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Unternehmensführung in der Wirtschaftskrise unter Berücksichtigung ethischer und moralischer Grundgedanken

Unternehmensführung in der Wirtschaftskrise unter Berücksichtigung ethischer und moralischer Grundgedanken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thorsten Michael Reisenauer
  • Abgabedatum: Juni 2010
  • Umfang: 169 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule für angewandtes Management Deutschland
  • Bibliografie: ca. 250
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4906-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reisenauer, Thorsten Michael Juni 2010: Unternehmensführung in der Wirtschaftskrise unter Berücksichtigung ethischer und moralischer Grundgedanken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensführung, Wirtschaftskrise, Wirtschaftsethik, Moral, Social Responsability

Diplomarbeit von Thorsten Michael Reisenauer

Einleitung:

Der Kapitalismus hat in den letzten Jahrzehnten eine durchgehende Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und des Wohlstands hervorgebracht. Technischer Fortschritt, gestiegene Lebensqualität, individuelle Freiheit, die Chancen zum sozialen Aufstieg, sind nur einige der Aspekte die mit dem Kapitalismus assoziiert wurden.

Die weltweite Vernetzung der Nationalökonomien und der Finanzindustrie hat dabei das theoretische Wirtschaftspotenzial für den Kapitalismus ebenfalls erheblich erweitert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise geraten allerdings auch die Schwachpunkte der kapitalistischen Theorie immer mehr in den Fokus der Ökonomen. Besonders das Phänomen der Blasenbildung ist für die Ökonomen von höchstem Interesse, da sich dieses in Verbindung mit der überkapitalisierten Finanzindustrie zu einem systemischen Risiko für die gesamte Weltwirtschaft herausgestellt hat.

Nachdem die, nach der Weltwirtschaftskrise der 30’er Jahre, getroffenen Maßnahmen zur Regulierung der Finanzindustrie schrittweise wieder abgebaut wurden, erschien es, mit dem Hintergrund der Finanzkrise und des systemischen Fast-Kollapses des Bankensektors, recht aussichtsreich eine globale Re-regulierung der Finanzindustrie durchsetzen zu können.

Das Versagen des Gleichgewichts an den Märkten hat zu einer umfangreichen Ursachenforschung bezüglich der Ursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise geführt.

Die Ursachenforschung unterscheidet dabei die Ursachen die im System bzw. im gesetzlichen Rahmen desjenigen und den Ursachen die in den Akteuren liegen die innerhalb dieses Systems agieren. Durch den massiven politischen Einfluss und das wirtschaftliche Gewicht der Finanzlobby scheint die angestrebte systemische Neuordnung des globalen Finanzsektors, dem Herz des Kapitalismus, jedoch noch nicht durchsetzbar zu sein. Die kapitalistische Grundidee, Wagnis, Risikobereitschaft und damit Gier zu belohnen und wirtschaftliches Scheitern mit Verlust zu ahnden bleibt bestehen, wobei die systemischen Gefahren übergroßer Gesellschaften und Konzerne anscheinend weiterhin ausgeklammert werden, da nationale Interessen betroffen sind. Auf volkswirtschaftlicher Ebene wird also der Gedanke maximales Risiko mit maximalem Gewinn zu ködern beibehalten, um das Wachstum und den Fortschritt zu stimulieren bzw. nicht abzuwürgen.

Es wird Gegenstand dieser Arbeit sein die Rolle der menschliche Moral und Ethik bei der Entstehung der aktuellen Weltwirtschaftskrise zu untersuchen, bzw. welchen Stellenwert dieser Aspekt bei denjenigen Entscheidungen der Wirtschaftsakteure hatte, welche zu den Grundursachen dieser Krise zu zählen sind.

Weiterhin soll der Zusammenhang von Unternehmensführung und Moral bzw. deren gegenseitige Beeinflussung bei Führungsentscheidungen auf Unternehmensebene untersucht werden.

