Unterschiede des touristischen Nachfrageverhaltens und die daraus resultierende Angebotsgestaltung von Reiseveranstaltern als Teil der Produktpolitik
Eine vergleichende Studie zwischen Deutschland und Frankreich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Heike Kammerer
- Abgabedatum: April 2005
- Umfang: 129 Seiten
- Dateigröße: 4,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9196-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9196-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9196-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kammerer, Heike April 2005: Unterschiede des touristischen Nachfrageverhaltens und die daraus resultierende Angebotsgestaltung von Reiseveranstaltern als Teil der Produktpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tourismus, Touriamus-Marketing, Reiseverhalten, Reiseveranstaltermarkt, Marketing
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Diplomarbeit von Heike Kammerer
Einleitung:
Die Tourismusindustrie stellt mit ihren weltweit über 200 Millionen direktvergebenen Arbeitsplätzen und mit etwa 10% aller Einkünfte des gesamten Planeten die wirtschaftliche Aktivität Nummer eins dar. Dabei kommt insbesondere Europa eine grosse Bedeutung zu, da Europa im Vergleich mit den anderen Kontinenten nicht nur an erster Stelle hinsichtlich der ankommenden Touristenzahlen liegt, sondern auch was die Menge der von dort ausgehenden Touristen anbelangt. Was für eine Bedeutung den Reiseveranstaltern dabei zukommt und inwiefern es länderspezifische Unterschiede im touristischen Nachfrageverhalten der jeweiligen Bevölkerung gibt, soll mit vorliegender Arbeit näher analysiert und dargelegt werden.
„Il y a des siècles que les hommes voyagent pour le plaisir.“ Diese Feststellung von Robert Capot-Rey ist nicht nur eine Beschreibung menschlichen Verhaltens, sondern auch die Ausgangsbasis für die wirtschaftliche Aktivität von Reiseveranstaltern. Laut einer Umfrage schlagen sich Einsparungen im Konsumverhalten heutzutage mit am Schwersten bei den Urlaubsausgaben nieder. Wer möchte schon auf seinen wohlverdienten Urlaub verzichten, in dem mancher Traum von fernen Welten endlich verwirklicht werden kann.
Über die Jahre hinweg zeichnete sich jedoch eine Veränderung im Reiseverhalten der Menschen ab. Die Konsumenten zeigen heute andere Bedürfnisse als noch vor 20 Jahren, sie sind anspruchsvoller und zugleich preissensibler geworden. Während das typische Produkt der Reiseveranstalter, die Pauschalreise, zeitweise an Bedeutung verliert, steigt die Nachfrage nach individuell zusammengestellten Reisen (sogenanntes „Bausteinsystem“) kontinuierlich. Diese Veränderung im Nachfrageverhalten der Reisenden stellt die Reiseveranstalter vor erhebliche Herausforderungen. Sie müssen ihre Angebotsgestaltung der veränderten Nachfrage anpassen und neue Produkte entwickeln, wenn sie in dieser Branche langfristig überleben möchten.
Ziel der vorliegenden Studie ist es, zunächst den Reiseveranstaltermarkt in Deutschland und Frankreich vorzustellen, und daraufhin die Unterschiede im touristischen Nachfrageverhalten der Bevölkerung, sowie die daraus resultierende Angebotsgestaltung der deutschen und französischen Reiseveranstalter herauszuarbeiten.
Gang der Untersuchung:
Die Diplomarbeit gliedert sich in drei große Teile, die von einer Hinführung zum eigentlichen Thema und einer Betrachtung des aktuellen Marktes über eine Darstellung theoretisch relevanter Grundlagen im Untersuchungsbereich hin zu einer praktischen Analyse der zwei ausgewählten Märkte führt.
