Unternehmenskulturen junger Internet-Unternehmen
Eine empirische Erfassung und Analyse ihres Selbstverständnisses
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Robert Lazenby
- Abgabedatum: November 2001
- Umfang: 283 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5565-1
- ISBN (CD) :978-3-8324-5565-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lazenby, Robert November 2001: Unternehmenskulturen junger Internet-Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: New-Economy, Organisation, Personal, Start-Up, Unternehmenskultur
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Diplomarbeit von Robert Lazenby
Einleitung:
Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu der Frage, ob durch das Internet auch Unternehmenskultur-Veränderungen hervorgerufen werden und wie sich diese äußern, sind in der deutschen Literatur gar nicht und in der englischsprachigen Literatur außerordentlich rar gesät. An populären Veröffentlichungen mangelt es dagegen kaum. Diese beschränken sich jedoch zumeist auf die Beschreibung von Visionen und der lapidaren Reduktion des Themas auf fünf bis zehn Schlagworte. Natürlich wird dabei auch nicht mit Empfehlungen zur Veränderung von bereits bestehenden Kulturen in Richtung des „Neuen“, wie auch immer gearteten, gegeizt. Dabei scheint sich niemand die Mühe machen zu wollen, zunächst einmal detailliert zu untersuchen, worin denn dieses „Neue“ überhaupt bestehen mag, obwohl dieses vor dem Hintergrund vielfältiger Ratschläge zur Veränderung sicherlich angeraten wäre.
Für einen fundierten Zugang zum Themenfeld ist es nach Einschätzung des Autors besonders sinnvoll, mit den Untersuchungen an dem Ort zu beginnen, an dem auch die Internet-Ökonomie ihren Anfang nahm, nämlich in den jungen Internet-Unternehmen. Dabei wird die Hypothese zugrunde gelegt, dass wenn es etwas „Neues“ gibt, sich dieses am wahrscheinlichsten in diesen Unternehmen nachweisen lassen müsste. Insbesondere interessiert uns dabei, was für ein Selbstverständnis die dort arbeitenden Menschen bzgl. ihrer Unternehmenskultur entwickelt haben. Um hierfür ein tiefgreifendes Verständnis zu entwickeln, ist es notwendig, drei voneinander weitgehend unabhängige, sehr komplexe Themenfelder, nämlich die Unternehmenskultur-Forschung, die empirische Sozialforschung und die Internet-Ökonomie-Forschung sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Gang der Untersuchung:
Vor dem Hintergrund dieser besonderen Fragestellung wurde daher zunächst eine spezielle Kombination aus Theorie, Erhebungs- und Analysemethoden entwickelt und somit wissenschaftliches Neuland betreten. Diese neue Kombination bewährte sich in den zwei darauf folgenden empirischen Untersuchungen, indem es mit ihrer Hilfe gelang, ein außerordentlich komplexes und vollständiges Bild der Unternehmenskulturen zu zeichnen. Insbesondere konnte hierdurch eine abstrahierte Darstellung in Form eines „Photomotivs“, welches die Unternehmenskulturen mittels elf Kategorien und deren Verbindungen beschreibt, generiert werden, wodurch eine sichere Navigation durch dieses detaillierte und dadurch unübersichtliche Themenfeld ermöglicht wurde. Darauf aufbauend gelang es, zu zusammenfassenden, aber dennoch lebensweltnahen Beschreibungen, Generalisierungen und Interpretationen bzgl. der gesuchten Unternehmenskulturen vorzustoßen (siehe hierzu im Detail Kapitel 3.4.3). Diese Erkenntnisse wurden dann für eine weitere, ergänzende Interpretation, in Form eines „Gedankenexperimentes“ herangezogen, wodurch insbesondere das Verständnis für die Grundprämissen der Unternehmenskulturen vertieft wurde (siehe hierzu Kapitel 3.4.4).
Darüber hinaus wurde durch die vollständige Offenlegung der Methodik und des gesamten Untersuchungsmaterials in Form der Transkripte und Paraphrasen die intersubjektive Nachprüfbarkeit der Ergebnisse gewährleistet und eine Grundlage für weitere Untersuchungen zu ähnlichen Fragestellungen gelegt.
