Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten im Kreditvergabeprozess der Banken unter besonderer Berücksichtigung des Kreditratings nach Basel 2
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Knabe
- Abgabedatum: Dezember 2001
- Umfang: 131 Seiten
- Dateigröße: 914,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4866-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4866-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4866-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Knabe, Matthias Dezember 2001: Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten im Kreditvergabeprozess der Banken unter besonderer Berücksichtigung des Kreditratings nach Basel 2, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Management-Strategien, Basel 2, Rating, Kreditrating, Kreditwirtschaft
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Diplomarbeit von Matthias Knabe
Einleitung:
Kaum ein bankaufsichtliches Projekt zuvor hat in der mittelständischen Wirtschaft soviel Aufsehen erregt wie das Baseler Konsultationspapier zur Neuregelung bankenrechtlicher Eigenkapitalanforderungen (Basel II) und es gibt wohl auch kein Thema, das bei Unternehmen so große Befürchtungen über einen drohenden Kreditnotstand ausgelöst hat. Grund genug, in dieser Arbeit den Kreditvergabeprozess der Banken einmal näher zu betrachten, die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Mittelstandsfinanzierung zu untersuchen und Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmen zu entwickeln, mit deren Hilfe es gelingt, auch nach dem Inkrafttreten von Basel II noch Kredite zu günstigen Konditionen auszuhandeln.
Dazu soll zunächst der aktuelle Kreditvergabeprozess dargestellt und unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten zur Erzielung günstiger Kreditkonditionen aus heutiger Sicht aufgezeigt werden. Außerdem werden die Elemente der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung kurz erläutert und untersucht, ob und ggf. wie sie sich auf die Mittelstandsfinanzierung auswirken können.
Da die für kreditsuchende Unternehmen wesentlichste Neuregelung die Einführung von Kreditratings ist, von denen künftig die Frage abhängt, ob und zu welchen Konditionen Kredite an Unternehmen vergeben werden, richtet sich der Schwerpunkt dieser Arbeit auf die Entwicklung unternehmerischer Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich dieser neuen Ratingverfahren. Dabei wird ein Handlungskatalog entworfen, mit dessen Hilfe mittelständische Unternehmer die Teilbereiche ihrer Unternehmungen gezielt auf das Rating vorbereiten können, so dass sie dem Rating gelassen entgegenblicken können.
Die Arbeit richtet sich aber auch an solche Unternehmen, die aufgrund alternativer Finanzierungsmöglichkeiten mittelfristig zwar nicht geratet werden müssen, aber dennoch an den hier vorgestellten Management- und Analyseverfahren interessiert sein dürften. Mit ihnen gelangt der Unternehmer zu einem fundierten Einblick in die wirtschaftliche Lage seiner Unternehmung, der Voraussetzung für ein rechtzeitiges Erkennen und Bekämpfen möglicher Schwachstellen ist.
Die Arbeit ist damit gleichsam ein Aufruf an mittelständische Unternehmer, Management nicht nur als Bewältigung des Tagesgeschäfts zu verstehen, sondern sich intensiv mit bewährten Managementverfahren auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Abkürzungen | IV | |
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Grundlagen | 3 |
| 1.1 | Der Kreditvergabeprozess der Banken | 3 |
| 1.1.3 | Begriffsklärungen Kredit und Kreditrisiko | 3 |
| 1.1.2 | Zielsetzungen der Kreditinstitute und der kreditsuchenden Unternehmen und deren Bedeutung für den Kreditvergabeprozess | 5 |
| 1.1.3 | Darstellung des Kreditvergabeprozesses | 8 |
| 1.2 | Normative Anforderungen an den Kreditvergabeprozess | 10 |
| 1.2.1 | Aktuelle rechtliche Restriktionen im Kreditgewerbe | 10 |
| 1.2.2 | Geplante Änderungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht bezüglich der Neuregelung bankenrechtlicher Eigenkapitalanforderungen (Basel II) | 14 |
| 1.2.2.1 | Darstellung der drei wesentlichen Elemente von Basel II | 14 |
| 1.2.2.2 | Mögliche Auswirkungen von Basel II auf kreditsuchende Unternehmen | 18 |
| 1.3 | Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten in der aktuellen Kreditvergabepraxis | 19 |
| 1.3.1 | Darstellung der Strukturen und Methoden des Risikomanagements der Banken als Grundlage für das Erkennen unternehmerischer Gestaltungsmöglichkeiten | 19 |
