Unternehmensbewertung mittels Discounted Cash-Flow Analysen
Eine Betrachtung unter der Prämisse eines semieffizienten Kapitalmarktes
- Art: Fachbuch
- Autor: Jens Wingenfeld
- Abgabedatum: Oktober 2007
- Umfang: 117 Seiten
- Institution / Hochschule: Diplomica Verlag GmbH Deutschland
- Originaltitel: Die Bewertung von notierten Aktiengesellschaften mit Hilfe der Discounted Cash-Flow Analyse unter der Prämisse eines semieffizienten Kapitalmarktes
- Bibliografie: ca. 82
- ISBN (Buch): 978-3-8366-5529-3
- ISBN (CD) :978-3-8366-0529-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wingenfeld, Jens Oktober 2007: Unternehmensbewertung mittels Discounted Cash-Flow Analysen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Discounted-Cash-Flow-Methode, Unternehmensbewertung, Kapitalmarkt, Börse, DCF-Analyse
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Fachbuch von Jens Wingenfeld
Einleitung:
Die Volatilität der Kapitalmärkte gerade in den zurückliegenden Jahren hat gezeigt, dass positive Entwicklungen an der Börse keine dauerhafte „Einbahnstraßenbewegung“ darstellen. Die Aussage von vielen Finanzintermediären, man könne bei einer Aktienanlage längerfristig betrachtet immer eine Überrendite gegenüber (quasisichereren) festverzinslichen Wertpapieren erzielen, kann so nicht stehengelassen werden. Als einfaches Indiz dafür reicht eine Betrachtung des Charts des Deutschen Aktienindex DAX seit seiner offiziellen Auflegung am 23.06.1988.
Hierbei ist zu erkennen, dass der Index auch langfristig keinen streng monoton steigenden Verlauf genommen hat. Gerade die Abwärtsbewegung seit Anfang des Jahres 2000 macht ein Großteil der bis dahin gewonnenen Wertentwicklung wieder zunichte, die scheinbar nur mühsam wieder „zurückgewonnen“ werden kann. Wesentlich stärker tritt das eben beschriebene Phänomen bei vielen Einzelwerten auf, vor allem bei solchen aus bestimmten Segmenten wie dem High-Tech Bereich mit oftmals geringer Marktkapitalisierung, welche zu bestimmten Boomzeiten bei den Anlegern sehr gefragt waren, dann aber aus deren Fokus verschwanden („Fallen Angels“).
Der Autor will nun aufzeigen, wie ein – vor allem in den angelsächsischen Ländern - etabliertes Verfahren zur Unternehmensbewertung im Kontext des internationalen Kapitalmarktes funktioniert. Hierbei soll die Discounted Cash-Flow Methode in Ihren verschiedenen Ausprägungen als ein Instrument der Unternehmensbewertung mitunter kritisch beleuchtet werden. Kurz beschrieben handelt es sich dabei um ein Verfahren, bei dem aus der Sicht der Eigen- und/oder Fremdkapitalgeber (je nach konkreter Ausgestaltung) zukünftige Einzahlungsüberschüsse mit Ertragscharakter in Form von Cash-Flows prognostiziert werden. Diese werden daraufhin mit einem geeigneten Diskontierungsfaktor auf den heutigen Zeitpunkt t0 abgezinst. Ziel ist es, einen Gegenwartswert dieser zukünftig erwarteten Zahlungsströme zu erhalten, der schließlich zu einer Qualifizierung des Unternehmenswertes zu gebrauchen ist.
Gang der Untersuchung:
Der Verfasser will in den folgenden Ausführungen Möglichkeiten aufzeigen, wie ein Unternehmen auf der Basis von diskontierten, zukünftig anfallenden Zahlungsströmen bewertet und letztlich auch mit anderen Unternehmen verglichen werden kann. Dabei wird unterstellt, dass Kapitalmärkte nicht immer rationalen Gesetzmäßigkeiten folgen. Dies führt von Seiten des Verfassers zur Einführung des Terminus des „semieffizienten Kapitalmarktes“. Andere Quellen nehmen an dieser Stelle Abstufungen von der schwachen,- halbstrengen- bis hin zur strengen Informationseffizienz vor.