Durch die hier dargestellte Berücksichtigung aller vier Blickwinkel der Unternehmenskulturforschung unter Zuhilfenahme der Erkenntnisse der empirischen Sozialforschung und der Internet-Ökonomie-Forschung ist es nach Einschätzung des Autors gelungen, eindimensionale Erklärungsansätze zu vermeiden und ein hochgradig komplexes Bild der Unternehmenskulturen junger Internet-Unternehmen zu zeichnen. Hierauf aufbauend wird es jeden Interessierten erheblich leichter fallen, die Kultur seines eigenen Unternehmens zu gestalten oder eigene Forschungsfragen zum Thema der Unternehmenskultur zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Definitionen des Unternehmenskulturbegriffs | 3 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 5 |
| 2. | Internet-Ökonomie und Unternehmenskultur | 7 |
| 2.1 | Postmoderne Sichtweise | 8 |
| 2.1.1 | Ökonomie der Aufmerksamkeit | 8 |
| 2.1.2 | Neue Institutionenökonomie | 11 |
| 2.1.3 | Zusammenfassung | 12 |
| 2.2 | Corporate Culture Sichtweise | 13 |
| 2.2.1 | Geschäftsmodelle junger Internet-Unternehmen | 14 |
| 2.2.2 | Branchenklima | 15 |
| 2.2.3 | Typische Produkteigenschaften und deren Folgen | 17 |
| 2.2.4 | Zusammenfassung | 20 |
| 3. | Empirische Analyse interpretativer Sichtweisen | 21 |
| 3.1 | Begriffsfindung: Unternehmenskultur und Sozialordnung | 22 |
| 3.2 | Theorie der Phänomenologie | 26 |
| 3.3 | Erhebungsmethode | 29 |
| 3.4 | Analysemethoden und deren Ergebnisse | 32 |
| 3.4.1 | Ergebnisse qualitativer Inhaltsanalyse | 33 |
| 3.4.2 | Gestaltungsfelder, Kategorien und deren Verbindungen | 37 |
| 3.4.3 | Beschreibungen, Generalisierungen und Interpretationen | 42 |
| 3.4.3.1 | Dispositive Arbeitsgestaltung | 43 |
| 3.4.3.1.1 | Selbstorganisation | 43 |
| 3.4.3.1.2 | Kommunikation | 45 |
| 3.4.3.1.3 | Entscheidung | 47 |
| 3.4.3.1.4 | Hierarchie | 49 |
| 3.4.3.1.5 | Freizeitaktivität | 50 |
| 3.4.3.1.6 | Mitarbeiterstruktur | 51 |
| 3.4.3.2 | Materiell-inhaltliche Arbeitsgestaltung | 54 |
| 3.4.3.2.1 | Arbeitsteilung und Spezialisierung | 54 |
| 3.4.3.2.2 | Selbstverantwortung | 55 |
| 3.4.3.2.3 | Persönliche Beziehung | 57 |
| 3.4.3.3 | Vergütung | 58 |
| 3.4.3.4 | Eigentumsverhältnisse | 60 |
| 3.4.4 | Ergänzende Interpretation: Ein Gedankenexperiment | 61 |
| 3.4.5 | Empirische Hinweise auf andere Unternehmenskultur-Ansätze | 67 |
| 3.4.6 | Zusammenfassung und Bewertung | 70 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 71 |
| 4. | Schluss | 73 |
| 4.1 | Zusammenfassung | 73 |
| 4.2 | Ausblick | 76 |
| Literaturverzeichnis | 78 | |
| Anhang |
te, er wollte sich noch mal bedanken und meinte, im Vergleich zu den Jobs, die er früher schon mal gemacht hat, hätte er eine phantastische erste Woche gehabt. Es wäre richtig Klasse gewesen und er wüsste jetzt, für was jeder zuständig ist. Also die Studenten, die bei uns arbeiten, ich hab’ zumindest den Eindruck, ich hoffe, es ist nicht vermessen, fühlen sich hier eigentlich ziemlich wohl und ziemlich zu Hause, die kommen gerne, ist zumindest mein Eindruck. R: Die fühlen sich wohl, also glauben sie, dass das Betriebsklima auch später zu der Entscheidung führt, hier zubleiben? A: Das glaube ich, ja. Das glaube ich ganz entscheidend. Wir haben verschiedene Studenten gehabt, die auch schon woanders gewesen sind, und die uns immer dieses Feedback gegeben haben, dass man es anders kennt. R: Sie sagten eben, dass es im Grunde genommen 2 hierarchische Ebenen gibt, die GF und den Rest. Und sie sagten, dass diese Trennung notwendig sei. Warum? A: Also zunächst einmal ist das für die Entscheidungsfindung sehr wichtig. Die Entscheidungsfindung findet weitgehend auf Geschäftsführungsebene statt, wenn sie dann wirklich strategisch sind. Wenn es um Dinge geht, wie irgendein Tool einsetzen, mit welchen Tool entwickeln wir nun unsere Internetplattform usw., oder welche Kabel setzen wir für unser Netzwerk ein und alle möglichen Dinge. So operative Entscheidungen, die lagern wir nicht nur an MA, sondern auch an Azubis aus oder auch an andere Leute. Aber alles, was so’ n bisschen darüber hinausgeht, findet wirklich weitestgehend im Geschäftsführerkreis statt. Es sei denn, es ist ein ganz spezifischer Zuständigkeitsbereich eines einzelnen, dann auch schon mal bei einem einzelnen, aber wir haben unter uns 3 zumindest die Kultur, das wir uns wenigstens 2 Mal die Woche zusammensetzen für 1-2 Stunden erfahrungsgemäß, und alles durchsprechen, was aktuell so ansteht, was durchzusprechen ist, und da fallen Entscheidungen, da fallen ganz viele Entscheidungen. [...]
