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Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken

Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thorsten Schlegel
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 4,7 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Philipps-Universität Marburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0883-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0883-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0883-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schlegel, Thorsten Januar 1998: Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Haftung, Umweltrisiken, Ökologiemanagement, Sicherheiten, Banken

Diplomarbeit von Thorsten Schlegel

Problemstellung:

Der Schutz der Umwelt ist in den vergangenen Jahren zu einem exponierten Thema der öffentlichen Diskussion geworden. Das Bewußtsein für die Umwelt hat sich in allen gesellschaftlichen Bereichen erheblich geschärft. Verschiedenste Umfragen belegen dies deutlich, z. B. die Shell Studie 1997.

Diese staatliche und gesellschaftliche Sensibilisierung trifft vorrangig den Bereich der Industrie, der natürliche Ressourcen verbraucht und Emissionen gleich welcher Art abgibt. Kreditinstitute als Dienstleistungsunternehmen tragen zur direkten Schädigung der Umwelt nur in einem geringen Ausmaß bei. Aufgrund ihrer elementaren Finanzierungsfunktion in einer Volkswirtschaft sind die Banken aber in der Lage, Entscheidungskalküle und Investitionsströme der Unternehmen zu beeinflussen.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen allgemeinen Sensibilisierung und der Funktion der Kreditinstitute im Wirtschaftsprozeß kommt der Berücksichtigung von Umweltrisiken und deren Auswirkung auf zentrale Bestandteile des Bankgeschäfts eine elementare Rolle zu. Unter Umweltrisiken sollen hier alle Risiken, die einen Einfluß auf die Geschäftsbeziehung von Kreditinstituten und Kunden werfen können, gleich ob sie im Unternehmen entstanden oder erst durch äußere Umstände offensichtlich wurden, subsumiert werden. Der höheren Belastung der Umwelt durch ihren Wirtschaftsprozeß, im Vergleich zu privaten Haushalten, entsprechend konzentriert sich diese Arbeit fast ausschließlich auf Umweltrisiken im Firmenkundengeschäft. Für Kreditinstitute als Hauptfinanzierungsquelle der Unternehmen ergeben sich aus der Wechselwirkung mehrere Konsequenzen: Haftungs-, auflagen- und nachfragebedingte wirtschaftliche Schwierigkeiten von Unternehmen ziehen tendenziell entsprechende Kreditausfälle nach sich. Um der Gefahr von Kreditausfällen entgegenzuwirken, müssen Kreditinstitute noch stärker als bisher Umweltaspekte berücksichtigen. Umweltrisiken können auch auf die Sicherheiten, die normalerweise im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers realisierbare Vermögenswerte darstellen, in der Form einwirken, daß sie diese nachhaltig in ihrem Wert mindern bzw. mit zusätzlichen Haftungsverpflichtungen verbinden. Diese Gefahr ist vor der Bewertung und Akzeptanz von Sicherheiten zu berücksichtigen. Neben diesen Gefahren besteht auch die Chance, über ein gesellschaftsorientiertes Ökologiemanagement und eine Beratung der Kunden zusätzliches Geschäftspotential und neue Möglichkeiten zu erschließen. Einige spektakuläre Fälle von sogenannten 'Altlasten' und anderen Umwelteinwirkungen aus früherer Zeit haben bei Banken zu großen Ertragsverlusten geführt und als die zur Besicherung der Kredite gegebenen Sicherheiten plötzlich in ihrem Wert gemindert oder gar nutzlos wurden gab es hierdurch keinen Ausgleich. Diese Ausmaße an Verlusten unterstreichen die zentrale Bedeutung des Kreditrisikos im Bankgeschäft. Jenes Risiko kann nur erfolgversprechend begrenzt werden, wenn alle Teilbereiche beachtet werden, die die Bonität eines Kreditkunden und die Qualität seiner hinterlegten Sicherheiten einbeziehen.

Die vorliegende Arbeit will daher die Wirkung von Umweltrisiken auf die derzeitige Sicherheitenpolitik der Banken analysieren und untersuchen, in welchen Bereichen weitere Anstrengungen nötig und möglich sind. Im Kern soll sich diese Arbeit mit der Frage beschäftigen, welche Punkte Banken bei der Einwerbung und Verwaltung von Sicherheiten in Zukunft unter dem Fokus zunehmender, immer deutlicher in Erscheinung tretender Umweltrisiken zu beachten haben.

Dazu wird mit Teil 2 zunächst der Umfang an Risiken im Kreditgeschäft, speziell jedoch die, die auf Sicherheiten abheben, dargestellt. Anschließend werden die Sicherheitenpolitik und ihre Ziele verbalisiert. Die Möglichkeiten der negativen Einflußnahme auf' die Ziele der Sicherheitenpolitik sind weiterer Gegenstand des Teils 2.

