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Der Unterschied zwischen klassischer und systemischer Organisationsberatung in der Wahrnehmung des Kunden

Der Unterschied zwischen klassischer und systemischer Organisationsberatung in der Wahrnehmung des Kunden
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Felix Rüsch
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 793,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6558-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6558-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6558-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rüsch, Felix Oktober 2002: Der Unterschied zwischen klassischer und systemischer Organisationsberatung in der Wahrnehmung des Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Organisationsberatung, Unternehmensberatung, Systematische Beratung, Klassische Beratung

Diplomarbeit von Felix Rüsch

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob sich in der Wahrnehmung des Kunden Unterschiede zwischen den Ansätzen der systemischen und der klassischen Organisationsberatung ergeben. Hintergrund dieser Fragestellung sind die umfangreichen Theorien, die hinter den jeweiligen Ansätzen stehen. Diese heben sich beträchtlich und eindeutig voneinander ab, woraus sich das Erkenntnisinteresse ergibt, ob sich derartige Unterschiede auch in der praktischen Anwendung der Beratungsansätze manifestieren.

Gang der Untersuchung:

Der erste Teil der Arbeit widmet sich der Darstellung der Theorien sowohl der klassischen als auch der systemischen Organisationsberatung. Als Ausformungen der klassischen Organisationsberatung wurden die Expertenberatung, die Prozessberatung und die Organisationsentwicklung in die Arbeit aufgenommen. Die Beratungsansätze wurden nach den folgenden Kriterien untersucht: Grundannahmen und Weltbild, Organisationsbegriff, Menschenbild, Rolle des Beraters, Methoden und Interventionen. Ein Vergleich des klassischen mit dem systemischen Beratungsansatz rundet den ersten Teil ab.

Der zweite Teil der Arbeit enthält eine empirische Untersuchung. Es wurden Interviews sowohl mit Kunden einer klassischen als auch mit Kunden einer systemischen Beratung geführt und mit Hilfe eines Kategoriensystems inhaltsanalytisch ausgewertet. Aus der Zusammenfassung von paraphrasierten Aussagen aus den Interviews ergaben sich Zuordnungen zu Unterkategorien, die wiederum den Hauptkategorien Menschenbild, Rolle des Beraters, Methoden und Interventionen zugeordnet wurden. Die Ergebnisse dieser Auswertung wurden mithilfe einer Häufigkeitsanalyse gegenübergestellt.

Nach den Ergebnissen der empirischen Untersuchung zu schließen, scheinen sich die beträchtlichen theoretischen Differenzen zwischen den verschiedenen Beratungsansätzen auch auf die Praxis auszuwirken. In der Wahrnehmung der Kunden stellt sich die systemische Organisationsberatung eher als Begleitprozess zu einer eigenständigen Lösung des Problems dar, während die klassische Organisationsberatung eher dem Einkauf einer Lösung entspricht.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
0.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 4
I. Theoretischer Teil 7
1. Klassische Ansätze der Organisationsberatung 10
1.1 Grundannahmen und Weltbild 10
1.2 Expertenberatung 13
1.2.1 Organisationsbegriff 13
1.2.2 Menschenbild 14
1.2.3 Rolle des Beraters 16
1.2.4 Methoden 18
1.2.5 Interventionen 20
1.3 Prozessberatung 23
1.3.1 Organisationsbegriff 26
1.3.2 Menschenbild 27
1.3.3 Rolle des Beraters 28
1.3.4 Methoden 29
1.3.5 Interventionen 29
1.4 Organisationsentwicklung 33
1.4.1 Organisationsbegriff 35
1.4.2 Menschenbild 37
1.4.3 Rolle des Beraters 39
1.4.4 Methoden 40
1.4.5 Interventionen 42
2. Systemischer Ansatz 47
2.1 Grundannahmen und Weltbild 47
2.2 Systemische Organisationsberatung 50
2.2.1 Organisationsbegriff 59
2.2.2 Menschenbild 61
2.2.3 Rolle des Beraters 64
2.2.4 Methoden 67
2.2.5 Interventionen 71
3. Vergleich der Ansätze 78
3.1 Grundannahmen und Weltbild 78
3.2 Organisationsbegriff 79
3.3 Menschenbild 81
3.4 Rolle des Beraters 82
3.5 Methoden 84
3.6 Interventionen 85
II. Empirischer Teil 89
4. Ziel der Untersuchung 89
5. Gang der Untersuchung 91
5.1. Festlegung des Materials 91
5.2 Analyse der Entstehungssituation 91
5.3 Analyse mittels des Kategoriensystems 93
5.3.1 Theoriegeleitete Festlegung der inhaltlichen Hauptkategorien 93
5.3.2 Formulierung von Analyseeinheit, Definitionen, Ankerbeispielen und Kodierregeln zu den Hauptkategorien 94
5.3.3 Paraphrasierung und Zusammenfassung des extrahierten Materials 95
6. Auswertung und Interpretation 97
6.1 Ergebnisse der Häufigkeitsanalyse 97
6.2 Interpretation der Ergebnisse 102
Abbildungsverzeichnis 108
Tabellenverzeichnis 109
Literaturverzeichnis 110
Anhang 116