| 1.3.2 | Überblick über die unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten im Einzelnen | 22 |
| 1.3.3 | Möglichkeiten der Risikominderung aus Sicht der Unternehmen | 26 |
| 2. | Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten im zukünftigen Kreditrating nach Basel II | 27 |
| 2.1 | Zur Notwendigkeit und Zielsetzung des zukünftigen Kreditratings | 27 |
| 2.2 | Abgrenzung der Ratingansätze des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht | 32 |
| 2.2.1 | Der Standardansatz – externes Rating durch Ratingagenturen | 32 |
| 2.2.1.1 | Anforderungen an externe Ratingagenturen | 32 |
| 2.2.1.2 | Funktionsweise externer Ratings | 33 |
| 2.2.2 | Der IRB-Ansatz – bankinternes Rating durch Kreditinstitute | 34 |
| 2.2.2.1 | Anforderungen an bankinterne Ratingsysteme | 34 |
| 2.2.2.2 | Darstellung des internen Ratings am Beispiel des Kreditratingkonzeptes des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken | 36 |
| 2.2.3 | Mögliche Auswirkungen der Ratingergebnisse auf das Kreditvergabeverhalten der Banken | 38 |
| 2.3 | Die unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten im Einzelnen | 39 |
| 2.3.1 | Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Managementbeurteilung | 39 |
| 2.3.3.1 | Wertung des Managements durch das Kreditinstitut | 39 |
| 2.3.1.2 | Person des Managers | 41 |
| 2.3.1.3 | Unternehmensziele | 42 |
| 2.3.1.4 | Unternehmens- und Führungsgrundsätze | 43 |
| 2.3.1.5 | Unternehmensstrategie | 45 |
| 2.3.1.6 | Controlling | 48 |
| 2.3.1.7 | Organisationsgestaltung | 49 |
| 2.3.1.8 | Personalführung | 51 |
| 2.3.1.9 | Unternehmensnachfolge | 53 |
| 2.3.2 | Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Beurteilung von Branche und Markt | 54 |
| 2.3.3.1 | Markt- und Branchenentwicklung | 54 |
| 2.3.3.2 | Standort | 56 |
| 2.3.2.3 | Produktsortiment | 57 |
| 2.3.3 | Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Beurteilung der Kundenbeziehungen | 60 |
| 2.3.3.1 | Unternehmerische Informationspolitik | 60 |
| 2.3.3.2 | Gestaltung der Gesprächsführung mit dem Firmenkundenbetreuer der Bank | 61 |
| 2.3.4 | Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse anhand des Bilanzratings | 63 |
| 2.3.4.1 | Moderne Verfahren der Bilanzanalyse | 63 |
| 2.3.4.2 | Kennzahlen des Bilanzratings | 65 |
| 2.3.4.3 | Unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten beim Bilanzrating | 66 |
| 2.3.4.4 | Auswirkungen der Rechnungslegung nach IAS bzw. US-GAAP auf das Bilanzrating | 66 |
| 2.3.5 | Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Beurteilung der weiteren Unternehmensentwicklung | 70 |
| 2.3.5.1 | Professionelle Planungssysteme | 70 |
| 2.3.5.2 | Risikomanagement | 73 |
| 2.4 | Externes versus internes Rating – Vor- und Nachteile beider Ansätze | 77 |
| 3. | Zusammenfassung | 80 |
| Anhang: Schematische Darstellung der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) | 84 | |
| Anhang II: ECAI-Anerkennungs-Kriterien des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht | 85 | |
| Anhang III: Allgemeine Pflichten von Ratingagenturen – Vorstellung der Ratinggrundsätze des Rating Cert e.V | 86 | |
| Anhang IV: Die Ratingcodes der Agenturen Moody´s und Standard & Poor´s sowie deren Bedeutung | 92 | |
| Anhang V: Darstellung des Ratingprozesses der EuroRatings AG | 93 | |
| Anhang VI: Generally Accepted Rating Principles – Grundsätze ordnungsmäßigen Ratings | 100 | |
| Anhang VII: Wertkettenanalyse | 102 | |
| Anhang VIII: Verhaltensgitter (Managerial Grid) von Blake/Mouton | 103 | |
| Anhang IX: Grundschema zur Ermittlung notwendiger Marktdaten für die Marktanalyse | 104 | |
| Anhang X: Baukasten der Transparenzmodule | 106 | |
| Anhang XI: Kennzahlen des Baetge-Bilanz-Rating® | 107 | |
| Anhang XII: Wichtige Unterschiede zwischen HGB-Rechnungslegung und IAS- bzw. US-GAAP-Rechnungslegung | 108 | |
| Anhang XIII: Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard | 109 | |
| Anhang XIV: Entscheidungshilfe Rating | 110 | |
| Abbildungsverzeichnis | 111 | |
| Literaturverzeichnis | 112 | |
| Lebenslauf | 120 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 121 |
