Unterstützung der Nutzung des Human Capital durch Motivation und Führung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kai Trümper
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Göttingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4699-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4699-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4699-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Trümper, Kai Mai 2001: Unterstützung der Nutzung des Human Capital durch Motivation und Führung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Führung, Personalwirtschaft, Human Capital, Motivation, Anreize
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Diplomarbeit von Kai Trümper
Einleitung:
Unternehmen befinden sich heute in einem starken Veränderungsprozeß. Die Wettbewerbssituation des Industriezeitalters wandelt sich in die des Informationszeitalters. Durch die wachsende Sättigung der Märkte entstehen grundlegende Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die man allgemein als den Wechsel von der angebotsorientierten zur nachfrageorientierten Marktwirtschaft beschreiben kann. Erinnert man sich an das Zitat von Henry Ford: „They can have whatever color they want as long as it is black.“ so trifft dieses heute weniger denn je zu, denn der Kunde steht in der nachfrageorientierten Marktwirtschaft im Mittelpunkt aller wirtschaftlichen Aktivitäten. Produkte und Dienstleistungen müssen auf ihn zugeschnitten sein. Hinzu kommen die zunehmende Globalisierung des wirtschaftlichen Handels und die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen. Im globalen Wettbewerb bestehen daher nur diejenigen Unternehmen, die in der Lage sind, auf die sich rasant ändernden Markt- und Nachfragebedingungen schnell, flexibel und mit überzeugender Qualität zu reagieren. Innovationen sind infolgedessen für die Unternehmen lebenswichtig und stellen den Garant für ihre Existenz dar. An dieser Stelle müssen insbesondere die Mitarbeiter, das Human Capital der Unternehmen, in Betracht gezogen werden.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob Mitarbeiter, die folgsam und streng nach Anweisung ihrer Vorgesetzten ihre Arbeit verrichten, pünktlich zur Arbeit erscheinen, gleichzeitig aber auch genauso pünktlich wieder gehen und Eigeninitiative samt Kreativität kaum in das Unternehmen einbringen, dem Unternehmen besonders hilfreich sind? Aber warum verhalten sich Mitarbeiter so? Wenn das Management mit veralteten konservativen Vorstellungen seinen Mitarbeitern gegenüber tritt und die Einstellung hat, daß die Arbeitszeit pünktlich um acht Uhr beginnt und sie um siebzehn Uhr wieder endet, Eigeninitiative seitens der Mitarbeiter im Keim erstickt wird und das Wort „Kontrolle“ das Wort „Vertrauen“ vollkommen ersetzt - kann man dann dem Mitarbeiter die alleinige Schuld für seinen „Dienst nach Vorschrift“ zusprechen? Um jedoch den steigenden Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden, ist es notwendig, das gesamte Potential der Belegschaft, also das Human Capital des Unternehmens, freizusetzen und effektiv zu nutzen. Denn nur durch kreative, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter ist es möglich, Innovationen zu schaffen und die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern.
Zielsetzung dieser Arbeit ist es daher, die Möglichkeiten der Nutzung des Human Capital durch Motivation und zeitgerechter Mitarbeiterführung aufzuzeigen. Dabei werden die Fragen nach dem „wer“, „wie“, „warum“ und „womit“ soll motiviert werden? erläutert. Eine umfassende Berücksichtigung aller Mitarbeiter der verschiedenen Unternehmensbereiche ist allerdings aufgrund der unterschiedlichen auszuführenden Arbeiten und der differierenden Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung nicht möglich. Die vorliegende Arbeit bezieht sich daher hauptsächlich auf den Angestelltenbereich.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Die Ressource Mensch, das Kapital im Unternehmen | 3 |
| 2.1 | Die Bedeutung des Human Capital für das Unternehmen | 3 |
| 2.2 | Die Veränderung des Stellenwertes der Arbeit aus Sicht des Mitarbeiters | |