Da es bereits eine große Bandbreite an Ansätzen für nachhaltig-ethische Unternehmensführung gibt, diese sich aber in der Wirtschaft nicht durchsetzen konnten, wird die Frage aufgeworfen werden, ob das evolutionäre Programm der Moral den Ansprüchen einer modernen globalisierten Wirtschaftswelt überhaupt noch gerecht werden kann. Darüber hinaus wird der Frage, wieso die individuellen ethischen Selbstkontrollmechanismen bei einer so breiten Schicht von Managern nicht eingegriffen haben, nachgegangen.

Besonders die Frage ob es eher Sinn macht ethische Führungskonzepte zu integrieren, oder ob es sinnvoller ist die Führungskräfte ethisch und moralisch zu sensibilisieren bzw. erst zu aktivieren, damit sie aus eigenem Antrieb ethisch handeln und nicht nach vorgegebenem Ethik-Konzept, wird im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Anhand der aktuellen Wirtschaftskrise, als Untersuchungsumfeld für das Zusammenspiel von Unternehmensführung und ethischem Handeln, soll also erörtert werden wieso moralische Schranken oft nicht greifen und wieso sich nachhaltige Unternehmensführung nicht, in relevanter Breite, am Markt hat etablieren können.

Weiteres Ziel der vorliegenden Arbeit ist es anhand von Analysen des Prinzips Unternehmensführung, des Programms der menschlichen Moral und deren sozial-evolutionärem Zusammenhang, Ansätze zu nachhaltiger Unternehmensführung zu entwickeln. Diese Ansätze zur ethischen Unternehmensführung, sollen sowohl normativ, als auch strategisch und operativ in ein wirtschaftliches Umfeld integrierbar sein und gleichzeitig dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit entsprechen.

Gang der Untersuchung Im ersten Kapitel wird mit der Problemstellung kurz ein Überblick über den Hintergrund und die Problematik der aktuellen Wirtschaftskrise geschaffen. Gleichzeitig werden die Untersuchungsfelder dieser Arbeit umrissen und die Problematik vorgestellt.

Im zweiten Kapitel werden die Themenbereiche Unternehmensführung, Moral und Ethik definiert, und deren evolutionäre Entwicklung, deren Zusammenhang sowie deren Abgrenzungen untersucht. Weiterhin werden bereits bestehende Ansätze zur verantwortlichen Unternehmensführung vorgestellt. Dieser Teil stellt somit die theoretische Basis der weiteren Arbeit dar.

Im dritten Kapitel werden die moralischen und ethischen Ursachen der aktuellen Wirtschaftskrise analysiert, wobei jeder Aspekt zuerst theoretisch erörtert, und danach in seinen konkreten Ausprägungen dargestellt wird. Die Ursachen werden sowohl auf der Ebene der Makroethik, der Mesoethik als auch auf Ebene der Mikroethik untersucht.

Das vierte Kapitel entwirft, ausgehend von den Erkenntnissen der Kapitel 2 und Kapitel 3, einen Ansatz im Bereich der Unternehmensführung, welcher über eine Aktivierung der Individualmoral für Führungsentscheidungen, nachhaltiges, sozial und ökologisch verantwortliches Wirtschaften ermöglicht. Dieses Kapitel bildet somit den Kern der vorliegenden Arbeit, da es einen konkreten Ansatz für die Integrierung einer ethisch-nachhaltigen Unternehmensausrichtung auf Unternehmensführungsebene enthält.