Im ersten Kapitel gibt der Autor eine grundlegende Übersicht über die Themenstellung und Struktur der Arbeit. Es folgen definitorische Abgrenzungen und die Vorstellung der diversen Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Im dritten Kapitel wird nun die Discounted Cash-Flow Analyse dezidiert in ihren derzeit vorkommenden Ausprägungen vorgestellt.
Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die zuvor ausgeführten theoretischen Untermauerungen. Hierbei wird anhand eines Unternehmens aus dem M-DAX (der Puma-Aktiengesellschaft) eine Discounted Cash-Flow Analyse in Form einer ex-post-Betrachtung vorgenommen. Als Datenbasis dienen die periodisch publizierten Quartalsabschlüsse des Unternehmens.
Der Autor erstellt auf dieser Grundlage nun einen synthetischen Aktienkurs und vergleicht diesen mit dem realen Kurs auf Xetra-Schlussbasis. Eine Diskussion der Abweichungsanalyse rundet die Ausführungen ab.
Abgeschlossen wird die Monographie im fünften Kapitel mit einem Fazit der gewonnen Erkenntnisse und einem Ausblick möglicher zukünftiger Entwicklungen auf diesem Forschungsgebiet der Kapitalmarktanalyse.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlegende Überlegungen und Definitionen | 3 |
| 2.1 | Die Bewertung einer Unternehmung im Umfeld eines semieffizienten Kapitalmarktes | 3 |
| 2.1.1 | Zur Begrifflichkeit der (Informations-) Effizienzen bei Kapitalmärkten | 3 |
| 2.1.2 | Der Umgang mit Informationsineffizienzen | 6 |
| 2.2 | Der Begriff des Wertes einer Unternehmung | 7 |
| 2.3 | Unternehmens- versus Aktienbewertung | 8 |
| 2.4 | Historischer Abriss zur Entwicklung der Unternehmensbewertung | 9 |
| 2.5 | Anlässe zur Unternehmensbewertung | 11 |
| 2.6 | Allgemeine Morphologie der Bewertungsverfahren | 13 |
| 2.6.1 | Überblick über die Verfahrenseinteilungen | 13 |
| 2.6.2 | Gesamtbewertungsverfahren | 14 |
| 2.6.3 | Einzelbewertungsverfahren | 16 |
| 2.6.4 | Sonstige Verfahren der Unternehmensbewertung | 17 |
| 2.7 | Besondere Betrachtung der Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen nach Verlautbarung des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW ES 1n.F.) | 19 |
| 3. | Die Discounted Cash-Flow Analyse im Speziellen | 22 |
| 3.1 | Allgemeine Grundlagen zur Discounted Cash-Flow Analyse | 22 |
| 3.2 | Überlegungen zur Prognoseproblematik | 22 |
| 3.3 | Die Einzelbestandteile der Discounted Cash-Flow Analyse | 24 |
| 3.3.1 | Die diversen Arten des Cash-Flows | 24 |
| 3.3.1.1 | Allgemeine Überlegungen | 24 |
| 3.3.1.2 | Normierte Cash-Flow Rechnungen | 26 |
| 3.3.2 | Die Bestimmung des Prognosezeitraumes | 29 |
| 3.3.3 | Die Herleitung eines geeigneten Diskontierungsfaktors | 29 |
| 3.3.3.1 | Grundlegende Überlegungen zur Diskontierung | 29 |
| 3.3.3.2 | Die Kosten des Fremdkapitals | 30 |
| 3.3.3.3 | Die Kosten des Eigenkapitals | 32 |
| 3.3.3.4 | Die Ermittlung des Restwertes | 36 |
| 3.4 | Die verschiedenen Ausprägungen der Discounted Cash-Flow Analyse im Einzelnen | 37 |
| 3.4.1 | Grundlegende Übersicht über die diversen Discounted Cash-Flow Verfahren | 37 |
| 3.4.2 | Die Equity-Methode | 39 |
| 3.4.3 | Die Entity-Methoden | 40 |
| 3.4.3.1 | Der Adjusted-Present-Value Ansatz | 41 |
| 3.4.3.2 | Der Weighted Average Cost of Capital (WACC)-Ansatz | 43 |
| 3.6 | Vergleich der Ertragswertmethode mit der DCF-Analyse | 47 |
| 4. | Praxisbeispiel zur Anwendung der DCF-Analyse in Form des WACC-Ansatzes im Sinne einer ex-post-Betrachtung | 49 |
