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Untersuchung des Shared Values Prozesses auf Relevanz beim Vetrauensmanagement in virtuellen Unternehmen

Untersuchung des Shared Values Prozesses auf Relevanz beim Vetrauensmanagement in virtuellen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Viktoria Laukart
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 80 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7594-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7594-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7594-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Laukart, Viktoria Juni 2003: Untersuchung des Shared Values Prozesses auf Relevanz beim Vetrauensmanagement in virtuellen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Vertrauen, Lebow, Rob, Unternehmensführung, Switt-Trust, Systemvertrauen

Diplomarbeit von Viktoria Laukart

Zusammenfassung:

Seit ungefähr einem Jahrzehnt sind virtuelle Unternehmen Gegenstand des betriebswirtschaftlichen Interesses. Virtuelle Unternehmen werden als Antwort auf neue Rahmenbedingungen, die aus den veränderten Umweltbedingungen resultieren, verstanden.

Diese fordern von den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Um den Flexibilitätsvorteil virtueller Unternehmen erhalten zu können, wird auf formale Absicherungsmechanismen, wie rechtsverbindliche Verträge, verzichtet. Diese Funktion der Absicherung muss daher durch das absolute gegenseitige Vertrauen der Partner gewährleistet werden. Deshalb ist Vertrauen für die Funktionsfähigkeit virtueller Unternehmen elementare Voraussetzung.

Durch den Formalitätsverzicht ergeben sich entscheidenden positive ökonomische Effekte von Vertrauen. In der Literatur werden vor allem die Effekte der Koordinations- und Kontrollmechanismen herausgestellt. Beim Koordinationsproblem reduziert Vertrauen Transaktionskosten, d.h. auf der einen Seite entfallen externe Transaktionskosten wie Anbahnungs-, Vereinbarungs- und Kontrollkosten, weil auf explizite Verträge verzichtet wird. Auf der anderen Seite werden interne Koordinationskosten durch den Ausbau von Selbstkoordination, -organisation und -kontrolle gesenkt.

Jedoch liegt gleichzeitig genau im Vertrauen das zentrale Problem virtueller Unternehmen. Wegen dem Fehlen vertrauensfördernder Faktoren im virtuellen Kontext, wie räumliche Nähe, persönliche Beziehungen, langfristige Orientierung und häufiger direkter Kontakt, kann Vertrauen nur sehr schwer entstehen.

In dieser Arbeit wird diese Vertrauensproblematik in virtuellen Unternehmen behandelt. Zu diesem Zweck wird das aus den USA stammende Konzept bzw. Managementmethode „Shared Values Prozess®“, das der Schaffung eines Produktivität und Effektivität steigernden Arbeitsumfeldes dient, eingegangen. Dieses Konzept basiert auf der Einsicht, dass der Erfolg eines Unternehmens auf der Übereinstimmung der jeweiligen Unternehmenswerte mit den persönlichen Werten der Mitarbeiter basiert. In einer breit angelegten Studie der University of Chicago, deren Ziel es war, herauszufinden, was Mitarbeitern und Führungskräften in ihrem Arbeitsumfeld wichtig ist, damit sie sich zufrieden fühlen und dadurch ihre Produktivität steigern können. Als Ergebnis dieser Studie wurden acht bestimmte Werte formuliert.

Vertrauen ist eines dieser Werte.

