Unternehmensethik
Der Weg zur gesellschaftlichen Verantwortung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Johannes Heisig
- Abgabedatum: Dezember 1999
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 584,3 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4268-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4268-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4268-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heisig, Johannes Dezember 1999: Unternehmensethik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ethik, Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
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Diplomarbeit von Johannes Heisig
Einleitung:
Zum Begin des einundzwangsigsten Jahrhunderts verändern sich die Umfeldbedingungen der Unternehmen durch bereits heute erkennbare Entwicklungen schneller und tiefgreifender als je zuvor. Erstmalig ist der Mensch in der Lage, durch die weitreichenden Mittel und Möglichkeiten, die ihm Technologie und Wissenschaft bieten, seine Umwelt massiv zu beeinflussen. Durch diesen globalen sozioökonmischen, technologischen Umbruch, ist die Gesellschaft in einem immer stärkeren Umfang durch wirtschaftliche Handlungen betroffen. Aktuelle Anlässe, wie Lebensmittelskandale, Umweltkatastrophen, Sicherheitsmängel bei Produkten, Bestechungs- und Betrugsaffären, deren Schaden in die Milliarden gehen, verlangen nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema Unternehmensethik.
Diese Diplomarbeit behandelt das Thema Ethik im Unternehmen nicht idealistisch. Es ist auch keineswegs Ziel dieser Arbeit, über philosophische Theorien und Konzepte der Ethik zu referieren. Es wird dafür plädiert, daß Unternehmen Kompatibilitätschancen zwischen sozialer Verantwortung und sinnvollem ökonomischen Handeln suchen und auch nutzen. Der Verfasser vertritt die Meinung, dass es unter spezifisch wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht nur sinnvoll, sondern auch erforderlich ist, dass sich ethische Geschäftspraktiken für ein Unternehmen auszahlen. Es wird somit auch nicht den Fällen ethische Qualität abgesprochen, in denen erwartet werden kann, dass unternehmensethisches Verhalten den positiven Nebeneffekt der Gewinnerzielung mit sich bringt (im »Gutsein« ist Gewinn verborgen...). Nicht nur die Gesellschaft und Ökologie profitieren daher von ethisch agierenden Organisationen, insbesondere sind es die Unternehmen selbst, die sich eine Legetimationsbasis schaffen und zusätzlich, langfristige ökonomische Vorteile aus verantwortlichen Handeln ziehen.
So gesehen dient Unternehmensethik in einem umfassenden Sinne der Zukunftssicherung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in einem aufgeklärten und kritischem Umfeld.
Diese Abhandlung ist auf den Praxiszusammenhang ausgerichtet und versucht dementsprechend, den etwas abstrakten Begriff der Ethik mit der alltäglichen wirtschaftlichen Realität zu verknüpfen. Dieses geschieht vor dem Hintergrundszenario der freiheitlichen sozialen Marktwirtschaft. Die Zielsetzung dieser Arbeit liegt in der Beantwortung der folgenden Fragen:
Was ist der Unterschied zwischen Moral und Ethik?
Was sind die wesentlichsten Konzeptionen von Unternehmensethik im deutschsprachigen Raum?
Wie stellt sich das Konstrukt Unternehmenskultur dar?
In welchem Umfeld agiert ein Unternehmen und welche Interessen muss eine verantwortlich handelnde Organisation bei seiner Zielsetzung berücksichtigen?
Reicht alleinig die gesetzliche Rahmenordnung zur ethischen Steuerung unternehmerischen Handelns ?
Erfüllt Unternehmensethik nur altruistische Motive?
Wie lässt sich Ethik in das Unternehmen integrieren?
Welches Risiko liegt in der Publizierung von Unternehmensethik?
