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Die Umweltrelevanz von Elektronikschrott bei der Deponierung

Gelötete und leitgeklebte Leiterplatten

Die Umweltrelevanz von Elektronikschrott bei der Deponierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Geza Somi
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 3,2 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1804-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1804-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1804-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Somi, Geza Juli 1999: Die Umweltrelevanz von Elektronikschrott bei der Deponierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Deponiesicherwasser, Lot, ICP, Leitkleber, Elutionsverfahren

Diplomarbeit von Geza Somi

Einleitung:

Der Mensch war zu Beginn seiner Entwicklung in ein System von Produzenten, Konsumenten und Destruenten, in welchem alle anfallenden Abfälle anderen Mitgliedern wieder als Lebensgrundlage dienen, integriert. Infolge der Zunahme der Bevölkerungszahl und fortschreitender Zivilisation wurde die Anpassungsfähigkeit dieser natürlichen Abläufe überfordert. Insbesondere im Zuge der industriellen Revolution wurde die Menge des Abfalls und dessen Zusammensetzung zu einem Problem. Der Müll mußte aus Gründen der Hygiene und Toxizität aus der näheren Umgebung des Menschen entfernt werden. Die Beseitigung des Abfalls wurde zu einer zentralen Aufgabe unserer Gesellschaft.

Der traditionelle Umgang mit dem Abfall, nämlich dessen Deponierung (gegebenenfalls mit vorheriger Verbrennung), führte lediglich zu einer räumlichen und zeitlichen Verlagerung der Probleme und ist nach wie vor mit hohen Umweltbelastungen und Kosten verbunden. Deshalb ist es wichtig, nicht allein nachsorgende Umweltschutzmaßnahmen durchzuführen, sondern Perspektiven für eine wirkungsvolle Abfallvermeidungspolitik zu gewinnen und bei der Herstellung oder bereits bei der Konzeptionierung von Produkten anzusetzen.

Elektronikgeräte sind weit verbreitet und besitzen ein vielfältiges Stoffinventar. Nicht zuletzt die immer kürzeren Nutzungszyklen sowie die Tatsache, daß sich umfassende Recyclingkonzepte für Altgeräte erst in der Entwicklung befinden, führen zu einem stetig ansteigenden Elektronikschrottaufkommen, das zur Zeit bei ca.1,8 Mio. t pro Jahr in Deutschland liegen dürfte (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, 1996). Ein erheblicher Anteil davon wird zusammen mit Siedlungsabfällen erfaßt und deponiert.

Innerhalb der Abfallgruppe des Elektronikschrotts gehören Leiterplatten wegen ihrer komplexen Zusammensetzung und aufgrund enthaltener Schadstoffe zu den verwertungsproblematischsten Bestandteilen. Untersuchungen von Nissen et al. (1999) am Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) haben ergeben, daß das als Verbindungsmaterial zwischen Leiterplatte und Bauteil gebräuchlicherweise eingesetzte bleihaltige Lot ein besonders großes toxisches Potential besitzt.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Grad der Umweltgefährdung des bleihaltigen Lotes im Vergleich zum silbergefüllten Leitkleber bei der Deponierung durch die anfallende Schwermetallbelastung des Deponiesickerwassers zu untersuchen. Dazu werden gelötete und geklebte Leiterplatten unter verschiedenen Bedingungen eluiert und die anfallenden Eluate analysiert. Es gilt in den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit herauszustellen, ob eine Substitution des Lotes durch den Leitkleber bezüglich ihres Deponieverhaltens ökologisch günstig ist.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis i
Abkürzungsverzeichnis ii
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
2.1 Elektronikschrott 3
2.1.1 Allgemeines 3
2.1.2 Leiterplatten 5
2.2 Deponie 8
2.2.1 Allgemeines 8
2.2.2 Sickerwasser 11
3. Verbindungstechniken in der Surface Mount Technology (SMT) 13
3.1 Löten 14
3.2 Leitkleben 16
4. Untersuchungen zum Umweltverhalten von gelöteten und geklebten Leiterplatten bei der Deponierung 18
4.1 Elutionsverfahren 19
4.1.1 DEV-Verfahren 25
4.1.2 NEN-Verfahren 26
4.1.3 TCLP-Verfahren 27
5. Experimenteller Teil - Material und Methoden 28
5.1 Probenvorbereitung zur Elution 29
5.1.1 Probenherstellung 29
5.1.2 Probenzerkleinerung 31
5.2 Durchführung der Elutionsversuche 32
5.3 Spektrometrische Methode der Elementanalyse: ICP-OES 35
5.3.1 Analysengerät 37
5.3.2 Methodik der statistischen Auswertung 40
5.4 Fehlerbetrachtung 48
6. Ergebnisse und Diskussion 52
6.1 Auswertung der Elutionsverfahren 52
6.2 Vergleich der Untersuchungsergebnisse 62
7. Umweltrelevanz der gelöteten und geklebten Leiterplatten 69
8. Zusammenfassung 71
9. Literaturverzeichnis 72
10. Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen 78
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das NEN-Verfahren fordert ausdrücklich eine Korngröße des Untersuchungsmaterials < 3 mm. Zur besseren Vergleichbarkeit der Verfahren untereinander und zur Abschätzung des Parameters Korngröße werden DEV- und TCLP-Verfahren diesbezüglich modifiziert. Je 20 gelötete und geklebte Leiterplatten werden mit der HochleistungsSchneidmühle SM 2000 (siehe Anhang) auf eine Korngröße < 3 mm gemahlen. Sie dient der Zerkleinerung von elastischen, hartzähen und faserigen Produkten und eignet sich laut Datenblatt der Firma Retsch explizit für die Zerkleinerung von Elektronikschrott. Fünf unbestückte Leiterplatten werden in ca. einer Minute durch den stählernen Schneidscheibenrotor mit Wendeschneidplatten aus Wolframcarbid bei 750 U/min zerkleinert. Nach jedem Mahlgang werden die Teile, die mit dem Mahlgut in Berührung gekommen sind, sorgfältig mit einem EOS-Entstauber (Industriesauger) gesäubert. Die Endfeinheit der Korngröße beträgt bei Verwendung des Bodensiebes mit 4 mm Conidurlochung nach Herstellerangaben zu 99 % < 3 mm. Ein solches Sieb wird verwendet. Sowohl die auf 1 cm zerkleinerten als auch die auf die Korngröße < 3 mm gemahlenen Leiterplatten werden als Probenmaterial für die einzelnen Elutionsverfahren verwendet. Es erfolgt eine separate Elution von gelöteten und leitgeklebten Leiterplatten. [...]

