognitiven und konativen Dimensionen können wertvolle Anhaltspunkte für die Gestaltung von Trainingsaktivitäten gewonnen werden, um interkulturelle Handlungskompetenz bedarfsorientiert vermitteln zu können. Die in Abbildung 4 dargestellten Persönlichkeitseigenschaften, sowie interaktive und kommunikative Fähigkeiten sind untereinander komplementär und interdependent,231 was eine eindeutige Zuordnung zu den Dimensionen erschwert. In den drei nachfolgenden Unterkapiteln werden die [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832489564
Arbeit zitieren:
von Usslar, Julia Dezember 2004: Untersuchung ausgewählter Trainingsformen auf ihren Beitrag zur Entwicklung der affektiven, kognitiven und konativen Dimension interkultureller Handlungskompetenz, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
interkulturell, Expatriate, Auslandsentsendung, Entsendung, Training