Im ersten Teil dieser Arbeit werden zunächst eine allgemeine Einführung in den Tourismus und seine Geschichte sowie einige wichtige Begriffsbestimmungen gegeben. Im Anschluss daran wird die Reiseveranstalterbranche genauer beleuchtet, dabei werden u.a. auch Besonderheiten und Problemstellungen im Reiseveranstalterwesen dargestellt. Abschliessend folgt ein näherer Überblick über den aktuellen Reiseveranstaltermarkt in Deutschland und Frankreich sowie eine detaillierte Vorstellung der drei jeweils größten bzw. bekanntesten Veranstalter beider Länder.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Produktpolitik im Rahmen der zu gestaltenden Marketinginstrumente. Dabei werden zunächst verschiedene Aspekte des Tourismus-Marketings allgemein betrachtet. In einem ersten Schritt wird dabei auf den Marketing-Mix als Teil der gesamten Marketingkonzeption eingegangen. Als Schwerpunkt wird daraufhin der Bereich der Produktpolitik herausgegriffen und das touristische Gesamtprodukt in diesem Hinblick näher charakterisiert. Die vier wichtigen Gestaltungsbereiche der Produktpolitik wie Produktpalette, -quantität, -qualität und -positionierung werden diesbezüglich ausführlich dargestellt. Abschliessend wird auf den immer mehr an Bedeutung gewinnenden elektronischen Tourismusmarkt und dessen Verknüpfung mit bestimmten Bereichen der Produktpolitik näher eingegangen.
Der dritte und gleichzeitig letzte Teil beinhaltet eine praktische Anwendung der erarbeiteten theoretischen Grundlagen im Hinblick auf die konkrete Angebotsgestaltung der Reiseveranstalter in den beiden zu untersuchenden Ländern. Grundlegend ist dabei eine Analyse des Reiseverhaltens der Konsumenten in Deutschland und Frankreich. Dazu werden Aspekte wie die Reiseintensität, Urlaubsmotive und -formen, bevorzugte Zielgebiete, Reisedauer und -ausgaben, Organisation der Reise und gewähltes Verkehrsmittel etc. in beiden Ländern näher beleuchtet und anschliessend einander direkt gegenübergestellt. Ein wichtiger Punkt in diesem Bereich ist auch die jeweilige aktuelle Entwicklung des E-Tourismus. Auf der Basis dieser Gesamtanalyse werden dann am aktuellen Angebot der in Teil eins näher vorgestellten deutschen und französischen Veranstalter einige produktpolitische Aspekte herausgegriffen und praktisch untersucht, mit dem Ziel länderspezifische Unterschiede noch besser herauszustellen. Abschliessend wird ein Ausblick auf die möglichen zukünftigen Entwicklungen der deutschen und französischen Reiseveranstaltungsbranche gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| EINLEITUNG | 1 | |
| I. | TOURISMUS UND REISEVERANSTALTER | 3 |
| I.1 | Tourismus | 3 |
| I.1.1 | Begriffsbestimmung | 3 |
| I.1.2 | Geschichte des Tourismus | 4 |
| I.1.3 | Einflussfaktoren auf den Tourismus | 6 |
| I.2 | Tourist | 7 |
| I.2.1 | Begriffsbestimmung | 7 |
| I.2.2 | Bedürfnisse von Touristen | 8 |
| I.3 | Reiseveranstalter | 10 |
| I.3.1 | Begriffsbestimmung | 10 |
| I.3.2 | Ziel und grundlegende Strategie von Reiseveranstaltern | 11 |
| I.3.3 | Verschiedene Arten von Reiseveranstaltern | 12 |
| I.3.4 | Anforderungen an Reiseveranstalter | 13 |
| I.3.5 | Besonderheiten im Reiseveranstalterwesen | 14 |
| I.3.5.1 | Gewinn und Liquidität | 14 |
| I.3.5.2 | Vertikale Integration | 15 |
| I.3.5.3 | Horizontale Integration | 16 |
| I.3.6 | Probleme des Reiseveranstaltermarktes | 17 |
