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Unternehmensstrategien in schrumpfenden Märkten

Unternehmensstrategien in schrumpfenden Märkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Wenk
  • Abgabedatum: September 1998
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 599,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1217-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1217-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1217-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wenk, Thomas September 1998: Unternehmensstrategien in schrumpfenden Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Controlling, Markt, Strategie, Management, Planung

Diplomarbeit von Thomas Wenk

Einleitung:

Den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bildet die Diskussion alternativer Unternehmensstrategien unter den Bedingungen eines langfristig abnehmenden Nachfragevolumens.

Eine Vielzahl von Unternehmen sieht sich den Problemen und Herausforderungen von stagnierenden und schrumpfenden Märkten gegenübergestellt.

Harrigan stellte in einer Untersuchung schrumpfender Märkte fest, daß sich über drei Viertel aller Branchen in Westeuropa, Japan und den USA in reifen oder gar rückläu-figen Märkten befinden. Trotz dieser z. T. existentiellen Probleme vieler Unternehmen wurde dem Problem der Marktstagnation und Marktschrumpfung in der Wissenschaft vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt, so daß den Unternehmen ein nur schwach ausgebildetes betriebswirtschaftliches Intstrumentarium zur Verfügung steht.

Anzeichen des Stagnationsphänomens sind stagnierende oder gar schrumpfende Märkte, die durch verschärften Wettbewerb, steigende Überkapazitäten, schrumpfende Gewinne, höhere Insolvenzzahlen sowie durch volkswirtschaftliche Strukturprobleme hervorgerufen werden. Des weiteren scheinen heute die Faktoren und Bedingungen, welche früher einen globalen Fortschritt ermöglichten, offensichtlich die kontinuierliche Weiterentwicklung zu behindern.

Immer mehr Unternehmen müssen sich deshalb den Herausforderungen stagnierender und schrumpfender Märkte stellen. Dabei nimmt in schrumpfenden Märkten der Wettbewerb immer mehr Formen an, bei dem der Gewinn eines Anbieters auf Kosten der Wettbewerber erzielt wird. Kaum ein Unternehmen kann in dieser Marktsituation kundenorientierte Strategien verfolgen, ohne mit Gegenmaßnahmen seitens der Konkurrenten rechnen zu müssen. Im Kampf um Marktanteile gewinnen deshalb erfolgreiche Wettbewerbsstrategien an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund besteht die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit darin, unter Berücksichtigung vorhandener theoretischer Ansätze alternative Strategiekonzepte für schrumpfende Märkte aufzuzeigen.

Gang der Untersuchung:

Den Ausgangspunkt bildet Kapitel 2 mit einer Bestimmung der Begriffe "Unternehmensstrategie" und "Schrumpfender Markt" Dabei wird auch auf die unterschiedliche Interpretation des Schrumpfungsbegriffes in der betriebswirtschaftlichen Literatur eingegangen.

Im Anschluß an diese Begriffsbestimmung wird in Grundzügen dargestellt, welche Forschungsansätze in der betriebswirtschaftlichen Literatur bestehen, und es werden zwei Teilbereiche der Schrumpfung voneinander abgegrenzt. Nach dieser Unterscheidung vermittelt der Autor eine Übersicht empirischer Untersuchungen über Erfolgsstrategien in stagnierenden und schrumpfenden Märkten.

Bei der Wahl einer geeigneten Unternehmensstrategie als Reaktion auf eine Marktschrumpfung sind im Vorfeld die Ursachen der Schrumpfung zu untersuchen. Dabei werden eine Reihe von Ursachen dargestellt, die Auslöser einer Marktschrumpfung sein können.

Neben den Ursachen der Marktschrumpfung spielen der Schrumpfungsverlauf und ggf. die Existenz eines Restmarktpotentials eine bedeutende Rolle bei der Entscheidung, ob das Unternehmen im Markt verbleiben soll oder ob ein Austritt aus dem Markt geeigneter wäre. Es werden verschiedene Schrumpfungsverläufe dargestellt und erläutert, welche Auswirkungen sich für das Unternehmen ergeben können.

Die Wettbewerbssituation in schrumpfenden Märkten gestaltet sich sehr unterschiedlich. Welche Faktoren die Wettbewerbssituation beeinflussen, wird anhand der Markteintritts- und -austrittsbarrieren sowie innerhalb des Gliederungspunktes "Wandel im Markt" beschrieben. Anschließend werden die theoretischen Aussagen am Beispiel des Marktes der Baustoffindustrie überprüft.

Im Kapitel 3 wird die Entwicklung von Strategiekonzepten in schrumpfenden Märkten dargestellt. Ausgehend von der Wettbewerbsintensität als einem wichtigen Indikator der Marktattraktivität, werden zwei Ebenen der Strategieplanung unterschieden. So werden die Ebene der Gesamtunternehmung und die Ebene der Strategischen Geschäftseinheit gegeneinander abgegrenzt.