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Einleitung | 1 | |
| Zielsetzung | 3 | |
| 1. | Begriffsbestimmung | 6 |
| 1.1 | Moral | 6 |
| 1.2 | Ethik | 7 |
| 1.2.1 | Gesinnungsethik | 7 |
| 1.2.2 | Verantwortungsethik | 8 |
| 1.3 | Unterscheidung von Moral und Ethik | 8 |
| 2. | Konzepte der Unternehmensethik | 10 |
| 2.1 | Unternehmensethik als Ordnungsethik nach Homann und Blome-Drees | 10 |
| 2.1.1 | Unternehmensethische Entscheidungsfindung | 11 |
| 2.1.2 | Das Vierfelderschema | 12 |
| 2.2 | Anleitung zu einem friedensstiftenden Gebrauch der unternehmerischen Handlungsfreiheit nach Steinmann und Löhr | 14 |
| 2.2.1 | Dialogethik | 15 |
| 2.2.2 | Ansatzpunkte für die Anwendung von Unternehmensethik | 15 |
| 2.3 | Unternehmensethik als Institutionsethik nach Ulrich und Fluri | 17 |
| 2.3.1 | Die Idee der integrativen Unternehmensethik | 17 |
| 2.3.2 | Die Idee der konsensorientierten Unternehmenspolitik | 19 |
| 2.3.3 | Die Idee der offenen Unternehmensverfassung | 19 |
| 3. | Unternehmenskultur | 20 |
| 3.1 | Hintergründe für die Entwicklung von Unternehmenskultur | 20 |
| 3.2 | Der Begriff der Unternehmenskultur | 22 |
| 3.3 | Werte und Unternehmenskultur | 23 |
| 3.4 | Konzeptionelle Ansätze der Unternehmenskultur | 24 |
| 3.5 | Merkmale von Unternehmenskulturen | 27 |
| 3.6 | Kulturtypologien | 28 |
| 3.6.1 | Die Typologisierung von Deal / Kennedy | 28 |
| 3.6.2 | Typologisierung anhand dreier Dimensionen von Heinen | 30 |
| 3.6.3 | Kulturtypen nach Kets de Vries | 31 |
| 3.7 | Resümee | 32 |
| 4. | Die Zielsetzung und das Umfeld von Unternehmen | 33 |
| 4.1 | Die Zielsetzung von Unternehmen | 33 |
| 4.2 | Das Unternehmen in seinem Umfeld | 37 |
| 4.2.1 | Das Unternehmen | 37 |
| 4.2.2 | Die Veränderung des Umfeldes | 38 |
| 4.3 | Die Anspruchsgruppen einer Unternehmung | 40 |
| 4.3.1 | Das Stakeholder-Konzept | 42 |
| 4.3.2 | Das Shareholder-Value Konzept | 43 |
| 4.3.3 | Shareholder-Value-Konzept versus Stakeholder-Konzept? | 44 |
| 4.4 | Das Davoser Manifest | 46 |
| 5. | Management und Gesetze | 48 |
| 5.1 | Legalität impliziert nicht zwangsläufig Legitimität | 48 |
| 5.2 | Probleme der Verantwortlichkeit | 49 |
| 5.3 | Funktionen der Unternehmensethik | 50 |
| 5.4 | Federal Sentencing Guidelines | 52 |
| 6. | Unternehmensethik als interner Erfolgsfaktor | 53 |
| 6.1 | Kriterium Motivation | 54 |
| 6.2 | Kriterium innere Kündigung | 59 |
| 7. | Der Weg zum guten Ruf | 61 |
| 7.1 | Externe Effekte | 61 |
| 7.2 | Ist Umweltschutz ethisch? | 62 |
| 7.3 | Unternehmenserfolg durch Umweltschutz | 63 |
| 7.3.1 | Kosten senken durch Umweltschutz | 65 |
| 7.3.2 | Ist Umweltschutz ökonomisch ? | 66 |
| 8. | Mögliche Ansätze der Integration von Unternehmensethik | 68 |
| 8.1 | Unternehmensethik als Managementaufgabe | 68 |
| 8.2 | Ethikleitlinien und Verhaltenskodizes | 68 |
| 8.3 | Die Notwendigkeit von Ethikleitlinien und Verhaltenskodizes | 69 |
| 8.4 | Unternehmensethik als Basis des Corporate Identity | 70 |
| 8.4.1 | Begriffsbestimmung des Corporate Identity | 71 |
| 8.4.2 | Implementierung von Unternehmensethik in die Corporate Identity | 73 |
| 9. | Risiken bei der Publizierung von Unternehmensethik | 75 |
| Fazit | 77 | |
| Anhang | 79 | |
| Literaturverzeichnis | VI |
Im einzelnen kann das System Unternehmen wie folgt beschrieben werden: ! Ein Unternehmen ist zweckorientiert, da es durch seine Aktivitäten einen Output (Güter und Dienstleistungen) erzeugt, den es zur Fremdbedarfsdeckung zur Verfügung stellt. ! Ressourcen fließen als Input in die Unternehmen. Durch Transformationsprozesse verlassen diese das Unternehmen als Güter und Dienstleistungen (Output). Aufgrund dieser wechselseitigen Beziehungen zwischen einzelnen Elementen der Unternehmen und der Umwelt ist es ein offenes System. Transformationsporozesse erfordern Aktivitäten, mit denen der Input in Output umgewandelt wird. Durch dieses Zusammenwirken von Systemelementen ist ein Unternehmen dynamisch. Input verursacht Kosten, Output schafft Erlöse. Durch die Kombination von personellen (sozialen) Handlungen in Verbindung mit technischen Sachmitteln (Maschinen, Vorrichtungen etc.) kann die moderne, hochtechnisierte Unternehmung treffend als sozio- [...]