| 4.1 | Überlegungen zur Methodik und zur Auswahl eines geeigneten Unternehmens | 49 |
| 4.2 | Beschreibung der konkreten Vorgehensweise bei der Erstellung eines Excel-Sheets | 50 |
| 4.3 | Kritische Auswertung der Untersuchung | 55 |
| 5. | Fazit | 58 |
| Anhang | 61 | |
| Literaturverzeichnis | 72 |
Textprobe:
Kapitel 3.3.3.2, Die Kosten des Fremdkapitals:
Auf relativ einfache Art und Weise lassen sich die Fremdkapitalkosten bestimmen. Man bedient sich der gängigen Marktzinsen für neu aufgenommenes Fremdkapital der jeweiligen Finanzierungsform, für die die Fremdkapitalkosten jeweils separat zu ermitteln sind. Copeland et al. bieten einen umfassenden Katalog diverser Finanzierungsarten, für die die jeweilig angebrachte Vorgehensweise erläutert wird. Zu beachten ist hierbei, dass nur verzinsliches Fremdkapital wie z.B. Bankkredite, emittierte Anleihen etc. berücksichtigt wird. Unverzinsliches Fremdkapital wie z.B. Lieferantenverbindlichkeiten wird dem Leistungsbereich zugeordnet.
Jedoch ist in der Praxis festzustellen, dass die Zahl der alternativ zur Verfügung stehenden Fremdfinanzierungsinstrumente, die sich in der Höhe ihres Risikos, ihrer Laufzeit, den Zinsfixierungsmodalitäten und folglich ihrer Rendite unterscheiden, sehr groß ist. Will man eine möglichst genaue Analyse der Fremdkapitalkosten vornehmen, so wird man nicht umhin kommen, den Fremdkapitalkostensatz genau anhand derjenigen Fremdfinanzierungsinstrumente zu bestimmen, die tatsächlich für die konkrete Unternehmensfinanzierung relevant sind.
Eine grundlegende Unterscheidung ist die von börsengehandelten und nicht börsengehandelten verzinslichen Schuldtiteln. Bei erstgenannten Instrumenten fällt die Ermittlung aktueller Marktrenditen einfach, da Marktpreis (= aktueller Kurs, dargestellt in Prozent des Nominalwertes) und gegenwärtige Marktrendite (= die Rendite, die ein Investor erhielte, würde er den Schuldtitel zum aktuellen Zeitpunkt erwerben, während der Laufzeit die Kuponverzinsung erhalten und am Fälligkeitsdatum das Wertpapier zum Nominalwert von 100 % beim Emittenten einlösen) bekannt sind.
Sehr schwierig ist es, effektive Fremdkapitalkosten von nicht börsengehandelten Fremdkapitalkomponenten exakt zu ermitteln. So gibt es hierbei neben den expliziten Kapitalkosten (= vereinbarter nominaler Zinssatz) auch implizite Kapitalkosten. Die Berücksichtigung dieser Art von Fremdkapitalkosten kann zu einer ansteigenden Sollzinskurve führen. Beispiele hierfür sind die Sicherungsübereignung unbelasteter Vermögensteile oder die Gewährung von Einflussmöglichkeiten auf die Geschäftspolitik.
Neben den verzinslichen Fremdkapitalanteilen finden sich bei Unternehmen in nicht unerheblichem Ausmaß unverzinsliche Fremdkapitalkomponenten. Hierzu zählen beispielsweise erhaltene Anzahlungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Diese Positionen repräsentieren zumeist einen bedeutenden Anteil am Gesamtkapital.
Jedoch ist in der Praxis der Unternehmensbewertung zu beobachten, dass unverzinslichen Fremdkapitalkomponenten oftmals nur geringe Beachtung geschenkt wird.
In der Regel entspricht der Marktwert des Fremdkapitals seinem Buchwert.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836605298
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Discounted-Cash-Flow-Methode, Unternehmensbewertung, Kapitalmarkt, Börse, DCF-Analyse