auch verschiedene Datenbanken, das war jetzt nur ein Beispiel. Und haben ursprünglich mit dem Branchenfokus X entwickelt, haben da auch ein eigenes Produkt und entwickeln uns jetzt aktuell in die Richtung e-Business Technologien, Internettechnologien, d.h., Abwicklung von Geschäftsprozessen, Abwicklung von Geschäftsabläufen über das Internet. Und haben da ein paar ganz spezielle Kerntechnologien, Y, Z, jetzt wirklich als strategischen Schwerpunkt ausgemacht, worin wir unsere MA auch zu Experten ausbilden werden, um in dem Bereich dann auch wirklich Kompetenzen zu haben, da auch wirklich besser zu sein, als andere Projektoren. R: Wenn Sie sagen, Sie haben Fluktuation, bezieht die sich da vorwiegend auf studentische MA? A: Ja, wir haben ganz wenig Fluktuation eigentlich, also wir rekrutieren unsere MA im wesentlichen dadurch, dass wir Studenten einstellen und bzw. Auszubildende und die dann fest übernehmen, das ist unser wesentliches Potential. Feste MA am Markt zu gewinnen ist für ein Unternehmen unserer minimalen Größenordnung fast nicht möglich, oder nur sehr schwer möglich, es gibt kaum MA, mit den Kompetenzen, die wir im Moment ausbilden, den wir im Moment als strategischen Schwerpunkt ausgemacht haben. Die finden Sie quasi nicht, und wenn, dann sind sie unbezahlbar. Und wir bilden uns diese Know-how über studentische Hilfskräfte, geben die Möglichkeit, bei uns Praktika abzuleisten, bilden dieses Know-how im Unternehmen heran, immer mit der Zielsetzung, das funktioniert auch, diese Leute fest zu übernehmen. R: Und was glauben Sie, warum funktioniert das? A: Weil die Leute sich bei uns wohl fühlen, da hat man wirklich den Eindruck. Wir haben im Februar diesen Jahres einen Studenten eingestellt und dieser Student bekam zuerst einmal, natürlich haben wir ihm begrüßt, ihm seinen Job erklärt, ihm einen Tag eigentlich nur Umfeld und Job erläutert und kleine Einführungen gemacht und nach einer Woche kam er noch mal auf mich zu und sag- [...]
jetzt im Wesentlichen, es ist im Moment auch ein wenig im Wandel, die Schnittstelle zum Kunden. Und intern wird die Entwicklung geleistet. Ja, wie sieht die Aufgabenverteilung aus? Es ist z.B. so, dass wir unsere Kompetenz in einem ganz bestimmten Bereich stärken wollen, im E-Business Bereich wollten wir ganz bestimmte Dinge evaluieren, da haben wir diese Themen komplett an unsere studentischen MA und einen festen MA abgegeben und diese Kompetenzbereiche haben diese MA quasi selbständig, dadurch, dass sie Literatur angeschafft haben, dadurch, dass sie sich im Internet Informationen beschafft haben und dementsprechend mit diesen Dingen gearbeitet haben, im regelmäßigen Feedback mit dem Leiter der Entwicklung, aber quasi vollständig selbständig. Auch in der Methodik haben sich diese Leute das vollständig erarbeitet und waren da über mehrere Wochen in dem, was sie tun, fast völlig frei. Und schon mit dem Ziel, es wird schon irgendwo evaluiert, da guckt man natürlich auch, ob man auf dem richtigen Pfad ist, man lässt niemanden 3 Monaten vor sich hin arbeiten, und wird schon was bei rauskommen, schon mit dem konkreten Ziel, in diesem Bereich Kompetenz auch wirklich aufzubauen, und auch überprüfbar aufzubauen. Es lief dann ..., es war so, dass wir dann erstmalig mit Applikations-Servern gearbeitet haben und nach einer gewissen Einarbeitungsphase ist es dann so gewesen, dass diejenigen, die sich da eingearbeitet haben, eine Präsentation vor der Belegschaft gehalten haben zu dem Thema, sie haben die technischen Möglichkeiten herausgestellt und haben die praktischen Einsatzmöglichkeiten herausgestellt, Vor- und Nachteile gegenüber anderer oder verwandten Technologien und so hatte man schon ein gewisse Evaluierung, das bei der Arbeit auch was rausgekommen ist, aber die Art und Weise war völlig frei, da haben wir den Leuten wirklich freie Hand gelassen. R: Und wenn Sie dann nach Kompetenz trennen, welche Kompetenzbereiche gibt es so bei Ihnen? A: Wir kommen ursprünglich aus der Richtung der Datenbankapplikationen, in unterschiedlichen Bereichen, Datenbankapplikationen auf Datenbankbasis Highways z.B., Programmiersprache Delphi oder auch schon mal C++, und [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832455651
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Lazenby, Robert November 2001: Unternehmenskulturen junger Internet-Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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New-Economy, Organisation, Personal, Start-Up, Unternehmenskultur