Bevor mögliche Wettbewerbsstrategien erläutert werden, stellt der Autor Portfoliokonzepte und die daraus ableitbaren Normstrategien vor. Dabei werden Vor- und Nachteile dieser Portfolios beschrieben und aufgezeigt, welche Lösungsansätze die Literatur im Rahmen der Eignung für schrumpfende Märkte bietet.

Innerhalb der Wettbewerbsstrategien wird zwischen Strategien beim Verbleiben im Markt sowie Marktaustrittsstrategien unterschieden. Möchte das Unternehmen bzw. die SGE im Markt verbleiben, so kann u. a. die Strategie der Marktführerschaft angestrebt werden. Der Erfolg dieser Strategie hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, welche innerhalb des Kapitels erläutert werden. Doch auch wenn ein Marktaustritt angestrebt werden soll, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten. Welche Strategie eingeschlagen werden sollte, wird vor dem Hintergrund der jeweiligen Wettbewerbsposition eines Unternehmens dargelegt.

Abschließend stellt der Autor theoretische Ansätze vor, welche bei der Wahl der optimalen Strategie zu Hilfe gezogen werden können. Eine Schlußbetrachtung über den Verlauf und die Ergebnisse der Arbeit erfolgt im Kapitel 4.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis V
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung 1
2. Unternehmensstrategie und schrumpfender Markt 4
2.1. Grundlagen 4
2.1.1. Begriffsbestimmung 4
2.1.1.1. Unternehmensstrategie 4
2.1.1.2. Schrumpfender Markt 4
2.1.2. Der schrumpfende Markt als ökonomisches Erkenntnisobjekt 6
2.2. Ursachen der Schrumpfung 9
2.2.1. Marktsättigung 9
2.2.2. Demographische Entwicklungen 10
2.2.2.1. Entwicklung der Gesamtbevölkerungszahl 10
2.2.2.2. Familien- und Haushaltsbildung 10
2.2.3. Entwicklung des verfügbaren Einkommens 11
2.2.4. Wertewandel 12
2.2.5. Substitutionsprodukte und technische Veränderungen 14
2.2.6. Veränderung der staatlichen Rahmenbedingungen 14
2.3. Verlauf der Schrumpfung 15
2.3.1. Quantitativer Verlauf 15
2.3.2. Qualitativer Verlauf 19
2.3.3. Marktstruktur 20
2.4. Wettbewerbssituation in schrumpfenden Märkten 22
2.4.1. Eintrittsbarrieren 22
2.4.2. Austrittsbarrieren 23
2.4.2.1. Ökonomische Austrittsbarrieren 23
2.4.2.2. Strategische Austrittsbarrieren 26
2.4.2.3. Emotionale Austrittsbarrieren 27
2.4.2.4. Sozialpolitische- und Gesellschaftliche Austrittsbarrieren 29
2.4.3. Wandel im Markt 30
2.4.3.1. Lieferantenbeziehungen 30
2.4.3.2. Substitutionsprodukte 31
2.4.3.3. Verhandlungsmacht der Kunden 32
2.4.3.4. Konkurrenz 33
2.4.3.5. Staatliche Maßnahmen 34
2.4.4. Wettbewerbssituation am Beispiel des Marktes der Baustoffindustrie 34
2.4.5. Zusammenfassende Beurteilung der Wettbewerbssituation 36
2.5. Kritische Erfolgsfaktoren unter Berücksichtigung der Marktschrumpfung 37
3. Entwicklung von Strategiekonzepten in schrumpfenden Märkten 39
3.1. Wettbewerbsintensität als strategiebestimmendes Marktattraktivitätskriterium 39
3.2. Betrachtungsperspektiven bei der Strategieplanung 40
3.3. Portfoliokonzepte als Instrumente zur Strategiebestimmung 40
3.3.1. Einfache Portfolio-Modelle 41
3.3.1.1. Marktanteils-Marktwachstums-Portfolio 41
3.3.1.2. Marktattraktivitäts-Wettbewerbsvorteils-Portfolio 43
3.3.1.3. Lebenszyklus-Wettbewerbspositions-Portfolio 46
3.3.1.4. Beurteilung der Portfolio-Modelle in schrumpfenden Märkten 49
3.3.2. Erweiterte Portfoliokonzepte 52
3.3.2.1. Das erweiterte Portfoliokonzept von Gelb 52
3.3.2.2. Das Portfoliofeld nach Hinterhuber und Mak 53
3.3.2.3. Die Auswahlmatrix von Harrigan 56
3.3.2.4. Erfolgreiche Strategien nach Thietart und Vivas 57
3.4. Wettbewerbsstrategien 59
3.4.1. Marktbehauptungsstrategien 60
3.4.1.1. Investitionsstrategien 60
3.4.1.2. Strategien der Marktführerschaft 62
3.4.1.2.1. Strategie der Kostenführerschaft 62
3.4.1.2.2. Differenzierungsstrategie 64
3.4.1.3. Strategie der Marktsegmentierung bzw. Nischenstrategie 66
3.4.1.4. Strategie der Diversifikation 67
3.4.2. Marktaustrittsstrategien 69
3.5. Die Wahl der optimalen Strategie als Entscheidungsproblem 73
4. Schlußbetrachtung 75
Literaturverzeichnis 77