| I.3.7 | Reiseveranstalter in Deutschland | 19 |
| I.3.7.1 | TUI AG | 20 |
| I.3.7.2 | Thomas Cook AG | 22 |
| I.3.7.3 | Rewe-Konzern | 24 |
| I.3.8 | Reiseveranstalter in Frankreich | 25 |
| I.3.8.1 | Nouvelles Frontières | 26 |
| I.3.8.2 | Club Méditerranée | 27 |
| I.3.8.3 | Fram | 29 |
| II. | TOURISMUS-MARKETING UNTER SPEZIELLER BERÜCKSICHTIGUNG DER PRODUKTPOLITIK | 31 |
| II.1 | Tourismus-Marketing | 31 |
| II.1.1 | Begriffsbestimmung | 31 |
| II.1.2 | Verschiedene Aspekte des Tourismus-Marketing | 32 |
| II.1.3 | Anforderungen an das Tourismus-Marketing | 33 |
| II.2 | Marketing-Mix als Teil der Marketingkonzeption | 34 |
| II.2.1 | Marketingkonzeption | 34 |
| II.2.2 | Begriffsbestimmung Marketing-Mix | 35 |
| II.2.3 | Marketing-Instrumentarium | 36 |
| II.3 | Produktpolitik | 37 |
| II.3.1 | Begriffsbestimmung | 37 |
| II.3.2 | Eigenschaften von Tourismusprodukten | 38 |
| II.3.2.1 | Touristisches Gesamtprodukt | 38 |
| II.3.2.2 | Charakteristika von Dienstleistungen | 38 |
| II.3.3 | Leistungsebenen touristischer Produkte | 39 |
| II.3.3.1 | Kernprodukt | 40 |
| II.3.3.2 | Zusatzprodukt | 41 |
| II.3.3.3 | Produktpolitik in Bezug auf Kern- und Zusatzprodukt | 42 |
| II.3.4 | Gestaltungsrichtungen der Produktpolitik | 44 |
| II.3.5 | Produktpolitisches Instrumentarium | 45 |
| II.3.6 | Gestaltungsbereiche der Produktpolitik | 46 |
| II.3.6.1 | Produktpalette | 46 |
| II.3.6.2 | Produktquantität | 50 |
| II.3.6.3 | Produktqualität | 50 |
| II.3.6.4 | Produktpositionierung | 53 |
| II.3.7 | Markenpolitische Maßnahmen | 56 |
| II.3.8 | Grenzen der Produktpolitik | 58 |
| II.3.9 | Elektronischer Tourismusmarkt | 59 |
| III. | ANALYSE DES DEUTSCHEN UND FRANZÖSISCHEN REISEVERHALTENS UND DIE DARAUS RESULTIERENDE ANGEBOTSGESTALTUNG DER REISEVERANSTALTER | 62 |
| III.1 | Kultur | 62 |
| III.1.1 | Begriffsbestimmung | 62 |
| III.1.2 | Einflussfaktoren auf die Kultur | 63 |
| III.1.3 | Kultur in Deutschland und Frankreich | 63 |
| III.1.3.1 | Wertvorstellungen und Sozialverhalten | 63 |
| III.1.3.2 | Kollektivismus und Individualismus | 65 |
| III.1.3.3 | Familie | 66 |
| III.2 | Touristisches Nachfrageverhalten | 67 |
| III.2.1 | Erlebnisorientierung der Konsumenten | 67 |
| III.2.2 | Nachfrageverhalten in Deutschland | 68 |
| III.2.2.1 | Reiseintensität | 68 |
| III.2.2.2 | Urlaubsmotive und -formen | 69 |
| III.2.2.3 | Konkrete Urlaubswünsche | 70 |
| III.2.2.4 | Kriterien für die Reisezielwahl | 73 |
| III.2.2.5 | Zielgebiete | 74 |
| III.2.2.6 | Organisation der Reise und Verkehrsmittel | 76 |
| III.2.2.7 | Reisedauer und -ausgaben | 77 |
| III.2.2.8 | E-Tourismus | 78 |
| III.2.3 | Nachfrageverhalten in Frankreich | 79 |
| III.2.3.1 | Reiseintensität | 79 |
| III.2.3.2 | Urlaubsmotive und -formen | 80 |
| III.2.3.3 | Konkrete Urlaubswünsche | 81 |
| III.2.3.4 | Kriterien für die Reisezielwahl | 82 |
| III.2.3.5 | Zielgebiete | 82 |
| III.2.3.6 | Organisation der Reise und Verkehrsmittel | 84 |
| III.2.3.7 | Reisedauer und -ausgaben | 86 |
| III.2.3.8 | E-Tourismus | 87 |
| III.2.4 | Gegenüberstellung des Reiseverhaltens | 88 |
| III.2.5 | Unterschiede im Reiseverhalten | 89 |
| III.3 | Angebotsgestaltung der Reiseveranstalter | 92 |
| III.3.1 | Deutscher Reiseveranstaltermarkt - Angebote | 92 |
| III.3.1.1 | TUI | 92 |
| III.3.1.2 | Thomas Cook | 94 |
| III.3.1.3 | ITS (Rewe-Konzern) | 94 |
