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Untersuchung der aktuellen Lage des deutschen Filmmarktes unter Berücksichtigung der amerikanischen und europäischen Filmwirtschaft

Erörterung von Chancen und Risiken des deutschen Kinofilms und Analyse möglicher Erfolgsfaktoren

Untersuchung der aktuellen Lage des deutschen Filmmarktes unter Berücksichtigung der amerikanischen und europäischen Filmwirtschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Inga Köhler
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Ravensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8799-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8799-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8799-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köhler, Inga Juni 2004: Untersuchung der aktuellen Lage des deutschen Filmmarktes unter Berücksichtigung der amerikanischen und europäischen Filmwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kino, Filmgeschichte, Filmfinanzierung, Filmmarketing, Filmförderung

Diplomarbeit von Inga Köhler

Zusammenfassung:

Das Thema dieser Arbeit ist sehr weit gefasst. Das Ziel dieser Arbeit ist deswegen auch, einen möglichst umfassenden Überblick über die deutsche Filmbranche zu geben.

In diesem Zusammenhang werden auch die Beziehungen zu anderen Filmmärkten, vor allem zum nordamerikanischen (USA) und europäischen Markt, beispielhaft erläutert.

Dabei werden nur ausgewählte Bereiche, die im Rahmen der jeweiligen Fragestellung besonders wichtig erscheinen, genauer betrachtet.

In vielen Bereichen der Filmwirtschaft wurde bislang nur unzureichend geforscht. Zu vielen Themen fehlen Angaben aus glaubwürdigen Quellen. So kann ein Großteil der in dieser Arbeit aufgestellten Thesen nur argumentativ, nicht jedoch empirisch begründet werden. Dennoch erscheint es notwendig, auch diese Themengebiete anzusprechen.

Um die komplexen Zusammenhänge verständlich erklären zu können, war eine Stereotypisierung vieler Bereiche notwendig und hinsichtlich des engen Umfangs und der zeitlichen Begrenzung dieser Arbeit (3 Monate) unumgänglich.

Das Thema „Film“ ist nicht nur komplex, sondern auch empirisch schwer greifbar.

Es geht um Gefühle, Emotionen, Geschmäcker und soziokulturelle Dimensionen, die nicht vollständig erfasst oder empirisch belegt werden können.

Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf die vollständige Besprechung aller Aspekte, stellt jedoch den Versuch dar, ein umfassendes Bild von der aktuellen Lage der deutschen Filmwirtschaft widerzuspiegeln, welches an relevanten Stellen tief genug dringt, um komplexere Zusammenhänge erläutern zu können.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht dabei stets eine Frage: „Unter welchen Umständen ist ein Kinofilm (wirtschaftlich) erfolgreich?“ Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 1
Abkürzungsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis 4
1. Kalender 2003: Filmszene Deutschland 8
2. Die Geschichte des deutschen Kinofilms 9
2.1 Der frühe Film und die Übernahme der Marktführerschaft durch die USA 9
2.3 Wendepunkt: Zweiter Weltkrieg 12
2.4 Filmkrise der 50er Jahre 13
2.5 1962–Der Junge Deutsche Film „Papas Kino ist tot!“ 14
2.7 Der Autorenfilm 16
2.10.1 Stars und Filme der 90er 20
2.10.2 Publikumsliebling: Beziehungskomödie 22
2.11 1997– LOLA RENNT um die Welt 22
2.12 Strukturwandel: Neue Produzenten auf neuen Wegen zu neuen Zielen 24
3. Die Situation heute 26
3.1 Vergleichbarkeit internationaler Filmmärkte 27
3.2 Der Amerikanische Filmmarkt und das Publikum 27
4. Entwicklung des deutschen Marktes bis 2040 – Bevölkerungsstruktur 29
4.1 Zielgruppe 50+ ? 30
4.2 Kino für Rentner – Lösungsvorschläge aus der Praxis 32
4.3 Zielgruppe der 12-29? 34
5. Die große Unbekannte: Öffentlichkeit 35
6. Erfolgsfaktoren von Filmen 37
7. Was ist Erfolg? 37
7.1 Wirtschaftlicher Erfolg 37
7.2 Publikumserfolg 37
7.3 Künstlerischer Erfolg 38
7.4 Erfolgsbeziehungen 38
8. Das Kinopublikum – Kino als Freizeitbeschäftigung 38
8.1 Entscheidungsfindung 40
8.2 Was das Publikum wünscht. Genrevorlieben und Filmansprüche 42
9. Das GfK-Konsumentenpanel: „Das Kinopublikum 1997-2003“ 42
9.1 Ergebnisse der Untersuchung 42
9.2 Aussagekraft der Untersuchung 44
10. FFA-Studie: Filminhalte und Zielgruppen und die Wege der Filmauswahl 46
11. Bedürfnisse, Motive und Wünsche des Publikums befriedigen 47
12. Publikumsforschung: USA versus Deutschland 48
12.1 Pretests – Innovation: SATA 48
12.2 Marketing-Tests 49
12.3 Test-Screenings 50
13. Stoffe für die Welt 51
13.1 Von der Idee zum Drehbuch: USA versus Deutschland 51
13.2 Drehbuchentwicklung 53
14. Die Dramaturgie des Kinofilms 55
14.1 Mainstream 56
14.2 Arthouse 58
14.3 Mainstream versus Arthouse 59
15. Der europäische und deutsche Film auf dem internationalen Filmmarkt 60
15.1 Warum international? 61
15.2 Sprachbarrieren 61
15.2.1 Synchronisation 61
15.2.2 Untertitelung 62
15.2.3 Herstellung verschiedener Sprachfassungen – Kooperationen 62
15.2.4 Herstellung einer englischsprachigen Originalversion 63
16. Deutsche Filme auf dem europäische Markt 63
17. Kooperationen und Filmförderung in Europa 64
18. Globale Filmproduktion – Märkte und Chancen 65
19. Filmförderung in Deutschland 66
19.1 Direkte Förderung 67
19.2 Indirekte Förderung 68
19.3 Förderungen der Bundesländer 69
19.4 Diskussion: Filmförderung 71
19.5 Reformvorschläge - Sinn und Notwendigkeit einer Filmförderung 74
20. „It really starts at the financial end.” – Vorbild Hollywood? 77
20.1 Universalität 77
20.2 Cultural Discount 77
20.3 Risikominimierung, Markenbildung und Politik 78
21. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten 80
21.1 Koproduktionen 80
21.2 Banken 80
21.3 Product Placement 80
21.3.1 Bedeutung von Product-Placement in den USA und Deutschland 81
21.3.2 Perspektiven für Product Placement in Deutschland 82
21.4 Merchandising 82
21.5 Nebenverwertungen 83
21.6 Blocked Funds und Film-Fonds 83
22. Mögliche Erfolgsfaktoren der Filmherstellung auf internationaler Ebene 84
22.1 Produktionsbudget und Produktionsstandard 84
22.2 Besetzung und Auswahl des Teams – Starpower 84
22.3 Marketing und Vertrieb 84
22.3.1 Marktanalyse 85
22.3.2 Marketingstrategien 85
22.4 Releasezeitpunkt 86
22.5 Genre und Inhalt 86
22.6 Bewertungen, Festivals 87
22.7 Marktforschung 87
23. Übertragung der Erfolgsfaktoren auf den deutschen und europäischen Filmmarkt 87
23.1 Produktionsbudget und Produktionsstandard 88
23.2 Besetzung und Auswahl des Teams – Starpower 88
23.3 Marketing und Vertrieb 89
23.4 Releasezeitpunkt 89
23.5 Genre und Inhalt, Bewertungen und Festivals, Marktforschung 89
24. Analyse von GOOD BYE, LENIN! anhand möglicher Erfolgsfaktoren 90
24.1 Inhaltsangabe 90
24.2 Budget und Produktionsstandard 91
24.3 Das Team 92
24.4 Releasezeitpunkt 92
24.5 Marketing und Vertrieb 93
24.6 Festivals, Kritiken, Preise 95
25. Untersuchung der möglichen Erfolgsfaktoren anhand der „Umfrage zum Kinofilm“ 95
26. Das digitale Medienzeitalter: Chancen, Probleme und Risiken 99
26.1 Filmpiraterie 100
26.2 Digitales Kino 103
27. Europäische Vielfalt gegen die Vereinheitlichungs- und Nivellierungstendenzen des reduzierten, globalen Hollywood - Films 105
Anhangverzeichnis 107
ANHANG 108
Literaturverzeichnis 142
Eidesstattliche Erklärung 150