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wirtschaftliche, politische und soziale Erfolgsfaktoren, die Einfluß auf den Erfolg von Unternehmen haben, können mittels einer Umfeldanalyse bestimmt werden.2 Zahlreiche Autoren beschäftigten sich bereits damit, Erfolgsfaktoren mit Hilfe empirischer Untersuchungen auszumachen. So wurden beispielsweise von Ericson3 im Rahmen einer Langzeitstudie (1963-1980) Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie analysiert. Anhand der Bruttoumsatzrendite wurden dabei die Auswirkungen einer kontrollierten und einer unkontrollierten Schrumpfung untersucht. Als Ergebnis wurde nachgewiesen, daß bei einer kontrollierten Schrumpfung ein geplanter aktiver Wandel im Wertesystem der Unternehmung und eine strategische Neuausrichtung zu einem unternehmensspezifischen Wachstum führt.4 Bezüglich der strategischen Neuausrichtung konzentrierten sich die Unternehmen meist auf Marktnischen, oder es wurden durch Diversifikationsstrategien andere Märkte erschlossen.5 Eine unkontrollierte Schrumpfung führt zu Reaktionen, die durch die Stagnationsspirale beschrieben werden.6 Ein Nachfragerückgang reduziert dabei zu Beginn der Spirale zunächst den Absatz. Dadurch kommt es wiederum zu niedrigeren Kapazitätsauslastungen und somit zu Produktivitäts- und Rentabilitätseinbrüchen. Mit massiven Kosteneinsparungen und Verschiebungen von Investitionen wird dann oft versucht, den sinkenden Erträgen entgegenzuwirken. Eine Verlagerung von Investitionen hat aber meist mit einer zeitlichen Verzögerung weiter sinkende Renditen zur Folge. Die so beschriebene Abwärtsspirale führt zu einem Liquiditätsmangel und führt die Unternehmen in eine Krise.7 [...]

Ebenso symbolisiert eine abnehmende Kooperationsbereitschaft des Handels bei sinkenden Handelsspannen die Veränderungen im Markt. Kern weist in seiner Untersuchung darauf hin, daß die Wettbewerbsintensität in schrumpfenden Märkten im Zeitablauf keineswegs konstant bleibt, sondern oft starken Schwankungen unterliegt. Dabei sind in Phasen einer hohen Wettbewerbsintensität zahlreiche Marktaustritte zu verzeichnen, die zu einer allmählichen Intensitätsabnahme führen.1 Oft verstärken die Anbieter ihre Anstrengungen, z. B. in der Produktions- und Verfahrensgestaltung, um alle Kostensenkungspotentiale ausnutzen zu können. Die zunehmende Macht der Abnehmer führt dazu, daß von den Wettbewerbern verstärkt Preisnachlässe und Zugeständnisse bei den Lieferbedingungen abverlangt werden.2 Diese Situation führt dann oft zu hektischen und nervösen Handlungen der Marktteilnehmer, welche mit einer aggressiven Preispolitik und einer häufigen Anpassung der taktischen Marketinginstrumente einhergeht.3 [...]

Der Zustand und die Wettbewerbssituation in schrumpfenden Märkten läßt sich unabhängig von den zugrunde liegenden Schrumpfungsursachen wie folgt beschreiben: In der Marktschrumpfung erfahren Produkte i. d. R. einen Verlust an Konsumentenwertschätzung. Darüber hinaus verdrängen Substitutionsprodukte zunehmend das Ursprungsprodukt.2 Die Wettbewerbssituation ist i. d. R. durch einen zunehmenden Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Dabei kommt es aufgrund der Überkapazitäten zu einem Kampf um Marktanteile.3 Hinsichtlich der Absatzmöglichkeiten sind die Unternehmen mit der Situation eines weitgehend gedeckten Erstbedarfes konfrontiert, d.h. die Nachfrage beschränkt sich überwiegend auf den Ersatzbedarf. Typisches Kennzeichen für eine zunehmende Marktschrumpfung ist das Ansteigen der Serviceorientierung der Wettbewerber und der damit verbundene Kostendruck. [...]

Arbeit zitieren:
Wenk, Thomas September 1998: Unternehmensstrategien in schrumpfenden Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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