| III.3.2 | Französischer Reiseveranstaltermarkt - Angebote | 95 |
| III.3.2.1 | Nouvelles Frontières | 95 |
| III.3.2.2 | Club Med | 96 |
| III3.2.3 | Fram | 97 |
| III.3.3 | Ausblick in die Zukunft | 98 |
| SCHLUSSBETRACHTUNG | 101 | |
| Literaturverzeichnis | 102 | |
| Anhangsverzeichnis | 110 | |
| Anhang | 111 |
Im Reiseveranstaltermanagement ist häufig die Rede von der sogenannten NullFehler-Problematik. Diese Problematik ist dem ganzen Dienstleistungssegment eigen, da Mängel in der Regel wegen der Zeitgleichheit von Produktion und Konsum198 erst in dem Moment auftreten, in dem der Kunde die Leistung auch tatsächlich nutzt. Das Erreichen eines Null-Fehler-Ergebnisses im Rahmen der Produktqualität wird von allen großen Veranstaltern angestrebt, da Leistungsmängel nicht nur Kosten für die Erstellung eines unbefriedigenden Produktes verursachen, sondern auch Kosten zur anschließenden Mängelbehebung und, nicht zu vergessen, Kosten der Abwanderung enttäuschter Kunden.199 Welche Vorteile sich aus einer konsequenten Qualitätspolitik in der Produktgestaltung ergeben können, wird im Folgenden kurz aufgelistet: Präferenzbildung bei den Verbrauchern: das Nachfrageverhalten der [...]
Der gesamte Qualitätsbereich wurde mit Beginn der 90er Jahre zu einem zentralen Thema im Tourismus, und ist u.a. auf die veränderten Nachfragerbedürfnisse, das erhöhte Konkurrenzpotential, die zunehmende Rationalisierung und die aufgetretene Vermassung touristischer Produkte zurückzuführen. Das Hauptproblem, das sich aus qualitativen Mängeln ergibt, liegt in der Tatsache, dass die meisten Kunden diesbezüglich keine Beschwerden einreichen, sondern stillschweigend abwandern und sich einen anderen Anbieter suchen.196 In dem Buch „Touristikmarketing“ von Peter Roth und Axel Schrand wird das Phänomen „Qualität“ wie folgt definiert: „Qualität ist die wahrgenommene oder erlebte Beschaffenheit eines Produktes, einer Leistung oder einer organisatorischen Einheit, gemessen an den Erwartungen der anvisierten Zielgruppen.197“ [...]
Der Bereich der Produktquantität steht vor allem im Zusammenhang mit den drei in Paragraph II.3.4 aufgeführten Gestaltungsrichtungen der Produktpolitik (Bewahren, Verändern im Sinne einer Vergrößerung/Verbesserung und Verändern im Sinne einer Verringerung/Verschlechterung). Es handelt sich hierbei in der Regel nicht um die konkrete Einflußnahme auf Produkteigenschaften, sondern lediglich um eine Veränderung des Leistungsumfangs. Jedoch gehen quantitative Überlegungen häufig mit Überlegungen zur allgemeinen Kapazität des Unternehmens einher und beeinflussen auf diese Weise durchaus das Gesamtangebot bzw. die Produktpalette. Im Rahmen der produktpolitischen Gestaltung treten in der alltäglichen Praxis der Veranstalter i.A. fast keine kontinuierlichen Kapazitätsveränderungen auf, sondern ausschließlich „Sprünge“, die das mögliche Gesamtangebot schlagartig deutlich beeinflussen.195 II.3.6.3 Produktqualität [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491963
Arbeit zitieren:
Kammerer, Heike April 2005: Unterschiede des touristischen Nachfrageverhaltens und die daraus resultierende Angebotsgestaltung von Reiseveranstaltern als Teil der Produktpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Tourismus, Touriamus-Marketing, Reiseverhalten, Reiseveranstaltermarkt, Marketing



