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Eine Untersuchung des Registers der Sprache der Wirtschaft am Beispiel ausgewählter englischsprachiger Presseartikel und Lehrbuchtexte

Eine Untersuchung des Registers der Sprache der Wirtschaft am Beispiel ausgewählter englischsprachiger Presseartikel und Lehrbuchtexte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bianca von Eitzen
  • Abgabedatum: Juli 2003
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7614-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7614-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7614-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: von Eitzen, Bianca Juli 2003: Eine Untersuchung des Registers der Sprache der Wirtschaft am Beispiel ausgewählter englischsprachiger Presseartikel und Lehrbuchtexte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fachsprache, Wissenschaftssprache, Wirtschaftssprache, englische Sprachwissenschaft, Grammatik

Diplomarbeit von Bianca von Eitzen

Zusammenfassung:

Wirtschaft ist ein weit gefasster Begriff für ein sehr umfassendes Phänomen, das jeden von uns zu jeder Zeit betrifft. Sie stellt weder eine reine, nur an Universitäten gelehrte und erforschte Wissenschaft dar, noch ein Arbeitsfeld, mit dem sich lediglich Menschen mit kaufmännischen Berufen auseinandersetzen. Wirtschaft ist erheblich mehr als nur das, sie bestimmt u.a. den Alltag der Menschen, die alle Teil eines umfassenden Wirtschaftsprozesses sind. Aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit Wirtschaft eine unabdingliche Notwendigkeit, mit der sich jeder Bürger im eigenen Interesse auseinandersetzen sollte.

Von Bedeutung hierbei ist vor allem die Auseinandersetzung mit der Sprache der Wirtschaft. Da der Umgang mit Fachsprachen für den Laien jedoch im Allgemeinen nicht an der Tagesordnung steht, fällt vielen Menschen die Auseinandersetzung mit Fachsprachen in ganz alltäglichen Situationen oftmals schwer. Dies trifft nicht nur auf die Wirtschaftssprache zu, sondern gleichermaßen auch auf den Umgang mit Behörden-, Rechts- oder technisch-naturwissenschaftlicher Fachsprache. Ein entscheidendes Problem liegt dabei offensichtlich im Bereich der Lexik, da die Terminologie eines Fachgebietes zunächst für jeden Laien eine Hürde darstellt. Ein weiteres Hindernis, das den meisten Menschen als solches wesentlich seltener bewusst wird, ist eine in Fachsprachen veränderte Grammatik, die neben dem terminologischen Aspekt für Laien zu Schwierigkeiten im Umgang mit der Sprache und damit auch mit dem Fachgebiet führen kann.

Da der terminologische Aspekt von Fachsprachen aller Art sowohl in Diplomarbeiten als auch in anderen wissenschaftlichen Arbeiten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet worden ist, sollen in der vorliegenden Arbeit syntaktische und grammatische Aspekte im Vordergrund stehen. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung zweier englischsprachiger wirtschaftswissenschaftlicher Textkorpora auf ihren Fachlichkeitsgrad. Bei den zur Untersuchung heran gezogenen Texten handelt es sich um Auszüge aus Lehrbüchern für Studierende der Wirtschaftswissenschaften sowie um aus einer englischsprachigen Wirtschafts- und Finanztageszeitung stammende Presseartikel. Diese werden anhand unterschiedlicher grammatischer Kriterien im Rahmen einer quantitativen Analyse auf die Häufigkeit der Verwendung bestimmter Merkmale untersucht und in der Ergebnisauswertung der Untersuchung einander gegenüber gestellt.

Hintergrund der Analyse ist die Überlegung der Autorin dieser Arbeit, dass, obgleich es sich bei beiden Textsorten um fachsprachliche Texte handelt, die den Lehrbüchern entnommen Texte eine höhere Fachlichkeit aufweisen müssten als die wirtschaftsbezogenen Presseartikel, da letztere hinsichtlich des Mediums, in dem sie veröffentlich werden, für ein erheblich breiteres Publikum verfasst sein sollten. Im Zusammenhang mit dieser Überlegung ergeben sich eine Reihe von zusätzlichen Fragestellungen. So soll in der vorliegenden Arbeit u.a. der Frage nach der Zielgruppenorientierung der Wirtschaftspresse nachgegangen werden, einer Überlegung, die ihrerseits wiederum eng an die Problematik des Einflusses von Fachsprache auf die alltägliche Gemeinsprache gebunden ist. Ist der Sprachstil von Wirtschaftssprache sowohl auf lexikalischer als auch auf syntaktischer Ebene zu komplex für den Laien? Zielt die Wirtschaftsberichterstattung nur auf eine relativ kleine Leserschar von Experten ab? Inwieweit kann von Laien der Umgang mit Wirtschaftsfachsprache erwartet werden? Diese Fragen sollen u.a. in einem einführenden Kapitel (vgl. Kapitel 2) angesprochen werden. Zudem soll in diesem Kapitel ein kurzer Überblick über die in der Fachsprachenforschung immer noch ungeklärte Diskussion hinsichtlich der Definition von Fach- und so genannter Gemeinsprache sowie ein kurzer Einblick in die Forschungslandschaft auf dem Gebiet der Wirtschaftslinguistik gegeben werden. Außerdem soll aufgrund der rein auf englischsprachige Texte bezogenen Orientierung dieser Arbeit im selben Kapitel die Bedeutung des Englischen, vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Wissenschaftssprache, diskutiert werden.