Aus diesem Grund wird dieses Konzept daraufhin untersucht, ob und warum es sich eignet, die Vertrauensproblematik in virtuellen Unternehmen zu reduzieren. Darüber hinaus wird in dieser Arbeit diskutiert, wie dieses Konzept bzw. diese Methode als vertrauenförderndes Instrument in virtuellen Unternehmen implementiert werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 4
2. Virtuelles Unternehmen 6
2.1 Begriffe virtuell, Virtualität, Virtualisierung, Virtualisierungsgrad 6
2.2 Definitionsversuche in der Literatur 7
2.3 Charakteristische Merkmale virtueller Unternehmen 11
2.3.1 Kooperation rechtlich unabhängiger Partner 11
2.3.2 Verbindung von Kernkompetenzen 12
2.3.3 Zeitliche und räumliche Verteiltheit 12
2.3.4 Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie 13
2.3.5 Vertrauenskultur 13
2.4 Ableitung einer Arbeitsdefinition 14
3. Vertrauen als elementare Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit von virtuellen Unternehmen 15
3.1 Vertrauen als interdisziplinäres Forschungsgebiet 15
3.1.1 Vertrauen aus psychologischer Perspektive 16
3.1.1.1 Vertrauen als personenspezifische Einstellung (Rotter/Erikson) 16
3.1.1.2 Vertrauen als situationsabhängiges Verhalten (Deutsch) 18
3.1.2 Vertrauen aus soziologischer Perspektive 19
3.1.2.1 Vertrauen als Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität (Luhmann) 19
3.1.2.2 Vertrauen als einseitiger Ressourcentransfer (Coleman) 21
3.1.2.3 Vertrauen in strukturationstheoretischer Perspektive (Giddens) 22
3.2 Begriffliche Abgrenzung und Festlegung von Vertrauen für diese Arbeit 25
3.2.1 Begriffliche Abgrenzung von Vertrauen 25
3.2.1.1 Vertrauen, Risiko und Unsicherheit 26
3.2.1.2 Zuversicht, Hoffnung, Zutrauen und Vertrauen 27
3.2.2 Begriffliche Festlegung von Vertrauen 28
3.3 Bedeutung und Funktionen von Vertrauen in virtuellen Unternehmen 31
3.3.1 Vertrauen als Koordinations- und Kontrollmechanismus 31
3.2.2 Persönliches Vertrauen und Systemvertrauen 33
3.3.3 Weitere Funktionen bzw. Wirkungen von Vertrauen 34
3.4 Grenzen und Barrieren des Vertrauens in virtuellen Unternehmen 35
3.5 Zusammenfassung 37
4. Untersuchung des Shared Values Prozesses auf Relevanz beim Vertrauensmanagement in virtuellen Unternehmen 39
4.1 Shared Values Prozess nach Rob Lebow 39
4.1.1 Überblick über die Entwicklungsgeschichte 39
4.1.2 Das Konzept Shared Values Prozess 40
4.2 Die Rolle des SVP® beim Vertrauensmanagement in virtuellen Unternehmen 43
4.2.1 Vertrauensmanagement in virtuellen Unternehmen 43
4.2.2 Shared Values Prozess in virtuellen Unternehmen 44
4.3 Mögliche Aufgaben der Shared Values als vertrauensfördernde Faktoren und ihre Umsetzung in virtuellen Unternehmen 46
4.3.1 Besonderheiten bei der Entstehung virtueller Unternehmen 46
4.3.2 Funktionen der Shared Values in virtuellen Unternehmen 50
4.3.2.1 Shared Values als Verhaltenskodex 50
4.3.2.2 Signal- und Symbolfunktion 51
4.3.3.3 Vereinigungs- und Identifikationsfunktion 53
4.3.3 Grenzen und Barrieren von Shared Values 54
4.4 Implementierungsaussicht von Shared Values in virtuellen Unternehmen 56
4.5 Gestaltungsempfehlungen zur Implementierung der Share d Values als vertrauensfördernde Faktoren 59
5. Schussbetrachtung 61
Literaturverzeichnis 63
Anhang 70
A. Values Attitude Study bzw. DISG-Werte und Einstellungsstudie – Kurzform 70
B. Wertespannungsindex zur Einstellungsstudie 71
Erklärung zur Diplomarbeit gemäß § 24 Abs. 6 Dipl PrüfO 2001 72