Die Arbeit wird durch Kapitel 5 mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick abgeschlossen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
1.1 Problemstellung der vorliegenden Arbeit 3
1.2 Gang der Untersuchung 5
2. Die Rolle von Ethik und Moral in der Unternehmensführung der modernen Wirtschaft 6
2.1 Begriff und Definition der Unternehmensführung 6
2.1.1 Evolution der Unternehmensführung 8
2.1.2 Philosophisch- Moralische Handlungsbasis der Unternehmensführung 13
2.1.3 Ansätze verantwortlicher Unternehmensführung 16
2.1.3.1 Corporate Social Responsibility 17
2.1.3.2 Nachhaltige Unternehmensführung 18
2.1.3.3 Unternehmensethik 19
2.1.3.4 Corporate Accountability 19
2.1.3.5 ISO 26000 „Guidance on social Responsibility“ (Stand Mai 2010) 20
2.2 Begriff und Definition der Moral 21
2.2.1 Die Evolution des moralischen Handelns 22
2.2.2. Grundgedanken menschlicher Moral 26
2.2.2.1 Eigentum 26
2.2.2.2 Freiheit und Verantwortung 31
2.2.2.3 Gerechtigkeit 42
2.3 Begriff und Definition der Ethik 51
2.3.1 Wirtschaftsethik 54
2.3.2. Unternehmensethik 58
2.3.3 Führungsethik 61
2.3.4 Individualethik 61
2.3.5 Berufsethik 64
2.4 Abgrenzung von Moral und Ethik 65
2.5 Gegenüberstellung des Prinzips Führung und des Programms der menschlichen Moral 66
3. Moralische und ethische Ursachen der Wirtschaftskrise 68
3.1 Verfehlungen auf Makroethischer-Ebene 69
3.1.1 Reduzierung des Menschen zum „Homo oeconomicus“ als Theoriebasis des marktwirtschaftlichen Modells 69
3.1.2 Abkehr von der „optimalen Allokation der Ressourcen“ zur „optimalen Allokation des Kapitals“ 72
3.1.3 Der Konkurrenzmechanismus des freien Marktes führt zu stetiger Absenkung der Grenzmoral 77
3.2 Verfehlungen auf Mesoethischer-Ebene 82
3.2.1 Einseitige Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten nach dem Shareholder-Value Konzept 82
3.2.2 Integrierung der Wachstumsdoktrin in das Unternehmensleitbild 88
3.2.3 Rein Ergebnisorientierte Anreizsysteme 94
3.2.4 Massenphänomene als Ursachen ethischen Fehlverhaltens 101
3.3 Verfehlungen auf Mikroethischer-Ebene 105
3.3.1 Moralische Verfehlungen im Bereich der Unternehmens-Führungsethik 105
3.3.1.1 Moral-Hazard 106
3.3.1.2 Erfolgreiche Strategien werden beibehalten 108
3.3.2 Moralische Verfehlungen im Bereich der Individualethik 111
3.3.2.1 Kurzfristiger Egoismus der Marktakteure 112
3.3.2.2 Gier 116
3.3.2.3 Verantwortungslosigkeit 118
3.3.2.4 Emotion steuert Kognition 122
3.3.2.5 Hybris 127
4. Nachhaltig erfolgreiche Unternehmensführung durch Integration und Sicherung der Individualmoral als oberste ökonomische Entscheidungsinstanz der Unternehmensführung 130
4.1 Implementierung einer zertifizierten kognitivistischen Ethik- Managementnorm 133
4.1.1 Grundsätze der Ethik-Managementnorm 134
4.1.1.1 Menschengerecht 134
4.1.1.2 Umweltgerecht 135
4.1.1.3 Transparenz 136
4.1.1.4 Nachhaltigkeits-Due Diligence Prüfung 137
4.1.2 Ziele der Ethik-Managementnorm 138
4.1.2.1 Aktivierung der Individualmoral 138
4.1.2.2 Gewinnmaximierungsdoktrin relativieren 139
4.1.3 Integrierung der Ethik-Managementnorm in die Unternehmensführung 140
4.1.3.1 Aktivierung der Individualmoral in Führungsprozessen 141
4.1.3.1.1 Ethik-Coaching für Führungskräfte 141
4.1.3.1.2 Trainingsseminare bezüglich Führungsethik 142
4.1.3.2 Einführung von Seminaren über berufsspezifische Verantwortungspotenziale 143
4.2 Seminare zur ethischen Organisation des Unternehmen 145
4.2.1 Seminare zur Implementierung ethischer Rahmenbedingungen in das Unternehmensführungskonzept zur Stabilisierung der Individualmoral 146
4.2.1.1 Integration betriebsinterner ethischer Rahmenbedingungen 146
4.2.1.2 Integration ethischer Rahmenbedingungen im Außenverhältnis 149
4.2.2 Seminar zur Einführung eines unabhängigen Ethikbeauftragten 150
5. Zusammenfassung und Ausblick 151
Literaturverzeichnis 158
Elektronische Quellen 168