abgestimmt, während das interne Rating bisher mehr den Charakter einer Momentaufnahme (Point in time) hat.1 Interne Ratings werden für alle Kreditnehmer erstellt, während das externe Rating erst ab einer Mindestgröße sinnvoll ist. Für das interne Rating werden zudem Interessenkonflikte angenommen, die sich in den Spannungsfeldern verschiedener Bankabteilungen ergeben. Das externe Rating wird dagegen als objektiv erachtet, da es von Interessenkonflikten unabhängig ist. Externe Ratings stützen sich auf eine tiefgehende Fundamentanalyse, die aufgrund der hohen Stückzahl in Banken so nicht möglich erscheint. So kann das bankinterne Rating auf Branchenunterschiede kaum Rücksicht nehmen und eine Vergleichbarkeit der verschiedenen bankinternen Ratingverfahren wird vermutlich selten gegeben sein. Beim Ansatz der Ratingagenturen ist das Übergewicht der qualitativen Faktoren typisch, während das bankinterne Rating sehr stark quantitativ determiniert ist. Großer Wert wird bei den Agenturen auch auf internationale Vergleichbarkeit gelegt. Die Vorgehensweise des externen Ratings ist sehr transparent, während Banken ihre Kunden hinsichtlich ihrer Bonitätsbeurteilungen häufig im Dunkeln lassen. Während Banken Indizien für eine eventuell erforderliche Ratingänderung im wesentlichen aus der Beobachtung der Kontoführung beziehen, sehen Ratingagenturen sich dagegen aufgefordert, laufend eine umfassende externe Beobachtung sicherzustellen.2 Die Beurteilung externer Ratingagenturen sollte vor dem Hintergrund zahlreicher neu auf den Markt drängender Anbieter aber auch kritisch betrachtet werden. Sie verfügen häufig nicht über die langjährigen Erfahrungen und Informationen der ortsansässigen Kreditinstitute. Das kann Folgen haben, wenn regionale Eigentümlichkeiten der oft jahrzehntelangen Geschäftsverbindung unberücksichtigt bleiben und als Konsequenz daraus Fehleinschätzungen auftreten, die zu einem falschen Rating führen. Die Urteile der Ratingagenturen werden dann als willkürlich und nicht nachvollziehbar erachtet.3 [...]
2.4 Externes versus internes Rating – Vor- und Nachteile beider Ansätze Bei Basel II geht es grundsätzlich nicht um die Frage, ob Unternehmen zukünftig noch Kredite bekommen, sondern darum, zu welchen Konditionen das einzelne Unternehmen seinen Kredit unter angemessener Berücksichtigung des Risikos erhält. Es geht auch nicht darum, sich entweder extern raten zu lassen, oder ungünstigere Konditionen in Kauf nehmen zu müssen, da die Banken i.d.R. interne Ansätze zur Ermittlung der Bonität aufgrund der Anforderungen des Baseler Papiers entwickeln werden. Bei Kosten in einer Höhe zwischen 5.000 und 100.000 DM, je nach Ratingagentur2, „lohnt“ sich ein externes Rating in den meisten Fällen überdies nicht, wenn nur die Zielsetzung verfolgt wird, Kreditkonditionen zu verbessern. Außerdem können interne Kreditrisikomodelle das ökonomische Risiko eines Kreditengagements/ -portfolios i.d.R. besser abbilden als die auf externen Ratings basierende Standardmethode, so dass zu erwarten ist, dass sie tendenziell zu niedrigeren Eigenkapitalanforderungen führen. Dennoch soll hier einmal der Frage nachgegangen werden, ob ggf. auch das externe Rating interessant werden kann. Ratingagenturen lassen sich weniger von Markthysterien oder momentanen konjunkturellen Schwächen beeinflussen, sondern schauen „durch den Zyklus“ (Through the cycle). Das Rating wird auf den untersten Entwicklungsverlauf [...]
Abb. 12: Elemente einer Risikomanagement-Organisation Der Risikomanagement-Prozess sollte alle Aktivitäten zum systematischen Umgang mit Risiken im Unternehmen umfassen. Dazu gehören die Identifikation, Analyse und Steuerung der Risiken im Unternehmen, die operative Überwachung des Erfolgs der Steuerungsmaßnahmen sowie die Überwachung der Effektivität und Angemessenheit der Maßnahmen des Risikomanagements.1 Letzteres fördert durch entsprechende Rückkopplung zu den übrigen Prozessschritten die Stabilität und Weiterentwicklung des Risikomanagement-Prozesses. Durch einen wirkungsvollen Risikomanagementprozess kann das Unternehmensrisiko als zusätzliche Steuerungsgröße operationalisiert und aktiv gestaltet werden. Er ermöglicht es der Unternehmensleitung, durch gezielte Beeinflussung von Risiken ein Risikoprofil sicherzustellen, das der eigenen Risikoneigung sowie den Risikoerwartungen des Kreditinstitutes entspricht. Es ist jedoch zu betonen, dass es sich beim Risikomanagement nicht um einen zusätzlichen, von den übrigen Abläufen im Unternehmen losgelösten Prozess handelt. Vielmehr gilt es, die einzelnen Stufen des Risikomanagement-Prozesses in alle Aktivitäten und Bereiche des Unternehmens zu integrieren, so dass sie immer und [...]
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Management-Strategien, Basel 2, Rating, Kreditrating, Kreditwirtschaft