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.2.1.1 Vertrauen, Risiko und Unsicherheit Der Risikoaspekt in Vertrauenssituationen findet sich bei allen im vorangegangenen Kapitel dargestellten Konzeptionen von Vertrauen. Das Risiko resultiert aus der grundsätzlichen Handlungsfreiheit der Individuen. Die Handlungsfreiheit bedeutet nämlich, dass derjenige, dem vertraut wird neben der Möglichkeit die Erwartung des Vertrauenden zu erfüllen, diese auch enttäuschen kann, indem er sich opportunistisch verhält. Demnach kann sich der Vertrauende in einer Vertrauenssituation auf eine Person oder eine Personengruppe nur verlassen und geht in Erwartung eines Gewinns aufgrund des durch ihn nicht kontrollierbaren Verhaltens des bzw. der Gegenüber ein Risiko ein. Diesen Gesichtspunkt unterstreicht insbesondere Luhmann, wenn er Vertrauen als „riskante Vorleistung“ definiert, die zur Stabilisierung unsicherer Erwartungen und zur Verringerung der damit einhergehenden Komplexität menschlichen Handelns dient.99 In der Betriebswirtschaftslehre besteht die Auffassung, dass unter der Prämisse der Existenz von Eintrittswahrscheinlichkeiten in der unternehmerischen Praxis letztlich nur Entscheidungen unter Risiko existieren.100 In der Entscheidungstheorie lassen sich, in Abhängigkeit des Informationsstandes, grundsätzlich drei Entscheidungssituationen unterscheiden: 1. Erstens, Entscheidungen unter Sicherheit, bei denen genaue Vorstellungen über den Eintritt eines Ereignisses vorhanden sind bzw. vollständiger Informationsstand gegeben ist. 2. Zweitens, Entscheidungen unter Risiko, bei denen objektive oder subjektive Eintrittswahrscheinlichkeiten vorliegen. 3. Und drittens, Entscheidungen unter Unsicherheit, bei denen keine Vorstellungen über die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses bestehen. 101 In der ökonomischen Theorie wird weiter zwischen exogener und endogener Unsicherheit unterschieden. Während exogene Unsicherheit (Umweltunsicherheit) Ereignisse betrifft, die durch Faktoren außerhalb des direkten Einflussbereiches eines Individuums ausgelöst werden, wie z.B. Preisentwicklungen, bezieht sich endogene Unsicherheit auf Ereignisse, die direkt oder indirekt aus den Entscheidungen ökonomischer Akteure resultieren. Endogene Unsicherheit resultiert wesentlich aus den Folgen der Arbeitsteilung und somit aus dem Organisations99 [...]

geht also davon aus, dass Vertrauen immer dann erforderlich ist, wenn sicheres Wissen und vollständige Informationen fehlen. Es ist immer Ergebnis einer sozialen Konstruktion der Akteure.89 Nach Giddens’ Auffassung steht die Notwendigkeit des Vertrauens in einer engen Beziehung mit dem „Problem der doppelten Kontingenz“ bzw. damit in Zusammenhang, dass Menschen grundsätzlich in der Lage sind, anders zu handeln, als man es von ihnen erwartet, und sie damit die vermeintlich sichere Einschätzung ihrer Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten potentiell auch enttäuschen können. Für den Entstehungs- und Reproduktionsprozess von Vertrauen ist eine ständig durch Individuen vorgenommene, reflexive Beobachtung, Überwachung und Kontrolle der eigenen Handlungen sowie der Handlungen Anderer von besonderer Bedeutung.90 Dieses „reflexive monitoring“ ist das erste von insgesamt drei Grundkonzepten der Giddens’schen Strukturationstheorie. Im Zuge dieses Konzeptes ist Vertrauen nur zum Teil das Ergebnis einer rein rationalen Kalkulation (wie sie z.B. Coleman unterstellt). Vielmehr gründet es sich immer wieder auf praktischen, nicht bewusst rational zugänglichen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie auf unbewussten – in Anlehnung an Eriksons Ur-Vertrauen und UrMisstrauen – frühkindlichen Erfahrungen.91 Das zweite Grundkonzept betrifft die sozialen Praktiken (zu denen Giddens Vertrauen zählt), die nicht nur als das Ergebnis der Interaktionen zwischen den Akteuren entstehen, sondern gleichzeitig die Voraussetzung darstellen, auf die Individuen mit ihren Handlungen Bezug nehmen. Insofern bilden Handlung und Struktur bei Giddens nicht zwei voneinander unabhängige soziale Phänomene als ein Dualismus, sondern sind als Dualität im Sinne einer wechselseitigen Abhängigkeit zu verstehen. Die Dualität von Struktur, eine der zentralen Botschaften von Giddens, drückt also die Tatsache aus, dass Struktur 92 zum einen das sich in sozialen Praktiken manifestierende Handeln ermöglicht und zum anderen gleichzeitig das Resultat dieser Praktiken ist. Die Auflösung der Trennung von Struktur und Handlung bzw. [...]