| 3. | Motivationstheoretische Grundlagen für die Beeinflussung des menschlichen Verhaltens | 8 |
| 3.1 | Erläuterung des Motivationsbegriffs | 8 |
| 3.2 | Inhaltstheoretische Ansätze zur Motivation | 9 |
| 3.2.1 | Die Bedürfnistheorie von Maslow | 10 |
| 3.2.2 | Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg | 12 |
| 3.2.3 | Die Bedürfnisarten von McClelland | 14 |
| 3.2.4 | Zusammenführung der Inhaltstheorien und sich daraus ergebeneKonsequenzen zur Gestaltung von Anreizsystemen | 15 |
| 4. | Grundlagen und Techniken der Mitarbeiterführung zur Nutzung des Human Capital | 17 |
| 4.1 | Definition der Mitarbeiterführung | 17 |
| 4.2 | Anforderungen an eine Führungskraft, um ihre Mitarbeiter zu motivieren | |
| 4.3 | Nutzung des Human Capital durch den Führungsstil | 19 |
| 4.3.1 | Definition der verschiedenen Führungsstile | 19 |
| 4.3.2 | Die Frage nach dem leistungsfördernsten Führungsstil | 22 |
| 4.4 | Motivation durch Management-Techniken | 22 |
| 4.4.1 | Management by Objectives(MbO) | 23 |
| 4.4.2 | Management by Delegation (MbD) | 24 |
| 4.4.3 | Management by Exception (MbE) | 26 |
| 4.5 | Nutzung des Human Capital durch Coaching | 27 |
| 5. | Personalorientierte Leistungsziele der Motivation und Führung zur Nutzung des Human Capital | 29 |
| 5.1 | Erhöhung der Leistungsbereitschaft und somit der Produktivität | 29 |
| 5.2 | Reduzierung von Fehlzeiten | 31 |
| 5.3 | Reduzierung der inneren Kündigung | 32 |
| 5.4 | Reduzierung der Fluktuation | 34 |
| 6. | Maßnahmen zur Steigerung der Motivation | 36 |
| 6.1 | Steigerung der Motivation durch materielle Anreize | 36 |
| 6.1.1 | Motivation durch leistungsgerechte Bezahlung | 36 |
| 6.1.2 | Motivation durch materielle Anerkennung in Form von Sachwerten | 38 |
| 6.1.3 | Anreizgestaltung durch Long-Term Incentives | 40 |
| 6.1.4 | Individuelle Anreizgestaltung durch Cafeteria-Systeme | 42 |
| 6.1.5 | DiverseSozialleistungen zur Bindung eines Mitarbeiters | 43 |
| 6.2 | Steigerung der Motivation durch immaterielle Anreize | 45 |
| 6.2.1 | Motivatoren aus der direkten Führungsarbeit | 45 |
| 6.2.1.1 | Motivation durch Information | 45 |
| 6.2.1.2 | Motivation durch Mitarbeitergespräche | 47 |
| 6.2.1.3 | Motivation durch Lob und Kritik der geleisteten Arbeit | 48 |
| 6.2.1.4 | Motivation durch Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungen | 49 |
| 6.2.2 | Motivation durch die Gestaltung und den Inhalt der Arbeit | 50 |
| 6.2.3 | Motivation durch flexible Arbeitszeitgestaltung | 52 |
| 6.2.4 | Motivation durch Karriereplanung | 54 |
| 7. | Meßbarkeit der angewandten motivationsfördernden Maßnahmen anhand einer Balanced Scorecard | 57 |
| 7.1 | Definition der Balanced Scorecard | 57 |
| 7.2 | Kennzahlen einer auf Mitarbeiterperspektive aufgestellten Balanced Scorecard | 58 |
| 8. | Resümee und Ausblick | 60 |
| Literaturverzeichnis | 62 |
Eine 1995 von der Fachhochschule Rheinland-Pfalz erstellte Studie83 ergab, daß 24% aller Mitarbeiter ihrem Unternehmen innerlich gekündigt haben. Aber wie kommt es zur inneren Kündigung eines Mitarbeiters? Als Hauptgrund dafür gaben 81% dieser Mitarbeiter den Vorgesetzten an. Sie kritisierten vor allem einen fehlenden Informationsfluß, Entscheidungsfindung ohne Einbeziehung der Mitarbeiter und teils entgegen getätigten Absprachen, mangelnde Bereitschaft zu offenen und sachlichen Diskussionen oder den mißbräuchlichen Einsatz von Informationen. Weitere Ursachen liegen u.a. in der Arbeit selbst, im Kollegenkreis, im privaten Bereich sowie in einer fehlenden Identifikation mit dem Gesamtunternehmen.84 Alles in allem fühlen sich die Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, ungerecht behandelt und ändern dementsprechend ihre Arbeitsleistung und ihr Engagement, um wieder eine gewisse „Gerechtigkeit“ herzustellen.85 Die Folgeschäden der inneren Kündigung sind sowohl für das Unternehmen als auch für den Mitarbeiter enorm. Im schlimmsten Fall können sie sich sogar auf das gesamte Unternehmen auswirken, da wichtige kreative Potentiale dem Unternehmen verlorengehen. Durch die geringere Produktivität wird mehr Personal benötigt, das wiederum [...]