Automatisiert erstellter Textauszug:

Organigramm: Ein Organigramm ist das betriebliche Gegenstück zum familiären Genogramm. Ein Organigramm stellt die Aufbauorganisation dar und ist in den meisten Institutionen schon vorhanden. Interessant ist deshalb die Erstellung eines informellen Organigramms, das existierende Arbeitsbeziehungen darstellt und daher z.B. auch Sekretärinnen mit einbezieht. Die beschriebenen Hilfsmittel zur Bildung von Hypothesen werden mit Informationen aus Akten, Anmeldebögen, Telefongesprächen, etc. erstellt und im Team diskutiert, um so zu nützlichen Hypothesen zu gelangen. Eingangs des Kapitels wurden die grundlegenden methodischen Optionen des systemischen Beraters auf Beobachten und Verstören eingeschränkt. Die Art und Weise, wie Berater beobachten wurde nun bereits erläutert. Die wichtigste Erkenntnis daraus ist, dass die systemische Beratung der Möglichkeit der objektiven Wahrnehmung eine Absage erteilt. Den Weg, Veränderungen in einer Organisation anzuregen, beschreitet die systemische Organisationsberatung durch Verstörung des Klientensystems. Die Berater tun dabei, was in ihrer Macht steht: Sie verstören das System durch Interventionen. [...]

„Handle stets so, daß du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst“ (v. Schlippe/ Schweitzer 1996, S. 116). Irreverenz: Nach einer Empfehlung von Cecchin sollten sich alle systemischen Therapeuten respektlos gegenüber jeglichen Gewissheiten zeigen, dabei aber Respekt gegenüber den Menschen bewahren. Diese Prämisse steht im Einklang mit dem Leitsatz +1 von Ludewig (siehe Tabelle 2), der besagt: „Befolge nie blind Leitsätze!“ und mit dem Konstruktivismus, nach dem es die Gewissheit wahr oder falsch nicht geben kann. Trotz aller Prinzipien, Glaubenssätze und Vorgaben kann es eben manchmal zum Erfolg führen, Leitsätze gerade nicht zu befolgen. Ressourcenorientierung − Lösungsorientierung: Die Beratung/Therapie konzentriert sich von Beginn an nur auf die Konstruktion von Lösungen, anstatt auf die Ursache von Problemen. Dahinter steht die Annahme, dass jedes System mit allen Ressourcen ausgestattet ist, die für die Lösung eines Problems notwendig sind, das System diese Ressourcen aber aus irgendwelchen Gründen nicht nutzt. Weiters ist es nach der erkenntnistheoretischen Position des Konstruktivismus gar nicht möglich, die „wahren“ Ursachen des Problems zu definieren. Kundenorientierung: Unter Kundenorientierung wird verstanden, dass sich die Berater nicht nach einer „objektiven Indikation“ sondern nach dem Bedarf der Kunden richten sollen. Was der Kunde nach der Meinung der Berater „braucht“, steht oft in krassem Gegensatz zu dem, was er subjektiv haben will. Die Idee des kundenorientierten Arbeiten stammt aus dem Wirtschaftsbereich und verhindert, bei genauer Abklärung der Kundenwünsche, unnötigen Aufwand. In der systemischen Beratung sind also keine klaren Rollen definiert. Vielmehr bewegt sich der Berater/Therapeut frei auf dem Parkett der systemischen Interventionen, welches von Extrempositionen eingegrenzt wird. [...]

Aufbauend auf diesen Gedanken Luhmanns und auf den Arbeiten Maturanas entwickelte die systemische Therapie ein ihrem Ansatz spezifisches Menschenbild, welches auch in der systemischen Organisationsberatung seine Anwendung findet. Die systemische Therapie räumt dem Menschen wieder eine prominentere Position ein als Luhmann, der als Soziologe weniger am Individuum als an Menschen in sozialen Systemen, in denen sie „nur“ die Umwelt darstellen, interessiert war. Denn auch wenn die systemische Therapie den Fokus auf Kommunikationsstrukturen statt auf persönliche Eigenschaften von Luhmann übernimmt, so arbeitet sie immer noch mit Individuen. Die systemische Therapie sieht den Menschen als biologisch-individuelles und kommunikatives Wesen. Diese zwei Komponenten, biologische Struktur und Sprache, bilden den Rahmen, in dem sich das menschliche Leben abspielt. So unterliegt die biologische Struktur der Einschränkung, dass eine verseuchte und zerstörte Umwelt die Lebensfähigkeit des Menschen beeinträchtigt oder verhindert. Die Anwendung der Sprache ist jener Faktor, der den Menschen erst verwirklicht, vorausgesetzt es existieren noch gleichartige Menschen. [...]

Arbeit zitieren:
Rüsch, Felix Oktober 2002: Der Unterschied zwischen klassischer und systemischer Organisationsberatung in der Wahrnehmung des Kunden, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Organisationsberatung, Unternehmensberatung, Systematische Beratung, Klassische Beratung

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