Textprobe:

Kapitel 3.1.2, Abkehr von der „optimalen Allokation der Ressourcen“ zur „optimalen Allokation des Kapitals“:

„So muss denn für alles eine Einheit als Maß bestehen. Dieses Eine ist in Wahrheit das Bedürfnis, das alles Zusammenhält- es ist der Grund für das Zusammenbleiben der Menschen wie auch das Maß ihrer gegenseitigen Vergeltung“, Aristoteles.

Das Bedürfnis ist nach Aristoteles der Grund für die Menschen sich zusammenzuschließen, und damit den Naturzustand zu verlassen, um in gemeinsamen Anstrengungen der Knappheit der Güter entgegenzutreten und um ihre Bedürfnisse in höchstmöglichen Maß zu befriedigen. Knappheit ist die Diskrepanz zwischen verfügbaren und gewünschten Gütern. Die Knappheit an materiellen Gütern ist nicht nur die wesentliche Existenzberechtigung der Wirtschaftswissenschaften, sondern steht auch immer wieder im Mittelpunkt ethischer, politischer sowie in letzter Zeit ökologischer Betrachtungen. Diese Betrachtungen beziehen sich auf die Ausrichtung der Gesellschaft, bezüglich der Art und Weise wie man diese knappen Güter, in der Regel Ressourcen wie Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffe, am effizientesten zuordnet bzw. verteilt.

Die Entscheidung wie sich diese Allokation der Ressourcen zu vollziehen hat, kann dabei von nur einem Menschen, wie in der Monarchie, Despotie, Tyrannis usw., bis hin zu allen Menschen, wie dies in Demokratien mehr oder weniger der Fall ist, getroffen werden. Der Grad der Akzeptanz der Herrschaftsformen ist historisch, neben Aspekten wie Freiheit, Gleichheit usw., auch immer eng an den Erfolg der materiellen Befriedigung der Gemeinschaft gebunden. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des Sozialismus, ist diese Ideologie gegenüber der Ideologie des Kapitalismus, für die überwiegende Mehrheit der Menschheit uninteressant geworden, da sie sich im Vergleich zum Kapitalismus als wesentlich ineffizienter in der Allokation der Ressourcen erwiesen hat.

Der entscheidende politische Vorteil des Kapitalismus war dabei der höhere materielle Reichtum der Bevölkerung, der durch die freie Marktwirtschaft erreicht wurde, was durch eine sogenannte Überflussgesellschaft zum Ausdruck gebracht wurde. Dieser kapitalistischen Überflussgesellschaft stand eine sozialistische Mangelgesellschaft gegenüber. In der ökonomischen Praxis hat sich also die freie Marktwirtschaft der Planwirtschaft als ökonomisch weit überlegen herausgestellt und ist durch technologischen Fortschritt, Effizienz- und erheblichen Produktivitätssteigerungen der optimalen Allokation der Ressourcen immer näher gekommen. Die Unternehmen stellten die Produkte her, oder beschafften die, für welche am Markt eine Nachfrage bestand. Sie investierten in neue bzw. neuartige Anlagen und Produkte um mit diesen wiederum die Konkurrenz auszustechen und damit noch mehr Gewinn zu erzielen. Die Unternehmer traten als Diener der Konsumenten auf, befriedigten deren materielle Bedürfnisse und erhielten dafür Geld. Die Konsumenten nahmen den Unternehmen bereitwillig deren Produkte ab undwenn sie gerade mal nicht weiter wussten sprang dieWerbung bereitwillig ein. Die durch Marketing getrimmte Konsumgesellschaft generierte die nötige Nachfrage und die Unternehmen produzierten dementsprechend.