Kosten. Die Gründe dafür sind vielfältig und teilweise, wie z.B. beim Urlaub, bei Fortbildungen oder durch Abfeiern der geleisteten Überstunden, auch nicht zu vermeiden. Problematisch sind hingegen die Fehlzeiten, die durch „echte“ bzw. „unechte“ Krankheiten begründet werden. Diese sind auch von Ärzten nicht ohne weiteres zu unterscheiden.76 Im Jahr 1999 betrug der Krankenstand der Bundesrepublik Deutschland laut dem Bundesgesundheitsministerium 4,27%.77 Aufgrund dieser Produktionsausfälle entstanden Kosten von schätzungsweise DM 88,1 Mrd..78 Diese erheblichen Kosten, die die Unternehmen jedes Jahr tragen müssen, gilt es zu reduzieren. An diesem Punkt kommt die Arbeitszufriedenheit ins Spiel. Nach einer Studie der Münchener Gesellschaft für Verhaltensanalyse79 liegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Unternehmen mit einer niedrigen Arbeitszufriedenheit um 24% höher als in Unternehmen mit einer hohen Arbeitszufriedenheit. Das würde bedeuten, daß indirekt die Führungskräfte daran die Schuld tragen, denn lt. derselben Studie gaben 60% der Mitarbeiter in Unternehmen mit einer hohen Fehlzeitenquote an, unzufrieden mit dem Führungsstil ihres Chefs zu sein. 80% derselben Mitarbeiter hielten ihren Chef sogar für unfähig, sie zu motivieren. Diese erschreckenden Zahlen belegen die Wichtigkeit der Mitarbeitermotivation und der damit verbundenen Führungsarbeit. [...]
schiedliche Qualifizierungsmaßnahmen, wie z.B. Aus-, Fort- und Weiterbildung, gesteigert.68 Auf die Leistungsfähigkeit soll an dieser Stelle jedoch nicht näher eingegangen werden, sondern das Hauptinteresse wird der Leistungsbereitschaft geschenkt. Die Bereitschaft, Leistung zu erbringen, leitet sich zum einen aus dem juristischen Arbeitsvertrag ab, in dem die Aufgaben und Mindestanforderungen definiert sind, und zum anderen aus dem Willen, über das Mindestmaß hinaus das gesamte Wissen und Können des Mitarbeiters in den Arbeitsprozeß einzubringen.69 Diesen Willen gilt es zu aktivieren, um das Human Capital des Unternehmens freizusetzen. Diese Aufgabe ist von besonderer Bedeutung, da sich aus ihr ein Kreislauf entwickelt, der für das Unternehmen und auch für den Mitarbeiter selbst von immenser Wichtigkeit ist. Zeichnet sich ein Mitarbeiter durch hohes persönliches Engagement aus, so erbringt er i.d.R. auch eine höhere Arbeitsleistung und erlangt größere Erfolgserlebnisse. Diese Erfolgserlebnisse führen zur Internalität70 und erreichen ein positives Selbstwertgefühl des Mitarbeiters. Er wird Kreativität, Flexibilität und Lernbereitschaft entwickeln, um auch schwierigere Aufgaben meistern zu können. Das Engagement wird noch größer, da der Mitarbeiter jetzt nach Statusorientierung, das Bestreben durch Leistungserfolge Geltung zu erlangen, strebt.71 Dieser Kreislauf hat letztendlich eine beachtliche Steigerung der Produktivität des Mitarbeiters zur Folge. Dem Umstand, daß die Unternehmen zunehmend auf selbständig handelnde, kreative und motivierte Fachkräfte angewiesen sein werden, kommt eine immer größere Bedeutung zutage. Denn es ist ein Unterschied, ob die Mitarbeiter menschlich engagiert handeln oder nur widerwillig einer nicht akzeptierten Führung gehorchen.72 Problematisch ist die Frage, ob die Zufriedenheit der Mitarbeiter für die Steigerung der Leistungsbereitschaft verantwortlich ist. Die Human-Relations-Bewegung in den 30ern sah einen engen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung. Nach dieser Auffassung lohne es sich, für eine hohe individuelle Zufriedenheit der Mitarbei- [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832446994
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Trümper, Kai Mai 2001: Unterstützung der Nutzung des Human Capital durch Motivation und Führung, Hamburg: Diplomica Verlag
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Führung, Personalwirtschaft, Human Capital, Motivation, Anreize