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Themen haben ernsthafte, tragische oder geschichtliche Hintergründe.299 Das Genre ist oft nur ein Deckmantel, hinter dem sich Tiefgründiges verbirgt.300 Auch die brutalen Vergewaltigungs- und Folterszenen in DIE 120 TAGE VON SODOM enthalten einen tieferen Hintergrund für denjenigen, der sucht und mehr erfahren möchte. Das Medium Film hat die Möglichkeit dem Menschen Dinge zu zeigen, die er sonst nie gesehen hätte. Filme bereichern unmittelbar die menschliche Erfahrung, da sie als Primärinformation in unser Gedächtnis eingehen. Obwohl nicht der Zuschauer selbst, sondern der Kameramann aus seiner subjektiven Perspektive die Dinge beobachtet hat, nimmt der Zuschauer die Erfahrung in sein Handlungsrepertoire auf, die er selbst nie gemacht hat. Die Dinge, die man so erfährt bzw. sieht, sind aber nicht immer Dinge, die man unbedingt gesehen oder erfahren haben will. Arthouse will, dass der Zuschauer die Probleme mit nach Hause nimmt. Arthouse bietet so eine Bereicherung des Geistes an, während Mainstream den Geist entspannt. Arthouse ist neuartig, unkonventionell und experimentell.301 Somit fordert es seinem Publikum eine sehr hohe Investitionsbereitschaft ab.302 Nicht nur die Filme stoßen an Grenzen, auch der Zuschauer wird an seine Grenzen gestoßen. Dass, nach einem anstrengenden Arbeitstag, nur sehr wenige Menschen bereit sind, diese „Tortur“ auf sich zu nehmen, ist verständlich. Selbst „Kultfilme“, die dem Arthouse-Bereich zuzuordnen sind, wie z.B. TRAINSPOTTING oder UHRWERK ORANGE, konnten in Deutschland jeweils nur unter 1 Million Zuschauer erreichen303. Diese Zahlen sind freilich beachtlich für einen Arthouse-Film, jedoch nicht das, was man von den Zuschauerzahlen eines „Kultfilmes“ erwartet. [...]

14.2. Arthouse Empathie und Emotionen sind auch im Arthouse-Film ein zentrales Element. Nur dringen diese in andere, extreme Bereiche der menschlichen Erfahrung ein. Der Zuschauer wird gezwungen, Emotionen mitzuerleben, die sich in Grenzbereichen menschlichen Empfindens bewegen. Die Emotion kann so für den Zuschauer absolut quälend sein. Diese Filme verarbeiten bewusst schwer konsumierbare Stoffe, über die versucht wird, in Extrembereiche menschlicher Selbsterfahrung vorzudringen, das bedeutet auch für den Zuschauer einen extremem Belastungszustand. Eindrucksvollstes Beispiel ist wohl der Film des bekannten italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini: DIE 120 TAGE VON SODOM. In Deutschland wurde der Film nach dem Kinostart 1976 kontrovers diskutiert, von Staatsanwälten mehrfach beschlagnahmt und war zeitweise ganz verboten.295 Kinobetreiber wissen zu berichten, dass über die Hälfte der Zuschauer regelmäßig den Film vorzeitig verlassen.296 DIE 120 TAGE VON SODOM ist "... der Film, den man gesehen haben muss, aber danach nie mehr sehen will...", so der Historiker und Filmwissenschaftler Ulrich Gregor.297 DIE 120 TAGE VON SODOM sind eine filmische Grenzerfahrung, die sich in das Gedächtnis des Zuschauers einbrennt und ihn wohl nachhaltig verändern wird. Der Film zeigt Grausamkeiten menschlichen Verhaltens, die in den gruseligsten Horrorfilmen nicht vorkommen. Jedoch ist dieser Film authentisch, von einem der angesehensten Filmkünstler Italiens und hinter den Grausamkeiten steckt eine Philosophie. Authentische Empfindungen und Lebenserfahrungen werden im Arthouse-Film häufig über extreme, verfremdete oder metaphernartige Visualisierungen erzielt. Im Arthouse Bereich geht es weniger um Unterhaltung als um Selbstfindung und Philosophie. 298 [...]

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zum Arthouse-Film findet sich in der „kognitiven Investitionsbereitschaft“ des Publikums. Um einem Film folgen und ihn verstehen zu können, muss der Zuschauer einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit und Verstehen bereitstellen.292 Der Zuschauer erwartet für seine Investition eine Gegenleistung. Das ist in diesem Fall die Maximierung der emotionalen und sinnlichen Reize. Die Investitionsbereitschaft ist individuell verschieden, sollte aber bei einem Mainstream-Film nicht zu hoch abverlangt werden. 293 Neben allen genannten Faktoren ist es unabdingbar, gewisse kommerzielle Merkmale, wie z.B. Stars oder Special Effects, in den Film aufzunehmen.294 Auch deswegen sind Mainstream-Filme um ein Vielfaches kostenintensiver als Arthouse-Filme. Kommerzielle Elemente haben ihren Preis. [...]

Arbeit zitieren:
Köhler, Inga Juni 2004: Untersuchung der aktuellen Lage des deutschen Filmmarktes unter Berücksichtigung der amerikanischen und europäischen Filmwirtschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kino, Filmgeschichte, Filmfinanzierung, Filmmarketing, Filmförderung

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