gem Vertrauen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Vertrauensbruchs in Beziehungen mit gegenseitigem Vertrauen demzufolge geringer.82 Für langfristige Beziehungen sind mehrfach aufeinander folgende Austauschbeziehungen von hoher Relevanz, weil bei diesen Konstellationen Vertrauensbrecher Bestrafungen und Sanktionen riskieren, wenn sie sich opportunistisch verhalten. Ihnen kann ihre Kooperationsfähigkeit abgesprochen werden und folglich können sie von weiteren profitablen Partnerschaften ausgeschlossen werden. 83 Weiter berücksichtigt Coleman Drittparteien in Vertrauensbeziehungen. Für den Fall, dass bei der Gewährung von Vertrauen opportunistische Verhaltensweisen von Drittparteien entdeckt werden, hat das unmittelbare Folgen bezüglich der Reputation des Vertrauensbrechers und kann ihn demzufolge davon abhalten, Vertrauen zu missbrauchen, selbst wenn es sich nur um eine einmalige Interaktion mit seinem Gegenüber handelt.84 Nach Coleman entsteht durch Vertrauen eine Form sozialen Kapitals, mit dessen Hilfe Ziele erreicht werden können, die sich andernfalls nicht oder nur zu höheren Kosten verwirklichen ließen. Das soziale Kapital trägt wesentlich zur Erhaltung eines sozialen Systems bei.85 Die Kritik an Colemans Überlegungen betrifft in erster Linie seine Vorstellung einer rein rationalen Modellierung von Vertrauensbeziehungen. Nach Meinung der Kritiker unterschätzt er mit dieser Sichtweise die gesellschaftliche Perspektive und die Relevanz sozialer Normen für die Entstehung von Vertrauen.86 Weiterer Kritikpunkt ist, dass Coleman die Beschaffung von Informationen als Alternative zu Vertrauen nicht hinreichend beachtet.87 3.1.2.3 Vertrauen aus strukturationstheoretischer Perspektive (Giddens) Im Rahmen der „Theorie der Strukturation“ untersucht der Soziologe Giddens Vertrauen einerseits auf der Ebene der Person, andererseits auf der Ebene der Systemreproduktion. Er definiert Vertrauen „... als Zutrauen zur Zuverlässigkeit einer Person oder eines Systems im Hinblick auf eine gegebene Menge von Ergebnissen oder Ereignissen, wobei dieses Zutrauen durch einen Glauben an die Redlichkeit oder Zuneigung einer anderen Person bzw. an die Richtigkeit abstrakter Prinzipien (technisches Wissen) zum Ausdruck kommt.“88 Giddens [...]

Arbeit zitieren:
Laukart, Viktoria Juni 2003: Untersuchung des Shared Values Prozesses auf Relevanz beim Vetrauensmanagement in virtuellen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Vertrauen, Lebow, Rob, Unternehmensführung, Switt-Trust, Systemvertrauen

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