Teil 3 gibt einen Überblick über die Identifikation und eventuelle Beseitigung von Umweltbelastungen auf Sicherungsgütern, die schon eingetreten sind. Noch weit über den zeitlichen Rahmen der Beseitigung von Umweltschaden kann die in Teil 4 beschriebene gesetzliche Verantwortung von Unternehmen und Banken nach dem Schadenseintritt hinausreichen. Mit der Absicherungsmöglichkeit durch die vertragliche Vereinbarung einer Umwelthaftpflicht ist eine Risikovermeidungsstrategie dort angesprochen. Der Teil 5 der vorliegenden Arbeit stellt unter dem Stichwort 'Ökologiemanagement' gewisse Umweltstandards zur Beurteilung von Unternehmen vor. Diese sollen eine Entscheidungsgrundlage liefern zur Identifikation von 'umweltsensiblen' und 'umweltunsensiblen' Unternehmen. Der Beurteilung von Umweltaktivitäten der Banken gleich welcher Art im Lichte der Öffentlichkeit widmet sich Teil 6, bevor Teil 7 eine Zusammenfassung und einen Ausblick auf die weitere Sicherheitenpolitik der Kreditinstitute in der Zukunft bildet.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen IV
Verzeichnis der Abkürzungen V
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Umweltrisiken, Sicherheiten und Wertverlust 3
2.1 Systematisierung der Risiken im Kreditgeschäft 3
2.2 Minderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit – Bonitätsrisiko 6
2.2.1 Kostensteigerungen 6
2.2.2 Erlösschmälerungen 7
2.2.3 Instrumente der Bonitätsrisikosteuerung 7
2.2.3.1 Kreditwürdigkeitsprüfung .8
2.2.3.2 Ursachenbezogene Maßnahmen 11
2.2.3.3 Wirkungsbezogene Maßnahmen 11
2.2.3.4 Arten und Nutzen der Kreditwürdigkeitsinformationen 12
2.2.3.4.1 Ökobilanzen 13
2.2.3.4.2 Checklisten 14
2.2.3.4.3 Schwachstellenanalyse 14
2.2.3.4.4 Umweltverträglichkeitsprüfung 15
2.2.3.5 Herkunft der Kreditwürdigkeitsinformationen 15
2.2.3.5.1 Interne Beschaffung der Informationen 17
2.2.3.5.2 Externe Beschaffung der Informationen 17
2.3 Wertminderungen bei Sicherheiten-Besicherungsrisiko 18
2.3.1 Generelles Ziel der Sicherheitenpolitik 20
2.3.2 Bestimmung des Kreditvergabespielraums 21
2.3.3 Sicherungswertermittlung bei Immobilien 21
2.3 4 Sicherungswertermittlung bei beweglichen Sicherungsgütern und Rechten 23
2.4 Bilanzielle Berücksichtigung von drohenden Umweltrisiken 24
2.5 Verwertungsprobleme bei Sicherungsgut im Rahmen der neuen Insolvenzordnung 25
2.6 Konsequenzen aus der Wertminderungsproblematik von Sicherheiten 26
3. Umweltbelastungen auf Sicherungsgütern und deren Beseitigung 27
3.1 Begriffsbestimmung von Altlasten 28
3.2 Zustandsverantwortlichkeit für Altlasten 28
3.3 Ermittlung von Altlastenverdachtsflächen 29
3.4 Verwertungskonzepte für Altlasten 31
3.4.1 Sanierungsziele 31
3.4.2 Sanierungsverfahren für Altlasten 32
3.5 Finanzierung von Altlastensanierungen 33
3.6 Konsequenzen aus der Sanierung von Altlasten 34
4. Haftung von Unternehmen im Zusammenhang mit Umweltrisiken 35
4.1 Produkthaftungsgesetz und Produktsicherheitsgesetz 37
4.2 Öffentlich-rechtliche Umweltverwaltungsgesetze 38
4.3 Umweltstrafrecht 39
4.4 Umweltzivilrecht 40
4.5 Absicherung durch Umwelthaftpflicht 41
4.5.1 Auswirkungen der Versicherung von Umweltrisiken 41
4.5.2 Entwicklung des Versicherungsschutzes für Umwelthaftungsrisiken 42
4.6 Konsequenzen aus der Produkt- und Umwelthaftung 43
5. Ökologiemanagement von Unternehmen 45
5.1 Umweltmanagement gemäß der Bankenerklärung der Vereinten Nationen 46
5.1.1 Ziele der Bankenerklärung 47
5.1.2 Wirkungsweise des Umweltmanagementsystems im Sinne der Bankenerklärung 48
5.1.3 Beurteilung der Bankenerklärung 48
5.2 Umweltmanagement nach Öko-Audit 49
5.2.1 Entstehung des Öko-Audit 50
5.2.2 Ziele der EU-Öko-Audit-Verordnung 51
5.2.3 Inhalt und Pflichten der Audit-Verordnung 53
5.2.4 Beurteilung des Öko-Audits 54
5.3 Umweltmanagement nach ISO 14001 54
5.3.1 Entstehung der ISO-Norm 14001 54
5.3.2 Ziele der ISO-Norm 14001 54
5.3.3 Inhalt und Pflichten der Norm 55
5.3.4 Beurteilung der ISO-Norm und Vergleich mit der Öko-Audit-Verordnung 55
5.4 Konsequenzen für das Ökologiemanagement der Banken 55
6. Umweltmarketing der Banken 56
6.1 Einordnung der Marketing-lnstrumente 57
6.2 Kommunikationspolitik der Banken 58
6.3 Konsequenzen für die Umweltarbeit der Banken 59
7. Mögliche Entwicklung der umweltbeeinflußten Sicherheitenpolitik der Banken 60
Anhang 63
Literaturverzeichnis 68
Gesprächsverzeichnis 85

Arbeit zitieren:
Schlegel, Thorsten Januar 1998: Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Haftung, Umweltrisiken, Ökologiemanagement, Sicherheiten, Banken

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