Die Unternehmen konnten die soziale Funktion der effizienten Ressourcenverteilung sicherstellen, und sich somit auch eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz sichern, da sie ja, obwohl ökonomisch ausgerichtet, eine soziale Funktion erfüllten. Das gebildete Kapital wurde als produktives Kapital in Fabriken, Maschinen, Infrastruktur, Know-How, Bildung investiert, und somit in die Realwirtschaft. Der Finanzsektor spielt hier eine der Realwirtschaft dienende Rolle, da das Finanzkapital systematisch auf Realakkumulation gelenkt wird. Das Problem das Geld auch gehortet, dem Wirtschaftskreislauf entzogen, und dann zu Spekulationszwecken verwendet werden kann, wird zwar auch in der neoliberalen Theorie erkannt, aber keine große Bedeutung beigemessen, da eine vitale Bedrohung der Funktion des Marktes als unmöglich angesehen wird, da Kapital immer dahinfließt wo es am produktivsten bzw. rentabelsten ist.

Die Regulierungen, welchen das Bankenwesen, nach der Weltwirtschaftskrise unterworfen war, wurden schrittweise aufgehoben, da sie nach der neoliberalen Doktrin, welche den Keynesianismus im Zuge der Ölkrisen und der Aufgabe des Bretton-Woods Systems Anfang der 70`er Jahre, abgelöst hat, der Effizienz im Wege standen. Dabei spielte besonders der Glass-Steagull Act, der 1933 in Kraft trat, und neben anderen Regulierungen besonders die Trennung zwischen Geschäftsbanken und Investmentbanken sowie eine mächtigere unabhängige Aufsicht betonte, eine bedeutende Rolle bei der Lösung der ökonomischen Probleme nach der Weltwirtschaftskrise und konnte das System stabilisieren. Obwohl bereits in den 80´er und 90´er Jahren das Kreditwesen der USA und Großbritanniens weitgehend dereguliert wurden,blieb es dem „Commodity Futures Modernization Act“ (CFMA) vorbehalten im Jahr 2000, das endgültige Ende der Glass-Steagull Maßnahmen zu vollziehen.

Dieses Gesetz ermöglichte den Handel mit Derivaten,völlig ohne Aufsicht, auf dem sogenannten Over-the-counter Market (OTC), was den Handel mit Credit Default Swaps (CDS) von ca. 900 Milliarden US-Dollar auf mehr als 45 Billionen US-Dollar steigerte. Das besondere an Derivaten aller Art ist dass sie keinerlei Bezug zur Realwirtschaft haben, und es nun möglich ist Kredite zur Finanzierung der Kredite aufzunehmen welche man wiederum vorher zur Finanzierung anderer Kredite aufgenommen hat. Stand früher das Kapital zum wesentlichen Teil nur der Realwirtschaft zur Verfügung so wurde prozentualimmer mehr in den Finanzsektor umgeleitet, der befreit von allen Schranken immer modernere Finanzinstrumente entwickeln konnte, welche wiederum einer immer breiteren Schicht zugänglich und attraktiv gemacht wurden. Ein für die Finanzwirtschaft entscheidender Schritt war die Schaffung der Illusion dass man sein Geld für sich arbeiten lassen kann, wenn man es der Finanzindustrie zur Verfügung stellt.

Arbeit zitieren:
Reisenauer, Thorsten Michael Juni 2010: Unternehmensführung in der Wirtschaftskrise unter Berücksichtigung ethischer und moralischer Grundgedanken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensführung, Wirtschaftskrise, Wirtschaftsethik, Moral, Social Responsability

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