Die in der vorliegenden Arbeit durchgeführte Untersuchung mit Hilfe ausgewählter Fachlichkeitsmerkmale der englischen Wissenschaftssprache erfolgt insbesondere in Anlehnung an die von Biber (1988, 1995) im Rahmen seiner Registeruntersuchungen gemachten Beobachtungen hinsichtlich der grammatischen Gemeinsamkeiten bestimmter Textsorten. Daher soll der Ansatz Bibers in Kapitel 3 unter Hervorhebung der für diese Arbeit relevanten Aspekte vorgestellt werden. Vor dem Hintergrund der bereits erwähnten Problematik im Umgang mit fachsprachlichen Texten werden zudem in Anlehnung an Halliday und Martin (1993) grammatische Besonderheiten und daraus resultierende Schwierigkeiten mit der englischen Wissenschaftssprache erläutert. Hierbei soll speziell die Notwendigkeit der Beschäftigung mit wissenschaftlicher oder fachlicher Sprache im Vordergrund stehen.

Kapitel 4 widmet sich der korpusbasierten Analyse hinsichtlich ausgewählter grammatischer Merkmale, die bei häufiger Verwendung als Indiz für die Fachlichkeit eines Textes gelten. Dabei werden einige, in Kapitel 3 beschriebene Merkmale heraus gegriffen und auf ihr Vorkommen in den beiden Textkorpora untersucht. Anschließend werden die zwei untersuchten Textkorpora anhand der ermittelten Ergebnisse einander vergleichend gegenüber gestellt.

Kapitel 5 dient letztendlich der Zusammenfassung der in der vorliegenden Arbeit gemachten Beobachtungen und ermittelten Ergebnisse. Hierbei soll noch einmal auf die eingangs in dieser Arbeit diskutierten Fragestellungen eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis iii
Abkürzungsverzeichnis iv
1. Einleitung 1
2. Fachsprache 5
2.1 Definitions- und Begriffsklärungen 5
2.2 Zur Bedeutung von Fachsprachen und ihrem Einfluss auf die Gemeinsprache 8
2.3 Die Fachsprachen der Wirtschaft - Begriffsabgrenzung und Forschungsstand 11
2.4 Zur Sprache in Lehrbüchern und Presseartikeln 14
2.5 Das Englische als Lingua Franca der Wissenschaften 22
3. Eigenschaften englischer Wissenschaftstexte 31
3.1 Die Registervariation nach Biber (1988, 1995) 31
3.1.1 Merkmale eines informativen, wissenschaftlichen Stils 38
3.1.2 Merkmale eines involvierten, informellen Stils 44
3.2 Besonderheiten und Schwierigkeiten im Umgang mit englischer Wissenschaftssprache nach Halliday und Martin (1993) 52
3.2.1 Lexikalische Dichte 53
3.2.2 Syntaktische Ambiguität 54
3.2.3 Grammatische Metaphern 54
3.2.4 Semantische Diskontinuität 58
4. Die korpusbasierte Analyse im Hinblick auf den Fachlichkeitsgrad ausgewählter Wirtschaftstexte 61
4.1 Methode 61
4.1.1 Die zur Untersuchung herangezogenen Textkorpora 63
4.1.2 Die computergestützte Untersuchung der Textkorpora 64
4.2 Die Analyse nach den Fachlichkeitskriterien 67
4.2.1 Passivische Konstruktionen 67
4.2.2 Nominalkonstruktionen 70
4.2.3 Attributive Adjektive 76
4.2.4 Konjunktionen 76
4.2.5 Präpositionen 78
4.2.6 Pronomen 80
4.2.7 Verben 86
4.2.8 Syntaktische Reduzierung und verkürzte Formen 91
4.3 Zusammenfassung der Analyseergebnisse 94
5. Schlussbetrachtung 97
6. Literaturverzeichnis 100
7. Anhang 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

Hinsichtlich des Tempusgebrauchs lässt sich feststellen, dass Präsensformen (present tense verbs) im Englischen in Bezug auf die Vermittlung fachlicher Informationen von großer Bedeutung sind. Sager et al. (1980:207) bestätigen die starke Tendenz zur Verwendung des Präsens (simple present). Sie erklären dieses Phänomen mit Hilfe der Feststellung, dass das Präsens von seiner Funktion ausgehend am ehesten zur Beschreibung wissenschaftlicher Aktivitäten geeignet ist. Es dient z.B. der Darstellung naturwissenschaftlicher Gesetze und allgemeingültiger Aussagen, es beschreibt Prozesse, wiederholte Vorgänge, Definitionen, Beobachtungen oder Eigenschaften von Substanzen. Biber (1988:224) fügt dem hinzu, dass das Präsens entweder bei der Beschäftigung mit Themen von aktueller Bedeutung eine wesentliche Rolle spielt, oder in wissenschaftlichen Zusammenhängen dazu dient, den Fokus auf die zu vermittelnde Information zu legen und vom zeitlichen Kontext abzuheben. Hierzu merken Biber et al. an, dass [...]