Abb. 12: Lotstelle nach dem Löten und leitgeklebte Stelle nach dem Aushärten Durch das Wiegen der Leiterplatten vor und nach dem Drucken sowie nach dem Löten/ Aushärten wird die Masse des Lotes bzw. des Leitklebers genau bestimmt. Das Wiegeprotokoll ist im Anhang enthalten. Der Fehler der Waage liegt für jede Messung bei 0,2 mg. Es werden 171 ± 0,4 mg Lotpaste bzw. 53 ± 0,4 mg Leitkleber je Leiterplatte die unbedruckte Leiterplatte wiegt im Durchschnitt 26,17 ± 0,2 mg - aufgetragen. Bei einem Metallgehalt von 90 %, wobei Zinn zu 63 % und Blei zu 37 % enthalten sind, ergeben sich beispielsweise für die im DEV-Verfahren eingewogenen 100 g gelötete Leiterplatten 241,8 ± 0,4 mg Blei und 411,6 ± 0,4 mg Zinn, für die geklebten Leiterplatten mit einem Silbergehalt von 90 % auf 100 g Probenmaterial sind es 181,9 [...]

Der erste Punkt bezeichnet die Anforderungen an die Probenvorbereitung bzw. an die Beschaffenheit des zu untersuchenden Probenmaterials. Zur Schaffung reproduzierbarer Bedingungen werden einheitliche Leiterplatten (FR 4-Material) eigenhändig mit Lotpaste bzw. Leitkleber versetzt, reflowgelötet bzw. ausgehärtet und anschließend zerkleinert. Dies ermöglicht mittels Ein- und Auswaage der Leiterplatten vor und nach dem Löten bzw. Leitkleben die Bestimmung definierter Mengen und gewährleistet gleiche Bedingungen. So können Unwägbarkeiten und Fehlerquellen minimiert und die Aussagekraft der Elutionsverfahren erhöht werden. Das Fraunhofer IZM stellt die erforderlichen Materialien (Leiterplatten, Lotpaste und Leitkleber) und die notwendige apparative Ausstattung (Schablonendruckanlage, Dampfphasen-Lötanlage, Schneidmühle) zur Verfügung. Desweiteren werden zur Durchführung der Elutionsverfahren bestimmte Laborgeräte (Überkopfschüttler, pH-Meter, Leitfähigkeitsmeßgerät) und Hilfsmittel (dest. Wasser, Chemikalien, Elutionsgefäße, Filter, etc.) benötigt. Das Institut für Werkstoffwissenschaften der Technischen Universität Berlin und das Institut für Anorganische und Organische Chemie der Freien Universität Berlin stellen diese zur Verfügung. Die Auswahl eines geeigneten Analysegerätes ist von großer Bedeutung. Das Institut für Anorganische und Organische Chemie der Freien Universität Berlin stellt in Zusammenarbeit mit der Abteilung Environmental Engineering des Fraunhofer IZM ein ICPOES zur Verfügung. Es gewährleistet die erforderliche Genauigkeit der Messungen. [...]

Arbeit zitieren:
Somi, Geza Juli 1999: Die Umweltrelevanz von Elektronikschrott bei der Deponierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Deponiesicherwasser, Lot, ICP, Leitkleber, Elutionsverfahren

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