3.6.2 Typologisierung anhand dreier Dimensionen von Heinen Unternehmenskultur geht einher mit der Idee, daß bestimmte Kulturen in besonders intensiver Weise das organisatorische Handeln beeinflussen. In der Literatur wird vielfach zwischen starken und schwachen Unternehmenskulturen unterschieden. Heinen untersucht die Stärke oder Schwäche von Unternehmenskulturen anhand dreier Dimensionen: dem Verankerungsgrad, dem Übereinstimmungsausmaß und der Systemvereinbarkeit. Der Verankerungsgrad beschreibt, inwiefern sich die Organisationsmitglieder mit den Werten und Normen der Unternehmung identifizieren. Die Spanne bewegt sich von Ablehnung bis zu Internalisation. Das Übereinstimmungsmaß ermittelt die Homogenität der einzelnen Wert- und Norminhalten. Der Grenzfall des höchsten denkbaren Übereinstimmungsausmaßes ist die festgefügte Einheitskultur. Das andere Extrem wäre eine Ansammlung lauter Subkulturen. Unter Systemvereinbarkeit ist die subjektiv wahrgenommene Verträglichkeit der formalen Instrumente der Mitarbeiter- und Unternehmensführung mit den individuellen Wert- und 29 [...]
3.6.1 Die Typologisierung von Deal / Kennedy Als sehr populär wird die Typologie von Deal / Kennedy angesehen. Sie knüpft in sehr anschaulicher Weise an die Alltagserfahrungen von Unternehmensmitglieder an. So differenziert der Ansatz von Deal und Kennedy in: ! Alles oder Nichts - Kultur (»tough-guy-macho-culture«): Eine Organisation voller Individualisten - wichtig sind Ansehen, Einkommen, Macht, temporeiches Handeln. Die Sprache ist unkonventionell und geprägt von Modewörtern. In dieser Unternehmenskulturform kann man schnell aufsteigen, aber ebenso zügig kann man auch wieder fallen. Glücksbringer, Horoskope und sonstiger Aberglaube sollen helfen, das hohe Risiko zu reduzieren. Die Unternehmensmitglieder erwarten einen schnellen Informationsrückfluß über ihr unternehmerisches Handeln. ! Brot- und Spiele - Kultur (»work-hard-play-hard-culture«): Teamarbeit, Außenorientierung und Aktivität stehen im Vordergrund. Im internen Umgang werden freundliches Auftreten geschätzt, die Firmensprache ist knapp, Abkürzungen werden bevorzugt. Firmenfeste, Auszeichnungen und Preise sind feste Rituale des Unternehmens. Die Organisationsmitglieder tragen insgesamt geringe Risiken, Informationen über Erfolg oder Mißerfolg der gewählten Strategie erfolgen innerhalb kurzer Zeit. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832442682
Arbeit zitieren:
Heisig, Johannes Dezember 1999: Unternehmensethik, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ethik, Unternehmensethik, Wirtschaftsethik