Hilfe einer Prozentzahl ausgedrückt, wie stark das in einem Text verwendete Vokabular variiert. Es wird zwischen dem Wortstamm eines Wortes (type) und allen im Text vorkommenden Ableitungen dieses Wortstamms (tokens) unterschieden (Baker 1995:236ff). Biber (1988:238f) bezieht sich im Rahmen seiner Registeranalyse hinsichtlich der Errechnung des Type-Token-Verhältnisses nicht auf die vollständigen zur Untersuchung herangezogenen Texte, sondern errechnet den Quotienten nur aus den jeweils ersten 400 Wörtern der Texte. Biber geht aufgrund der Annahme, dass sich die im Text verwendeten Wörter nach etwa 400 Wörtern ständig wiederholen, davon aus, dass die Zählung der types und tokens in den ersten 400 Wörtern ausreichend für ein repräsentatives Ergebnis ist. Ein niedriges TypeToken-Verhältnis ist Biber zufolge generell in gesprochener Sprache zu finden, da diese in den wenigsten Fällen auf intensiver Vorbereitung basiert und deshalb hinsichtlich der Wortwahl stark durch Wiederholungen des Vokabulars geprägt ist. Jedoch stellen Biber et al. (1999:54) im Rahmen ihrer Registeruntersuchungen überraschenderweise fest, dass die analysierten Texte des Registers academic prose im Vergleich zu Texten der Register news und fiction ebenso durch ein relativ geringes Type-Token-Verhältnis auffallen. Sie führen dieses Ergebnis auf die Tatsache zurück, dass ein erheblicher Anteil der rein wissenschaftlichen Literatur durch ein sehr limitiertes fachliches Vokabular charakterisiert ist und dadurch das Vokabular weniger variieren kann als in fiktiven Texten oder Pressereportagen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass insbesondere in wissenschaftlichen Texten Variationen durch Synonyme vermieden werden, weil diese der erforderlichen Präzision im Wege stehen könnten (ibid.). Konjunktionen (conjuncts) wie consequently, furthermore, hence, however, rather, otherwise oder nevertheless finden Biber (1988:239ff, 1995:164) zufolge sehr häufige Verwendung in Texten mit einem hohen Informationsgehalt. Durch die Verbindung von aufeinander folgenden Sätzen oder Satzteilen lassen sich mit Hilfe von Konjunktionen logische Ursache-und-Wirkung-Beziehungen (Sager et al. 1980:190) im Text herstellen, wie sie im folgenden Beispiel deutlich werden sollen. [...]

Präpositionen (prepositions/ prepositional phrases) stellen speziell in Texten, die wie Wissenschaftstexte durch ein hohes Maß an Nominalisierungen geprägt sind, ein wirkungsvolles Mittel zur Schaffung einer hohen Informationsdichte dar. Biber (1988:237) stellt daher fest, dass Präpositionen häufig in Registern mit hohem Informations- und Sachbezug im Zusammenhang mit Nominalisierungen und Passivkonstruktionen auftreten. Neben ihrer Funktion als adverbiale Bestimmungen ermöglichen als postnominale Bestimmungen dienende Präpositionalphrasen wie z.B. in “…after decades of pursuing a polycentric staffing policy,…” [LT3] ähnlich wie attributive Adjektive eine explizitere Spezifizierung des Referenten. Postnominale Teilsätze2 (postnominal clauses) tragen ähnlich wie attributive Adjektive und Präpositionalphrasen zur näheren Spezifizierung und Ausführung des Referenten bei. Sie erfordern ebenfalls weniger Wörter und ermöglichen, wie im folgenden Beispiel dargestellt, im Vergleich zu vollständigen Relativsätzen durch Auslassung der Relativpronomen und des Kopulaverbs be eine verkürzte Darstellung der Informationen (Biber 1995:143, Sager et al. 1980:214). [...]

Arbeit zitieren:
von Eitzen, Bianca Juli 2003: Eine Untersuchung des Registers der Sprache der Wirtschaft am Beispiel ausgewählter englischsprachiger Presseartikel und Lehrbuchtexte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fachsprache, Wissenschaftssprache, Wirtschaftssprache, englische Sprachwissenschaft, Grammatik

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